vor zwei Wochen:
Erich Kästner: Der Dezember

Weihnachtsbaum vor dem Düsseldorfer Rathaus
von Erich Kästner, 1955
Das Jahr ward alt. Hat dünnes Haar.
Ist gar nicht sehr gesund.
Kennt seinen letzten Tag, das Jahr.
Kennt gar die letzte Stund.
Ist viel geschehn. Ward viel versäumt.
Ruht beides unterm Schnee.
Weiß liegt die Welt, wie hingeträumt.
Und Wehmut tut halt weh.
Noch wächst der Mond. Noch schmilzt er hin.
Nichts bleibt. Und nichts vergeht.
Ist alles Wahn. Hat alles Sinn.
Nützt nichts, dass man’s versteht.
Und wieder stapft der Nikolaus
durch jeden Kindertraum.
Und wieder blüht in jedem Haus
der goldengrüne Baum.
Warst auch ein Kind. Hast selbst gefühlt,
wie hold Christbäume blühn.
Hast nun den Weihnachtsmann gespielt
und glaubst nicht mehr an ihn.
Bald trifft das Jahr der zwölfte Schlag.
Dann dröhnt das Erz und spricht:
„Das Jahr kennt seinen letzten Tag,
und du kennst deinen nicht.“
vor drei Wochen:
Struffeltkopf im Hürtgenwald

Staumauer der Dreilägerbachtalsperre im Sonnenuntergang
Schaut mal, ein Sonnenloch am Horizont, da müssen wir hin! Sonne ist bei uns in diesen Wochen dermaßen Mangelware, dass uns die Aussicht auf ein paar Dezemberstrahlen gleich in Wallung versetzt.
Als das Wetterradar für die Deutsch-Belgische Grenzregion im Westen von NRW am späten Vormittag eine größere Wolkenlücke verheißt, streifen wir uns gleich die bunt lackierten Rallye-Overalls über und springen in die Rennwagen (haha). Die Tage vor Weihnachten sind kurz, da gilt es jede Chance sofort zu ergreifen.Also brechen Heike, Doxi und ich spontan zu einer kleinen Wanderung an den Nordrand der Eifel auf. Wir wollen zum Struffelt bei Roetgen, einem Hochplateau oberhalb der Dreilägerbachtalsperre, auf dem sich ein kleines, naturgeschütztes Venngebiet erhalten hat. Von der Größe her nicht vergleichbar mit den Vennflächen auf belgischer Seite 10 km weiter westlich, aber ebenfalls auf Holzstegen begehbar. Drumherum ein großes Waldgebiet.
Zuletzt waren wir im Juni 2021 dort oben, ist also schon eine Weile her. Leider kann unsere liebe Doxi altersbedingt nicht mehr so, aber für eine feine kleine 7 km-Runde reicht es noch. Die Sonne steht bereits tief, doch wo im Venn keine Bäume den Blick zum Horizont verstellen, dringt sie noch mühelos zu uns durch. So ein starkes, fast waagerecht einstrahlendes Licht, das hatten wir lange nicht mehr. Balsam für die ausgetrocknete Winterseele. Gut, dass wir diesen spontanen Ausflug gewagt haben.
vor drei Monaten:
Semesterstart mit Hindernissen

Es wird fleißig spekuliert: Wie lange müssen wir wohl noch auf die Klausurergebnisse warten?
Heute starten an vielen deutschen Universitäten die Wintersemester 2025/2026. Ich habe an der psychologischen Fakultät der Fernuniversität Hagen die Module 3a (Allgemeine Psychologie, Kognition) und 6a (Fragebogendesign) belegt.
Doch ob ich die beiden Module überhaupt studieren darf, steht aktuell noch in den Sternen. Und diese Unsicherheit teile ich mit allen Kommilitonen, die ebenfalls am 22. August die Statistik-Klausur in M2 geschrieben haben. Denn deren Ergebnisse sind immer noch nicht da. Und das Bestehen ist die Voraussetzung, damit man die erste Modulschranke im Psychologiestudium überwindet und mit weiteren Kursen fortfahren darf.
Wer durchfällt, für den heißt es: Zurück auf los. Der Unmut unter den Studenten ist deshalb groß, dass weiterhin Unklarheit herrscht. Ganz anders als bei allen anderen Prüfungen, deren Ergebnisse längst da sind. Es wird bereits gemunkelt, dass mit M2 etwas schiefgelaufen ist und wir alle die Klausur noch einmal schreiben müssen. Ich hoffe nicht, denn von Statistik habe ich nun wirklich erst einmal genug gehabt. Echt nervig!
[Update: 10.10.2025: Nun sind die Ergebnisse endlich da, kaum sieben Wochen nach der Klausur. Der Notendurchschnitt liegt bei 3,4. Ich habe mit einer 2,0 abgeschnitten. Das ist doch ganz ordentlich, auch wenn ich mir zwischenzeitlich schon einmal eine Eins vor dem Komma erträumt hatte. Einige Flüchtigkeitsfehler in meiner Arbeit hätten wirklich nicht sein müssen, aber so ist das nun einmal, wenn man unter Zeitdruck steht.]
vor sechs Monaten:
Sonnenuntergang am Kaap Noord

Leuchtturm von Texel im Licht der untergehenden Sonne
Ich stehe auf dem Campingplatz „de Robbenjager“ an der Nordspitze von Texel. Näher kann man dem Ende der Insel mit dem Wohnmobil nicht kommen. 500 Meter weiter befindet sich der große Leuchtturm am Kaap Noord.
Links davon die Nordseeküste mit dem kilometerlangen Sandstrand, rechts davon das Wattenmeer. Die Strömung im Übergangsbereich ist so stark, dass man an dieser exponierten Stelle nicht schwimmen darf. Lebensgefahr!Als sich die größte Hitze des Tages am späten Abend endlich gelegt hat, laufe ich zum Kaap Noord, um in den Sonnenuntergang zu blicken. Doch mittlerweile sind Wolken aufgezogen, die den kommenden Wetterwechsel ankündigen (sehr willkommen).
Aber noch ist es ganz schön warm. Doxi will zum ersten Mal in alle den Jahren zum Schlafen partout nicht ins Wohnmobil kommen. Na, gut, darf sie halt im Freien übernachten.
vor sechs Monaten:
Auf nach Texel

Doxi am Strand von Den Noord
Ich suchte die Sommerfrische an der niederländischen Nordseeküste und bekam … 33 Grad. Im Womo sogar 38. Da hätte ich auch zu Hause bleiben können, wo ebenfalls alle schwitzen bei bis zu 40 Grad.
Stattdessen bin ich um 5 Uhr losgefahren, um gegen 9:30 Uhr die Fähre von Den Helder nach Texel zu erreichen. Zumindest die Anreise hat super geklappt, weil es am frühen Morgen noch schön kühl war und die niederländischen Landschaften im Sonnenaufgang lieblich anzuschauen.Auf den Autobahnen waren um diese Uhrzeit bereits überraschend viele LKWs unterwegs, aber nur wenige PKW. So bin ich gemütlich vom Rheinland bis rauf nach Amsterdam und am Stau vorbei nach Den Helder gerollt, 320 km insgesamt.
Beim Anstehen an der Fähre habe ich schon gespürt, dass dies ein heißer Tag werden würde. Aber nützt ja nichts, der Campingplatz ganz im Norden von Texel war gebucht – der teuerste Stellplatz, den ich je hatte.
Auf dem Weg dorthin bin ich nach der Fährpassage erstmal ein wenig durch den Süden der 20 km langen und 15 km breiten Insel gecruised. Mein erster Eindruck: Die Landschaft ist flach und wird vor allem agrarisch genutzt. Dazwischen kleine Dörfer.
An der Westküste überall baumlose Dünen und dahinter kilometerlang feinster Nordsee-Sandstrand. Texel hat ein toll ausgebautes Radwegenetz und entsprechend viele Radfahrer sind hier unterwegs.
An zwei Stränden war ich mit Doxi kurz am Wasser, doch um die Mittagszeit war alles schon viel zu warm für sie. Am Nachmittag dann auch für mich, wo ich doch eigentlich ein wenig studieren wollte. Mal sehen, was die kommenden Tage bringen werden. Ich hoffe vor allem kühleres Wetter.
vor drei Jahren:
Ein Neujahrsmorgen in Gütersloh

Häuser am Alten Kirchplatz vor der Apostelkirche
Wie leer kann das Zentrum einer Großstadt am helllichten Tag sein? Sehr leer, vor allem nach einer langen Silvesternacht. Das will ich ausnutzen.
Früh am Morgen habe ich nach zehn schönen Tagen etwas wehmütig das Gelände Yoga Vidya in Bad Meinberg verlassen und bin mit Doxi rund 60 km in nordwestlicher Richtung nach Gütersloh gefahren.Die Stadt, die überregional als Sitz von Bertelsmann und von Miele bekannt ist, fehlt mir noch im Dreiklang der ostwestfälischen Großstädte Bielefeld, Paderborn und Gütersloh.
Gütersloh bietet einen nahezu kostenlosen Womo-Stellplatz (1€ pro Tag) in zentraler Lage am Wochenmarkt, nur wenige Schritte vom Zentrum entfernt. Von dort breche ich mit Doxi zu einer knapp zweistündigen Stadtbesichtigung auf.
Von der historischen Bausubstanz an Fachwerkhöfen ist nicht mehr viel erhalten, wenn man einmal von dem kleinen Rondell rund um den Alten Kirchplatz absieht.
Aber es gibt eine Reihe markanter Bauten aus verschiedenen Stilepochen zwischen 1880 und 1930 und bis zur Moderne zu entdecken. Ikonisch ist sicher das kubische Stadttheater von 2010. Ein interessanter Stadtrundgang als Auftakt zu einem neuen hoffentlich ereignisreichen Womo-Jahr.
vor drei Jahren:
Die Türen von Gütersloh

Historischer Hof am Kirchplatz
Für meine Sammlung schöner Türen und Portale könnte das neue Jahr 2023 nicht besser beginnen.
Am Neujahrsmorgen bin ich in Gütersloh unterwegs und entdecke im Zentrum der ostwestfälischen Großstadt einige schöne Exemplare, insbesondere rund um den alten Kirchplatz. Hier meine Ausbeute.
vor elf Jahren:
Am Neujahrsmorgen im Hohen Venn

Das Fenn liegt unter einer dichten Schneedecke
Zehn Uhr morgens am Mont Rigi im Hohen Venn: Wir sind die Ersten, die an diesem wunderschönen Neujahrsmorgen bei Sonnenschein und blauem Himmel durch das tief verschneite Venn tapsen. Wir mit Doxi im Schlepptau, unsere Freunde Christian und Aneta mit ihrem Mauwi.
Die beiden Hunde sprinten durch den Schnee und haben unheimlich viel Spaß.Auch wir sind ganz verzaubert, vom Anmut der Landschaft, dem Licht und den kleinen Bächen, die sich links und rechts der Fußstege Richtung Tal schlängeln und dabei fortwährend am Schnee knabbern.
Im Laufe des Vormittags kommen uns immer mehr Wanderer, Langläufer und Sonntagsspaziergänger entgegen.
Und als wir an den Ausgangspunkt unserer Tour zurückkehren, ist der Parkplatz kaum wiederzuerkennen: Unglaubliche Massen von Menschen und Fahrzeugen. Gut, dass wir so zeitig gestartet sind. Das frühe Aufstehen hat sich wirklich gelohnt.
Außerdem gab es anschließend noch für jeden von uns ein wunderbares Stück von der berühmten Blaubeertorte im Restaurant am Mont Rigi. Lecker!
vor 20 Jahren:
A-Wurf Tag 40: Immer was los
Mit Welpen im Haus ist immer was los. Ob Freunde, Bekannte, Nachbarn, Welpeninteressenten und Käufer, die Zuchtwartin – immer ist jemand zu Besuch.
Vor allem die Kinder sind begeistert. Die kleinen Hunde sind aber auch einfach zu süß, und die Zeit mit ihnen geht so schnell vorbei. Das muss man ausnutzen.

