Kalenderblatt-Beiträge

vor zwei Wochen:

Alaaf Rock ’n’ Roll

Alaaf Rock ’n’ Roll
Neuss, 14. Januar 2026

Kleines Bühnenbild, aber maximal viel herausgeholt

Lange schon war ich nicht mehr im Theater, doch am Sonntag flatterte mir eine spannende Werbung des Rheinischen Landestheaters Neuss ins E-Mail-Postfach, die sich nach etwas Besonderem anhörte. Da habe ich spontan zugegriffen.

„Alaaf Rock ’n’ Roll“ ist ein rasantes, humorvolles und musikalisches Theatererlebnis mitten aus dem Rheinland. Das flott inszenierte und abwechslungsreiche Stück verbindet Karneval, Rockmusik und rheinische Lebenslust zu einer mitreißenden Geschichte über Freundschaft, Identität und die Frage, was Tradition heute bedeuten kann. Bekannte Karnevalshits treffen auf rockige Sounds, Wortwitz auf Herz – laut, bunt und mit veel Jeföhl, wie man hierzulande sagt.

„Ein Abend zum Lachen, Mitsingen und Mitfeiern – auch für alle, die sonst nicht jeck sind!“ verhieß die Ankündigung und das war nicht zu viel versprochen. Sehr schön anzuschauen und anzuhören, was die beiden Protagonisten abseits aller Karnevalsklischees an witzigem, überraschendem und nachdenklichem aus dem Thema rausgeholt haben. Jede Menge Konfetti eingeschlossen. Dieser Besuch hat sich wirklich gelohnt.

vor drei Monaten:

Ofen-Kürbis herbstlich

Das geschnittene Gemüse und die Hähnchenbrust vermengt mit der Sauce, bevor es in den Ofen kommt

Heute gibt es bei mir ein spannendes Gericht aus der Herbstküche: Hokaido-Kürbis mit Süßkartoffeln, Hähnchenbrust, Zwiebeln, Apfel und Cranberries an einer Hühnerbrühe, im Ofen gebacken. Gewürzt wird das geschnittene Gemüse mit einer Sauce aus Olivenöl, Mexiko-Honig, Thymian, Zimt, Salz und Pfeffer. Klingt exotisch und schmeckt auch so. Aber lecker!

vor neun Monaten:

Burg Berwartstein

Burg Berwartstein
Erlenbach bei Dahn, 28. April 2025

Blick vom Vorhof mit der Kapelle hinauf zur Burg

Der südliche Teil des Pfälzerwaldes ist reich an Burgen und Burgruinen, doch nur eine Anlage ist heute noch bewohnt und nach ihrem Wiederaufbau am Ende des 19. Jahrhunderts weitgehend intakt geblieben: Burg Berwartstein.

Die Anlage befindet sich in Privatbesitz und kann gegen Gebühr besichtigt werden – sogar mit Hund.

Wie viele andere Burgen im Wasgau ist auch Berwartstein eine weitgehend in den gewachsenen Sandstein gehauene Felsenburg. Das merkt man bei der Besichtigung immer wieder, wenn einem auf der einen Seite eines Raumes oder Ganges verputztes Mauerwerk entgegenkommt, auf der anderen Seite der rohe behauene Buntsandsteinfels.

Die Burg beinhaltet viele Original-Elemente wie den mehr als einhundert Meter senkrecht nach unten in den Stein getriebenen Brunnen oder den Aufstiegskamin an der Südostseite des Burgfelsens. Dieser ist in seiner geologischen Beschaffenheit einmalig und stellte einst einen leicht zu verteidigenden Zugang dar.

Denn an dem steil aufragenden und teilweise überhängenden Felsen, der sich über 50 m in die Höhe erhebt, bot die enge, steile und glatte Naturröhre im Mittelalter die einzige Möglichkeit, nach oben zum Burgeingang zu gelangen. Darin unterscheidet sich  Berwartstein von allen anderen Burgen im Dahner Felsenland.

Andererseits ist die Anlage aber auch eine Inszenierung der Burgenidealisierung vom Ende des 19. Jahrhunderts, mit Folterkammer und Waffenkammer, mittelalterlicher Küche und Jagdzimmer. Es ist sozusagen von allem etwas dabei, und dazu zählt auch eine Aussichtsplattform unterhalb der Spitze des Bergfrieds. Bei schönem Wetter ermöglicht sie einen wunderbaren Blick über den gesamten südwestlichen Wasgau bis hinein ins Elsass. Mein Urteil zu Berwartstein: Trotz Burgenkitsch eindeutig sehenswert.

vor neun Monaten:

Lauschiges Wissembourg

Lauschiges Wissembourg
Wissembourg (F), 28.04.2025

„Le Schlupf“, pittoreske Partie am Lauterkanal

Da fährt man gerade einmal zwei Kilometer nach Frankreich hinein, und schon haben die Städte ein ganz anderes Flair. Ich komme von Bad Bergzabern am Ende der Weinstraße und überquere weniger Kilometer südlich die Grenze nach Frankreich. Unmittelbar dahinter liegt Wissembourg (dt: Weißenberg) im Elsass.

Ein ganz bezauberndes Städtchen, wie ich schnell feststelle, mit einem gut erhaltenen Altstadtkern, pittoresken Ecken am Kanal und gut besuchten Cafés, in denen die Menschen die kräftige Frühlingssonne bei Temperaturen von 20 Grad genießen.

Die Stadt liegt am Fluss Lauter, der sich westlich der Stadt auf einer Länge von fast 50 km durch den Wald schlängelt und dabei die kurvenreiche Landesgrenze bildet.

Am Nordufer endet der deutsche Pfälzer Wald, am Südufer beginnen die französischen Nordvogesen.

Auch wenn Wissembourg ganz anders wirkt, als das wenige Kilometer entfernte Bad Bergzabern: bis in die frühe Neuzeit war dies ein gemeinsamer Kulturraum. Viele Jahrhunderte lang war Wissembourg eine selbstständige Reichsstadt im Heiligen Römischen Reich, auch unter dem Namen Kronweißenburg bekannt. Erst nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges 1648 kam die Stadt unter französische Herrschaft und blieb es bis heute.

vor neun Monaten:

Bad Bergzabern

Bad Bergzabern
Bad Bergzabern, 28. April 2025

Schloss Bergzabern, das heutige Kreisamt

Bad Bergzabern liegt in der Südpfalz am Rand der Oberrheinischen Tiefebene. Dort endet die deutsche Weinstraße, wenige Kilometer vor dem Übergang in das französische Elsass.

Westlich der Stadt erhebt sich der Südteil des Pfälzerwaldes, östlich zieht sich die leicht hügelige Niederung hinunter bis zum Rhein in rund 25 km Entfernung.

Im späten Mittelalter war Bergzabern eine herzogliche Residenzstadt unter Ludwig II. mit einem ansehnlichen Schloss. Doch wurde die Stadt 1676 durch die Truppen des französischen Königs Ludwig XIV. größtenteils niedergebrannt.

Erst im 18. Jahrhundert begann unter Herzog Gustav Samuel Leopold der Wiederaufbau von Stadt und Residenz im barocken Stil. Als Frontstadt im Zweiten Weltkrieg blieb jedoch auch davon nur wenig übrig: annähernd 75 % der Stadt wurden zerstört. Was noch erhalten ist, habe ich heute auf einem ausgedehnten Stadtspaziergang zu entdecken versucht.

vor zwei Jahren:

Aus dem Nebel in die Sonne

Aus dem Nebel in die Sonne
Bernkastel-Kues, 28. Januar 2024

Burg Landshut noch halb im Nebel

Ein neuer Morgen, und wieder liegt Bernkastel-Kues unter einer zähen Nebelglocke. Doch wenn ich vom Kueseler-Plateau auf die gegenüber liegende Moselseite blicke, sehe ich die Spitzen der dortigen Berge aus dem Nebel ragen.

Also mache ich mich mit Doxi auf den Weg durch die Weinberge hinunter nach Bernkastel-Kues. Wir überqueren die Mosel, laufen durch die Altstadt und steigen dann im Nebel hinauf zur Burg Landshut, dem Wahrzeichen oberhalb der Stadt.

Oben angekommen, taucht die Burg gerade aus dem Dunst der eiskalten Nacht und beim Blick ins Moseltal sehen wir genau, wie die Sonne bereits die obersten Nebelschichten anknabbert.

Also steigen wir noch höher hinauf und sind bald schon in der prallen Sonne. Über dem Olymp, den höchsten Berg der Umgebung, geht es zum Ort Monzelfeld auf der Hochfläche. Dort beginnt unser Abstieg zurück nach Bernkastel-Kues.

Wir folgen dem Wanderweg „Bernkasteler Schweiz“ über verschlungene Pfade hinunter ins Tiefenbachtal und vorbei an der alten Mühle wieder zurück in nach Bernkastel-Kues. Mittlerweile hat sich der Nebel aufgelöst, sodass die historischen Häuser der Altstadt in ihrer ganzen Pracht erstrahlen.

Nach einer kurzen Pause am Moselufer geht es wieder hinauf aufs Kueseler-Plateau, wo wir nach viereinhalb Stunden und 16 Wanderkilometern wieder am Wohnmobil. eintreffen. Eine herrliche Wanderung ohne Plan und Karte, hat aber dank guter Beschilderung wunderbar geklappt.

vor zwei Jahren:

Die Türen von Bernkastel-Kues

Die Türen von Bernkastel-Kues
Bernkastel-Kues, 28. Januar 2024

Alles Wein hier, oder was?

Bernkastel-Kues ist geprägt vom Weinanbau und das sind auch die Türen und Portale im historischen Mosel-Ort: Sei es im Hinblick auf die eingearbeiteten Motive, auf ihre Funktion als straßenseitiger Zugang zum Weinkeller oder als Spiegelbild des Wohlstands alteingesessener Winzerfamilien.

vor zwei Jahren:

Erstes Draußen-Yoga 2024

Erstes Draußen-Yoga 2024
Bernkastel-Kues, 28. Januar 2024

Im Gegensatz zu Doxi mit ihrem dicken Winterpelz spüre ich die Kälte deutlich

Mein erstes Draußen-Yoga in diesem Jahr findet bei frostigen -3 Grad in herrlich klarer Luft statt oberhalb der Mosel statt. Ich starte wie gewohnt mit 12 Sonnengrüßen, was den Körper gleich mal ein wenig auf Temperatur bringt. Trotzdem ist es gut, dass ich unter der Yogahose eine lange Unterhose angezogen habe. Da gibt es im weiteren Verlauf meiner Yogastunde wenigstens keine Eisbeine …

vor drei Jahren:

Melanie Richter im Maxhaus Düsseldorf

Melanie Richter im Maxhaus Düsseldorf
Düsseldorf, 28. Januar 2023

Oscillare II von 2021, Acryl auf Hanf

Das Maxhaus ist eine katholische Begegnungs- und Veranstaltungsstätte im Herzen der Düsseldorf-Altstadt. Das Gebäude ist an die barocke Maxkirche angeschlossen und danach benannt.

Ursprünglich bildete der gesamte Komplex ein Kloster der Franziskaner. Es wurde auf der mittelalterlichen Zitadelle der Stadt Düsseldorf errichtet und 1661 fertiggestellt.

Mit der Säkularisation verlor das Gebäude im frühen 19. Jahrhundert seine Funktion als Kloster. Teile wurden in ein Lyzeum umgewandelt, das auch von Heinrich Heine besucht wurde.

1999 fasste man den Beschluss, das zentral gelegene ehemalige Klostergebäude zu einer Begegnungs- und Veranstaltungsstätte umzubauen.

Ein auffallendes Merkmal der Neugestaltung ist die vollständige Überdachung des Innenhofes innerhalb des Kreuzganges mit einer offenen Konstruktion aus Glas und Stahl. Im oberen Bereich kann man von einer Galerie in der ersten Etage durch mehrere Fenster in die Maxkirche blicken.

In dieser Galerie finden regelmäßig Wechselausstellungen statt. Derzeit werden dort 17 großformatige Werke von Melanie Richter mit Motiven gezeigt, die hervorragend in dieses Ambiente passen: farbenfrohe Glocken, abstrakte Naturmotive und immer wieder Kandelaber.

Einige Motive haben bei mir einen starken Eindruck hinterlassen, vielleicht auch aufgrund der besonderen Maltechnik, die die Künstlerin über einen langen Zeitraum entwickelt hat. Ausgewählte Bildbereiche werden dabei mit heißem Wachs bearbeitet, das mit Acrylfarben oder reinen Pigmenten über- und untermalt wird.

In ihren Naturbildern erzielt Richter dadurch eine starke Wirkung, aber auch bei den Kandelabern, wo sich die Technik in dem Motiv der Kerzen spiegelt. Eine schöne kleine Ausstellung in einem ganz besonderen Ambiente.

vor drei Jahren:

Kartoffel-Zuchini-Omelett

Vielleicht hätte ich in meiner kleinen indischen Küchenwelt bleiben sollen. Mein erster Ausflug ins Reich der modernen europäischen Youtube-Cuisine ist jedenfalls nicht so ganz optimal geglückt.

Vermutlich hätte mich bereits der leicht verkorkste Titel dieser Video-Anleitung stutzig machen sollen. „Einfach Zucchini und Kartoffeln reiben! Ich habe noch nie so ein lecker gekocht.“ Ja, was denn gekocht? möchte man da fragen, da fehlt doch das entscheidende Wort im Satz. Aber dafür ganz schön dick aufgetragen.

Aufgrund der Zutaten und der Rezeptbeschreibung ging es nach meinem Eindruck um Kartoffel-Omeletts, Zuchini-Puffer, Ei-Mehltaschen – irgendetwas in der Art. Scheinbar zu modern, als dass es dafür schon einen Begriff geben würde.

Aber ich wollte einfach mal was von Youtube nachkochen, um weiter Erfahrungen zu sammeln. Und zumindest das hat geklappt. Nur so richtig lecker war das mit Avocado, Käse und Schinken zu füllende Kartoffel-Zuchini-Omelett (so will ich es jetzt einfach mal nennen) entgegen der Behauptung im Videotitel nicht.

Aber das lag vermutlich auch an mir. Einfach nicht indisch genug, dieses Rezept 🙂 Zu wenig Gewürze. Oder doch eine stümperhafte Komposition von einem der zahllosen Möchtegern-Youtube-Koch-Gurus? Man weiß es nicht.

vor drei Jahren:

Animal Actors in Film und TV

Animal Actors in Film und TV
Düsseldorf, 28. Januar 2023

Im Obergeschoss des Filmmuseums Düsseldorf

Ich bin ja eher ein Bücher-, Musik- und Kunstmensch und weniger ein Cineast. Aber hochwertige Filmproduktionen können auch mich durchaus begeistern.

Einen tollen Einblick in die Filmwelt habe ich heute im Filmmuseum Düsseldorf gewonnen. Eigentlich hatte mich die Sonderausstellung „Animal Actors“ gelockt, aber auch die ungezählten Exponate der Dauerausstellung fand ich sehr interessant.

Dort werden die verschiedensten Aspekte der Filmproduktion und Präsentation gezeigt und überhaupt deutlich gemacht, wie die Bilder laufen lernten und was in der Kulturgeschichte des Menschen davor kam, als es noch keinen Strom, keine Motoren und kein elektrisches Licht gab.

An vielen Stationen können insbesondere Kinder interaktiv tätig werden, beispielsweise mit Stop-Motion-Technik kurze Filmsequenzen erstellen. Da musste ich gleich zurückdenken, wie ich als Kind in den 70er Jahren mit meinem Vater zu Hause im Hobbykeller entsprechende Versuche mit Gummifiguren und einer Super-8-Kamera unternommen habe.

In der Sonderausstellung bin ich dann den Helden meiner Kindheit wiederbegegnet, Flipper, Lassie und Fury.  Viele Filmplakate, Modelle sowie Informationen zur Wirkung und Dressur von Tieren für den filmischen Einsatz gibt es dort zu sehen. Alles sehr spannend.

vor acht Jahren:

Durch die Testerberge bei Hünxe

Durch die Testerberge bei Hünxe
Hünxe, 28. Januar 2018

Viele Bäume auf dem sandigen Untergrand der Testerberge haben dem Sturmtief Friederike nicht Stand gehalten

Unsere letzte Wanderung an diesem verlängerten Wanderwochenende führt uns in die Testerberge bei Hünxe. Das große Waldgebiet erstreckt sich auf einem langgezogenen Höhenrücken am Rande des unteren Lippetals.

Gegenüber der flachen Landschaft das östlichen Niederrheins hebt sich dieser Höhenzug markant ab. Bereits in der Jungsteinzeit, der Bronze- und der Eisenzeit lebten hier Menschen, das zumindest legen die Funde zahlreicher Hügelgräber nahe.

Der Untergrund in den Testerbergen ist sehr sandig, weshalb insbesondere Kiefern und Birken hier gut gedeihen. Allerdings bietet Sand als Untergrund wenig Halt.

Auf unserer dreistündigen Wanderung müssen wir immer wieder über frisch umgestürzte Bäume klettern, die der Wintersturm Friederike Mitte Januar zu Fall gebracht hat. An ihren nun offenliegenden Wurzelballen lässt sich genau erkennen, wie dünn die Erdkrume hier ist. Darunter ist alles Sand.

Im südlichen Bereich der Testerberge erstreckt sich das Naturschutzgebiet Stollbach. Hier wird es auf der eigentlich unspektakulären Wanderung spannend, als wir den Stollbach auf einem völlig heruntergekommenen Steg queren müssen. Nur noch ein schmaler Balken ist passierbar, kaum breiter als ein Schwebebalken. Und aus dem ragen auch noch einige Nägel heraus.

Doxi traut sich nicht über das dürre Brett und auch nicht durch den Bach, der an dieser Stelle dunkel und tief erscheint. Also nehme ich meinen 30-Kilo-Hund auf die Arme und balanciere mit Doxi vor der Brust vorsichtig über den schmalen Steg. Gut, dass sie in diesem Moment still hält, denn sonst wären wir sicher im Wasser gelandet.