vor einer Woche:
Herbstpfanne im Winter

vor drei Monaten eingefroren, aber schmeckt wie frisch
Wie praktisch, wenn man im Herbst schon für den Winter vorgekocht hat. Als im Oktober Kürbis-Zeit war, habe ich ein interessantes Nudel-Rezept entdeckt und nachgekocht: Tortiglioni-Nudeln mit kleingeschnittenen Stücken vom Hokkaido-Kürbis, dazu Champignons und Hartkäse-Würfel, sowie Ruccola.
Weil ich die Mengenangaben jeweils verdoppelt hatte, ist damals ordentlich was übrig geblieben, und das hatte ich eingefroren. Was für ein Glück. Schmeckt auch im Winter richtig lecker. Hier noch nachträglich angereichert mit frischen Scheiben von der Sauerländer Bockwurst als wärmende Ergänzung.
vor zwei Wochen:
Chester verstorben

Bitte kräftig zubeißen: Chester beim Schutzdienst in seinen Blütejahren. Jetzt ist er mit 14 verstorben.
Wenn man als Züchter 30 Hunde hervorgebracht hat, dann heißt es im Lauf der Zeit auch, dreißigmal Abschied nehmen. Als Kommerzzüchter fällt einem das vermutlich nicht so schwer, aber wenn man die Zucht aus Liebe zur Rasse und zu den Tieren betreibt, wird einem da immer wieder aufs Neue ein wenig schwer ums Herz.
Jetzt ist leider der feine Chester aus unserem C-Wurf im Alter von 14 Jahren verstorben. Wir hatten viele Jahre regelmäßigen Kontakt, weil er mit seinem Frauchen Heike intensiv im Hundesport aktiv war. Zwischen 2015 und 2019 hat er die Begleithundeprüfung, die SPR1 und die FPR1 und sogar die äußerst anspruchsvolle SD IDP-3 erfolgreich abgelegt (Link). Das volle Programm quasi, was nicht viele Hovawarte mit ihren Besitzern fertigbringen.
Chester war der Sohn unserer Bellis und ein prächtiger Blonder, genau wie seine Mutter. Wir sind sicher, er hat bei Heike ein wunderbares Leben gehabt, wie es schöner und abwechslungsreicher für einen Hund kaum sein kann. Lieber Chester, solange dieser Blog besteht, wirst du uns auch hier in fester Erinnerung bleiben. Wir wünschen dir einen guten Weg in die ewigen Jagdgründe, da wo die Leckerchen niemals aus gehen.
vor drei Wochen:
Erich Kästner: Der Januar

Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege.
Der Weihnachtsmann ging heim in seinen Wald.
Doch riecht es noch nach Krapfen auf der Stiege.
Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege.
Man steht am Fenster und wird langsam alt.
Die Amseln frieren.
Und die Krähen darben.
Und auch der Mensch hat seine liebe Not.
Die leeren Felder sehnen sich nach Garben.
Die Welt ist schwarz und weiß und ohne Farben.
Und wär so gerne gelb und blau und rot.
Umringt von Kindern wie der Rattenfänger,
tanzt auf dem Eise stolz der Januar.
Der Bussard zieht die Kreise eng und enger.
Es heißt, die Tage würden wieder länger.
Man merkt es nicht. Und es ist trotzdem wahr.
Die Wolken bringen Schnee aus fremden Ländern.
Und niemand hält sie auf und fordert Zoll.
Silvester hörte man’s auf allen Sendern,
dass sich auch unterm Himmel manches ändern
und, außer uns, viel besser werden soll.
Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege.
Und ist doch hunderttausend Jahre alt.
Es träumt von Frieden. Oder träumt’s vom Kriege?
Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege.
Und stirbt in einem Jahr. Und das ist bald.
vor drei Monaten:
Im Winter-Weihnachts-Dekorausch

Glitzer-Rentiere warten auf Käufer
Ich glaube, ich war länger nicht mehr weihnachtsshoppen. Ist ja irre, welche Massen an Deko-Artikeln sich mittlerweile bereits Ende Oktober über die Advents-Sehnsüchtigen ergießen. So viel rot-weißer Plunder, da wird einem ja ganz schwindelig vor den Augen.
Für mich ist das nichts. Aber in der überbordenden Fülle einer Verkaufspräsentation macht es natürlich schon etwas her. Die ständige Wiederholung und Selbst-Rezitation sorgen für den Effekt, wie bei Warhol. Alles so schön bunt, hier.
Nur, so viel Kitsch auf einmal, das kann sich doch niemand leisten, der nicht mit Nachnamen Musk heißt. Und wer hat schon genug Platz im Keller, um den ganzen Klimbim anschließend wieder für ein Jahr wegzustapeln, außer der Elon vielleicht? Aber der zündet den Ramsch am dritten Weihnachtsfeiertag vermutlich einfach im Garten an und kauft ihn im nächsten Oktober neu. Warum auch behalten? Sind dann doch bestimmt schon wieder andere Weihnachtsfarben in Mode 😉
vor neun Monaten:
Landau, die Wohlhabende

Das Zentrum ist geprägt von prächtigen Gründerzeitbauten
Der Pfälzerwald wird von mehreren größeren Städten eingerahmt. Im Norden liegt Kaiserslautern, im Südwesten Pirmasens und im Südosten Landau in der Pfalz. Dort habe ich heute als letzte Station meiner kleinen Tour durch den Pfälzerwald halt gemacht.
Landau liegt an der Queich, die vom Pfälzerwald kommend dem Rhein zustrebt. Die Stadt verbindet eine lange und wechselvolle Geschichte mit Frankreich. Seit dem Westfälischen Frieden von 1648 war Landau mit kurzen Unterbrechungen eine Exklave des Königreichs Frankreich im Gebiet des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.Die Stadt wurde zwischen 1688 und 1691 vom berühmten Festungsbaumeister Vauban zur französischen Festung ausgebaut. Dabei wurde das mittelalterliche Zentrum zum großen Teil niedergebrannt.
Später wurde Landau wieder kaiserlich (Deutsch), dann in der Revolutionszeit ab 1789 wieder französisch und schließlich nach dem Ende Napoleons und dem Wiener Kongress 1815 bayerisch. So kam die Stadt 1871 mit der Reichsgründung ins Deutsche Reich.
In dieser Zeit entwickelte sich Landau zum Zentrum des pfälzischen Weinhandels und galt bald als wohlhabendste Stadt der Pfalz. Die Stadt blühte auf, die alten Festungsanlagen wurden geschleift, es wurde Platz für Parks und neuen Wohnraum geschaffen. Aus dieser Epoche stammen noch zahlreiche prächtige Gründerzeitbauten im Zentrum, denn im Zweiten Weltkrieg wurde Landau nur verhältnismäßig wenig zerstört.
Bei mir hat die Stadt einen lebendigen Eindruck hinterlassen, auch wenn ich mir heute nur die Hälfte des Zentrums anschauen konnte. Am Nachmittag war es einfach schon viel zu warm für Doxi, auch wenn ich immer die Schattenseite der Straße gesucht habe. Na, vielleicht gibt es einmal ein Wiedersehen.
vor neun Monaten:
Wo Richard Löwenherz einsaß

Burg Trifels
Die ehemalige Reichsburg Trifels gehört zu den meistbesuchten historischen Sehenswürdigkeiten in Rheinland-Pfalz. Die heute wenn auch nicht originalgetreu, aber doch vollständig restaurierte Burganlage, spielte eine wichtige Rolle in der Geschichte der Adelsgeschlechter der Salier, der Staufer, der Wittelsbacher und des Hauses Pfalz-Zweibrücken.
Bekannt ist sie, weil dort der englische König Richard Löwenherz eine Zeit lang gefangen gehalten wurde. Auf seiner Rückreise von einem Kreuzzeug im heiligen Land war er nach einem Schiffbruch gezwungen, den Landweg über die Alpen zu nehmen.Im Herrschaftsgebiet seines Intimfeindes Herzog Leopold V. von Österreich wurde er trotz Verkleidung erkannt und gefangen genommen. Erst nach zweijähriger Haft und Zahlung eines Lösegelds von 100.000 Mark in Reinsilber konnte Richard die Heimreise antreten.
Ein weiterer Anziehungspunkt für viele Besucher bildet die Ausstellung von Nachbildungen der Reichskleinodien des Heiligen Römischen Reichs. Dazu gehören u.a. die Reichskrone, die Heilige Lanze, das Reichsschwert und der Krönungsmantel.
Vom Hochmittelalter bis 1792 waren sie ein unverzichtbarer Bestandteil bei allen Krönungen der römisch-deutschen Könige und Kaiser in Aachen und Frankfurt am Main. Ihr Besitz galt als wichtiges Kennzeichen der Legitimität des Herrschers. Die Originale befinden sich heute in Wien, wohin sie zu ihrem Schutz während der Wirren der napoleonischen Freiheitskriege gebracht wurden.
vor neun Monaten:
Annweiler am Trifels

Hübsches Plätzchen am Brunnen
Das erste Mal, dass ich heute dem Fluss Queich begegne, ist im beschaulichen Ort Annweiler am Trifels. Der Ort liegt im Queichtal unterhalb des Bergmassivs mit dem Trifels und der gleichnamigen Burg.
Aufgrund seiner Nähe zur Reichsburg Trifels war Annweiler im 18. Jahrhundert die kleinste aller Reichsstädte im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation.
Die Queich ist ein linker Nebenfluss des Rheins, der später auch durch Landau fließt. Im Stadtgebiet münden einige Nebenbäche in die Queich, wodurch der Fluss hier bereits genügend Wasser führt, um im Mittelalter mehrere Wassermühlen anzutreiben.
Diese befanden sich früher im Herzen der hübschen Altstadt und gehören heute zu den Sehenswürdigkeiten des sehenswerten kleinen Orts.
vor neun Monaten:
Sieben Ecken hat mein Bergfried

Blick vom Bergfried auf den Palas
Na, komm, eine Pfälzer Burgruine geht noch. Weil es doch so viele davon gibt 🙂 Aber diese hier ist wirklich etwas Besonders. Als eine von ganz wenigen Burgen in Westeuropa hat Burg Gräfenstein einen siebeneckigen Bergfried.
Die Felsenburg bei Merzalben gehört zu den bedeutendsten stauferzeitlichen Burganlagen in Rheinland-Pfalz.Ihre Länge beträgt etwa 80 m, ihre Breite rund 60 m. Sie liegt auf 436 m Höhe und wurde auf einem 12 m hohen Felsplateau auf der Kuppe des Schloßbergs errichtet. Von oben hat man wie immer einen wunderbaren Rundumblick in den Pfälzerwald.
Die zentrale Anlage mit Bergfried und Palas stammt vermutlich aus dem 12. Jahrhundert. Die erste Zerstörung erfolgte 1525 im Bauernkrieg. Nach dem Wiederaufbau wurde die Burg im Dreißigjährigen Krieg durch Feuer zerstört und blieb seitdem eine Ruine. Aber eine ganz besonders ansehnliche.
vor einem Jahr:
KLL-Auflauf frisch serviert

Goldbraun überbacken kommt der Auflauf aus dem Ofen
Die Auflaufwochen gehen weiter. Heute gibt es bei mir einen mit Emmentaler Käse überbackenen Auflauf aus Kartoffeln, Lauch und frischem Lachs. Übergossen wird das Ganze vor dem Ofengang mit einer Sauce aus 2 Eiern, Milch, Sahne und Gemüsebrühe. Darin Dillspitzen und getrocknete Petersilie zur Geschmacksverfeinerung. Und natürlich ordentlich Salz und Pfeffer. Habe ich so noch nie zubereitet und schmeckt richtig lecker.

Vor dem Ofengang: Erst die Sauce darüber geben, dann den geriebenen Käse.
vor zwei Jahren:
Die Ritter von Rittersdorf

Die Wasserburg Rittersdorf aus dem 13. Jahrhundert
Meine letzte Station heute ist das kleine Dorf Rittersdorf an der Nims, wenige Kilometer außerhalb von Bitburg. Im Herzen des Orts steht die gut erhaltene Wasserburg Rittersdorf, die Besucher aus nah und fern anzieht.
Rittersdorf wurde erstmals im Jahre 962 urkundlich erwähnt. Die Herrschaft Rittersdorf stand bis Ende des 18. Jahrhunderts unter luxemburgischer Landeshoheit.Die Wasserburg existiert seit dem 13. Jahrhundert. Als Erbauer kommt ein Theoderich von Rittersdorf als Untervogt der Grafen von Luxemburg in Betracht.
Die Aufgabe der Burg war es wohl, die alte Römerstraße von Trier über Bitburg und Prüm nach Köln zu sichern.
An der Burg gibt es einige kostenlose Parkplätze, sodass man hier im Womo mit einem prima Burgblick übernachten kann.
Bevor die Dunkelheit einbricht, drehe ich mit Doxi noch eine kleine Runde entlang der Nims und über die Höhen rund um Rittersdorf. Schön ländlich ruhig ist es hier.
vor zwei Jahren:
Eifelstadt Bitburg

Reste der römischen Stadtmauer, eingebettet in das Rathaus
Bitburg in der Südeifel ist vielen Menschen durch die Bitburger Brauerei ein Begriff. In meinem Bewusstsein ist die Stadt zum ersten Mal in den Achtziger Jahren aufgetaucht, als sich François Mitterrand und Helmut Kohl auf einem Soldatenfriedhof bei Bitburg symbolträchtig die Hand zur Versöhnung reichten.
Tatsächlich wurde die alte Römerstadt Bitburg an der antiken Fernstraße von Trier nach Köln im Zweiten Weltkrieg zu 85% zerstört. Von dem römischen und mittelalterlichen Erbe blieb praktisch nichts erhalten.Die Amerikaner wollten Bitburg bereits zur „toten Stadt“ und für unbewohnbar erklären, doch die Bürger erzwangen den Wiederaufbau.
Die Stadt ist deshalb heute durchzogen mit Hinweisschildern auf ihr historisches Erbe, von denen jedoch nichts mehr sichtbar ist. Vor allem von der kreisrunden und mit meterdicken Mauern und vielen Türmen gut gesicherten Römerkastell am höchsten Punkt der Stadt.
So richtig sehenswert ist die 15.000-Einwohner-Stadt deshalb nicht. Trotzdem bin ich froh, hier Station gemacht zu haben. Nur über Nacht bleiben, das wollte ich nicht unbedingt. Deshalb bin ich nach unserm Stadtrundgang weiter gefahren in das wenige Kilometer entfernte Rittersdorf.
vor zwei Jahren:
Eifelblicke zw. Rodt und Zemmer

Blick von der Spitze des Aussichtsturm Richtung Süden
Gerne wäre ich noch ein paar Tage an der Mosel geblieben, aber hier ist es im Moment einfach zu nebelig. Man muss immer erst 150 Meter auf die umliegenden Höhen steigen, um die Sonne zu Gesicht zu bekommen. Unten im Tal bleibt es dagegen diesig bis zum späten Nachmittag. Kein Wunder, dass die Womo-Stellplätze am Fluss alle noch geschlossen sind.
Deshalb mache ich mich wieder auf in Richtung Norden und suche mir ein sonniges Plätzchen in der Südeifel bei Rodt am Rande des Buntsandsteinhöhenzugs des Meulenwalds.Weit sichtbares Wahrzeichen Rodts ist der 20 Meter hoher hölzerner Aussichtsturm, an dem die 14. Etappe des Fernwanderwegs Eifelsteig vorbeiführt.
Dort parke ich mit dem Wohnmobil und unternehme mit Doxi eine zweistündige Wanderung durch den Wald zur Nachbargemeinde Zemmer.
Rodt und Zemmer gehören zur sogenannten „Fidei“ und befanden sich bis in die Neuzeit Besitz der Trierer Abtei St. Irminen. Die Abtei setzt Vögte zur Verwaltung des Gebiets ein, daher auch der Name „Fidei“ als Ableitung von „Vogtei“.
Es ist eine waldreiche Gegend, hoch gelegen und daher mit vielen schönen Ausblicken in die umliegende Landschaft bis hin zur Mosel. Vom Turm aus ganz besonders.
vor drei Jahren:
Moderne Kunst im MKM

Unverkennbar: Ein großformatiges Werk (12m x 4m) von A.R. Penck aus der Nach-Wende-Zeit
Genau vor einer Woche war ich zum ersten Mal im MKM Museum Küppersmühle für moderne Kunst in Duisburg. Heute bin ich wieder hier, weil mich das Gebäude und die Sammlung so begeistertet haben und es Sonntagnachmittags immer eine öffentliche Führung gibt. Und die war nicht nur hochinteressant, sondern auch von einer kompetenten Museumspädagogin wunderbar präsentiert und geleitet.
Und weil wir rund 20 Teilnehmer mit Kopfhören ausgestattet waren, konnte man sich zwischendurch auch einmal links und rechts vom Tross zusätzliche Bilder anschauen und dennoch weiter zuhören. Denn natürlich konnten auf der 80-minütigen Tour nicht alle ausgestellten Objekte besprochen werden.Viele große Namen der deutschen und europäischen Nachkriegskunst sind im MKM vertreten, teilweise gleich mit mehreren prominenten Werken, darunter Richter, Lüppertz, Penck, Arp, Baumeister, Dubuffet, Götz, Kiefer, Kricke, Nay, Vedova und weitere.
Präsentiert werden auch einige großformatige Werke – und ich meine richtig großformatig – die in den hohen, lichtdurchfluteten Räumen des MKM eindrucksvoll zu Geltung kommen.
Am Ende war ich ganz beseelt von der vielen tollen Kunst, die dort hängt. Alle paar Monate gibt es zusätzlich zur großen Sammlung Wechselaustellungen im Haus, dann komme ich bestimmt noch einmal wieder.
vor sieben Jahren:
Doxi, mach Hopp

Unser Lieblingsbachspringerhund in Aktion
Wenn Doxi einem Stöckchen hinterherjagt, gibt es keine Hindernisse. Und so zögert sie nicht lange, den kleinen Entwässerungskanal im Feuchtgebiet der Alt-Ilvericher-Rheinschlinge zu überspringen, um die begehrte Beute zu erhaschen.
Zum ersten Mal seit bald einer Woche zeigt sich an diesem Dienstag-Mittag wieder die Sonne. Das nutzen wir für einen schönen Hundespaziergang am Rhein, rund 15 Kilometer von unserem Zuhause entfernt.
Im glänzenden Licht der Mittagssonne wirkt die Winterlandschaft plötzlich wieder ganz herbstlich. Schön ist das, aber leider hält dieses Intermezzo nicht lange an. Nach rund zwei Stunden sind die dicken Wolken wieder da. Aber immerhin: Wir haben ein wenig Sonne und damit auch Vitamin-D getankt.
vor neun Jahren:
Entlang der Indeaue

Die Inde wenige hundert Meter vor ihrer Mündung in die Rur
Heute waren wir mit Doxi in einer sehr interessanten Landschaft unterwegs: Am Nordwestrand des Braunkohletagebaus Inden
Zwischen Jülich, Aldenhoven und Eschweiler wurde der Fluss Inde vor rund zehn Jahren in ein neues Bett geleitet, um Platz für den Tagebau zu schaffen.
Die Inde kommt aus der Eifel, fließt über Kornelimünster (bei Aachen) und Eschweiler bis an den Westrand von Jülich, wo sie in die Rur mündet.
Der Fluss, der sich heute mäandernd durch die Jülicher Börde schlängelt, durchzog zuvor als begradigter Kanal die Fläche des heutigen Tagebaus. So ist hier ein kleines Naturparadies entstanden, in dem es sich vortrefflich wandern lässt.
vor zwölf Jahren:
Allein auf dem Wohnmobilstellplatz

Fast einhundert Jahre war dies das Bahnhofsgelände von Pronsfeld – heute ist es ein Wohnmobil-Stellplatz
Ach, ist das schön hier! Ich stehe mitten in der Woche und außerhalb der Saison ganz allein mit Doxi auf dem großen Wohnmobil-Stellplatz in Pronsfeld, der einmal Bahnhofsgelände und wichtiger Knotenpunkt der Weisteifelbahn war.
Vom Kaiser gefordert, um schnell Truppen in Richtung Frankreich schaffen zu können, fast einhundert Jahre in Betrieb und heute nach Stilllegung – ohne Schienen und frisch asphaltiert – ist die Strecke ein Anziehungspunkt für Radler, Wanderer und Nordic-Walker.

Am Morgen ist alles weiß gefroren und über der ersten Hügelkette hinter der Prüm steigt eine große, goldglänzende Sonne im Zeitlupentempo empor.
Ich sitze dabei warm im Womo, höre gemütlich Musik und schlürfe meinen Morgentee – herrlich! In den nächsten Tagen werde ich das Bahntrassenradeln mit Doxi im Anhänger ausprobieren. Ich freue mich schon darauf. Jetzt geht’s aber erst mal zu Fuß los zum Wandern.
