vor einer Woche:
Frost von außen, Feuer von innen

Endlich mal wieder Dal und Kirchererbsen mit Spinat
Passend zum kalten Wintertag kochen wir heute ein feuriges indisches Dal aus gelben Linsen mit Kreuzkümmel, Chili, Kurkuma und Garam Marsala. Dazu gibt es eine Pfanne mit Kirchererbsen und Spinat in einer cremigen Kokossauce, serviert an köstlichem Basmati-Reis. Das wärmt so richtig schön von Innen.

Es ist angerichtet
vor drei Wochen:
Die Adventsbeleuchter

Gesehen in Kaarst
Spannend zu sehen, was im Advent so alles die Nacht erhellt. Auf der Suche nach pittoresken Weihnachtsmotiven bin ich ein wenig mit dem Motorrad durch die verschiedenen Ortsteile meiner Heimatstadt Kaarst gecruised. Hier meine Ausbeute.
vor einem Monat:
Struffeltkopf im Hürtgenwald

Staumauer der Dreilägerbachtalsperre im Sonnenuntergang
Schaut mal, ein Sonnenloch am Horizont, da müssen wir hin! Sonne ist bei uns in diesen Wochen dermaßen Mangelware, dass uns die Aussicht auf ein paar Dezemberstrahlen gleich in Wallung versetzt.
Als das Wetterradar für die Deutsch-Belgische Grenzregion im Westen von NRW am späten Vormittag eine größere Wolkenlücke verheißt, streifen wir uns gleich die bunt lackierten Rallye-Overalls über und springen in die Rennwagen (haha). Die Tage vor Weihnachten sind kurz, da gilt es jede Chance sofort zu ergreifen.Also brechen Heike, Doxi und ich spontan zu einer kleinen Wanderung an den Nordrand der Eifel auf. Wir wollen zum Struffelt bei Roetgen, einem Hochplateau oberhalb der Dreilägerbachtalsperre, auf dem sich ein kleines, naturgeschütztes Venngebiet erhalten hat. Von der Größe her nicht vergleichbar mit den Vennflächen auf belgischer Seite 10 km weiter westlich, aber ebenfalls auf Holzstegen begehbar. Drumherum ein großes Waldgebiet.
Zuletzt waren wir im Juni 2021 dort oben, ist also schon eine Weile her. Leider kann unsere liebe Doxi altersbedingt nicht mehr so, aber für eine feine kleine 7 km-Runde reicht es noch. Die Sonne steht bereits tief, doch wo im Venn keine Bäume den Blick zum Horizont verstellen, dringt sie noch mühelos zu uns durch. So ein starkes, fast waagerecht einstrahlendes Licht, das hatten wir lange nicht mehr. Balsam für die ausgetrocknete Winterseele. Gut, dass wir diesen spontanen Ausflug gewagt haben.
vor sechs Monaten:
Der Schöne aus Boskoop

Boskop-Äpfel, reif für die Ernte
Ich beende meine kleine Holland-Tour auf einem süßen Womo-Stellplatz im Ort Boskoop am Fluss Gauwe. In der Gemeinde zwischen Gouda und Alphen am Rhijn wurde 1856 als Zufallssämling der berühmte Boskop-Apfel entdeckt, genauer gesagt „Der Schöne aus Boskoop“, wie die Sorte offiziell heißt.
Aus der Luft kann man erkennen, dass die Gegend ein ganz markante, vom Menschen geschaffene Struktur aufweist: Überall gleichförmig lange und relativ schmale Grundstücke, die links und rechts von Kanälen eingefasst sind. Und das auf einer Fläche von mehr als 1.000 Hektar, also riesengroß.Auf den Grundstücken existierten seit dem Mittelalter hunderte von Gartenbaubetrieben und Bamschulen, früher mit dem Schwerpunkt auf Apfelbäumen. Denn der torfhaltige Boden der Region eignet sich dafür besonders gut. Damals spielten die vielen Kanäle für die Bewässerung und den Transport eine entscheidende Rolle.
Doch heute sind die Grundstücke zu schmal für den modernen, quasi industriellen Obst- und Gemüseanbau. Viele Kanalgrundstücke wurden deshalb umgewandelt oder liegen brach. Auch mein heutiger Übernachtungsort hat als Womo-Stellplatz eine neue Verwendung gefunden. Richtig nett ist es hier.
vor sechs Monaten:
Wo der gelbe Gouda wächst

Blick über die Hafengracht zur Kirche
Willkommen in der Käsemetropole Gouda. Mit dem Käse ging der Name um die Welt. Dabei wird das Milchprodukt traditionell gar nicht in der Stadt hergestellt, sondern auf den Milchhöfen im Umland. Doch in Gouda wurden die zehn bis zwölf Kilogramm schweren Käselaibe seit dem Mittelalter wöchentlich gehandelt. Das machte die Stadt berühmt.
Bis heute findet von April bis August jeden Donnerstag Vormittag der Käsemarkt statt. Weil sich die Handelsströme längst verlagert haben, wird das traditionelle Handelsgeschehen aber mittlerweile von Freiwilligen nachgespielt.In den restlichen Niederlanden werden die Bewohner von Gouda deshalb gerne als Kaaskoppen (Käseköpfe) verspottet.
Andere bekannte Produkte aus Gouda sind Tabakspfeifen aus Ton, Kerzen und die in den Niederlanden sehr beliebten Sirupwaffeln.
Gouda verdankt seinen Namen dem angrenzenden Fluss Geuwe. Die Stadt wirkt wohlhabend, hat aber eine enorme finanzielle Last zu tragen, weil sie auf Sumpfland errichtet wurde. Der Untergrund rund um die Altstadt sackt immer weiter ab – bis heute. Die erforderlichen Gegenmaßnahmen haben bereits Millionensummen verschlungen.
vor neun Monaten:
Frühlingserwachen im Kermeter

Am Boden unter den Bäumen blüht es
Zehn Tage war ich mit Doxi täglich im großen Kermeter hinter Gemünd unterwegs. Dort konnte ich beobachten, wie der Frühling auch im Wald langsam Einzug hält. Jeden Tag ein kleines Stückchen mehr.
In den Wipfeln der Buchen sprießt es noch nicht, doch dafür tut sich darunter einiges: Die Bodendecker erblühen, der Bärlauch wagt sich aus dem Boden und die kleinen, bodennahen Stäucher und Bäume zeigen ein erstes zartes Grün. Schön ist das anzusehen.
vor einem Jahr:
Erstes Rheinhochwasser 2025

Am Rhein im Neusser Süden kurz vor der Fleher Brücke
Nach der großen Schneeschmelze im Süden Deutschlands erreichen die Pegel von Rhein und Mosel heute ihren Höhepunkt. Die Überflutungsflächen im Neusser Süden, die flussabwärts die ufernahen Stadtteile von Düsseldorf vor starken Hochwassern schützen sollen, sind komplett vollgelaufen. Das Wasser steht am Fuße des Deiches, doch bis zur Deichkrone sind noch mehr als 2 Meter Platz, also keine Gefahr.
vor acht Jahren:
In der Abtei Rolduc

Innenhof des Klosters mit dem Westwerk der Abteikirche
Bei unserer Wanderung rund um Kerkrade besuchen wir auch die ehemalige Abtei Rolduc, den größten erhaltenen Klosterkomplex der Niederlande. Er steht oberhalb des Wurmtals, unmittelbar an der deutsch-niederländischen Grenze zwischen Kerkrade und Herzogenrath.
Das Kloster wurde 1104 vom Chorherren Ailbert von Antoing gestiftet. Es wurde eine Abtei der Augustiner.Der Name Rolduc leitet sich aus der französischen Bezeichnung für Herzogenrath („Rode-le-Duc“) ab. Der deutsche Name des Klosters ist Klosterrath.
1136 erhielt Rolduc die weltliche Schirmherrschaft der Herzöge von Limburg. In den darauffolgenden Jahrhunderten wurden einige der Herzöge wurden in der Krypta der Abteikirche beigesetzt.
Bereits mit dem Bau des Klosters wurde zu dessen Schutz wenige hundert Meter östlich in Herzogenrath die Burg Rode errichtet. Seit dem Wiener Kongress im Jahr 1815 liegen Kloster und Burg in zwei verschiedenen Ländern. Dazwischen verläuft die Grenze zwischen Deutschland (seinerzeit Preußen) und den Niederlanden.
Heute wird der größte Teil des Komplexes als Hotel und Kongresszentrum genutzt. Ein kleinerer Teil dient immer noch als katholisches Priesterseminar („Groot-Seminarie“) des Bistums Roermond. Eine wirklich beeindruckende Anlage.
vor acht Jahren:
Rund um Kerkrade

Wasserschloss Ehrenstein in Kerkrade
Heute haben wir eine sehr interessante Wanderung im Grenzgebiet zwischen Deutschland und den Niederlanden in der Nähe von Aachen unternommen.
Wir starten auf deutscher Seite am Ortsrand von Merkstein, einem Stadtteil von Herzogenrath. Nach wenigen hundert Metern überqueren wir auf einer kleinen Brücke die Wurm und sind Schwups in den Niederlanden, denn der Fluss bildet hier auf mehreren Kilometern die Grenze.
Wir verlassen sogleich das Wurmtal und steigen am Rande des Berenbos-Waldes die Hügel in Richtung Kerkrade hinauf. Im Rückblick auf die deutsche Seite heben sich markant die Berghalden Noppenberg und Nordstein zwischen Alsdorf und Herzogenrath aus der Landschaft ab.Auch für Kerkrade spielte der unterirdische Steinkohlenbergbau lange eine wichtige Rolle. Neben Heerlen bildete die Stadt das Zentrum des Bergbaus in den Niederlanden, bis dieser Anfang der 1970er Jahre vollständig eingestellt wurde, was eine schwere Strukturkrise in der Region auslöste.
Von der Kammhöhe blicken wir nun auf den Ortsrand von Kerkrade. Zu unserer linken ist der Kirchturm der ehemaligen Abtei Rolduc zu sehen. Wir laufen in das Zentrum von Kerkrade und wundern uns über die vielen liebevoll dekorierten Wohnzimmerfenster mit Karnevalsmotiven. Offensichtlich spielt die fünfte Jahreszeit hier eine große Rolle.
Durch den schönen Stadtpark geht es parallel zum „Konigingsweg“ hinunter in das Tal des Amstelbaches („Anstelerbeek“) in Richtung des hübschen Wasserschlosses Ehrenstein („Kasteel Erenstein „). Umgeben von einer Parklandschaft bildet das Schloss den südlichen Teil der sogenannten „grünen Lunge“ von Kerkrade.
Der Name Erenstein geht zurück auf den Familiennamen des rheinischen Rittergeschlechtes „van Ederen“, welches aus dem gleichnamigen Ort im damaligen Herzogtum Jülich stammte. Die Burg wurde um 1340 als Wachburg am bedeutenden Handelsweg zwischen Köln und den flandrischen Städten Gent und Brügge errichtet. Heute sind in der Burg ein Vier-Sterne-Hotel und ein Restaurant untergebracht.
Wir folgen weiter dem Amstelbach in nördlicher Richtung bis zum „Cranenweyer“, überqueren den See und laufen hinauf zum Kaffeberg. Weiter geht es in das Naturschutzgebiet „Carisborg“ und anschließend wieder zurück in das Wurmtal. Auf einer kleinen Brücke überqueren wir die Wurm und befinden uns damit wieder in Deutschland.
Jetzt sind es nur noch zwei Kilometer entlang der Wurm, bis wir nach drei Stunden und 13 Wanderkilometern wieder unseren Startpunkt erreichen.
So viel Grün in einer eigentlich dicht besiedelten Region – das war wirklich eine tolle Streckenführung. Vielen Dank an den Autor Engelbert Bos für die Bereitstellung dieser schönen Wanderung.
