vor einer Woche:
Drei-Besen-Tag vorgezogen

Hinterher: Geht doch
Anfang April ist bei uns in Kaarst wieder Drei-Besen-Tag, wo die Bürger und Vereine eingeladen sind, einen Vormittag lang durch die Stadt zu ziehen und öffentliche Flächen von Unrat zu befreien. Aber das kann man ja eigentlich zu jeder Jahreszeit machen.
Bei uns am Parkplatz hat im Dezember mehrere Nächte lang ein junger Mann in seiner schwarzen VW-Limousine mit Neusser Kennzeichen genächtigt, der einfach alles dort hinterlassen hat: Essens- und Getränkeverpackungen, Tablettenblister, Toilettenpapier, Kondome, BHs. Ich habe mir das Kennzeichen aufgeschrieben und seine Hinterlassenschaften dokumentiert, aber für eine Anzeige bei der Polizei hat meine Wut dann doch nicht ausgereicht.
Stattdessen habe ich seinen ganzen Müll jetzt zusammen mit anderem Unrat am Parkplatz weggeräumt. Mein persönlicher Drei-Besentag-Tag im Januar 2026. Sieht nun auf jeden Fall nicht mehr so eklig aus.

Vorher: Einfach eklig, alles voll mit Siff.
vor zwei Wochen:
Drei Jahre Benzinpreise im Blick

Vor drei Jahren war der Diesel tatsächlich teurer als heute (jeweils Tageshöchst- und Tagestiefstpreise)
Im Winter 2023/2024 habe ich für mich eine kleine Software entwickelt, die die Diesel-Preise an den vier Tankstellen in meiner Umgebung viertelstündlich abruft und visualisiert. Grundlage dafür sind die Daten, die die Anbieter an die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe (MTS-K) des Bundeskartellamts melden müssen. Diese Preise sind frei verfügbar, sofern man sich unter einem plausiblen Grund als Nutzer dafür registriert, Stichwort Open-Data.

Mein Preispanel, viertelstündlich aktualisiert, rund um die Uhr, das ganze Jahr
Die Software läuft unabhängig von meinem Arbeitsplatz-PC rund um die Uhr und verbraucht nur wenig Strom. Nach drei Jahren und rund 65 tausend Messerhebungen ist jetzt die Zeit für eine erste Bewertung gekommen.
Im großen Maßstab sieht man sehr deutlich, wie die Spritpreise von den zentralen Themen am Ölmarkt beeinflusst werden und diesen in ihrer Entwicklung folgen: Kriege, Krisen, Konjunktur und die Drosselung bzw. Erhöhung der Produktionsquoten durch die Förderländer hinterlassen teils deutlich ihre Spuren.
Lokal betrachtet, lassen sich auf der kurzfristigen Zeitebene immer wieder die gleichen Muster feststellen: Am Morgen ist der Sprit zunächst einmal sehr viel teurer als am Abend. In der Mittagszeit sackt der Preis für eine Weile ab, bevor es wieder aufwärts geht. Die Differenz über den Tag beläuft sich häufig auf fünfzehn Cent und mehr. Die günstigsten Wochentage sind regelmäßig der Dienstag, Mittwoch und Donnerstag, während es rund um die Wochenenden teurer wird.
Überraschend war für mich, dass einige Anbieter in ihrer Preisgestaltung doch sehr hektisch schwanken und dabei regelmäßig ihren lokalen Mitbewerbern folgen. Bei anderen Tankstellen bewegen sich die Preise ab Nachmittags dagegen praktisch gar nicht mehr, etwa bei der einzigen Supermarkttankstelle in meiner Beobachtung, die insgesamt fast immer am günstigsten ist. Auch der teuerste Anbieter ist regelmäßig derselbe.
Ganz aktuell sieht man, wie die erhöhte CO2-Bepreisung seit Anfang 2026 ihre Spuren im Benzinpreis hinterlassen hat, bei Diesel etwa mit drei bis fünf Cent. Aber insgesamt ist der Benzinpreis in den letzten drei Jahren nicht gestiegen, eher im Gegenteil. Das macht die rote Grafik deutlich.
vor drei Monaten:
Farbexplosion in den Weinbergen

Bouquet der Herbstfarben. Im Hintergrund das Kloster Marienthal.
Jetzt ist es uns doch noch geglückt, die wunderbaren Herbstfarben bei Sonnenschein zu erhaschen: in den Weinbergen an der Ahr. In den vergangenen zwei Wochen herrschte bei uns im Rheinland durchgängig graues, tristes Herbstwetter. Von Sonne keine Spur. Und nun sollen mit einem abrupten Wetterwechsel für zehn Tage Regen und Sturm Einzug halten. Na, prima.
Doch im Übergang zwischen den zwei Wetterphasen haben wir heute völlig unerwartet für drei Stunden die Sonne gesehen. Und zufälligerweise waren wir genau an der richtigen Stelle, um den Herbst für diesen kurzen Moment zu genießen. Herrlich, wie die Bäume und die Weinstöcke an der Ahr in Rot, Gelb, Orange, Grün und Violett erstrahlen. Könnten wir doch nur etwas mehr davon bekommen (please, please).
vor sechs Monaten:
Kettensägenkunst im Ballhaus

Blick in den Ausstellungsraum. Vorne links die Werkgruppe „fünf aus einem Stamm.“
Bereits zum vierten Mal stellt der Künstler Jürgen Brockerhoff aus Mettmann seine Kunst im Ballsaal im Düsseldorfer Nordpark aus. Gezeigt werden Arbeiten aus den letzten zwölf Jahren, Gemälde und vor allem Skulpturen aus Holz, die überwiegend mit der Kettensäge entstanden sind.
Brockerhoff ist ein vielseitiger Autodidakt, der seine Arbeiten nicht selten aus Fundstücken erschafft. Besonders angetan hab es mir seine fünf großformatigen Holzköpfe mit dem Titel „Fünf aus einem Stamm“, was hier auch ganz wörtlich im Sinne von „Eichenstamm“ zu verstehen ist. Sie gehören zu der umfangreichen Werkreihe der „Bröckerköpfe“.Diese Arbeiten sind geprägt durch die sehr spezielle Schnittstruktur der Kettensäge. Symbolhaft zeigt sich darin, dass das Leben nicht an uns vorbeigleitet, sondern tiefe Spuren hinterlässt. Der anschließende Auftrag kraftvoller Acrylfarben hebt dies noch einmal hervor.
Und eine weitere Werkreihe erweckt meine Aufmerksamkeit: Drahtarbeiten, die dreidimensionale Gesichter formen und teilweise als Mobiles ausgelegt sind. Ich bin ja ein großer Fan der Arbeiten von Alexander Calder, und diese Arbeiten von Brockerhoff finde ich auch ganz toll.
Dies gilt insbesondere für das Werk „Yao“, das sich auf die markant durch ihre Haarpracht geformten Antlitze der Yao-Frauen aus dem Süden Chinas bzw. dem Norden Vietnams bezieht. Dieses Werk könnte ich mir wunderbar bei mir zu Hause vorstellen. Schön, dass ich diese wunderbare Ausstellung nicht verpasst habe.
vor neun Monaten:
An Wupper, Rhein und Dhünn

Die Wupper vor der versiegelten Altdeponie von Bayer Leverkusen
Heute der zweite Versuch für eine interessante Flussrunde bei Leverkusen, an der ich mich im Herbst 2023 schon einmal vergeblich versucht hatte. Die Tour führt von Leverkusen-Bürrig an der Wupper entlang zu deren Mündung in den Rhein, folgt dann dem Rheinufer bis zur Leverkusener Rheinbrücke der A1 und weiter entlang der Dhünn wieder zurück nach LEV-Bürrig.
Damals führten der Rhein und die Wupper starkes Hochwasser, sodass die letzte und weit und breit einzige Fußgängerbrücke über die Wupper komplett unter Wasser stand. Deshalb musste ich auf 40 Prozent der Strecke mit nassen Füssen umkehren.Doch heute am herrlich sonnigen Ostersonntag führen der Rhein und die Wupper Niedrigwasser und wir können mühelos bis zur Wuppermündung durchlaufen.
Dafür erwarteten uns im weiteren Streckenverlauf drei andere Sperrungen ohne offizielle Umgehungsalternativen: Erst an einem Altarm der Wupper (trockenes Flussbett durchquert), dann an der Großbaustelle unter der neuen Rheinbrücke (auf verschlungenen PFaden durchgemogelt) und der Baustelle am Autobahnkreuz Leverkusen West (1,5 km Umweg durch die Stadt).
Dennoch war es eine sehr schöne, größtenteils naturnahe Tour, die sich fast kreisförmig um die seit 20 Jahren versiegelte Deponie auf der Dhünnaue windet. Auf einer Fläche von 95 Fußballfeldern lagert dort angeblich das Giftigste vom Giftigen, was in Deutschland je produziert wurde – sozusagen das chemische Gedächtnis von Bayer Leverkusen aus fast 75 Jahren Produktion.
Aber, wie gesagt, alles längst versiegelt, und deshalb habe ich Doxi bedenkenlos aus den umgebenden Flüssen trinken lassen, und die lokalen Anwohner, wie ich beobachten konnte, auch.
vor einem Jahr:
So viele Badges

Nette kleine Belohnungen, die man sich ans Revers heften kann. Mehr aber auch nicht.
Wenn man bei mir im Psychologie-Studium ordentlich mitmacht, nicht nur die Klausuren verfolgt, sondern auch fleißig die wöchentlichen Tests besteht, Forenbeiträge verfasst und an Umfragen teilnimmt, bekommt man regelmäßig süße Badges mit lustigen Namen wie Balancehalter:in, Motivations-Junkie oder Datenexpert:in verliehen.
Die sehen zwar richtig nett aus, doch leider kann man sich dafür nicht viel kaufen. Ich wünschte, es wäre ein wenig wie bei Rabattmarken: Sobald man genug beisammen hat, bekommt man eine Klausur geschenkt. Ist aber leider nicht … 😉
vor zwei Jahren:
Weiße Pracht im Bergischen Land

Sonne, Schnee und kein Wind, was will man mhr?
Den vorerst letzten Tag mit herrlichem Winterwetter nutzen wir für eine abwechslungsreiche Berg- und Talwanderung im Bergischen Land zwischen Wuppertal-Vohwinkel und Solingen-Gräfrath.
Gestern sind wir von zu Hause aus 40 km nach Westen in Richtung der holländischen Grenze gefahren. Dort lagen bei Brüggen 7 bis 8 cm Schnee.Heute haben wir die gleiche Distanz in der Gegenrichtung zurückgelegt und sind nach Osten gefahren. Und hier, im Bergischen Land, liegt deutlich mehr Schnee.
Wir können froh sein, dass in den letzten Tagen offensichtlich bereits andere Wanderer im Klosterbusch unterwegs waren und den Schnee ein wenig herunter getreten haben. Sonst gäbe es für uns auf den tief verschneiten Waldwegen sicher kein schnelles Vorankommen.
Wir starten hinter Vohwinkel und laufen durch den Klosterbusch zunächst bergabwärts in Richtung der Wupper. Hinter zwei tiefgefrorenen Waldseen biegen wir ab in Richtung des Steinbachtals mit den sogenannten Teufelsklippen. Von dort haben wir einen schönen Fernblick über das Tal der Wupper.
Auf mittlerer Höhe folgen wir dem Verlauf der Wupperhänge zwischen Fuchskuhl und Unterholzerbach in südlicher Richtung. Dann steigen wir wieder hinauf auf die Höhen beim Ort Oberholz und laufen über den Tierpark „Fauna“ und den markanten Solinger Lichtturm zurück zu unserem Startpunkt, den wir nach gut drei Stunden wieder erreichen.
vor sechs Jahren:
Am Strand von Ouddorp

Der Leuchtturm Westhoofd an der Südspitze der Insel Goeree-Overflakkee kurz vor dem Einsetzen der Dunkelheit
Den letzten Tag an der Südholländischen Nordseeküste verbringen wir auf dem Womo-Stellplatz DeKlepperstee. Der Platz liegt bei Ouddorp auf der Insel Goeree-Overflakkee, rund zehn Kilometer nördlich von Renesse.
Von unserem Stellplatz sind es knapp tausend Meter bis zum 15 Kilometer langen Sandstrand, einem Tummelplatz für Wellenreiter, Surfer und Kiter. An der rund zwei Kilometer vorgelagerten Sandbank brechen sich die bis zu drei Meter hohen Wellen und schaffen dadurch ein ideales Wassersportrevier.
In nördlicher Richtung kann man von Ouddorp an der Küste bis hinauf zum Europoort laufen. Das riesige Hafen- und Industriegebiet an der Mündung der Maas ist Rotterdam vorgelagert und bildet den größten Hafen für Petrochemie weltweit.In südlicher Richtung gelangt man von Ouddorp am Strand entlang bis zum Brouwersdam, der den Seearm zwischen Goeree-Overflakkee und Schouwen-Duiveland zum Meer hin abschließt.
Lustigerweise sind auch meine Freunde Klemens und Sabine mit ihrem Womo und dem Hovawart-Rüden Sinok gerade auf dem Stellplatz. Weil sie in Renesse ein Familientreffen abhalten, kommt es aber leider nicht dazu, dass wir gemeinsam mit den Hunden am Strand spazieren.
Dafür laufen Heike und ich am Sonntag fast 17 km am Meer entlang, erst in nördlicher, dann in südlicher Richtung bis zum markanten Leuchtturm Westhoofd. Es ist kalt und windig, hart schlagen die Wellen auf den Strand. Trotzdem genießen wir das Rauschen des Meers und die weiten Blicke auf die Nordsee sehr.
vor sieben Jahren:
Lammersdorf – Kalltalsperre

Blick von der Staumauer auf die Kalltalsperre
Meine erste Wanderung nach zwei Wochen im Yoga Vidya Ashram an der Nordsee führt mich in die Höhenlagen der Nordeifel zwischen Aachen und dem Rursee. Bei Lammersdorf laufe ich mit Doxi eine 13 km lange Runde bei herrlichem Sonnenschein durch eine schneebedeckte Landschaft, die wunderbar weiß glitzert.
Vom Ortszentrum an der Kirche steigen wir zunächst auf schmalen Pfaden im dichten Wald hinab zur Kalltalsperre im Naturschutzgebiet „Kelscher- und Saarscher Bachtal“. Wir umrunden die 1936 eingeweihte Talsperre, die über den unterirdischen 6,2 km langen „Kallstollen“ mit der Dreilägerbachtalsperre verbunden ist.Dahinter steigen wir wieder auf die Höhen über dem Kalltal auf. Wir passieren den Kaiserfelsen und erreichen nach einer aussichtsreichen Passage über das Hochplateau den sogenannten Lönsfelsen. Von dort haben wir einen schönen Blick hinüber nach Lammersdorf.
Vorbei am großen Eifelkreuz laufen wir wieder auf Lammersdorf zu, wobei wir unterhalb des Dorfes einer Gruppe von Lamas und Alpakas begegnen, die jeweils von einem menschlichen Betreuer durch die Schneelandschaft geführt werden. Ganz putzig sieht das aus.
vor 18 Jahren:
Ein Rheinspaziergang
Den schönen Tag heute haben wir zu einem ausgiebigen Spaziergang am Rhein genutzt. Bloxi und Bellis hatten einen Riesenspaß – tobten und tollten herum, was das Zeug hielt. Nach zwei Stunden waren Beide geschafft.


