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Auf dem Bergbauwanderweg im Muttental

Ruine der Burg Hardenstein an der Ruhr bei Witten-Herbede

Immer wenn es im Sommer so richtig heiß wird, fühle ich mich draußen im kühlen Wald am besten aufgehoben. Für den heutigen Tag hatte ich deshalb eine Wanderung mit hohem Waldanteil heraus gesucht. Bei Witten-Herbede ging es südlich der Ruhr über eine verlängerte Variante des Bergbauwanderwegs Muttental. Der Weg wurde 1972 eröffnet und gilt als eine der schönsten Wanderstrecken im Ruhrgebiet.

Entlang des Wanderweges stoßen wir auf zahlreiche Zeugnisse aus mehr als fünf  Jahrhunderten Ruhrbergbau. Dazu zählen Stollen, Pingen, Fördergerüste, Halden, Verladeanlagen und mehr. Manche dieser Relikte sind im Gelände gar nicht so einfach zu erkennen. Die verschiedenen Stationen werden deshalb durch Infotafeln hervorgehoben und  erläutert.

Zu den Attraktionen des Wanderwegs zählen mehrere Stollenmundlöcher, ein Bethaus und das LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall. Die schönen Waldabschnitte, Wiesen und der Muttenbach machen den Weg zu einem Naturerlebnis.

Ein Teil des Weges verläuft durchs Naturschutzgebiet Hardenstein mit der Burgruine Hardenstein direkt an der Wanderstrecke. Die Wasserburg wurde zwischen 1345 und 1354 erbaut und war bis ins 18. Jahrhundert bewohnt, bevor sie langsam verfiel.

Der Sage nach lebte zu Zeiten des Burgherren Neveling von Hardenstein ein unsichtbarer Zwergen-König namens Volmar auf der Burg. Man speiste, trank und feierte zusammen. Nachdem ein Küchenjunge Mehl gestreut hatte, um die Fußspuren des Zwergenkönigs sichtbar zu machen, tötete der Zwergenkönig den Jungen und belegte die Familie des Burgherren mit einem Fluch, bevor er für immer verschwand.

Unmittelbar hinter der Ruine fließt die Ruhr. Dort verbindet seit 2006 die Ruhrtalfähre Hardenstein als einzige Fähre im Radwegenetz des Ruhrtals die beiden Flußufer. Am selben Anleger verkehrt auch das Ausflugsschiff MS Schwalbe II der Stadtwerke Witten.

Unsere verlängerte Variante des Bergbauwanderwegs führt uns hinter der Hardenburg zur etwas entfernt liegenden Zeche Egbert, der letzten erhaltenen Kleinzeche des Ruhrgebietes. Nach vier Stunden und rund 14 Wanderkilometern erreichen wir schließlich wieder unseren Startpunkt auf einem Waldparkplatz bei Herbede. In der prallen Sonne merke ich, wie schön kühl es im Wald tatsächlich war. Diese Tour hat sich wirklich gelohnt.

( MITI / )