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Rund um die Halde Hoheward

Blick von der Halde Hoheward zur Halde Hoppenbruch mit dem großen Windrad auf ihrer Spitze. In der Bildmitte im Hintergrund die Schalke-Arena.

Das Ruhrgebiet ist reich gesegnet mit Halden, die aus dem untertage entstandenen Abraum der Zechen aufgeschüttet wurden, und dies hier ist die größte, sogar in ganz Europa: Die Halde Hoheward liegt zwischen den Städten Herten und Recklinghausen und ragt mehr als 150 Meter aus der flachen Landschaft hervor. Sie entstand aus den Schüttungen der Zeche Ewald, der Zeche Recklinghausen II und der Zeche General Blumenthal/Haard. Gemeinsam mit der angrenzenden Halde Hoppenbruch bildet sie den Kern des Landschaftsparks Hoheward.

Hier waren wir heute bei herrlichem Sonnenschein auf einer 14 Kilometer langen Wanderung unterwegs. Wir starten am Fuß der Halde Hoppenbruch und steigen zunächst bis zu dem riesigen Windrad an ihrer Spitze auf. Von dort haben wir einen schönen Blick ins nördliche Ruhrgebiet und hinüber zur Halde Hoheward mit dem markanten Horizont-Observatorium auf ihrer Spitze.

Doch zunächst geht es wieder hinunter und in den Wald am Emscherbruch. Wir laufen zwei Kilometer auf einer ehemaligen Bahntrasse immer geradeaus und umrunden dann den Ewaldsee. Dort begegnen wir zwei französischen Bulldoggen, die es auf Doxi abgesehen haben. Wild keifend nehmen sie Doxi in die Zange. Die beiden Halterinnen schaffen es nicht, die Situation aufzulösen und ihre Hunde an die Leine zu nehmen. Also schreie ich die Beißer in gewohnter Manier an, und das verfehlt seine Wirkung nicht. Der eine zieht sich zurück, der andere läuft gleich panisch weg. Frauchen kommt kaum hinterher. Immer diese kleinen Kläffer …

Am Ausgang des Emscherbruchs erreichen wir die ehemalige Zeche Ewald mit ihren beiden hochaufragenden Fördertürmen. Wir laufen ein Stück durch Hertener Stadtgebiet und erreichen beim Parkschlösschen Katzenbusch den gleichnamigen Volkspark. Hinter dem Park geht es zwischen Feldern und Pferdeweiden hindurch Richtung Recklinghausen-Hochlamark auf die Halde Hoheward zu.

Wir nehmen die steile Himmelstreppe, die geradewegs bis kurz unter die Spitze der Halde führt. Hier erwartet uns ein fantastischer Fernblick, der heute sogar bis zum Düsseldorfer Fernsehturm in 50 Kilometer Entfernung reicht.

Blick auf den Obelisken und dahinter das das Horizont-Observatorium

Auf dem Gipfelplateau wurde 2008 das Horizont-Observatorium errichtet, das eine moderne Version prähistorischer Steinkreise wie Stonehenge darstellen soll. Das Bauwerk besteht aus zwei Bögen mit einem Radius von ca. 45 Meter, die den Himmel in eine Ost- und Westhälfte sowie in Nord- und Südhalbkugel einteilen und bei Sonnenschein als Kalender fungieren. Mit Hilfe verschiedener Peilmarken können der Auf- und Untergang der Sonne u. a. zur Sommer- und Wintersonnenwende beobachtet werden.

Etwas entfernt erhebt sich auf dem südlichen Plateau ein 8,50 Meter hoher Edelstahl-Obelisk. der seinen Schatten auf eine ebene kreisrunde Fläche wirft. Die Anlage hat das Solarium des römischen Kaisers Augustus zum Vorbild und ermöglicht bei Sonnenschein anhand von Markierungen das Ablesen von Datum und Uhrzeit.

Hinter dem Obelisken steigen wir auf der anderen Seite der Halde in Serpentinen bis zur ehemaligen Zeche Recklinghausen II hinab. Dabei passieren wir die markante Drachenbrücke über die Cranger Straße und laufen anschließend auf den Förderturm der Zeche zu. Durch Parkgelände und entlang einer schönen Fußgängerallee geht es dann zurück zu unserem Startpunkt, den wir nach dreieinhalb Stunden erreichen. Das war wirklich eine tolle Tour, auf der wir noch einmal schön Sonne tanken konnten. Denn die nächsten die Tage sollen sehr regnerisch werden …

( MITI / )

Hotspots der Haard

Blick über die Hard in Richtung Münsterland

Heute mal eine ausgedehnte Waldwanderung im nördlichen Ruhrgebiet. Die Haard ist eine etwa 55 km² große Hügellandschaft aus Sandstein im Naturpark Hohe Mark-Westmünsterland im Norden des Kreises Recklinghausen. Zusammen mit den Waldgebieten „Hohe Mark“ und „Borkenberge“ ist das Gebiet auch unter der Bezeichnung „Halterner Berge“ bekannt.

Wie auch die anderen Wälder im nördlichen Ruhrgebiet ist die Haard während der letzten Eiszeit entstanden. Sie besitzt einen Umfang von rund 30 km und ist nahezu unbebaut. Auf unserer vierstündigen Tour treffen wir deshalb nur vergleichsweise wenige Wanderer und Radfahrer.

Wir beginnen unsere Wanderung beim beliebten Ausflugslokal „Mutter Wehner“ am Rande von Oer-Erkenschwick. In nördlicher Richtung geht es zunächst lange geradeaus, bis wir eine Kreuzung mit Wegkreuz erreichen.

Weiter geht es über schmaler werdende Pfade erst nach Westen und dann wieder nach Norden. Die Waldlandschaft wird jetzt hügeliger. Wir kommen an einem großen Findling vorbei, den die Gletscher der letzten Eiszeit von weit her hierhin geschoben haben.

Auf der Hälfte der Wanderung erreichen wir in der Nähe des Farnberggipfels den höchsten Punkt unserer Tour. Hier besteigen wir den 38 Meter hohen Feuerwachturm Farnberg, der einen tollen Fernblick über die Haard bis zum Ruhrgebiet und in das Münsterland ermöglicht. Während uns unten im Wald die Herbstsonne wärmt, ist es hier oben ganz schön kalt und windig. Aber die Aussicht ist wirklich fantastisch.

Unserer Route dreht nun Richtung Südosten ab. Nach einigen Kilometern erreichen wir am tiefsten Punkt der Tour einen ehemaligen Bergwerksstollen mitten im Wald. Der Eingang ist vergittert, aber dahinter wacht eine goldene Marienstatur. Jetzt geht es stetig bergauf, bis wir nach 14 Kilometern wieder unseren Startpunkt bei „Mutter Wehner“ erreichen.

Nicht einmal haben wir den Wald auf dieser großen Runde verlassen, aber vom Aussichtsturm auf dem Farnberg hatten wir trotzdem tolle Blicke in die Landschaft. Eine wirklich schöne Herbsttour.

( MITI / )