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Am Schloss Neercanne

Am Schloss Neercanne
Kanne, 26. August 2018

Blick hinauf zum Schloss Neercanne

Ein Highlight unserer Tour im Süden von Maastricht ist das Schloss Neercanne am Jesuitenberg im Tal der Jeker. Das Schloss befindet sich unmittelbar an der Grenze zu Belgien.

Es wurde ab 1698 im Auftrag von Baron Daniël Wolf van Dopff, damals Militärgouverneur von Maastricht, als Landgut und Gästehaus errichtet. Einer der bekanntesten Besucher war 1717 Zar Peter der Große.

Das Schloss ist von hübschen Weinbergen und einem sehenswerten barocken Landschaftsgarten mit Wasseranlagen umgeben. Es befindet sich seit 1947 im Besitz der niederländischen „Stichting Limburgs Landschap“ (Stiftung Limburger Landschaft), die das Schloss und seine Gärten seitdem mit viel Liebe und Aufwand wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzt hat.

Heute beherbergt das Schloss ein luxuriöses Hotel und mehrere Restaurants. Von den Terrassen hat meinen einen wunderbaren Blick in das Tal der Jeker und zum Sint-Pieterberg bei Maastricht. Ein wunderbarer Ort.

( MITI )

Abtenteuertour im Süden von Maastricht

Abtenteuertour im Süden von Maastricht
Maastricht, 26. August 2018

Blick in Richtung der Innenstadt von Maastricht

Auf diese Tour hatte ich mich schon lange gefreut: Der Süden von Maastricht an der Grenze zu Belgien ist ein beliebtes Wanderrevier. Hier gibt es schöne Natur, viel Wasser und historische, von Menschen geschaffene Stätten zu durchqueren.

Wir starten am ehemaligen Fort auf dem Sint Pietersberg und laufen in südlicher Richtung durch den Wald hinunter in das malerische Tal am Fluss Jeker. Schon von weitem ist das schöne Schloss Neercanne am Jesuitenberg zu sehen.

Doch bevor wird das Schloss erreichen, laufen wir im Wald an einer großen Bunkeranlage vorbei. HIer war ab 1954 das geheime militärische Hauptquartier der NATO in Kriegszeiten untergebracht. Die Anlage, von der man nur das früher gut bewachte Eingangsportal wahrnimmt, befand sich bis zu 50 Meter unter dem Erdboden.

Sie verfügte über mehr als 400 Büroräume, die durch Stollengänge mit einer Länge von fast acht Kilometern verbunden waren. Eine autonome Strom- und Wasserversorgung machte die Anlage unabhängig von der Außenwelt und ein leichter Überdruck sollte das Eindringen chemisch, biologisch oder atomar verseuchter Luft verhindern.

Die Anlage ist längst still gelegt und nach einer mehrjährigen, aufwändigen Asbest-Sanierung zu besonderen Anlässen auch für den Publikumsverkehr geöffnet. Aber heute leider nicht …

Abtenteuertour im Süden von Maastricht

Niederländisch-Belgischer-Grenzstein bei Canne

Nach einer kurzen Waldpassage am Jesuitenberg erreichen wir das hübsche Schloss Neercanne, das sich unmittelbar an der Grenze zu Belgien befindet. Durch die Weinberge rund um das Schloss steigen wir in das Dorf Canne hinab und überqueren dabei die Grenze zu Belgien.

Am Rande des Dorfes laufen wir durch Felder in südlicher Richtung bis zum Albertkanal, einer künstlichen Wasserstraße, die die Maas mit Antwerpen verbindet. Auf der gegenüberliegenden Kanalseite sehen wir in einer steilen Felswand einen Bunker, der zur riesigen Festungsanlage Eben-Emael gehört.

Diese kam am Anfang des zweiten Weltkriegs zu unfreiwilliger Berühmtheit, als deutsche Fallschirmjäger die als uneinnehmbare geltende Festung in einem Handstreich innerhalb von nur 13 Minuten besetzten.

Kurz darauf beginnt der abenteuerliche Teil dieser Wanderung. Vom Kanal geht es über vom Regen ausgespülte Trampelpfade extrem steil den Berg hinauf. Zwischen den Bäumen sind dicke Taue gespannt, an denen man sich festhalten und hochziehen kann. Anders ist der Aufstieg kaum zu schaffen, wenn man nicht gerade über „Vierradantrieb“ verfügt, so wie meine Bergziege Doxi.

Oben angekommen laufen wir über schmale Trampelpfade in Richtung der Südspitze des Sint-Pietersberg. Direkt neben uns geht es fast vierzig Meter senkrecht hinunter zum Kanal. Da muss man schon ein wenig schwindelfrei sein. Dafür eröffnet sich uns an der Südspitze des Bergs ein grandioser Blick in die Landschaft. Unter uns zweigt der Albertkanal an einer großen Schleuse von der Maas ab. Damit haben wir den südlichsten Punkt der Wanderung erreicht.

Abtenteuertour im Süden von Maastricht

Der Berg wird komplett von Höhlen und Stollen durchzogen

Nun geht es über Feldflächen auf dem Hochplateu zurück in Richtung Maastricht. Der Berg ist von zahlreichen Stollen und Höhlen mit einer Länge von mehr als 200 Kilometer durchzogen, nachdem hier über fast acht Jahrhunderte intensiv Mergel abgebaut wurde.

Während der deutschen Besetzung zwischen 1940 und 1944 dienten die unterirdischen Gänge und Höhlen auch als Lazarett, Bunker und Versteck von Kunstschätzen, darunter auch Rembrandts brühmtes Werk „Die Nachtwache“.

Oberhalb der Maas laufen wir über enge, kurvenreiche Pfade durch den Wald und blicken schließlich hinab auf die riesige Mergel-Grube und das Zementwerk an der Maas.

Wir umrunden das Werk und laufen an der berühmten „Teufelshöhle“ vorbei. Dahinter erreichen wir das Ufer das Maas, passieren das riesige Betonwerk und kommen schließlich zum Sonnenberg mit dem historischen Landgut Sint-Pieter. Nach viereinhalb Stunden und 18 Wanderkilometern erreichen wir kurz darauf wieder unseren Startpunkt am Fort Sint-Pieter. Die Wanderung ist als „Abenteuertour südlich von Maastricht“ deklariert und diesem Namen hat sie alle Ehre gemacht: Richtig anstrengend, aber auch wirklich faszinierend.

( MITI )

Stadtwanderung durch Maastricht

Stadtwanderung durch Maastricht
Maastricht, 1. April 2018

Blick von der Festung ins Zentrum von Maastricht

Ostersonntag. Als ich früh morgens mit den Hunden rausgehe, schlafen die meisten Menschen noch. Doch die Straßen sind bereits pickepackevoll – mit Regenwürmern. Überall schlängeln sie sich über den Asphalt: Rote, weiße, große, kleine, dicke, dünne. Ein sicheres Zeichen, dass es in der Nacht sehr viel geregnet hat.

Denn nur wenn die Erde fast gesättigt ist mit Feuchtigkeit und das Wasser den Sauerstoff in den oberen Bodenschichten verdrängt hat, verlassen die Würmer ihr geliebtes Habitat, um oberirdisch nach Luft zu schnappen. Das verheißt nichts Gutes für meine geplante Wanderung in der Eifel, denn bei so viel Regen sind auch viele naturnahe Pfade weich und vermatscht.

Also disponiere ich um und nehme eine schöne Stadtwanderung in Angriff – in Maastricht, denn da war ich noch nie. Und weil wir früh dran sind und die Autobahnen noch leer, erreichen wir schon nach gut 75 Minuten die südlichste Großstadt der Niederlande unmittelbar an der Grenze zu Belgien.

Rund um die Innenstadt von Maastricht gibt es wenige kostenfreie Parkmöglichkeiten, wohl aber an einem nationalen Monument auf einem Hügel am Südrand der Stadt: An der ehemaligen Festung Sint Pieter. Sie wurde im Jahr 1701 nach dem Abzug der französischen Streitkräfte errichtet, die zuvor im Französisch-Niederländischen Krieg von 1672–1679 erfolgreich die Stadt belagert, eingenommen und teilweise zerstört hatten.

Von der Festung sind es nur wenig mehr als ein Kilometer bis zur alten Stadtmauer, die das historische Zentrum einrahmt. Dort befindet sich auch der Stadtpark direkt an der Maas.

Maastricht gehört zu den drei ältesten Städten der Niederlande. Bereits um 500 v. Chr. gab es eine keltische Ansiedlung an einer durchwatbaren Stelle der Maas  Im 13. Jahrhundert wurde die erste Stadtumwallung errichtet, nachdem Herzog Heinrich I. von Brabant Maastricht das Stadtrecht verliehen hatte.

Ein Teil des mittelalterlichen Maastrichts ist noch immer erhalten. Mit mehr als 1600 unter Denkmalschutz stehenden Gebäuden nimmt die Stadt nach Amsterdam den zweiten Rang in den Niederlanden ein. Die Nähe zur französischsprachigen Wallonie ist dabei unverkennbar. Viele Bauten vor allem aus dem 19. Jahrhundert wirken irgendwie „belgisch“. Ein sehr interessanter Stilmix, den wir uns auf einer zweistündigen Tour durch das Zentrum anschauen.

Zu hause wartet schon das Oster-Festessen. Deshalb soll es das für heute erst einmal gewesen sein. Aber wir kommen demnächst bestimmt noch einmal mit dem Womo wieder. Denn die Stadt ist wirklich schön und durch die vielen Studenten und die Nähe zu Belgien und Deutschland auch ein wenig kosmopolitisch. Für mich eine echte Entdeckung.

( MITI )