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Zehn Tage im Südosten von NRW

Zehn Tage im Südosten von NRW
25. Mai 2020

Winterberg: Werbeplakat in der “Jause am Nordhang”

Endlich wieder mit dem Womo unterwegs nach mehr als drei Monaten Lockdown durch die Corona-Epedemie! Als erste Bundesländer hatten Niedersachsen und NRW das touristische Camping ab dem 11. Mai 2020 wieder erlaubt. Eine Woche später folgten weitere Bundesländer.

Nachdem so viele Wohnmobilisten bereits sehnlichst darauf gewartet hatten, endlich wieder “on the road” zu kommen, war klar, dass in den beliebtesten Reiseregionen unglaublich viel los sein wird.

Freunde berichteten mir, an der Mosel hätten die Wohnmobile vor den wiedereröffneten Stellplätzen Schlange gestanden und seien nicht selten wegen Überbelegung abgewiesen worden.

Ganz bewusst habe ich deshalb gemeinsam mit Heike und Doxi eine Region angesteuert, die mir auf meiner großen “Deutschland-Tour” noch fehlte, und nicht ganz so stark frequentiert ist: Das südöstliche NRW mit dem Sauerland und dem Sieger- bzw. Wittgensteiner Land.

Zehn Tage waren wir unterwegs, größtenteil bei wunderschönem Wetter, und sind dabei mehr als 160 Kilometer durch blühende Natur gewandert. Wir haben viel Wald, aber auch hübsche Städte und Orte gesehen, darunter Iserlohn, Hemer, Altena, Plettenberg, Finnentrop, Winterberg, Bad Berleburg, Bad Laasphe, Dillenburg und zum Schluss auch noch Siegen.

Anders als in unserer Heimat am Niederrhein war das Waldsterben der letzten zwei Jahre durch die Trockenheit und den Borkenkäfer deutlich wahrnehmbar. Überall konnten wir abgestorbene Fichtenhaine und große bereits gerodete Flächen sehen. Das ist schon besorgniserregend.

Dennoch hat uns die Tour richtig gut getan und wir haben ordentlich Farbe bekommen. Meine Leute zu Hause meinten nach der Rückkehr schon, ob wir in Spanien gewesen seien. Dabei war es “nur” das Sauerland 🙂

 

Hier haben wir haben bei dieser Tour mit dem Wohnmobil gestanden:
OrtBezeichnungAnfahrtPreisSt
Altena
Zehn Tage im Südosten von NRWSchöner kleiner Stellplatz zwischen Sportplatz und der Lenne-Schleife. Teilweise auf Schotter, teilweise gepflastert. Direkter Einstieg zu diversen Wanderwegen. Bis zur Burg Altena und zum Zentrum sind es rund 2 km.
Stellplatz an der SauerlandhalleHermann-Voß-Straße 6
58762 Altena
0€Zehn Tage im Südosten von NRWStrom verfügbar
Bad Berleburg
Zehn Tage im Südosten von NRWDrei ausgewiesene Womo-Stellplätze auf Schotter am Rande eines PKW-Parkplatzes vor einem Park und oberhalb des Bahnhofs. Nur wenige Schritte zum Ortszentrum. V/E vorhanden.
Stellplatz BismarckstraßeBismarckstraße
57319 Bad Berleburg
0€Zehn Tage im Südosten von NRWStrom verfügbar
Bad Laasphe
Zehn Tage im Südosten von NRWKleiner Asphaltparkplatz zwischen Mehrfamilienhäusern, nur wenige Schritte vom Ortszentrum entfernt. V/E vorhanden. Nicht wirklich einladend und dafür vielleicht etwas teuer.
Stellplatz ­am RathausMühlenstraße 30
57334 Bad Laasphe
9€Zehn Tage im Südosten von NRWStrom verfügbar
Dillenburg
Zehn Tage im Südosten von NRWAusgewiesene Womo-Stellplätze auf einem großen Asphaltparkplatz zwischen dem Stadion und einem Einkaufszentrum. Nicht sehr einladend, aber dafür nur wenige Schritte zur schönen historischen Altstadt. V/E vorhanden.
Stellplatz am AquarenabadStationstraße
35683 Dillenburg
0€Zehn Tage im Südosten von NRWStrom verfügbar
Finnentrop
Zehn Tage im Südosten von NRWAusgewiesene Stellpätze auf Asphalt am Rande eines PKW-Stellplatzes zwischen Bahngleisen, Bundesstraße und Lennepark. Der Park ist hübsch, aber die Bundesstraße ist ab dem frühen Morgen sehr laut. Strom und V/E kostenlos.
Wohnmobilstellplatz LenneparkAttendorner Straße
57414 Finnentrop
0€Zehn Tage im Südosten von NRWStrom verfügbar
Hemer
Zehn Tage im Südosten von NRWHübscher Platz auf Rasen in zentrumsnähe direkt am Sundwiger Bach und einer prächtigen alten Villa, in der das Heimat- und Felsenmeer-Museum von Hemer residiert. Nur 15 Minuten Fußweg zur Heinrichshöhle und zum Felsenmeer. V/E vorhanden.
Stellplatz am SauerlandparkHönnetalstraße 26
58675 Hemer
2€Zehn Tage im Südosten von NRWStrom verfügbar
Iserlohn
Zehn Tage im Südosten von NRWKleiner Asphaltparkplatz mit ausgewiesenen Womo-Stellflächen an einer Tennisanlage nur wenige hundert Meter vom Seilerseee entfernt. Bis zum Stadtzentrum sind es knapp 2 km.
Stellplatz SeilerblickFriesenstraße
58636 Iserlohn
0€Zehn Tage im Südosten von NRWStrom verfügbar
Plettenberg-Boddinghausen
Zehn Tage im Südosten von NRWSchöne ausgewiesene Stellplätze am Rande eines großen gepflastertern PKW-Parkplatzes. Direkt gegenüber des Freizeitbades und am Rande einer Wiesenfläche. Schöner Blick ins Grüne. V/E vorhanden.
Stellplatz am AquaMagisBödingshauser Feld 1
58840 Plettenberg
0€Zehn Tage im Südosten von NRWStrom verfügbar
Siegen
Zehn Tage im Südosten von NRWHübscher kleiner Stellplatz für fünf Wohnmobile auf Asphalt am Stadtrand im Grünen. Guter Ausgangspunkt für Wanderungen. Bis zum Zentrum sind es zwei Kilometer. V/E vorhanden.
Stellplatz an der AlcheFreudenberger Straße 67
57072 Siegen
0€Zehn Tage im Südosten von NRWStrom verfügbar
Winterberg
Zehn Tage im Südosten von NRWOffiziell ein PKW-Parkplatz mit täglicher Parkgebühr zwischen 8 und 18 Uhr von 4 € ganz oben auf dem Kahlen Asten. Herrlicher Ausblick in die umgebende Landschaft. Keine Infrastruktur. Camping-Busse und Womos werden über Nacht geduldet.
Parkplatz am Astenturm Zehn Tage im Südosten von NRWkein offizizeller StellplatzAstenturm 1
59955 Winterberg
0€

( MITI )

Das Schloss auf dem Siegberg

Das Schloss auf dem Siegberg
Siegen, 23. Mai 2020

Blick aus dem Park zur Ostseite des Oberen Schlosses

Tag
9
Zum Abschluss unserer Stadtbummels durch Siegen steigen wir hinauf auf den 307 Meter hohen Siegberg mit dem Oberen Schloss, der ehemaligen Residenz der Grafen von Nassau. Aus dem schönen Park rund um das Schloss hat man einen hervorragenden Blick auf die Stadt und die umgebenden Höhen.

Es ist wohl nur einem glücklichen Zufall zu verdanken, dass das Schloss die zerstörerischen Luftangriffe auf Siegen am Ende des Zweiten Weltkriegs weitgehend unbeschadet überstanden hat.

Die Anlage geht auf eine mittelalterliche Höhenburg zurück, die sich anfangs in gemeinschaftlichem Besitz der Erzbischöfe von Köln und der Grafen von Nassau befand. Später ging sie volständig in nassauischen Besitz über.

Die Errichtung der Burg wird für die Zeit um das Jahr 1200 vermutet. Im Spätmittelalter wurde die Anlage ausgebaut und stärker mit Wehrtürmen und Mauern befestigt. Seit 1670 wird die Anlage “Altes Schloss” beziehungsweise “Oberes Schloss” genannt,

Damit grenzte man den Besitz vom “Unteren Schloss” in der Innenstadt von Siegen ab, das ursprünglich ein Franziskanerkloster war. Nach einer religiös-motivierten Spaltung des Hauses Nassau-Siegen wurde das Obere Schloss im 17. Jahrhundert Residenz der katholischen Linie, während die protestantische Linie im Unteren Schloss residierte.

Heute wird das Obere Schloss durch das Siegerlandmuseum genutzt, ein Museum für die regionale Geschichte. Dort sind auch einige bedeutende Werke von Peter-Paul Rubens ausgestellt. Der blumenreiche Park mit zahlreichen Skulpturen ist öffentlich zugänglich und dient der Naherholung.

Auch wir verweilen hier einen Moment unter schattigen Bäumen und genießen den weiten Ausblick in das Tal der Sieg. Dafür hat sich der Aufstieg auf jeden Fall gelohnt.

( MITI )

Stadtbummel durch Siegen

Stadtbummel durch Siegen
Siegen, 23.05.2020

Hübsch bemalte Stromkästen sieht man überall in der Stadt – hier in der Altstadt unterhalb des Oberen Schlosses

Tag
9
Die letzte Station auf unserer zehntägigen Womo- und Wander-Tour durch das südöstliche NRW ist Siegen nordwestlich des Dreiländerecks Nordrhein-Westfalen – Hessen – Rheinland-Pfalz. Siegen ist eine bedeutende Universitätsstadt und Geburtsstadt des berühmten Barockmalers Peter Paul Rubens, weshalb man sich gerne als “Rubensstadt” bezeichnet.

Die Stadt liegt in einem langgestreckten und verzweigten Talkessel der oberen Sieg. Nördlich schließt sich das Sauerland an, im Nordosten das Wittgensteiner Land im Rothaargebirge, südlich der Westerwald und im Westen das Wildenburger Land.

Wir stehen mit dem Wohnmobil auf einem kleinen asphaltierten Womo-Stellplatz am Ortsrand im Grünen direkt am Flüßlein Alche. Neben uns eine beliebte Skateranlage, vor uns das gut besuchte “Cafe del Sol”.

Von dort sind es rund zwei Kilometer Fußweg bis zur Innenstadt, in der man die großen Verwüstungen des Zweiten Weltkriegs erahnen kann:  Ende 1944 wurden 80 Prozent des Stadtgebiets bei einem schweren britischen Luftangriff unwiederbringlich zerstört.

Von den mittelalterlichen und barocken Schlössern, Festungsbauten und Bürgerhäusern, die Siegen einst zu einer prächtigen Stadt machten, ist nur ein Bruchteil erhalten geblieben. Statt dessen trifft man auf viel funktionale und teils hässliche Nachkriegsarchitektur.

Dennoch macht die Stadt einen quirligen, bunten und lebgendigen Eindruck. Das liegt vielleicht auch an der vielen Kunst im öffentlichen Raum: Ob Streetart, Skulpturen oder die überall präsente liebevolle Bemalung von Strom- und Telefonkästen – die Stadt hat etwas.

( MITI )

In der Oranierstadt Dillenburg

In der Oranierstadt Dillenburg
Dillenburg, 22.05.2020

Blick vom Schlossberg hinunter in die Altstadt von Dillenburg

Tag
8
Unsere letzte Station am Ende eines langen Tages ist Dillenburg im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis. Die Stadt im Tal der Dill ist Startpunkt des Fernwanderwegs Rothaarsteig und liegt an der deutsch-niederländischen Ferienstraße Oranier-Route sowie der Deutschen Fachwerkstraße.

Der Beiname “Oranierstadt” verweist auf die besondere geschichtliche Bedeutung von Dillenburg als Stammsitz des oranischen Zweiges des Hauses Nassau. Wilhelm von Oranien, der “Stammvater” der Niederlande, wurde in Dillenburg geboren.

Auf dem heutigen Schlossberg wurde Anfang des 14. Jahrhunderts die Dillenburg erbaut. Im 16. Jahrhundert entstand daraus das Dillenburger Schloss als Hauptresidenz der Grafen von Nassau-Dillenburg.

Aus dem Exil im Schloss organisierte Wilhelm von Oranien zwischen 1567 und 1572 den Widerstand der Niederlande gegen die Besetzung durch die Spanier.

1760 wurde das Dillenburger Schloss im Siebenjährigen Krieg zerstört. Aus den verbliebenen Ruinen erhebt sich seit 1875 der imposante Wilhelmsturm, das weithin sichtbare Wahrzeichen Dillenburgs.

Wir schauen uns zunächst die historische Altstadt von Dillenburg mit vielen schönen Fachwerkbauten aus den Mittelalter und schmucken Barockbauten an. Anschließend wandern wir hinauf auf den Schlossberg und genießen von dort die Aussicht auf die Stadt. Schön ist es hier.

( MITI )

Bad Laasphe

Bad Laasphe
Bad Laasphe, 22.05.2020

Schöne Kunst im Stadtpark von Bad Laasphe

Tag
8
Weiter geht es von Bad Berleburg in südlicher Richtung nach Bad Laasphe, das ebenfalls mit einer historischen Altstadt und einem Schloss aufwarten kann, aber insgesamt etwas weniger wohlhabend wirkt.

Auch Bad Laasphe gehört zum Kreis Siegen-Wittgenstein und liegt im oberen Lahntal südöstlich des Hauptkamms des Rothaargebirges.

Durch die Stadt fließen zahlreiche Bäche, die sich aus dem Rothaargebirge ins Tal ergießen. Vermutlich stammt daher auch der ursprünglich Keltische Name der Stadt “Lassaffa”, was so viel wie Lachswasser oder Lachsgewässer bedeutet.

Nach einem Spaziergang durch die historische Altstadt wandern wir hinauf zum Schloss Wittgenstein oberhalb der Stadt, das seit den 1950er Jahren ein Gymnasium mit angeschlossener Reitschule und heute ebenfalls eine Realschule beheimatet.

Eigentlich wollten wir über Nacht in Bad Laasphe bleiben, aber der offizielle Stellplatz auf Asphalt zwischen Häusern in der Nähe des Rathauses sagt uns nicht so zu. Deshalb fahren wir weiter nach Dillenburg.

( MITI )

Bezauberndes Bad Berleburg

Bezauberndes Bad Berleburg
Bad Berleburg, 22.05.2020

Schloss Berleburg

Tag
8
Heute steht Mal ein Tag mit mehreren Stadtbesichtigungen an. Wir verlassen unseren wunderbaren Stellplatz am Kahlen Asten bei Winterberg und fahren zunächst in das 25 km entfernte Bad Berleburg.

Die Stadt gehört bereits nicht mehr zum Sauerland, sondern zum Kreis Siegen-Wittgenstein, worauf man hier großen Wert legt. Nahe der Kernstadt befindet sich die Mündung der Odeborn in die Eder.

Die schöne Oberstadt ist geprägt von gut erhaltenen schiefergedeckten Fachwerkhäusern und wird überragt vom Schloss Berleburg mit Ehrenhof und Orangerie. Dahinter geht es steil hinunter in den bezaubernden Schlosspark, dessen Teiche vom Berlebach gespeist werden.

Wir laufen gleich nach unserer Ankunft hinauf zum Schloss, das seit mehr als 600 Jahren durchgehend von der Familie Sayn-Wittgenstein bewohnt wird. Leider ist das angeschlossene Museum, in dem Jagdgeräte, Uniformen, Waffen, Gläser, Porzellane und Teile der fürstlichen Kunstsammlung gezeigt werden, wegen der Coronie-Epedemie derzeit geschlossen. Dennoch ein sehr schönes Ambiente rund um das Schloss und die angrenzende Altstadt.

( MITI )

Traumwetter auf dem Kahlen Asten

Traumwetter auf dem Kahlen Asten
Kahler Asten/Winterberg, 21. Mai 2020

Sonnenuntergang auf dem Gipfel des Kahlen Astens

Tag
7
Wir sind einen zweiten Tag auf dem Kahlen Asten geblieben, weil es hier gerade so schön ist. Heute ist Fronleichnam, und da wird auf dem höchsten Gipfel von NRW sicher eine Menge los sein. Schon früh am Morgen brechen wir deshalb auf zu einer kleinen 7 km Wanderung mit dem schönen Titel “Panoramatour auf dem Dach des Sauerlands“.

Als wir am Mittag nach der aussichtsreichen Tour zum Wohnmobil zurück kehren, sind um uns herum Himmel und Menschen in Bewegung: Alle Gipfelparkplätze belegt, kein Platz im Restaurant mehr frei und in der Heide um uns herum sitzen überall Menschen. Wir machen es uns vor dem Wohnmobil in der Sonne bequem und schauen dem Treiben gelassen zu.

Abends laufen wir dann noch nach Winterberg hinunter. Nach der Rückkehr zum Kahlen Asten setzen wir uns mit einem Glas Wein auf eine Bank mitten in der Heide und genießen den Sonnenuntergang über den Gipfeln des Sauerlands. Ein Traumtag – viel schöner wirds nicht mehr im Leben, da sind wir uns sicher.

Und noch dazu hat unsere feine Doxi heute Geburtstag. Sieben Jahre ist sie nun schon, und mit ihr unser gesamter D-Wurf, den wir an dieser Stelle ganz herzlich grüßen. Wir hoffen, ihr seid alle gesund und munter 🙂

( MITI )

Wanderpause nah am Himmel

Wanderpause nah am Himmel
Kahler Asten/Winterberg, 20.05.2020

Doxi stärkt sich aus der Quelle der Lenne, dreihundert Meter vom Gipfel des Kahlen Asten entfernt

Tag
6
Seit sechs Tagen sind wir mit dem Wohnmobil im Südosten von NRW unterwegs und dabei bereits deutlich mehr als 100 km gewandert. Deshalb haben wir uns heute mal einen Tag Wanderpause gegönnt – auf dem Kahlen Asten bei Winterberg, dem Dach des Sauerlands.

Wir stehen ganz oben auf dem höchsten Gipfel von NRW direkt neben dem berühmten Astenturm und genießen vom Wohnmobil aus wunderbare Fernblicke über die umliegenden Gipfel des Sauerlands. Zwischendurch drehen wir eine kleine Runde durch das Heide-Naturschutzgebiet oben auf dem Gipfel und suchen die Quelle der Lenne auf. Einfach mal nicht so viel laufen – das tut zur Abwechslung richtig gut.

( MITI )

Finnentrop – Heggen – Ahauser Stausee

Finnentrop – Heggen – Ahauser Stausee
Finnentrop, 19.05.2020

Am Ahauser Stausee – hier wird die Bigge wenige Kilometer hinter dem Biggesee erneut gestaut

Tag
5
Heute mal wieder eine recht lange Wanderung: Von unserem Stellplatz am Lennepark in Fintrop wandern wir bis zum Ahauser Stausee kurz vor Attendorn und wieder zurück – insgesamt 23 km bei mehr als 500 Höhenmetern. Fast sieben Stunden sind wir dafür unterwegs.

Finnentrop liegt an der Nordspitze des Kreises Olpe zwischen den Gebirgszügen des Ebbegebirges im Südwesten und der Homert im Nordosten. Im Ort mündet die Bigge in die Lenne.

Wir stehen auf dem kleinen Womo-Stellplatz am frisch errichteten Lennepark direkt am Fluss. Wasser und Strom sind kostenlos, aber dafür rauscht direkt hinter uns der Verkehr auf der vielbefahrenen Bundesstraße 236 vorbei – eine sehr spezielle Erfahrung.

Eigentlich wollten wir deshalb nur eine Nacht bleiben, doch nach unserer langen Wanderung sind wir beide zu erschöpft. um noch weiter zu fahren und woanders einen Stellplatz zu suchen. Also basteln wir uns Ohrstöpsel und hoffen, dadurch nicht wieder um 5:00 vom anschwellenden Morgenverkehr geweckt zu werden.

( MITI )

Plettenberg um die Hohe Molmert

Plettenberg um die Hohe Molmert
Pletternberg, 18.05.2020

Die Lenne in Plettenberg

Tag
4
Ausgehend vom Freizeitabd AquaMagis an der Lenne in Plettenberg sind wir heute eine äußerst waldreiche Wanderung im Ebbegebirge gelaufen, die uns an den Rand des Hohen Molmerts geführt hat.

Wir laufen zunächst ein Stück an der Lenne entlang und unterqueren dabei die Fischbauchrücke, eine prächtige alte Eisenbahnbrücke aus dem 19. Jahrhundert. Dahinter passieren wir ein großes Wehr der Lenne, das über eine malerische Fischtreppe verfügt.

Kurz darauf erreichen wir den Plettenberger Wald und beginnen unseren steilen Aufstieg zum Jauberg. Die Sonne ist stark heute und so kommen wir beim Aufstieg ordentlich ins Schwitzen.

Hinter dem Jauberg geht es zunächst wieder steil bergab nach Jeutmecke, wo wir einen aufgelassenen Steinbruch ereichen. Hier wird uns ganz plastisch vor Augen geführt, wie stark sich das Grundgebirge aufgefaltet und gebogen hat.

Weiter geht es durch dichten Kiefernwald bis zur Hohen Molmert, dem höchsten Punkt unserer Wanderung. Am Rande des Gipfels liegt ein alter Bauernhof mit umliegenden Wiesen. Erstmals können wir dadurch Fernblicke in die Landschaft genießen. Nun erkennen wir erst richtig, wie hoch wir bereits aufgestiegen sind.

Dhinter beginnt unser langer Abstieg zurück nach Plettenberg vorbei am Dornberg und am Strickhagen. Die letzten Kilometer laufen wir am schönen Bach Bommecke entlang durch das Bommecketal. Doxi genießt es, immer wieder ihre Beine im kristallklaren Wasser zu kühlen und aus dem Bach zu trinken.

Als wir nach fünf Stunden wieder an unserem Womo-Stellplatz eintreffen, sind wir ordentlich erschöpft von den zahlreichen Höhenmetern der Tour und der prallen Sonne. Aber es war eine interessante Wanderung mit einem deutlich anderen Charakter als die in den vergangenen Tagen.

( MITI )

Auf der Burg Altena

Auf der Burg Altena
Altena, 17. Mai 2020

Blick hinauf zur Burg Altena

Tag
3
Am Ende unserer Höhenwanderung rund um Altena laufen wir vom Ortszentrum hinauf zur Burg Altena. Das Wahrzeichen der Stadt trohnt auf einem Bergsporn des Klusenberges oberhalb der Lenne. Dort wurde im unteren Burghof 1914 die erste ständige Jugendherberge der Welt eingerichtet. Die Originalräume sind heute ein Museum.

Die Geschichte der Burg reicht bis in das 12. Jahrhundert zurück. Um 1108 sollen die späteren Grafen von Berg von Kaiser Heinrich V. Land im märkischen Sauerland erhalten haben. Auf dem Berg Wulfseck bauten sie eine Burg, die sie anfangs Wulfeshagen, später Altena nannten.

Nach einer wechselvollen Geschichte war die Burg im 19. Jahrhundert nur noch eine Ruine und wurde Anfang des 20. Jahrhunderts auf Betreiben eines Burgvereins wieder hergerichtet.

Heute befindet sich die Burg im Besitz des Märkischen Kreises und ist eine der Attraktionen des Sauerlands, die Menschen von nah und fern anzieht. Im Rahmen des Förderprojekts Regionale 2013 wurde sogar ein Aufzug erichtet, der 60 Meter senkrecht durch den Fels hinauf zum Burghof führt.

Wir lassen es uns dennoch nicht nehmen, zu Fuß zur Burg hinauf zu laufen, um dabei den Ausblick hinunter zur Lenne und einigen prächtigen Günderzeitbauten im Zentrum von Altena zu genießen. Ganz bezaubernd sieht das aus.

( MITI )

Höhenweg rund um Altena

Höhenweg rund um Altena
Altena, 17.05.2020

Blick hinunter auf das Zentrum von Altena an der Lenne

Tag
3
Am Morgen haben wir unseren schönen Stellplatz in Hemer verlassen und sind nach Altena weiter gefahren. Wir sind angenehm überrascht, als wir dort am Wohnmobil-Stellplatz an der Sauerland-Halle eintreffen. Unmittelber vor uns liegt die Lenneschleife, hinter uns der Einstieg in den schönen Höhenweg rund um Altenau.

Und so machen wir uns gleich auf zu einer fünfstündigen Wanderung, die uns wunderbare Fernblicke bis zum Südrand des Ruhrgebiets in rund 40 Kilometern Entfernung bieten wird.

Zunächst geht es auf bequemen Waldwegen steil hinauf auf die Spitze des Bergs Pragpaul, der von einem riesigen Mobilfunkmast überragt wird.

Weiter laufen wir durch ausgedehnte Pferdewiesen zu den Höhen des Wixbergs mit fantastischen Fernsichten nahezu in alle Richtungen.

Am Flugplatz Altena-Hegscheid beginnt schließlich unser Abstieg zurück nach Altena, wobei wir ein Stück entlang der alten Landwehr laufen. Der rund 1,5 Meter tiefe Graben ist auch nach mehreren Jahrhunderten immer noch deutlich in der Landschaft zu erkennen.

Nach knapp 17 Wanderkilometern erreichen wir schließlich wieder unser Wohnmobil, ein wenig erschöpft von den langen Passagen in der prallen Sonne, aber auch begeistert von der abwechslungsreichen Tour und den tollen Fernblicken.

( MITI )

Im Felsenmeer Hemer

Im Felsenmeer Hemer
Hemer, 16. Mai 2020

Panoramasteige auf zwei Ebenen im Felsenmeer

Tag
2
Von unserem Stellplatz in Hemer laufen wir am Abend zum Felsenmeer, ein bundesweit einmaliges bewaldetes Geotop mit stark zerklüftetem Untergrund und zahlreichen markanten Felsformationen.

Das Felsenmeer hat seinen Ursprung im Erdzeitalter des Tertiär.  Es umfasst ca. 35 ha bei einer Länge von 600 Meter und 200 Meter Breite. Im Nordwesten erstreckt sich das “große Felsenmeer “, im Süden das “kleine Felsenmeer” und im Südosten das sogenannte “Paradies”.

Das Geotop besteht aus Riffkalkstein aus dem mittleren Devon, der vor rund 380 Millionen Jahren in einem tropischen Flachmeer entstand. Heute ziehen sich diese devonischen Riffkalke am Südrand des Ruhrgebietes von Wuppertal über Hagen und Iserlohn bis ins Hönnetal.

Vor 20 bis 30 Millionen Jahren entstand unter warm-feuchten Klimabedingungen durch die teilweise Lösung des Kalksteins an der Erdoberfläche eine bizarre Kegelkarstlandschaft mit schroffen Felsen, die durch tiefe Schlotten voneinander getrennt sind.

In den so entstandenen Höhlen wurde schon ab dem 8. Jahrhundert n. Chr. Eisenerz abgebaut. Im Felsenmeer konnte der derzeit älteste Abbau von Eisenstein in Westfalen nachgewiesen werden.

Eine Sage erzählt, dass sich in grauer Vorzeit Zwerge unter dem König Alberich in diesem Gebiet niedergelassen hatten, um dort nach Gold, Silber und Edelsteinen zu schürfen. Als die benachbarten Riesen von diesem Reichtum erfuhren, machten sie sich auf, die Felsenburg der Zwerge zu plündern.

Die Zwerge konnten sich jedoch in den hintersten unterirdischen Gängen ihrer Felsenburg verstecken. Dann sprach Alberich einen Zauberspruch, woraufhin die Decke der Felsenhalle auf die Riesen stürzte. Seitdem befindet sich an dieser Stelle das Felsenmeer.

( MITI )

Auf Besuch in Hemer

Auf Besuch in Hemer
Hemer, 16.05.2020

Das Mahnmal “Scherben” im Ortszentrum von Hemer

Tag
2
Von Isderlohn sind wir 15 km in östlicher Richtung nach Hemer weitergefahren. Dort stehen wir auf einem süßen kleinen Stellplatz, nur 15 Gehminuten vom Zentrum und verschiedenen Attraktionen entfernt.

Überregional bekannt ist Hemer durch das in Deutschland einmalige Geotop Felsenmeer, weshalb die Stadt den Beinamen “Felsenmeerstadt” führt. Die Wirtschaft der Stadt ist industriell geprägt, vor allem durch das metallverarbeitende Gewerbe und die Papierherstellung.

Auf auf dem Gelände der ehemaligen Blücher-Kaserne fand 2010 die nordrhein-westfälische Landesgartenschau statt, die von mehr als einer Million Menschen besucht wurde. Seit 2011 residiert auf dem 27 ha großen Glände der eintrittspfichtige Sauerlandpark mit Themengärten, Jübergturm und einem Park der Sinne.

Als ich mir das Gelände am Nachmittag von außen anschaue, wird auf dem Veranstaltungsplatz gerade für ein Rockkonzert geprobt. Ich wundere mich, weil aufgrund der Corona-Epedemie derzeit doch gar keine Großveranstaltungen erlaubt sind. Am Abend hören wir an unserem Stellplatz dann neben Schlagzeug und Gittarenklängen auch ein riesiges Getöse aus hunderten Autohupen. Ein Auto-Konzert also, wie im Autokino. Alles klar 🙂

( MITI )

Sundwig – Deilingshofen – Nieringser Höhe

Sundwig – Deilingshofen – Nieringser Höhe
Hemer, 16. Mai 2020

Blick vom Tierkoven in die liebliche Landschadft des Sauerlands

Tag
2
Ein neuer Tag, eine neue Sauerland-Wanderung. Heute geht es für uns von unserem Stellplatz in Hemer auf eine 17 km lange Wanderung. Wir laufen zunächst durch den südöstlichen Stadteil Sundwig, wo viele metallverarbeitende Betriebe mit langer Tradition beheimatet sind.

Anschließend geht es über die bewaldeten Höhen zum Ort Deilinghofen. Dahinter bietet sich uns am Tierkoven ein herrliches Sauerlandpanorama. Wir erreichen den Balver Wald und steigen darin immer weiter hinauf.

Immer wieder können wir am Wegesrand und auch in der Ferne abgestorbene Fichten- und Kieferhaine ausmachen, wo der Borkenkäfer in Verbindung mit der Trockenheit der letzten zwei Jahre ganze Arbeit geleistet hat. Stellenweise wird deshalb großflächig abgeholzt.

Auf dem Höhenzug oberhalb der kleinen Waldsiedlung Nieringsen stoßen wir wieder auf die 380 km lange Waldroute nach Marsberg, der wir bereits bei Iserlohn ein Stück weit gefolgt sind. Bald jedoch verlassen wir diesen schönen Wanderweg und beginnen unseren Abstieg hinunter in das Tal des Sundwiger Baches. Von dort sind es nur noch wenige Kilometer bis nach Sundwig und zurück zu unserem Stellplatz.

( MITI )