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In den Neuen Bundesländern

In den Neuen Bundesländern
14. April 2019

Die mechanische Bauhausbühne – Video in der Bauhaus-Ausstellung in Weimar

Unserer erste große Womo-Tour im Jahre 2019 hat uns in den beiden Wochen der Osterferien durch die Mitte der Neuen Bundesländer geführt. Wir waren erst in Thüringen, dann in Sachen-Anhalt, Sachsen und schließlich in Brandenburg unterwegs und sind jeden Tag gewandert, mehr als 250 Kilometer insgesamt.

Viel schöne, frisch erblühte Natur haben wir gesehen und viele interessante Kulturdenkmäler besucht, darunter das Kyffhäuser-Denkmal, den Fundort der Himmelsscheibe von Nebra, den Geburts- und Sterbeort von Luther, die frisch renovierten Bauhaus-Meisterhäuser in Dessau und die Bauhaus-Austellung in Weimar, das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig, sowie das tolle Potsdam mit seinen Parks und klassizistischen Bauten aus der Preußen-Zeit. Und ganz nebenbei waren wir noch am geografischen Mittelpunkt der ehemaligen DDR.

Bei herrlichem Frühlingswetter haben wir Nordhausen, Kelbra, Sangerhausen, Eisleben, Querfurt, Nebra, den Geiseltalsee, Weimar, Erfurt, Leipzig, Bitterfeld, Dessau, Wiesenburg, Bad Belzig, Werder/Havel und Postdam besucht.

Wahrscheinlich wären wir noch eine weitere Woche durch Mecklenburg-Vorpommern getourt, hätte sich nicht schlechtes Wetter und ein unverschuldeter Unfall mit anschließender Reifenpanne auf der Autobahn eingestellt.  Aber auch so war es eine ganz tolle Tour, die richtig viel Spaß gemacht hat.

Alle Fotos und Beiträge von dieser herrlichen Tour gibt es hier.

Hier haben wir haben bei dieser Tour mit dem Wohnmobil gestanden:

OrtBezeichnungAnfahrtPreisSt
Bad Belzig
In den Neuen BundesländernGut ausgestatteter Stellplatz direkt an der Thema auf einem ausgewiesenen Areal. Idealer Ausgangspunkt für Wanderungen im Hohen Fläming.
Stellplatz an der Stein-ThermeAm Kurpark 15
14806 Bad Belzig
9 €In den Neuen BundesländernStrom verfügbar
Bitterfeld
In den Neuen BundesländernAsphaltparkplatz am Fuße der Halde, etwa 400 Meter vom Bitterfelder Bogen entfernt. Wohnmobile stören dort nicht. Keine Infrastruktur.
Parkplatz Bitterfelder BogenLeopoldstraße
06749 Bitterfeld-Wolfen
0€
Eisleben
In den Neuen BundesländernGroßer Asphaltparkplatz für PKW und Womos am Rande der Innenstadt. Wird auch als Festplatz genutzt. Keine Infrastruktur für Womos.
Parkplatz EislebenWiesenweg
06295 Lutherstadt Eisleben
0€
Ferropolis
In den Neuen BundesländernAn der Straße zum Ferropolis gibt es kurz vor dem Museumgelände einen Schotterparkplatz direkt am Gemminer See. Womos stören dort nicht. Keine Infrastruktur.
Parkplatz am Gemminer See In den Neuen Bundesländernkein offizizeller StellplatzFerropolisstraße 1
06773 Gräfenhainichen
0€
Kelbra
In den Neuen BundesländernSchön gelegener Camping-Platz mit großer Wiesenfläche für Womos direkt am See. Alternative: Kostenloser Großparkplatz wenige hundert Meter entfernt an der Auffahrt Richtung "Hüfler 1, 06537 Kelbra".
Seecamping Kelbra (nahe Kyffhäuser)Lange Str. 150
06537 Kelbra (Kyffhäuser)
12 €In den Neuen BundesländernStrom verfügbar
Leipzig
In den Neuen BundesländernPakrplätze in breiter Asphaltstraße gegenüber dem Völkerschlachtdenkmal mitten in einem Park.
P+R Parkplatz im Wilhem-Külz-Park In den Neuen Bundesländernkein offizizeller StellplatzStr. des 18. Oktober
04103 Leipzig
0€
Mücheln
In den Neuen BundesländernEinfacher Schotter-Parkplatz für PKW und Womos. Ruhig im Grünen gelegen. Wenige hundert Meter zum See und zum Strand. Keine Infrastrktur.
Parkplatz am Geiseltalsee Stöbnitz Werkstraße
06249 Mücheln (Geiseltal)
0€
Nordhausen
In den Neuen BundesländernEinfacher Asphalt-Prakplatz für PKW und Womos an einem Park, nur 1.000 Meter von der sehenswerten Altstadt entfernt.
Stellplatz ParkalleeGumpestraße
99734 Nordhausen
0€
Potsdam
In den Neuen BundesländernAsphaltparkplatz für Womos und Busse zwischen Lustgarten und Bahntrasse. Nur wenige Schritte ins Zentrum von Potsdam. Keine Infrastruktur.
Parkplatz Am LustgartenAm Lustgartenwall
14467 Potsdam
11 €
Querfurt
In den Neuen BundesländernKleiner Schotter-Parkplatz für PKW und Womos wenige hundert Meter von der Burg entfernt. Keine Infrastruktur. Für lange Womos nicht geeignet.
Stellplatz Burg QuerfurtBurgring 4
06268 Querfurt
0€
Sangerhausen
In den Neuen BundesländernAsphaltparkplatz für PKW und Womos zwiwchen Bäumen und Rasenflächen direkt am Rosarium. 500 Meter bis zur Altstadt.
Stellplatz an der ProbstmühleAn der Probstmühle
06526 Sangerhausen
0€
Weimar
In den Neuen BundesländernAbgeteiltes Areal auf einem apshalitierten Großparkplatz mit V/E. Innenstadt fußläufig erreichbar.
Stellplatz Hermann-Brill-PlatzHermann-Brill-Platz
99423 Weimar
10 €In den Neuen BundesländernStrom verfügbar
Werder/Havel
In den Neuen BundesländernKleiner Schottparkplatz am Walrdrand zwischen einer Wohngegend und einer Laubensiedlung. Platz für drei Wohnmobile. Nahe am See. Keinerlei Infrastruktur.
Waldparkplatz an der Marina Zernsee In den Neuen Bundesländernkein offizizeller StellplatzZum Humusplatz
14542 Werder (Havel)
0€
Wiesenburg/Mark
In den Neuen BundesländernAsphaltparkplatz für PKW und Womos an Landstraße mit direktem Zugang zum wunderschönen Schlosspark. Tagsüber Verkehrslärm, Nachts ruhig. Idealer Ausgangspunkt für Wanderungen im Hohen Fläming.
Stellplatz am SchlossparkParkstraße
14827 Wiesenburg/Mark
0€
( MITI )

Nordhausen im Regen

Nordhausen im Regen
Nordhausen, 14.04.2019

Das Alte Rathaus mit dem Roland

Tag
1
Wir sind zur einer längeren Womo-Reise in die neuen Bundesländer aufgebrochen. Unsere erste Station ist Nordhausen, das zwischen dem Südrand des Harzes und dem Nordrand des Thüringer Beckens liegt.

Das Stadtbild wird durch zahlreiche Anhöhen, Grünanlagen, sowie einer lockeren urbanen Bebauung mit zahlreichen Baudenkmälern und Kirchenbauten geprägt. Das bedeutendste Bauwerk Nordhausens ist der Dom “Zum Heiligen Kreuz” aus der romanisch-gotischen Zeit.

Bekannt ist die Stadt auch für ihre Spirituosenherstellung. Hier wird unter anderem der in Ostdeutschland legendäre Nordhäuser Doppelkorn destilliert  Wegen seiner Kautabakfabrik G. A. Hanewacker galt Nordhausen lange als Zentrum der Kautabakproduktion in Deutschland. Davon berichtet heute das Tabakmuseum in der Altstadt.

Von 1220 bis 1802 war Nordhausen neben Mühlhausen eine von zwei freien Reichsstädten in Thüringen. Bereits um 780 entstand auf dem Frauenberg eine karolingische Königspfalz.

Nordhausen war die erste Stadt, die sich per Ratsbeschluss 1524 offiziell der Reformation anschloss, nachdem bereits 1522 ein Gefolgsmann Martin Luthers in der St.-Petri-Kirche eine der ersten protestantischen Predigten in Deutschland gehalten hatte.

1867 wurde in Nordhausen die deutsche Vegetarier-Bewegung begründet. Es folgt 1869 der erste Kongress der deutschen Vegetarier in der Stadt.

Von 1937 bis 1945 befand sich bei Nordhausen das Rüstungszentrum Mittelwerk Dora und ab August 1943 das Konzentrationslager Mittelbau, in dem 60.000 Häftlinge unterirdisch die V2-Waffe produzierten.

Anfang April 1945 zerstörten zwei Luftangriffe auf Nordhausen der Royal Air Force drei Viertel des Stadtgebiets mit zahlreichen Kulturdenkmälern.  Ca. 8.800 Menschen kamen ums Leben.

Mit Doxi wandere ich knapp vier Stunden erst durch die Stadt und dann hinaus ins Umland. Weil es in Strömen regnet, sind nur wenige Menschen auf den Straßen unterwegs. Das Wetter ist grausig, aber immerhin kann ich so ungestört viele Fotos machen 🙂

( MITI )

Rauf zum Kyffhäuser

Rauf zum Kyffhäuser
Reichsburg Kyffhausen, 15. April 2019

Eingang zum Kyyfjäser-Denkmal. Unten Kaiser Friedrich Barbarosse, oben Kaiser Wilhelm I.

Tag
2
Mehr als 14 Kilometer bin ich mit Doxi gewandert, um dieses Denkmal zu sehen – und anschließend noch einmal acht Kilometer zurück. Okay, wir hätten auch mit dem Wohnmobil in das Kyffhäuser-Gebirge hinauf fahren können. Aber das kann ja jeder …

Das 81 m hohe, auch als Barbarossadenkmal bekannte Kyffhäuserdenkmal, ist eine Ehrung für den Deutschen Kaiser Wilhelm I. Es wurde im Jahre 1896 eingeweiht und ist nach dem Völkerschlachtdenkmal in Leipzig und dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal an der Porta Westfalica das drittgrößte Denkmal in Deutschland.

Es befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Reichsburg Kyffhausen. Diese besteht aus drei einzelnen, durch Abschnittsgräben separierten mittelalterliche Befestigungen, die Ober-, Mittel- und Unterburg genannt werden. Gemeinsam bilden sie mit einer Länge von 600 und einer Breite von 60 Metern eine der größten Burganlagen Deutschlands.

Die Ausgestaltung des Denkmals lehnt sich stilistisch an den Burgenbau der Stauferzeit an. Die Darstellung soll das neue, von Preußen dominierte Kaiserreich als legitimen Nachfolger des mittelalterlichen Heiligen Römischen Reiches hervorheben.

Dazu befindet sich im Sockelbereich des Denkmals eine 7 m hohe, aus dem Sandstein des Gebirgsfelsens herausgemeißelte Skulptur des Kaisers Friedrich Barbarossa. Dieser scheint soeben zu erwachen. Damit wird an die Kyffhäuser-Sage vom guten Kaiser angeknüpft, der im Berg schläft und auf bessere Zeiten wartet –  hier bezogen auf die Reichsgründung von 1871. Darüber befindet sich ein 11 m hohes Reiterstandbild Kaiser Wilhelms I. aus Kupfer.

Das gesamte Ensemble weiß durch seine Größe durchaus zu beeindrucken. Es fällt aber irgendwie auch ein wenig zu protzig aus, wie damals nach der Reichsgründung und dem Sieg über Frankreich im Jahre 1871 nicht unüblich.

Das Denkmal gehört zu den meistbesuchten Touristenattraktionen in Deutschland. Deshalb ist es schön, dies einmal gesehen zu haben.  Aber noch schöner ist eigentlich der Wald und das Gebirge drum herum. Jedenfalls für mich. Und ich glaube, für Doxi auch 🙂

( MITI )

Am Rosarium in Sangerhausen

Am Rosarium in Sangerhausen
Sangerhausen, 15.04.2019

Blick auf die gotische Hallenkirche St. Jakobi am Marktplatz von Sangerhausen mit dem Turm “der schiefe Jakob”

Tag
2
Von Kelbra fahre ich am Nachmittag nach Sangerhausen weiter und überquere damit die Landesgrenze von Thüringen nach Sachsen-Anhalt. Sangerhausen ist die Kreisstadt des Landkreises Mansfeld-Südharz und liegt am Ostrand der Goldenen Aue, dem fruchtbaren Tal zwischen Harz und Kyffhäuser,

Sangerhausen erhielt um das Jahr 1017 das Marktrecht und 1194 das Stadtrecht. Ab 1263 wurde eine massive Stadtmauer aus Stein errichtet, von der heute noch kleine Teile erhalten sind. Der Wichtigste Wirtschaftszweig war seit dem Mittelalter der Silber- und Kupfer-Bergbau. Noch heute erheben sich hinter der Stadt ein markanter Abraumhügel aus der Landschaft.

Wie ich von einem Einheimischen erfahre, handelt es sich bei dem kahlen, pyramidenförmiger Berg um die Spitzkegelhalde “Hohe Linde”, ein Relikt des Kupferschieferbergbaus in Sangerhausen. Innerhalb von nur 35 Jahren entstand dieser rund 144 Meter hohe künstliche Berg aus dem unverwerteten Gestein des Thomas-Müntzer-Schachtes. Die Halde wiegt ca. 20 Millionen Tonnen und bedeckt eine Fläche von rund 13 Hektar. Daneben würde selbst die Cheopspyramide klein aussehen, wie man mir stolz berichtet.

Die Stadt verfügt über einen sehenswerten Altstadtkern rund um den Alten Markt. Nahe beieinander liegen die mittelalterliche Kirchen St. Jakobi, Sankt Ulrici und die Marienkirche. Ebenfalls aus dem Mittelalter stammen das Neue Schloss (heute Sitz des Amtsgerichts) und das Alte Rathaus.

Über das Stadtgrenzen hinaus bekannt ist Sangerhausen für das 1903 gegründete Rosarium., einem großzügigen Park mit der weltweit größten Rosensammlung. Leider hat der Park bereits geschlossen, als wir um kurz nach 18:00 vor den Toren stehen. Und, wie ein Blick über den Zaun offenbart, blüht auch noch nicht viel. Das kommt wohl erst in den nächsten Wochen …

( MITI )

An der Talsperre Kelbra

An der Talsperre Kelbra
Kelbra, 15.04.2019

Blick durch den Kyffhäuser Wald hinab zum Stausee Kelbra

Tag
2
Gestern hatten wir in Nordhausen den ganzen Tag Regen. Am Tage danach hat sich das schlechte Wetter verzogen und die Sonne ist zurückgekehrt. Früh am Morgen fahren wir weiter zur Talsperre Kelbra,

Kelbra liegt rechts der Helme, am Nordhang des Kyffhäusergebirges in der Goldenen Aue. Hinter dem Ort wird die Helme in der Kelbra Talsperre zum Schutz vor Überschwemmungen aufgestaut.

Der Stausee dient darüber hinaus der Bewässerung, der Fischerei und Erholung.Es gibt Möglichkeiten zum Segeln und Windsurfen, einen Textil- und FKK-Badestrand, Campingplatz, Bootsverleih, sowie diverse Gaststätten.

Weil der See die Landesgrenze zwischen Thüringen und Sachsen-Anhalt überspannt, wird er gemeinsam von der Thüringer Fernwasserversorgung und dem Talsperrenbetrieb von Sachsen-Anhalt gesteuert.

Verschiedene Parkplätze an der Talsperre eignen sich ideal als Ausgangspunkt für Wanderungen ins Kyffhäusergebirge. Wir starten vom kostenlosen Großparkplatz zu einer 22 km langen Wanderung über den Hauptkamm des Gebirges zum Kyffhäuser-Denkmal.

Auf dem Weg hinauf in den Wald können wir immer wieder herrliche Blicke über den See genießen. Mehrmals geht es auf und ab, so dass wir auf dieser Tour am Ende mehr als 600 Höhenmerter überwinden.

Vom Hauptkamm des Gebirgszuges blicken wir auf die Ruine Rothenburg hinab, die auf einem vorgelagerten Bergsporn angesiedelt ist und zur Zeit renoviert wird. Auch die Bergspitzen des Harzes in rund 45 Kiloeter sind zu sehen.  Ich habe mein Fernglas dabei und kann damit mühelos den großen Funkmast auf dem Brocken ausmachen. Toll ist das!

Bald laufen wir am großen Fernsehturm auf dem Kulpenberg vorbei. Von der Spitze des 94 Meter hohen Turmes werden Radio- und Fernsehprogramme verbreitet.

Und dann erblicken wir endlich in der Ferne das Kyffhäuser-Denkmal, unser Etappenziel auf dieser Wanderung. Doch bis dahin sind es noch mehrere Kilometer …

( MITI )

Alles Luther, oder was?

Alles Luther, oder was?
Lutherstadt Eisleben, 16.04.2019

Blick vom Hügel der Anna-Kirche über Eisleben

Tag
2
Unsere letzte Station am heutigen Tag ist die Lutherstadt Eisleben. Hier wurde der große Reformator geboren und hier ist er 1524 auch verstorben. Im starken Licht der untergehenden Frühlingssonne unternehme ich mit Doxi am Abend einen ausgedehnten Spaziergang durch die Stadt. Die historischen Stätten sind alle gut ausgeschildert, so dass wir uns mühelos zurechtfinden.

Eisleben ist die zweitgrößte Stadt des Landkreises Mansfeld-Südharz im östlichen Harzvorland in Sachsen-Anhalt. Die Luthergedenkstätten hier und in Wittenberg zählen seit 1996 zum UNESCO-Welterbe.

Am 10. November 1483 wurde Martin Luther in der Langen Gasse, der heutigen Lutherstraße, geboren. Am folgenden Tag, dem Martinstag, taufte man ihn in der Kirche St.-Petri-Pauli.

Die Familie Luther blieb nur bis zum Frühjahr 1484 in Eisleben. Durch die Taufe blieb Luther aber sein Leben lang mit der Stadt verbunden.

Wirtschaftlich wurde die Stadt und die Region seit dem Mittelalter durch den Kupferbergbau geprägt. Darin erinnert heute der Knappenbrunnen oberhalb der Andreaskirche. Schön, dass sich die Gelegenheit ergeben hat, das alles einmal zu sehen.

( MITI )

Auf der Burg Querfurt

Auf der Burg Querfurt
Querfurt, 16.04.2019

Burg Querfurt

Tag
3
Nachdem wir die Nacht in der Lutherstadt Eisleben verbracht haben, fahren wir am Morgen weiter nach Querfurt., westlich von Halle. Die Stadt liegt im südöstlichen Harzvorland im Tal der Querne, die die Altstadt von West nach Ost durchfließt.

Wir sind nach Querfurt gekommen, um uns die Burg Querfurt anzuschauen  Die Höhenburg überragt die Altstadt und gehört zu den größten mittelalterlichen Burgen in Deutschland. Auf ihrer Fläche könnte man Wartburg sieben Mal unterbringen.

Die Burg wurde bereits vor dem 10. Jahrhundert urkundlich erwähnt und war für Jahrhunderte der Stammsitz der Edelherren von Querfurt. Im Laufe der Zeit wurde die Anlage immer weiter ausgebaut und befestigt.

Gegen Ende des Dreißigjährigen Kriegs wechselte die als uneinnehmbar geltende Festung nach heftigen Belagerungen und Beschießungen mehrfach den Besitzer. Im Jahr 1663 machten die reichsunmittelbaren Fürsten von Sachsen-Querfurt die Anlage zu ihrer Residenz und damit Querfurt zur Hauptstadt ihres Territoriums. Im Jahr 1815 fielen Stadt und Burg schließlich an Preußen, woraufhin die Burganlage zur Domäne umgewandelt wurde. Dieser Status wurde erst 1936 aufgelöst.

Leider können wir das Innere der Burg zur Zeit nicht besichtigen, denn dort wird schon seit einiger Zeit heftig gebaut und rennoviert. Die gesamte Anlage ist eine Baustelle und deshalb für Besucher gesperrt. Aber auch bei der Umgehung von außen vermittelt sich uns ein Eindruck von der Größe der Anlage und der Mächtigkeit ihrer Mauern.  Eine wirklich beeindruckende Festung.

( MITI )

Am Fundort der Himmelsscheibe von Nebra

Am Fundort der Himmelsscheibe von Nebra
Nebra, 16. April 2019

Die Arche von Nebra

Tag
3
Die Himmelsscheibe von Nebra, eine mehr als dreieinhalb Tausend Jahre alte kreisförmige Bronzeplatte mit Applikationen aus Gold, ist die älteste bisher bekannte konkrete Himmelsdarstellung, die die Menschheit hervorgebracht hat.

Das Artefakt aus der frühen Bronzezeit Mitteleuropas zeigt astronomische Phänomene und religiöse Symbole und gilt als einer der bedeutendsten archäologischen Funde aus diesem Zeitalter.

Heute war ich am Fundort der Himmelsscheibe und in der Arche Nebra, einem Multimedia-Musuem, in dem die Geschichte und Deutung der Himmelsscheibe zum Leben erweckt werden.

Jetzt habe ich endlich verstanden, was auf der Himmelsscheibe tatsächlich dargestellt wird, und welche Bedeutung dieses astronomische Wissen für die Menschen ihrer Zeit hatte. Wirklich faszinierend.

( MITI )

Am Geisteltalsee bei Mücheln

Am Geisteltalsee bei Mücheln
Mücheln, 16.04.2019

Doxi erkundet die Uferzone

Tag
3
Unsere letzte Station heute ist der Geiseltalsee, ein gefluteter und renaturierter ehemaliger Braunkohletagebau bei Mücheln in Sachsen-Anhalt. Von Nebra sind es nur rund 25 Kilometer bis dorthin, doch es geht über die schlechtesten Straßen von Mitteldeutschland, so kommt es mir zumindest vor. So viele schlecht geflickte Löcher im Asphalt, so ein Geruppel im Wohnmobil, das habe ich schon lange nicht mehr erlebt.

Doch dafür werden wir mit einem kostenlosen Stellplatz mitten im Grünen belohnt, nur wenige hundert Meter vom See entfernt.

Mit fast 19 Quadratkilometern Fläche ist der Geiseltalsse der größte künstliche See in Deutschland. Er gehört zu den zehn wasserreichsten Seen in unserem Land und ist das größte Gewässer im Mitteldeutschen Seenland.

Der Tagebaubetrieb rund um Mücheln wurde im Jahre 1993 eingestellt. Bis dahin waren dort nahezu 1,4 Milliarden Tonnen Braunkohle abgebaut und ebenso viel Abraum bewegt worden. Zurück blieb ein knapp 80 m tiefes Tagebaurestloch von rund 2.600 Hektar Fläche.

Schon seit der Deutschen Wiedervereinigung zielten die Planungen auf eine Sanierung des Gebiets ab. Als Ziel wurde festgelegt, ein überregionales Erholungs- und Freizeitgebiet als Bergbaufolgelandschaft zu schaffen.

Die Flutung mit Saalewasser begann nach umfangreichen Vorarbeiten im Mitte 2003 und wurde 2011 abgeschlossen. Die geplanten Wald- und Erholungsflächen sollen etwa 800 Hektar umfassen. Auf rund 30 Hektar der sanft abfallenden Uferflächen im Norden wurde das Weinbaugebiet Goldener Steiger angelegt.

Der Uferweg rund um das gesamte Gebiet hat eine Länge von mehr als 22 Kilometern. Mit Doxi laufe ich am späten Nachmittag jedoch nicht um den See herum, sondern über die große Landzunge, die in den See hineinragt und im vorderen Bereich neben einem Strand und einer Marina auch einen Campingplatz beherbergt.

Im hinteren Bereich erwartet uns Natur pur. Viele Wasservögel haben sich hier angesiedelt und Doxi genießt es, durch die flachen Uferbereiche zu stapsen. Mehr als zwei Stunden sind wir bei herrlichem Sonnenschein an den Ufern des tiefblauen Sees unterwegs, ohne einer Menschenseele zu begegnen. Fast könnte man vergessen, dass das alles künstlich geschaffen wurde Herrlich ist das hier.

( MITI )

Auf Entdeckungstour in Weimar

Auf Entdeckungstour in Weimar
Weimar, 17.04.2019

Deutsches Nationaltheater Weimar mit Goethe- und Schiller-Denkmal

Tag
4
Vom Geisteltalsee bei Mücheln fahre ich am frühen Morgen weiter nach Weimar. Ich möchte unbedingt die Ausstellung zum hundertjährigen Bestehen des Bauhauses sehen, die in der letzten Woche eröffnet wurde.

Die Ausstellung öffnet ihre Pforten an diesem Morgen um 10 Uhr. Als ich zwanzig Minuten später am neu errichteten Museumsbau eintreffe, ist die Schlange an der Ticket-Kasse bereits 50 Meter lang.

Es dauert eine gute Stunde, bis ich ein Ticket erhalte, das zum Einlass drei Stunden später berechtigt. Also mache ich mich mit dem Fahrrad erst einmal zu einer Besichtigungstour durch Weimar auf.

Weimar liegt auf halbem Wege zwischen Erfurt im Westen und Jena im Osten. Es ist die viertgrößte Thüringens und vor allem für ihr reiches kulturelles Erbe bekannt.

Dazu gehören neben den Traditionen der Weimarer Klassik um Wieland, Goethe, Herder und Schiller auch das Bauhaus und die Nationalversammlung von 1919, von der sich der Name der “Weimarer Republik” herleitet.

Bekannte Größen aus Kunst, Kultur und Wissenschaft haben hier gelebt, geforscht und gewirkt, beispielsweise Lucas Cranach d. Ältere und der Jüngere, Johann Sebastian Bach, Franz Liszt, Richard Strauss und Friedrich Nietzsche, um nur einige zu nennen.

Das Bauhaus und seine Stätten in Weimar (und Dessau) wurden 1996, das „klassische Weimar“ 1998 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Weimar war seit 1547/52 Haupt- und Residenzstadt des Herzogtums Sachsen bzw. Sachsen-Weimar. Dies war der erste Staat in Deutschlands, der sich im Jahre 1816 eine Verfassung gab.

Bei so viel kultureller und historische Bedeutung verwundert es nicht, dass Weimar ein Anziehungspunkt für Touristen aus aller Welt ist. Die Stadt ist ganz schön voll, doch mit meinem Fahrrad komme ich überall gut hin. Es gibt viel zu entdecken und zu sehen. Eine wirklich schöne und inspirierende Stadt, finde ich.

( MITI )

Fußmarsch zum Schloss Belvedere

Fußmarsch zum Schloss Belvedere
Weimar-Eichenleite, 17. April 2019

Schloss Belvedere oberhalb von Weimar

Tag
4
Wir sind noch immer in Weimar. Am späten Nachmittag mache ich mich mit Doxi zu einer Wanderung zum Schloss Belvedere oberhalb der Stadt auf.

Weimar ist reich gesegnet mit Parks und Grünanlagen und so gelingt es uns, die sechs Kilometer lange Strecke bis zum Schloss fast komplett durchs Grüne zu laufen.

Besonders eindrucksvoll ist der langgezogene “Park an der Ilm”, der am Rande der Altstadt beginnt und entlang der Ilm in südöstlicher Richtung aus der Stadt hinausführt.

Mitten im Park liegt Goethes früheres Gartenhaus, ein unverzichtbarer Besuchspunkt für alle, die auf Goethes Spuren in Weimar wandeln wollen.

Später geht es über die langgezogene Belvederer Allee, die von der Innenstadt in gerader Linie zur Anhöhe “Eichenleite” mit dem Schloss Belvedere und seinem großzügigen Park führt.

Als wir uns der Eichenleite nähern, bin ich zunächst etwas irritiert. Denn unterhalb des Schlosses haben die Russen nach dem Zweiten Weltkrieg einen Friedhof für ihre gefallenen Soldaten angelegt. Inklusive rotem Stern und den Symbolen von Hammer und Sichel in schwerem Eisen. Und dieser Friedhof besteht bis heute.

Das Schloss und seine Nebengebäude erstrahlen mittlerweile wieder in altem Glanz und sind ein echtes Schmuckstück zeitgenössischer Barockarchitektur.

Das Anwesen ist eine üppig gestaltete Lustschlossanlage, die zu den schönsten Residenzen Thüringens zählt. Mitsamt des Parks gehört sie als Teil des Ensembles „Klassisches Weimar“ seit 1998 zum UNESCO Weltkulturerbe.

Die barocke Schlossanlage wurde in den Jahren 1724 bis 1744 als Residenz für Herzog Ernst August I. von Sachsen-Weimar erbaut. Als Vorbild diente das berühmte Schloss Belvedere in Wien.

Mir haben es vor allem die großzügigen Parkanlagen angetan. Ein wirklich wunderschöner Ort und eine sehr angenehme Wanderung bei herrlichem Frühlingswetter.

( MITI )

Kunst in Weimar

Kunst in Weimar
Weimar, 18. April 2019

Das Neue Museum Weimar

Tag
4
Weil man aufgrund des großen Andrangs im Neuen Bauhausmuseum auch nach dem glücklichen Erwerb einer Karte noch mehrere Stunden auf den Einlass warten muss, kann man mit dem Ticket auch andere Museen in Weimar besuchen. 

Ich nutze diese Gelegenheit, um mir neben der Bauhaus-Ausstellung auch die drei Ausstellungen im Neuen Museum Weimar anzuschauen. Außerdem entdecke ich beim meinem Stadtbummel interessante Kunstobjekte im öffentlichen Raum. Hier meine  Impressionen zum Thema “Kunst in Weimar”.

( MITI )

Rummel vor dem Erfurter Dom

Rummel vor dem Erfurter Dom
Erfurt, 18. April 2019

Fahrgeschäfte auf dem Domvorplatz

Tag
5
Die nächste Station auf meiner Womo-Tour durch Mitteldeutschland ist Erfurt. Von Weimar ist es dorthin nur ein Katzensprung. Ich besuche meine lieben Verwandten in der Nordstadt von Erfurt und verbringe mit ihnen einen schönen Tag.

Am Morgen laufe ich mit meinem Onkel Ojay und Doxi eine kleine Runde entlang der Gera raus aus der Stadt in Richtung Gispersleben. Nach dem Mittagessen fahren wir in die Gartenlaube meiner Lieben, wo gerade die Tulpen in den schönsten Farben blühen – bunt wie Ostereier.

Und abends laufe ich mit Doxi von der Nordstadt ins Zentrum von Erfurt. Wir kommen am Dom vorbei, wo gerade viele Fahrgeschäfte aufgebaut sind, passieren den Fischmarkt mit dem Alten Rathaus und laufen zur Krämerbrücke. An den Wasserflächen links und rechts der Gera sitzen viele junge Leute und genießen die Frühlingssone. Leichtigkeit und Heiterkeit liegen in der Luft. Schön ist das.

( MITI )

Am Völkerschlachtdenkmal

Am Völkerschlachtdenkmal
Leipzig, 19.04.2019

Das Völkerschlachtdenkmal in der untergehenden Abendsonne

Tag
6
Heute ist Karfreitag. Mit dem ersten Sonnenlicht bin ich früh am Morgen in Erfurt aufgebrochen, um zeitig am Völklerschlachtdenkmal in Leipzig einzutreffen – bevor die großen Besuchermassen anrücken.

Gleich gegenüber dem Denkmal, in einer breiten Sackgasse, die den Wilhem-Külz-Park durchschneidet, habe ich einen kostenlosen Parkplatz für mein Wohnmobil ausgemacht. Und tatsächlich erweist sich dieser Ort als wunderbarer Ausgangspunkt für die Entdeckung von Leipzig.

Das 1913 eingeweihte Völkerschlachtdenkmal ist wirklich riesig. Mit einer Höhe von 91 zählt es zu den größten Denkmälern Europas.

Es gehört zu den Wahrzeichen von Leipzig und bildet eine weithin sichtbare Landmarke mit markanter Silhouette. Fast eine Million Besucher werden jährlich gezählt.

Unmittelbar vor dem Völkerschlachtdenkmal befindet sich der künstlich angelegte See der Tränen. Er soll die Tränen der Völker symbolisieren, die um ihre Gefallenen der Schlacht trauern.

Der historische Bezugspunkt für dieses Monument ist die im Oktober 1813 vor den Toren von Leipzig ausgetragene Völkerschlacht, die Teil der napoleonischen Befreiungskriege war.

Sie führte zu einer Niederlage Napoleons gegen die Truppen Russlands, Österreichs, Preußens und Schwedens. In der Schlacht, die bis zum Ersten Weltkrieg als die größte der Geschichte galt, kämpften Deutsche auf beiden Seiten.

Die Bauzeit des Denkmals betrug 15 Jahre, Mehr als 26.000 Natursteinblöcke wurden dabei verbaut. Im Innern des Denkmals erhebt sich eine Kuppelhalle mit einer Innenhöhe von 68 Metern. Exakt fünfhundet Stufen führen vom Fuß des Denkmals hinauf zum Eingang der Kuppelhalle. Die überlebensgroßen Wächterfiguren in der Halle haben eine Höhe von 10 Metern. Ein wirklich gewaltiges und beeindruckendes Bauwerk, wie ich finde.

( MITI )

Stadtwanderung durch Leipzig

Stadtwanderung durch Leipzig
Leipzig, 19. April 2019

Das Neue Rathaus von Leipzig

Tag
6
Nachdem wir uns das Völkerschlachtdenkmal angeschaut haben, mache ich mich mit Doxi auf eine 26 km lange Stadtwanderung durch Leipzig.

Die Tour mit dem schönen Titel “Parks und Kieze im Osten von Leipzig” bringt uns vom Völkerschlachtdenkmal im Südosten des Zentrums bis in den Stadtteil Mockau im Nordosten.

Die Tour führt vorbei an vielen architektonischen Perlen des in Leipzig überall präsentieren Klassizismus, durch zahlreiche schöne Parks und den Kiez, wo sich ein Döner-Restaurant an des nächste reiht und schlecht rasierte Araber in Trainingsanzügen wild gestikulierend in ihre Handys brüllen.

Der Rückweg der Tour soll eigentlich per Straßenbahn erfolgen, doch wir laufen zurück ins Zentrum und schauen uns die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt an. Eine tolle, aber auch ein wenig anstrengende Tour, auf der wir ganz viel von Leipzig gesehen haben.

( MITI )