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Hatzenporter Laysteig

Blick Richtung Hatzenport
Hatzenport, 10.12.2016

Blick von der Hangkante Richtung Hatzenport

Hurra, die Farben sind in die Welt zurückgekehrt! Gestern habe ich mich noch über die Tristesse des winterlichen Einheitsgraus beschwert, doch heute ist die Sonne wieder da und taucht die Landschaft in ein malerisches Licht.

Von Brodenbach sind wir auf die andere Moselseite gewechselt und fünf Kilometer nach Westen in den malerischen Ort Hatzenport gefahren. Hier wollen wir heute dem Traumpfad “Hatzenporter Laysteig” folgen.

Der Rundweg startet am Bahnhof von Hatzenport. Ein schmaler Pfad führt uns stetig bergauf. Auf Tuchfühlung mit den Weinstöcken geht es idyllisch weiter Richtung Osten, wobei sich fantastische Ausblicke auf das Moseltal, auf Hatzenport und auf die St. Johanniskirche am Ortsrand ergeben.

Nach wenigen Kilometern erreichen wir knapp unterhalb der Moselhöhen die markante Schutzhütte Rabenlay mit ihrer atemberaubenden Aussicht. Nun ändert sich das Landschaftsbild, da sich der Pfad vom Moseltal abwendet. Unser Blick schweift über weite Felder. In der Ferne erscheinen die Spitzen der Berge auf der anderen Moselseite.

Über die sanft gewellten Kuppen des Schromberger Thalsberges erreichen wir einen Wald mit knorrigen Krüppeleichen. Wir steigen hinab in das stille Schrumpftal und von dort wieder bergauf zu den Höhen des Maifeldes. Bald erreichen wir erneut die Hangkante und dort einen Startplatz für Gleitschirm- und Drachenflieger.

Das Wetter ist so schön, spontan entschließe ich mich, die Runde noch ein wenig zu verlängern. Bevor wir den Rückweg nach Hatzenport antreten, wandern wir auf den Moselhängen noch bis zum Ort Lasserg, um von dort durch den urwüchsigen Bischofsteinergraben zur schönen Burg Bischofstein abzusteigen.

Nach 17 Kilometern erreichen wir schließlich wieder unseren Startpunkt. Leider steht die Sonne schon tief am Himmel., sonst würde ich am liebsten einfach noch zwei Stunden weiterwandern. Ein perfekter Tag.

( MITI )

Moselhänge im Morgennebel

Hatzenport im Nebel
Brodenbach, 10. Dezember 2016

Hatzenport im Nebel

Wir haben die Nacht in Brodenbach an der Mosel verbracht. Als ich am Morgen aufwache, liegt der Fluss voll im Nebel. Sichtweite unter 50 Meter. Doch der Dunst reicht nur bis zu halben Höhe der Moselhänge hinauf. Darüber lacht uns die Sonne vor einem blauen Himmel entgegen. Toll sieht das aus.

( MITI )

Advent, Advent, ein Riesenkerzlein brennt

Blick vom Marktplatz zur illuminierten Genovevaburg
Mayen, 8.12.2016

Blick vom Marktplatz zur illuminierten Genovevaburg

Auf Nachtspaziergang in Mayen. Die Einkaufsstraße und der Marktplatz sind schon weihnachtlich dekoriert. Überall leuchtet und glitzert es. Besonders auffällig: Der runde, 30 Meter hohe Bergfried der Genovevaburg. Er ist in der Dunkelheit wie eine überdimensionale Adventskerze illuminiert. Total romantisch sieht das aus.

( MITI )

Durch den vereisten Zauberwald

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Monreal, 7. Dezember 2016

Sieht das nicht bezaubernd aus?

Puh, die letzten Nächte hat es in der Eifel mehrmals heftig gefroren. Und wo die tiefstehende Dezembersonne einzelne Wald- und Talabschnhitte nicht mehr erreicht, ist der Raureif auf Wiesen und Bäumen auch tagsüber nicht getaut. So wurde es Nacht für Nacht mehr.

An manchen Stellen sieht es dadurch schon richtig winterlich aus. Besonders fasziniert hat mich ein karger Steilhang im Monrealer Wald, der mit nunmehr blattleeren und vom Frost in Weiß getauchten Krüppeleichen bewachsen ist. Wie in einem Zauberwald sieht es dort aus.

( MITI )

Mittelalterliches Monreal

Blick von der Elzbrücke Richtung Monreal
Monreal, 6. Dezember 2016

Blick von der Elzbrücke Richtung Monreal

Heute Nachmittag war ich mit Doxi in dem hübschen Städtchen Monreal im Tal der Elz unterwegs. Oberhalb des mittelalterlichen Ortskerns erheben sich die Ruinen der Löwen- und Philippsburg – eine wirklich romantische Kulisse.

Die ältesten erhaltenen Siedlungsspuren in Monreal stammen aus vorchristlicher Zeit. Urkundlich erstmals erwähnt wird es 1193 als „Cunisberch“ (Königsberg). Anfang des 13. Jahrhunderts weiteten die Grafen von Virneburg ihren Einflussbereich auf die kleine Siedlung aus. Der Mode der Zeit entsprechend verwendeten sie von nun an den französischen Namen „Monroial“ (= Königsberg). Später wurde daraus der heutige Name „Monreal“.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg entstand im Ort eine bedeutende Tuchindustrie, gestützt auf die Wolle der großen Schafherden in der Eifel. Viele Fachwerk- und Bruchsteinhäuser zeugen noch heute vom einstigen Wohlstand der Monrealer Tuchmacher.

1988 wurde Monreal Ziel einer Aktion des Satiremagazins Titanic. Deren Redakteure gaben sich als Team einer Produktionsfirma aus und erklärten, auf der Suche nach einem geeigneten Drehort für eine große ZDF-Serie zu sein. Es gelang ihnen, den Bürgermeister und weitere Amtsträger zu einer Neugestaltung des Ortes zu überreden. Dazu wurde ein ganzer Hügel gerodet, eine “störende” Telefonzelle abgerissen und der Ausblick auf die Löwenburg durch eine Fabrikfassade verstellt. Was für ein Streich.

Im Jahr 2009 wurde Monreal dann tatsächlich zum Drehort für die deutsche Fernsehkrimiserie „Der Bulle und das Landei“. Insgesamt wurden bisher sechs Folgen der Serie in Monreal gedreht und von 2010 bis April 2016 im Ersten Programm der ARD ausgestrahlt.

( MITI )

Im Kloster Bebenhausen

Kloster Bebenhausen
Bebenhausen, 4.11.2016

Kloster Bebenhausen mit Nebegebäuden von Westen gesehen

Auf dem Weg von Tübingen nach Böblingen sind wir durch ein sehr schönes Waldgebiet gefahren, den Naturpark “Schönbuch”, wie ich später herausgefunden habe. Am Rande der Landstraße tauchte dabei ein historischer Baukomplex auf, der nach Burg oder Kirche aussah, und mich neugierig gemacht hat.

Auf dem Rückweg machen wir deshalb dort halt. Es handelt sich um den Ort Bebenhausen und das gleichnamige, perfekt restaurierte Kloster. Der Parkplatz unterhalb des Klosters ist gut gefüllt und nach unserem Besuch dort kann ich das gut verstehen. Die ganze Anlage ist wirklich total hübsch und total mittelalterlich und noch dazu ein wunderbarer Ausgangspunkt für Wanderungen im “Schönbuch”. (siehe unten).

Das Kloster Bebenhausen wurde um 1183 von Pfalzgraf Rudolf von Tübingen am Ort einer älteren Burg als Familiengrablege gegründet. Am Ende des 13. Jahrhunderts umfasste der Konvent bereits über 60 Mönche sowie 130 Konversen. Seine Wirtschaftskraft stieg durch zahlreiche Zuwendungen, so dass es 1301 Stadt und Burg Tübingen kaufen und für kurze Zeit innehaben konnte.

Nach der Einführung der Reformation 1535 durch Herzog Ulrich von Württemberg wurde der Konvent vertrieben. Nach 1800 nahmen die Wirtschaftsgebäude das Oberforstamt Tübingen auf, die Konventsgebäude dienten als königliches Jagdschloss. Hier wohnten nach seiner Abdankung als König im Jahre 1918 Herzog Wilhelm von Württemberg und seine Frau.

Heute ist die gesamte Anlage nach liebevoller Restauration als Museum zugänglich und beherbergt darüber hinaus das Forstamt der Stadt Tübingen. Ein ganz tolles Ensemble, in dem man sich sofort wie im Mittelalter fühlt. Wenn plötzlich ein Mönch oder ein Ritter um die Ecke käme, man würde sich nicht wundern.

( MITI )

In der Universitätsstadt Tübingen

Blick von einer der zahlreichen Neckarbrücken in Richtung Altstadt
Tübingen, 4.11.2016

Blick von einer der zahlreichen Neckarbrücken in Richtung Altstadt

Von der Hohenzollernburg sind wir ins 30 Kilometer entfernte Tübingen weitergefahren. Die berühmte Universitätsstadt ist ein Anziehungspunkt für Touristen aus dem Inland und Ausland. Im Gegensatz zu vielen anderen Städten dieser Größe gibt es dort aber keinen Womo-Stellplatz. Ich habe uns deshalb auf dem zurzeit leeren Festplatz gegenüber des Tübinger Freibads “eingebucht”. Wir stehen wenige Meter vom Neckar entfernt. Bis zur historischen Innenstadt sind es nur 1,5 Kilometer.

Nach einer kalten Nacht unternehme ich mit Doxi am Morgen bei herrlichem Sonnenschein einen ausgedehnten Spaziergang durch die Stadt. Der einzigartige Mix aus alten Fachwerkhäusern und protzigen Villen aus der Gründerzeit ist wirklich beeindruckend. Bemerkenswert finde ich, dass so viele Gründerzeitvillen in allerbester Hanglage über dem Neckar im Besitz von Burschenschaften zu sein scheinen. Da haben die “alten Herren” ihrem Nachwuchs wohl fleißig vererbt.

Wir steigen zum Schlossberg hinauf, von wo man einen wunderbaren Blick auf die Altstadt und die umliegenden Hügel hat. Erst wollt ich die Stadt auf unserer Baden-Württemberg-Tour ja auslassen, weil es keinen vernünftigen Womo-Stellpatz gibt. Gut, dass ich mich anders entschieden habe.

( MITI )

Auf der Burg Hohenzollern

Luftbild der Burg (Foto A. Kniesel)
Bissingen, 3.11.2016

Luftbild der Burg (Foto A. Kniesel | http://commons.wikimedia.org | Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE)

Also diesen Ort wollte ich schon lange einmal besuchen. Die Burg Hohenzollern ist die Stammburg des Fürstengeschlechts und ehemaligen preußischen Königs- und deutschen Kaiserhauses der Hohenzollern.

Die Gipfelburg liegt weithin sichtbar auf dem 855 Meter hohen alleinstehenden Bergkegel des Hohenzollern, der der Schwäbischen Alb vorgelagert ist und dieser Region ihren Namen verliehen hat: Zollernalb.

Die Burg hat eine wechselvolle Geschichte. Ihre Errichtung geht vermutlich auf das 11. Jahrhundert zurück. Im Dreißigjährigen Krieg wurde sie zur Festung ausgebaut. 1745 wurde sie im Österreichischen Erbfolgekriegs von französischen Truppen besetzt wurde. Nach dem Abzug der letzten österreichischen Besatzung 1798 verfiel die Burg,

Die Idee zum Wiederaufbau der Burg kam dem damaligen Kronprinzen und späteren Preußischen König Friedrich Wilhelm IV. als er 1819 auf dem Weg zu einer Italienreise auch die Wurzeln seiner Herkunft kennenlernen wollte und den Berg bestieg.

1850 fand die Grundsteinlegung statt. Die Struktur und Ausgestaltung der Anlage spiegelt den romantischen Geist jener Zeit wider und verkörpert die damalige Idealvorstellung einer mittelalterlichen Ritterburg. Zum anderen ist die Burg Ausdruck des politischen Repräsentationswillens der Herrscher von Preußen, die die Stammburg ihrer Ahnen in prunkvoller Form wiederaufgebaut sehen wollten.

Am 3. Oktober 1867 wurde der Bau unter König Wilhelm I. von Preußen vollendet und eingeweiht. Bei einem Erdbeben am 3. September 1978 wurde die Burg schwer beschädigt, die Restaurierungsarbeiten zogen sich bis in die 1990er Jahre hin.

Die Burg ist nach wie vor Privateigentum. Sie gehört zu zwei Dritteln der brandenburgisch-preußischen Linie des Hauses Hohenzollern, zu einem Drittel der schwäbisch-katholischen Linie.

Jährlich besuchen bis zu 300.000 Menschen die Burg. Heute war auch ich darunter Weil ich Doxi dabeihatte, konnte ich die prunkvollen Räume, Schatz- und Waffenkammern leider nicht besuchen.  Aber schon die Einblicke von außen und die herrlichen Fernblicke von der Burg in die Schwäbische Alb waren den Besuch wert.

( MITI )

Wo die Donau trocken fällt

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Immendingen, 3.11.2016

Das Flussbett ist trocken. Die Donau ist weg!

Rund 30 Kilometer von ihrer Quelle entfernt kann man im Flussbett der jungen Donau ein bemerkenswertes Naturphänomen beobachten: An bis zu 155 Tagen im Jahr versinkt das gesamte Wasser im unterirdischen Karstgestein. Zurück bleibt ein trockenes Flussbett, in dem man spazieren kann. So ist es auch an diesem kalten Novembermorgen, als ich mit Doxi den betroffenen Flussabschnitt bei Immendingen besuche.

Nur wenn der Fluss viel Wasser führt, wie beispielsweise nach der Schneeschmelze, bleibt genug Wasser übrig, um das Flussbett weiter zu bedecken. Ansonsten bleibt das Kiesbett am Grund des Flusses über einige Kilometer leer, bevor es sich durch den Zustrom aus verschiedenen Bächen und Flüssen langsam wieder füllt. Die Donau ist dann quasi unterbrochen.

Wie man seit rund 150 Jahren weiß, fließt das versunkene Wasser unterirdisch mit einer Geschwindigkeit von rund 195 m/h über eine Distanz von 12 Kilometern zum Aachtopf bei Aach, wo es wieder an die Oberfläche tritt und den Fluss Aach füllt.

Der Aachtopf ist die größte Karstquelle in Deutschland. Wenn die Donau Hochwasser führt, blubbert und sprudelt es dort regelrecht, so viel Donauwasser tritt dann in jedem Moment an die Oberfläche.

Weil die Aach dem Bodensee und darüber dem Rhein zuströmt, füllt die junge Donau so die Nordsee und nicht etwa das Schwarze Meer, wie in ihrem weiteren Verlauf. Sie überwindet damit die europäische Wasserscheide – was eigentlich paradox ist.

Ich hatte mich schon lange auf diesen Besuch gefreut und bin total happy, dass ich an diesem Morgen tatsächlich trockenen Fußes im Flussbett der Donau spazieren kann. Vom Parkplatz aus wandere ich mit Doxi zwei Kilometer flussaufwärts, bis wir an die Stelle gelangen, wo das letzte Wasser tatsächlich im Untergrund versinkt. Man sieht es genau: Das Wasser strömt vorwärts und plötzlich versinkt es einfach im Kiesbett des Flusses. Wahnsinn!

Wo die Donau trocken fällt

( MITI )

An der Donauquelle

Einfassung der Donauquelle neben dem Fürstenbergischen Schloss
Donaueschingen, 2.11.2016

Einfassung der Donauquelle neben dem Fürstenbergischen Schloss

Von Furtwangen im Schwarzwald bin ich weitergefahren nach Donaueschingen, das als Quellort der Donau bekannt ist. Mit dem Wohnmobil stehen wir direkt an dem schönen Schlosspark, der über einen prächtigen Baumbestand verfügt. Viele der großen alten Bäume zeigen gerade ihr herbstlich buntes Kleid. Toll sieht das aus.

Keine zweihundert Meter von unserem Stellplatz entfernet befindet sich der Donautempel am Ausfluss des Donaubaches in die Brigach. Der Tempel wurde 1910 im Auftrag von Kaiser Wilhelm II. als Andenken an seine vielen Besuche im Hause Fürstenberg errichtet.

Der Donaubach entspringt wenige Meter weiter am Westflügel des Fürstlich Fürstenbergischen Schlosses (Schloss Donaueschingen) in einer kunstvoll gefassten Karst-Aufstoß-Quelle, die jährlich zehntausende von Besuchern anlockt. Rund 1,5 km weiter vereinigt sich dann die Brigach mit der Breg zur offiziellen Donau.

Auch auf mich wirkt dieser Ort eine große Anziehungskraft aus. Ich weiß nicht genau, was es ist, aber ich finde es sehr bewegend, den Ursprung eines fast drei tausend Kilometer langen Flusses an einem solchen Ort festmachen zu können. Von hier ist das Wasser fast fünf Wochen unterwegs und durchfließt zehn Länder, bis es ins Schwarze Meer fließt. Mehr als jeder andere Fluss auf unserem Planeten.

( MITI )

Hilfe, der Bus kommt nicht

In der Wutachschlucht
Bachheim, 1. November 2016

In der Wutachschlucht

Ich bin ja eher so der “Rundwandertyp”. Streckenwanderungen, Zurückfahren mit Bus und Bahn, das ist nicht so mein Ding. Aber heute war ich echt Mal soweit. Nach 16 anstrengenden Kilometern durch die Wutachschlucht wollte ich ab Bachheim mit dem Wanderbus zurück zur Schattenmühle, unserem Einstiegspunkt in de Wutachschlucht.

Doch ich wartete vergeblich fast eine Stunde auf den Bus, bis ich noch Mal das Kleingedruckte auf der Fahrplantafel studiert habe. Und dort stand leider in hübschen kursiven Lettern geschrieben: “Betriebszeiten vom 4.6.2016 bis zum 24.10.2016”. Upps, da sind wir wohl genau eine Woche zu spät gekommen. Der Wanderbus ist schon im Winterschlaf.

Also das Ganze Retour. Aber diesmal nicht durch die Schlucht, sondern auf den Höhen, und immer schön der Nase nach, denn mein Navi hatte mittlerweile seinen Akku vollständig leergesaugt. “Nicht noch einer im Winterschlaf”, schoss es mir in diesem Moment durch den Kopf.

Dass die Sonne in der Zwischenzeit den kalten Nebel vertrieben hatte, versüßte mir den langen Rückweg doch gewaltig. Nur die letzten drei Kilometer sind wir dann wieder in einem ständigen Auf und Ab an der Wutach entlanggelaufen.

Aber die Lotenbachklamm habe ich mir am Ende erspart. Nicht noch Mal dieses Gekraxel. Stattdessen bin ich mit Doxi die Landstraße von der Schattenmühle hinauf zur B315 gelaufen. Drei Mal so lang wie der Weg durch die Klamm, aber bei weitem nicht so steil. 31 Wanderkilometer sind so am Ende des Tages zusammengekommen, bei 1.050 Höhenmetern. Gehzeit: 8 Stunden 30.

Aber ich habe es nicht bereut. Die wilde und urwüchsige Wutachschlucht mit ihren wechselnden Gesteinsaufschlüssen und einer vielfältigen Flora ist wirklich etwas ganz Besonderes. Anstrengend zu gehen, aber mit tollen Aussichten und Eindrücken.

( MITI )

Herzogenhorn, Feldberg, Spießhorn

Blick vom Feldberg Richtung Alpen
Bernau-Dorf, 30. Oktober 2016

Blick vom Feldberg Richtung Alpen

Heute war ich mit Doxi auf der höchsten Erhebung aller deutschen Mittelgebirge, auf dem 1.493 Meter ü.N.N hohen Feldberg im Schwarzwald. Von unserem Stellplatz in Bernau Dorf ging es zunächst hinauf auf das Herzogenhorn, dem mit 1.415 Meter zweithöchsten Gipfel im Schwarzwald. Da wir ganz früh am Morgen gestartet sind, waren wir auf dem Weg dorthin noch fast alleine unterwegs.

Oben auf dem Gipfel erwartete uns eine fantastische Fernsicht. In südlicher Richtung zeichnete sich der nördliche Rand der Alpen als langes Gipfelband am Horizont ab: Von der Zugspitze im Osten über die Allgäuer Alpen, den Silvretta, die Glamer und Berner Alpen bis hin zum Mont Blanc reichte der Blick. Nach Norden blickten wir direkt hinüber zum Feldberg, der mit dem Herzogenhorn über einen drei Kilometer langen Sattel verbunden ist.

Auf dem Weg zum Feldberg wurde es an diesem herrlichen Sonntagvormittag dann schon etwas voller auf den Wanderwegen. Viele Menschen waren mit der Seilbahn zum Feldberg hinauf gekommen und strebten von dort hinüber zum Herzogenhorn. Wir waren in der umgekehrten Richtung unterwegs und stiegen hinauf zum höchsten Punkt des Feldbergs bei der großen Funk- und Sendestation.

Nach Norden und Westen hatten wir von dort einen wunderbar klaren Blick in das Breisgau und dahinter auf die Vogesen. Richtung Süden sahen wir das Herzogenhorn und dahinter wieder die Alpenkette. Den Aussichtsturm, der seit 2013 ein Schwarzwälder-Schinken-Museum beherbergt, ließen wir links liegen. Da war mir an diesem Morgen einfach zu viel los.

Bis zu diesem Punkt waren wir bereits 4 Stunden unterwegs und hatten auf einer Strecke von 14 Kilometern 1.100 Höhenmeter zurückgelegt. Auf dem Rückweg stand uns also noch eine gute Strecke bevor (puh). Doch wir konnten ein wenig abkürzen, indem wir den Gipfel des Herzogenhorns rechts liegen ließen und an dessen Nordflanke zum Spießhorn hinabztiegen, das etwas tiefer liegt. Von dort ging es dann zurück nach Bernau Dorf, wo wir nach rund 7 Stunden, 27 Kilometern Strecke und 1.380 aufgestiegenen Höhenmetern wieder ankamen.

Es war unsere bisher längste Wandertour in diesem Jahr und eine, die sich absolut gelohnt hat. Endlich war ich mal auf dem Feldberg. Ein tolles Erlebnis war das. Anschließend haben Doxi und ich erst Mal ein kleines Päuschen eingelegt. Das hatten wir uns aber auch verdient 🙂

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Am Ninglinspo in den Ardennen

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Aywaille, 8. Oktober 2016

Steine, Brücken, enge Stege und kleins Bassins – das ist typisch für den Ninglinspo

Heute habe ich mit Doxi eine anspruchsvolle und abenteuerliche Wanderung durch eines der schönsten Täler Belgiens unternommen. Beim Ort Aywaille in der Wallonie wanderten wir entlang der beiden Wildbäche Ninglinspo und Chefna auf einer Länge von 16 Kilometern durch die Ardennen.

Der merkwürdige und für die Region ungewöhnliche Name “Ninglinspo” entstand vor rund zweihundert Jahren durch einen Fehler französischer Kartografen. Er ist jedoch bis heute in Gebrauch.

Der wilde Bach hat den Fels im Lauf der Zeit rund gewaschen und tiefe Rinnen darin hinterlassen. Es haben sich zahlreiche kleine Wasserfälle und Bassins gebildet, die teils romantische Namen tragen.

Der Weg entlang des Baches ist größtenteils schmal, steil, felsig und deshalb an zahlreichen Stellen mit Seilen gesichert. Immer wieder muss man über Brücken und schmale Stege die Seite wechseln.

Wir folgen dem Bach hinauf auf die Ardennenhöhen und wandern auf der Hochfläche über Forstwege durch den Wald, bis wir entlang des Wildbaches Chefna unseren Abstieg zurück nach Aywaille beginnen. Anders als beim Ninglinspo hat man beim Chefna die Wahl zwischen einem schwierigen, ufernahen Weg und einem etwas höher gelegenen, leicht zu passierenden Forstweg.

Wir wählen den Forstweg und folgen dem Bachlauf bis zu seiner Mündung in die Amel (frz. Ambieve), einem der größeren Ardennen-Flüsse, der zum Einzugsgebiet der Maas gehört. Der Fluss ist in diesem Bereich mit vielen großen Granitsteinen durchsetzt. Entlang des Flusses gelangen wir zurück zu unserem Ausgangspunkt am Wanderparkplatz Ninglinspo.

( MITI )

Buddha Ausstellung in Völklingen

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Völklingen, 7. Oktober 2016

Nein, hier durfte Doxi leider nicht mit hinein. Bei unserem Besuch in Völklingen im Saarland habe ich heute die Buddha Ausstellung in der ehemaligen Völklinger Hütte besucht. Neben Fotos des Amerikaners Steve McCurry sind hier in einer weltweit einmaligen Schau 232 Buddhafiguren aus zwei Jahrtausenden ausgestellt.

Die Figuren stammen aus Indien, Nepal, China, Thailand, Kambodscha und weiteren asiatischen Ländern. Sie sind nicht nur Ausdruck der großen Verehrung für Buddha und die Bodhisattwas, sondern zeugen auch von der hohen Kunstfertigkeit, die im Laufe der Jahrhunderte entwickelt wurde.

Viele Objekte sind wahre Preziosen und spiegeln die individuelle kulturelle Entwicklung in den verschiedenen Ländern und Regionen wider. Da die meisten Objekte aus Privatsammlungen stammen, sind Fotoaufnahmen in der Ausstellung leider nicht erlaubt. Die hier gezeigten Skulpturen ähneln denen aus der Ausstellung, stammen jedoch aus öffentlich zugänglichen Quellen.

( MITI )

Durch die Kirchheller Heide

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Bottrop, 1. Oktober 2016

Rund um den Rotbach erstrecken sich zahlreiche Wander- und Fahrradwege

Überraschend grün, das Ruhrgebiet. Eigentlich wollte ich mit Doxi heute zum Wandern in die Eifel. Weil es dort regnete, sind wir ins nördliche Ruhrgebiet ausgewichen. Im Westen von Bottrop erstreckt sich auf rund 2000 Hektar die “Kirchheller Heide”, ein großes Wald- und Wiesengebiet, das auch den Fernewald, den Grafenwald und den Köllnischen Wald einschließt.

Obwohl wir uns auf unserer 17 Km-Wanderung fast ausschließlich durch Wald bewegten, war das Landschaftsbild sehr abwechslungsreich. Am Wegesrand mehrere Seen und zahlreiche mäandernde Bäche wie Spechtbach, Rotbach und Schwarzbach, die sich durch ihre natürliche Auenvegetation auszeichnen.

Das Grundwasser steht hier überall sehr hoch, was sich auch in der Waldvegetation durch einen hohen Anteil an Erlen bemerkbar macht. Ein wirklich sehr schöner Wald und eine tolle Wanderroute, und tatsächlich nur halb so weit von uns entfernt, wie die Eifel 🙂