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Doxi, mach Hopp

Doxi, mach Hopp
Meerbusch-Strümp, 29. Januar 2019

Unser Lieblingsbachspringerhund in Aktion

Wenn Doxi einem Stöckchen hinterher jagt, gibt es keine Hindernisse. Und so zögert sie nicht lange, den kleinen Entwässerungskanal im Feuchtgebiet der Alt-Ilvericher-Rheinschlinge zu überspringen, um die begehrte Beute zu erhaschen.

Zum ersten Mal seit bald einer Woche zeigt sich an diesem Dienstag-Mittag wieder die Sonne. Das nutzen wir für einen schönen Hundespaziergang am Rhein, rund 15 Kilometer von unserem Zuhause entfernt.

Im glänzenden Licht der Mittagssonne wirkt die Winterlandschaft plötzlich wieder ganz herbstlich. Schön ist das, aber leider hält dieses Intermezzo nicht lange an. Nach rund zwei Stunden sind die dicken Wolken wieder da. Aber immerhin: Wir haben ein wenig Sonne und damit auch Vitamin-D getankt.

( MITI )

Tolkamer: Zwischen See, Kanal und Rhein

Tolkamer: Zwischen See, Kanal und Rhein
Tolkamer, 20.07.2018

Womo-Stellplatz auf dem Rheindeich bei Tolkamer

Nach unserem Aufenthalt am Rhein radele ich mit Doxi im Anhänger weiter stromaufwärts in das wenige Kilometer entfernte Tolkamer. Die kleine niederländische Gemeinde ist reich gesegnet mit Wasserflächen: Auf der einen Seite der Rheinstrom mit einem Übernachtungshafen für Frachtschiffe, auf der andere Seite das Erholungs- und Wassersportrevier De Bijland.

Das gesamte Gebiet liegt auf einer früheren Schlinge der Waal, wie der Rhein in den Niederlanden genannt wird. Diese Schlinge wird seit 1776 durch einen künstlich geschaffenen, drei Kilometer langen Kanal überbrückt. Durch diesen Bijlands-Kanal wollten die Gelderländer die Schiffahrt auf dem Rhein/Waal vereinfachen und gleichzeitig ihre Region besser gegen Überschwemmungen schützen.

In Tolkamer gibt es mehrere interessante Womo-Stellplätze, dich ich mir bei dieser Gelegenheit für einen künftigen Aufenthalt anschaue: Einen Asphaltplatz direkt an der Rheinpromenade , einen etwas größeren naturnahen Stellplatz am Yachthafen De Bijland  und einen kleinen auf der Rasenfläche an einem Restaurant unmittelbar am Rhein. Der letztgenannte gefällt mir besonders gut. Den werde ich mir mal merken…

( MITI )

Von Hochelten zum Rhein

Von Hochelten zum Rhein
Hochelten, 20.07.2018

Auf dem Rheindeich zwischen Emmerich und Tolkamer

Ein heißes Sommer-Wochenende steht bevor. Jutta ist mit ihren Freundinnen auf dem Parookaville-Festival bei Weeze und ich bin mit dem Wohnmobil und Doxi am nördlichen Niederrhein im Grenzgebiet zu den Niederlanden unterwegs.

Heute machen wir in Hochelten halt, das auf dem Eltenberg liegt und genau wie das darunter angesiedelte (Nieder-) Elten zu Emmerich gehört. Der Ort bildet den äußersten nordwestlichen Zipfel des Bundesgebiets und ist auf drei Seiten von niederländischem Staatsgebiet eingeschlossen.

Wir stehen auf dem kostenlosen und sehr schön gelegenen Womo-Stellplatz unweit der Kirche St. Vitus. Der ehemalige Reichsstift ist durch seine exponierte Lage auf dem Eltenberg eine weithin sichtbare Landmarke.

Gleich nach unserer Ankunft am Morgen baue ich Doxis Fahrradanhänger auf und radele mit ihr zum knapp vier Kilometer entfernten Rheindech, der sich zwischen Emmerich und dem niederländischen Tolkamer erstreckt. Wir suchen uns einen schönen Abschnitt am Fluss und machen es uns im Schatten eines Baumes gemütlich.

Über den Fluss weht ein kühlender Wind zu unser herüber, der durch die vorbeifahrenden Schiffe immer wieder angefacht wird. So lässt es sich auch in der Sommerhitze gut aushalten.

( MITI )

Es ist wieder Kirmes in Düsseldorf

Es ist wieder Kirmes in Düsseldorf
Düsseldorf, 15. Juli 2018

Blick von der Rhein-Knie-Brücke auf die Düssedorfer Kirmes

Morgens wandern, abends radfahren – unter diesem Motto waren wir heute am Vormittag zunächst bei Erkrath auf Schusters Rappen unterwegs, um am Abend mit dem Fahrrad zur Düsseldorfer Kirmes zu radeln.

Zuvor haben wird das Endspiel der Fußballweltmeisterschaft in Russland  geschaut, das Frankreich gegen Kroatien mit 4:2 Toren doch relativ eindeutig gewonnen hat.

Nach der Hitze des Nachmittags ist es kurz vor dem Sonnenuntergang richtig schön mild geworden. Auf der Kirmes ist entsprechend viel los. Die Menschen drängen durch das Gelände, die Stimmung ist heiter und gelöst.  So lasse ich mir einen Abend auf der Kirmes gefallen.

( MITI )

Unkeler Dreisprung 2012

Unkeler Dreisprung 2012
Unkel, 18. Juni 2018

Doxi beim Abstieg entlang des Hähnerbachs durch die Unkeler Schweiz

Puh, das war anstrengend: Unsere letzte Wanderung in Unkel sollte mit 24 Kilometern auch die längste werden. Wir folgten dabei dem Unkeler Dreisprung von 2012 hinauf zum gut zehn Kilometer entfernten Arsberg.

Gleich hinter dem Ortsausgang geht es steil den Leidenberg hoch bis zum Bruchhausener Plateau. Wir passieren den Haanhof und steigen dahinter durch alte Buchen- und Eichenbestände langsam nach Rheinbreitbach hinab.

Ab jetzt geht es stetig bergauf, zunächst am stillgelegten Naturfreibad vorbei und dann zur alten Ziegelei. Der Wald wird dichter und urwüchsiger. Nach einem langen Anstieg erreichen wird die Reste einer V1-Abschussrampe aus dem Zweiten Weltkrieg und kurz dahinter das „Auge Gottes“, einen Bildstock, der um 1890 errichtet wurde.

Der nächste Anstieg bringt uns zum höchsten Punkt der Tour. Es geht einmal um den Arsberg herum und an einem der beiden Seen vorbei, die nach dem Ende des Basaltabbaus am Arsberg entstanden sind. Ganz still und verwunschen liegt der teilweise zugewachsene See da. Doxi lässt es sich natürlich nicht nehmen, erst einmal die Qualität des glasklaren Seewassers zu testen.

Es folgt ein langer Abstieg zu einem Waldparkplatz an der L252 und von dort wieder leicht ansteigend um den Allerscheid ins Tetzelbachtal. Bald darauf erreichen wir die Grillhütte St. Laurentius am Waldrand, die einen Ausblick weit in die Eifel hinein bietet.

Dem Weg durch die Felder folgend, geht es vorbei am Wallfahrtsort Bruchhausen. Bevor wir ins Hähnerbachtal hinabsteigen, labe ich mich an einem großen Kirschbaum auf öffentlicher Fläche. Die Hälfte der Kirschen sind  von Vögeln angefressen oder schon verfault, aber der Rest schmeckt einfach wunderbar. Eine köstliche Stärkung.

Dann folgen wir dem idyllischen Bachlauf des Hähnerbachs durch die Unkeler Schweiz. Kurz vor dem Ortsrand  passieren wir den Unkeler Wasserfall und erreichen bald darauf nach sechs Stunden wieder unseren Womo-Stellplatz im Ortszentrum von Unkel.

Gut 80 Kilometer sind wir in den vergangenen vier Tagen rund um Unkel gewandert. Schön war das, aber ich glaube, jetzt habe ich erst einmal genug geunkelt 🙂

( MITI )

Mit dem Fahrrad nach Bad Honnef

Mit dem Fahrrad nach Bad Honnef
Bad Honnef, 17. Juni 2018

Historische Häuser am Alten Markt von Bad Honnef gegenüber der Kirche St. Johann Baptist

Heute ist das Auftaktspiel der Deutschen Fußballnationalmannschaft bei der Fußball-WM in Russland.  Während ich im Radio das glücklose Spiel gegen Mexiko verfolge, radele ich mit Doxi im Fahrradanhänger von Unkel nach Bad Honnef. Unterwegs ist erstaunlich wenig los, vermutlich weil die meisten Menschen zu dieser Stunde vor dem Fernseher sitzen.

Bad Honnef liegt am rechten Rheinufer zwischen Königswinter und Rheinbreitbach am Fuße des Siebengebirges. Dort beginnt der Übergang vom Mittelrhein zum Niederrhein. Alexander von Humboldt hat die Kurstadt aufgrund ihres ganzjährigen milden Klimas einst als „rheinisches Nizza“  gerühmt. Doch damit enden die Parallelen mit der mondänen französischen Hafenstadt auch schon.

Ich will mir die Altstadt von Bad Honnef anschauen, die auf einem Hügel oberhalb des Rheins liegt und sich rund um die Kirche St. Baptist erstreckt. Um mit Doxi im Schlepptau vom Rheinuferweg dort hinauf zu kommen, muss ich mich ganz schön in die Pedale werfen, da hilft auch der Motor meines Pedelecs nur sehr bedingt.

An der Kirche angekommen, stelle ich das Fahrrad ab und drehe mit Doxi eine Runde durch die Altstadt. Abseits des Marktplatzes an der Kirche sind nur wenige historische Häuser erhalten.  Die Fußgängerzone dominieren Bauten, die nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden sind. Ein wahre Schmuckstück ist diese Altstadt im Vergleich zu den umliegenden Gemeinden nicht, aber trotzdem finde ich es interessant, das alles einmal gesehen zu haben.

( MITI )

Unkeler Dreisprung 2014

Unkeler Dreisprung 2014
Unkel, 17. Juni 2018

Blick hinunter nach Unkel. In der Mitte der Astgabel geht der Blick zu unserem Womo-Stellplatz.

Unser dritter Tag in Unkel. Heute sind wir den Unkeler Dreisprung von 2014 gelaufen. Auf einer Länge von 19 Kilometern bei 500 Höhenmetern ging es wieder durch das Waldgebiet östlich von Unkel, allerdings auf ganz anderen Wegen und Pfaden als gestern beim Unkeler Dreisprung von 2016 .

Wir starten mit einem strammen Anstieg hinauf zum 140 Meter hohen Stuxberg. Dort genießen wir die Aussicht nach Remagen zur Apollinariskirche, zum Rolandsbogen und hinunter nach Unkel, wo wir auch unser Womo auf dem Stellplatz sehen.

Weiter geht es durch den von Vogelgesang erfüllten Wald Richtung Orsberg und dann Richtung Bruchhausen. Bald laufen wir auf schmalen Pfaden hinab in das Tal des Kasbaches. Wir folgen dem malerischen Bach bergan und kreuzen mehrmals die Gleise der historischen Kasbachtalbahn.

Nach einem Anstieg durch den Wald erreichen wir die Feldflächen rund um Bruchhausen. Eine Schleife durch den angrenzenden Wald führt uns zur Laurentius Grillhütte, die wir jedoch links liegen lassen.

Statt dessen folgen wir einem Weg unterhalb der Stromtrasse in nördlicher Richtung bis zu einer kleinen Schutzhütte und biegen dann auf einen schmalen Pfad ein, der uns zum höchsten Punkt der Wanderung in die Nähe des Eischeiderkopfes bringt.

Anschließend laufen wir auf einem dicht bewachsenen Rückeweg wieder ins Tal Richtung Rheinbreitbach. Bald steigt der Weg erneut an und führt uns zurück in die Gemarkung Eischeid zu der Schutzhütte, an der wir schon einmal abgebogen sind.

Nun folgen wir dem Weg und streifen den Orstrand von Bruchhausen,. Vorbei am Soldatenfriedhof und über den Haanhof erreichen wir die Talkante oberhalb von Scheuren. Steil bergab durchs „Katzenloch“ geht es durch Scheuren und zurück nach Unkel, wo wir nach fünf Stunden wieder an unserem Womo-Stellplatz eintreffen.

Das war wieder eine sehr schöne Tour bei perfektem Wanderwetter: 20 Grad und teils Sonne, teils Wolken. Für morgen habe ich mir den Unkeler Dreisprung von 2102 vorgenommen, mit 24 Kilometern eine der längsten dieser Touren bislang. Ich vermute, anschließend haben wir auch erst einmal genug vom Unkeler Wald, aber mal sehen …

Unkeler Dreisprung 2014

( MITI )

Unkeler Dreisprung 2015

Unkeler Dreisprung 2015
Unkel, 16. Juni 2018

Bildstock “das Auge Gottes” von 1890 am Eischeider Kopf

Unsere zweite Wanderung ab Unkel folgt der Route des “Unkeler Dreisprungs” aus dem Jahre 2015. Unter diesem Titel findet seit 2008 jährlich im September eine Volkswanderung durch die Wälder und Berge rund um Unkel statt.

Es werden jeweils drei Touren mit unterschliedlicher Länge angeboten. Wir folgen heute der mit knapp 17 Kilometern und 440 Höhemetern längsten Variante, die im Internet als GPX-Datei verfügbar ist.

Schnell zeigt sich, dass die Tour von lokalen Experten geplant wurde, denn es geht durch versteckte, aber gut gehbare Wege abseits der stark frequentierten Strecken.

Die Tour startet an unserem Womo-Stellplatz am Rande der Altstadt von Unkel und führt zunächst in südlicher Richtung zu den Weinbergen und daran vorbei zur ehemaligen Wasserburg Vilzelt aus dem 13. Jahrhundert

Dahinter geht es steil bergan entlang der Flanke der Heisterer Ley in Richtung Stuxberg. Anschließend laufen wir in Richtung des Wallfahrtortes Bruchhausen und dahinter durch Felder in den Bruchhausener Wald und zur St. Laurentius Grillhütte.

Kurz dahinter kommen wir an einer ehemaligen Abschussrampe der Deutschen Wehrmacht für V1-Raketen aus dem Zweiten Weltkrieg vorbei. Weiter geht es ständig bergauf bis zum Eischeider Kopf mit dem  Bildstock “das Auge Gottes” von 1890. Hier erfahren wir PuTTY SSH SOCKS proxy , dass Gott wirklich alles sieht.

Damit haben wir den südlichen Rand des Naturparks Siebengebirges erreicht.  Von dort folgt der Weg ein Stück dem Rheinsteig Richtung Bad Honnef, bis er abbiegt und am Rand des Rheinbreitbacher Katzenloches bzw. Honnefer Grabens zur Breiten Heide abwärts führt.

Der anschließende Weg bergab führt an den Überresten einer ehemaligen Kupfererz-Aufbereitungsanlage vorbei. Der Bergbau dort geht bis in das 17. Jahrhundert zurück. Aus dem gewonnenen Kupfer wurde u.a. die Glocke St. Martin im Bonner Münster gegossen.

Bald kommen wir an einem Soldatenfriedhof  vorbei, auf dem 74 deutsche Soldaten während des 2. Weltkrieges beigesetzt wurden. Vorbei an Gut Haanhof führt der Weg anschließend über den Rheinsteig zur Abbruchkante des Schiefergebirges am Rande des Rheintals.

Der Abstieg vom Leidenberg geht vorbei an neu angelegten Weinbergen und führt uns zurück zu unserem Startpunkt, den wir nach knapp fünf Stunden wieder erreichen. Das war eine durchaus anspruchsvolle aber wirklich ganz hervorragend geplante Tour.

Morgen wollen wir den Unkeler Dreisprung aus dem Jahr 2014 laufen. Ich bin schon gespannt, was uns dann erwartet.

( MITI )

Rauf zur Erpeler Ley

Rauf zur Erpeler Ley
Unkel, 15. Juni 2018

Ausblick in südlicher Richrung auf den Rhein von der Erpeler Ley

Unsere erste Wanderung an unserem Standort in Unkel führt uns auf einer Länge von 12 Kilometern in einer großen Schleife hinauf zur Erpeler Ley, einem Aussichtsfelsen südlich von Unkel. Wir folgen dabei auf Teilstücken dem Rheinsteig und dem Rotbäckchen-Rundwanderweg, der um Unkel führt

Am Ostrand von Unkel laufen wir zunächst durch den Orsteil Scheuren mit seinen historischen Fachwerkhäusern und der hübschen Kapelle. Dann geht es durch Wald stetig bergauf zu den Höhen über dem Rheintal und zum Ort Bruchhausen mit der Kirche St. Johann Baptist im Ortszentrum.

Anschließend führt uns der Weg zwischen Feldflächen und kleinen Waldabschnitten zur Erpeler Ley, die eine tolle Aussicht in das Rheintal und auf Remagen am anderen Flussufer bietet. Unmittelbar gegenüber ist der verbliebene Brückenpfeiler der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Eisenbahnbrücke von Remagen (Ludendorff-Brücke) zu sehen.

Neben dem Drachenfels gehört die 191 m.ü.N.N hohe Erpeler Ley zu den bekanntesten Vulkanruinen im Mittelrheintal. Die Ausbildung der Gesteine ist auf die Abkühlung und Erstarrung im Innern der Lavaströme zurückzuführen. Schon in römischer Zeit diente der Fels als Steinbruch. Seit 1941 steht er unter Naturschutz.

Unten, im Berg der Erpeler Ley, befindet sich noch der Tunnel, durch den die Eisenbahngleise nach der Rheinquerung über die Ludendorff-Brücke weiter gen Osten liefen. Der Tunnel diente im Zweiten Weltkrieg als Luftschutzbunker für die lokale Bevölkerung und ist seit Kriegsende verschlossen.

Hinter der Erpeler Ley laufen wir auf den Höhen zum Unkeler Ortsteil Orsbach und steigen dann zum Südrand von Unkel herab. Dort folgen wir dem Rheinuferweg in nördlicher Richtung ins Zentrum von Unkel, wo wir nach knapp vier Stunden wieder unseren Startpunkt erreichen.

Das war schon einmal ein vielversprechender Auftakt zu unserem Wanderwochenende in Unkel. In den nächsten Tagen wollen wir noch längere Toren gehen. Ich bin gespannt, was uns dann noch erwartet.

( MITI )

Unkel am Rhein

Unkel am Rhein
Unkel, 15.06.2018

Marienstatue, ehemalige Burg und Pfarrkirche von Unkel an der Uferpromenade

Wir sind für ein Wochenende mit dem Wohnmobil nach Unkel gefahren. Die Stadt am Mttelrhein 20 Kilometer südöstlich von Bonn ist für ihren Rotwein und als Wohnort namhafter Persönlichkeiten bekannt. Hier lebe u.a. Willy Brandt, Stefan Andres und Annette von Droste-Hülshoff.

Der Name Unkel stammt aus dem Lateinischen oder Fränkischen und bedeutet in beiden Sprachen so viel wie  “Bogen” oder “Krümmung”. Da der Rhein bei Unkel einen großen Bogen macht, wurde zunächst das ganze Gebiet rechts und links des Rheinbogens “uncus” genannt.

An der Rheinpromenade von Unkel legen heute mehrmals täglich die Ausflugsschiffe der “Köln-Dusseldorfer” an und bringen Gäste in die Stadt. Wir sind vor allem zum Wandern nach Unkel geommen und haben uns für das Wochenende mehrere Touren vorgenommen. Diese starten praktischerweise direkt am Großparklatz am Rande der Altstadt, der auch einige kostenlose Stellplätze für Wohnmobile bereithält.

Als erstes aber schauen wir uns das hübsche kleine Städtchen an, das erkennbar schon bessere Zeiten erlebt hat, aber immer noch durchaus zu gefallen weiß.

( MITI )

An der Lahnmündung in Lahnstein

An der Lahnmündung in Lahnstein
Lahnstein, 23.04.2018

Doxi an der Mündung der Lahn in den Rhei:n. Im Hintergrund: Burg Stolzenfels

Die letzte Übernachtungsstation meiner einwöchigen Womo- und Wander-Tour durch den Rheinau und den Taunus ist Lahnstein an der Mündung der Lahn in den Rhein, acht Kilometer südlich von Koblenz. Hier gibt es einen sehr schönen Womo-Stellplatz direkt an der Lahnmündung, und da wir an einem Montag anreisen, wartet sogar ein Platz in der ersten Reihe auf uns.

Nach dem Auspacken mache ich mich gleich mit Doxi auf eine Runde durch den Ort, entlang des Rheinufers und ein Stück die Lahn hinauf. Die verschiedenen Stadtteile liegen im Rheintal und auf den Höhen der Ausläufer des Westerwaldes und des Taunus.

Eine in sich geschlossene Altstadt gibt es nicht, aber mehrere Türme der alten Stadtbefestigung sowie einige historische Bauten haben sich erhalten, darunter das historische Rathaus aus dem 15. Jahrhundert und das 1697 erbaute Wirtshaus an der Lahn, das den ursprünglichen Zollturm von 1348 integriert.

Über dem Ort thront die 1226 vom Mainzer Kurfürsten und Erzbischof Siegfried II. von Eppstein erbaute Burg Lahneck. Die gut erhaltene Anlage verfügt über einen fast 30 Meter hohen fünfeckigen Bergfried. eine Hauptburg mit Rittersaal und Burgkapelle. An der Burg kreuzen sich die Wanderwege Rheinhöhenweg, Lahnhöhenweg, Jakobsweg und Rheinsteig

Ebenfalls weithin sichtbar ist Schloss Stolzenfels auf der gegenüberliegenden Rheinseite nahe der Lahnmündung. Die erst Anfang des 19. Jahrhunderts vom preußischen Kronprinzen Friedrich Wilhelm IV. zum Schloss ausgebaute Anlage geht auf eine kurtrierische Zollburg aus dem 13. Jahrhundert zurück, die 1689 zerstört wurde.

Leider gibt es in Lahnstein keine Fähre, die uns auf das andere Rheinufer bringen könnte. Sonst würde ich gerne zum Schloss Stolzenfels hinaufwanden. Aber das nehme ich mir für die Zukunft vor, wenn wir wieder einmal im Mittleren Rheintal unterwegs sind.

( MITI )

Von Winkel zum Niederwalddenkmal

Von Winkel zum Niederwalddenkmal
Rüdesheim, 22. April 2018

Das Niederwalddenkmal oberhalb von Rüdsheim am Rhein

Gestern bin ich mit Doxi von unserem Stellplatz in Oestrich-Winkel in östlicher Richtung zum Kloster Eberbach gewandert. Heute geht es in westlicher Richtung zum großen Niederwalddenkmal oberhalb von Rüdesheim. Hin und zurück sind das rund 21 Kilometer, wobei wir ein gutes Stück weit dem Rheinsteig-Wanderweg folgen.

Das Niederwalddenkmal liegt oberhalb der Weinlagen des Rüdesheimer Berges am Rand des Landschaftsparks Niederwald. Das 1883 eingeweihte Denkmal soll an die Einigung Deutschlands durch die Gründung des Deutschen Kaiserreiches im Jahr 1871 erinnern.

Im Mittelpunkt des Denkmals steht eine 12 Meter hohe Germania, auf einem Sockel vor einem Thron im altdeutschen Stil mit Adlerwangen. Mit der rechten Hand hält sie die lorbeerumkränzte Reichskrone empor. Die linke Hand umfasst ein gesenktes Schwert.

Auf dem Sockel der Germania befindet sich die Hauptinschrift des Denkmals: „ZUM ANDENKEN AN DIE EINMUETHIGE SIEGREICHE ERHEBUNG DES DEUTSCHEN VOLKES UND AN DIE WIEDERAUFRICHTUNG DES DEUTSCHEN REICHES 1870 – 1871“.

Unterhalb des Sockels sind in einem Relief 133 Personen in Lebensgröße abgebildet. Im Zentrum sitzt König Wilhelm von Preußen zu Pferd. Um ihn herum sammeln sich links und rechts die Generäle und Fürsten aus Nord- und Süddeutschland.

Das patriotische Denkmal zieht seit seiner Einweihung viele Touristen an. Ab 1885 fuhr die Niederwaldbahn von Rüdesheim hinauf zum Niederwald, Sie wurde jedoch im Zweiten Weltkrieg zerstört. Seit 1954 führt stattdessen eine Kabinenseilbahn zu dem hoch über der Stadt liegenden Denkmal.

Von Winkel zum Niederwalddenkmal

Luftbild der Abtei St. Hildegard (Foto Tiggr | http://commons.wikimedia.org | Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE )

Auf dem Weg zurück nach Winkel kommen wir an einem weiteren sehenswerten Bauwerk vorbei: Bei Eibingen passieren wir die Abtei St. Hildegard, ein Benediktinerinnenkloster, das zwischen 1900 und 1904 von Benediktinerinnen aus der Abtei St. Gabriel in Prag errichtet wurde und in der Nachfolge der heiligen Hildegard von Bingen steht.

Das im neoromanischen Stil neu erbaute Kloster wurde von Fürst Karl zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg gestiftet. Es gehört zur Beuroner Kongregation und wurde von den Künstlermönchen der Beuroner Kunstschule ausgemalt.

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Touristenmagnet Rüdesheim am Rhein

Touristenmagnet Rüdesheim am Rhein
Rüdesheim, 21. April 2018

Brunnen am Marktplatz von Rüdesheim. Hier bereitet sich gerade eine Touristengruppe auf ihre Besichtigungstour mit Segways vor.

Nach unserer anstrengenden Morgenwanderung zum Kloster Eberbach hat Doxi erst einmal genug von Sonne und Bewegung. Während es sich Madame im Schatten unter dem Wohnmobil gemütlich macht, sattle ich mein elektrisches Pferdchen und radele damit am Rhein entlang von Winkel in das acht Kilometer entfernte Rüdesheim am Rhein.

Dort ist an diesem sonnigen Samstag-Nachmiitag erwartungsgemäß richtig viel los. Touristen aus der ganzen Welt schieben sich neben deutschen Ausflüglern durch die weltberühmte Drosselgasse. Eine Gruppe von Indern übt sich in der Aussprache eines typisch deutschen Wortes der Region: Weinberg. Und das klappt schon ganz gut 🙂

An der Kabinenseilbahn hinauf zum Hinterwalddenkmal und an den Ausflugschiffen zur Loreley stehen die Menschen Schlange, um eingelassen zu werden.  Für mich ist das alles ein wenig zu viel Trubel und zu viel Weinseligkeit, aber ich wollte mir dieses bunte Treiben unbedingt einmal anschauen, und das habe ich nun. Jetzt schnell weg hier.

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Drei-Brückentour zwischen Rhein und Main

Drei-Brückentour zwischen Rhein und Main
Wiesbaden, 20. April 2018

Blick auf die Skyline von ;Mainz von der anderen Rheinseite aus

Wenn man die Skyline von Mainz richtig sehen will, muss man auf die andere Rheinseite nach Hessen rübermachen. Dort waren wir heute auf einer Drei-Brücken-Wanderung zwischen Rhein und Main unterwegs.

Von unserem Stellplatz am Mainzer Fußballstadion (Bruchwegstadion) liefen wir zunächst zweieinhalb Kilometer zur Rheinpromenade und dann noch ein Stück rheinabwärts zur Theodor-Heuss-Brücke. Auf der anderen Rheinseite ging es zunächst am alten Mainzer Kastell vorbei rheinabwärts über die Rheinhalbinsel am großen Campingplatz und verschiedenen Werften vorbei in Richtung Main-Mündung.

Die hatte ich mir in Anlehnung an die Mosel-Mündung am Deutschen Eck in Koblenz ein wenig spektakulärer vorgestellt, aber so “fett” ist der Main eben auch nicht. Anschließend ging es entlang des Mainufers nach Kostheim, früher das letzte Dorf am Main, heute der südlichste Ortsbezirk der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden.

Dieser Stadtteil gehört zu den sogenannten rechtsrheinischen AKK-Stadtteilen, die im Zeitraum zwischen 1908 bzw. 1913 und 1945 zur Stadt Mainz gehörten und nach dem Krieg von der amerikanischen Militärregierung unter die Verwaltung der Stadt Wiesbaden gestellt wurden. Aus diesem Grund blieb der Namenszusatz „Mainz-“ trotz der politischen Zugehörigkeit zu Wiesbaden erhalten.

Über die Kostheimer Brücke wechselten wir bald auf die andere Mainseite und liefen dann durch den Burgpark wieder auf die Mainmündung zu. Direkt neben der Mainmündung befindet sich die große Eisenbahnbrücke (Südbrücke), über die auch Fahrradfahrer und Fußgänger auf die andere Rheinseite nach Mainz wechseln können.

Dahinter liefen wird durch den Mainzer Stadtpark und anschießend am antiken Römischen Theater auf die mittelalterliche Zitadelle von Manz zu. Wir durchqueren die Zitadelle und den dahinter liegenden früheren Mühlenberg, auf dem heute ein riesiges Kinderspielgerät mit Windrad und Rutsche an den früheren Mühlenstandort erinnert.

Dann ging es noch zwei Kilometer durch die Stadt zurück zu unserem Stellplatz im Stadtteil Hartenberg/Münchfeld, wo wir nach dreieinhalb Stunden und 14 Wanderkilometern um einige interessante Eindrücke reicher wieder eintrafen.

( MITI )

Historisches Mainz

Historisches Mainz
Mainz, 19.04.2018

Blick über das historische Mainz von der alten Zitadelle aus

Mainz, ich war noch nie in Mainz! Fast das Einzige, was ich mit der Rheinland-Pfälzischen Landeshauptstadt verbinde, ist der Karneval und die Vorstellung, dass sie dort etwas komisch “spresche dun”. Und natürlich, dass Johannes Gutenberg dort den Buchdruck erfunden hat.

Nach unserer sehr schönen Morgenwanderung rund um Eppstein fahre ich am Mittag sofort nach Mainz weiter, um dem nachmittäglichen Berufsverkehr zu umgehen. Aus den Verkehrsnachrichten im Radio weiß ich, dass es sich im Ballungszentrum Mainz-Wiesbaden mindestes zweimal am Tag an diversen Stellen ganz heftig staut. Darauf kann ich gerne verzichten.

Wir kommen auf dem Stellplatz am Mainzer Fußballstadion im Stadtteil Hartenberg/Münchfeld unter putty download , rund zweieinhalb Kilometer vom historischen Stadtzentrum entfernt. Da wir dort sicher und sonnengeschützt im Schatten stehen, kann ich es wagen, Doxi im Womo bei geöffneten Fenstern allein zu lassen, um das historische Mainz mit dem Fahrrad zu erkunden.

Es wird eine sehr interessante dreistündige Tour, auf der mir viele Zeugnisse aus den verschiedenen Epochen der Mainzer Zeitgeschichte begegnen. Die Stadt liegt gegenüber der Mündung des Mains auf der westlichen Rheinseite bei Rheinkilometer 500, ungefähr auf halbem Wege zwischen Bodensee und Nordsee. Durch Mainz verläuft der 50. Breitengrad nördlicher Breite.

Erste dauerhafte Ansiedelungen im Mainzer Stadtgebiet gehen auf die Kelten im ersten Jahrtausend vor Christus zurück. Nach dem Gallischen Krieg verdrängten die Römer die Kelten vom Rhein. Im Jahre 13 v. Chr. soll das erste Militärlager und damit die Stadt Mainz von Drusus unter dem Namen „Mogontiacum“ errichtet worden sein. Der Name des römischen Feldherrn begegnet mir auf meiner Stadtbesichtigung immer wieder.

Historisches Mainz

Teile eines im Rhein gefundenes Römerschiffs

Fast 500 Jahre lang gehörte die Stadt zum Imperium Romanum. Ab 89 n. Chr. wurde sie zur Hauptstadt der Provinz Germania superior. Vor allem die von den Römern errichtete Rheinbrücke machte den Ort wirtschaftlich und strategisch bedeutend. In der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts entstand die erste Stadtmauer. Ich sehe unterwegs eine ganze Reihe von Zeugnissen der römischen Besiedlung, etwa das ausgegrabene römische Stadttheater unterhalb der Zitadelle oder ein rekonstruiertes Rheinschiff der Römer vor dem Stadtmuseum.

Weitaus zahlreicher sind jedoch die Zeugnisse von Mainz großer Bedeutung als Bischofssitz. Spätestens ab der Mitte des 4. Jahrhunderts bestand in der Stadt eine christliche Gemeinde unter Leitung eines Bischofs. 782 wurde Mainz zum Erzbistum erhoben. Der Einfluss der Mainzer Erzbischöfe ließ diese zu Reichserzkanzlern, Landesherren des kurmainzischen Territoriums (Kurfürsten) und Königswählern aufsteigen.

Historisches Mainz

Schaubild der alten Zitadelle

Als eine der ersten Stationen auf meiner Tour besuche ich die spätmittelalterliche Zitadelle, die ab der Mitte des 16. Jahrhunderts entstand und teil einer moderneren Festungsanlage war, die die ganze Stadt umfasste. Außerhalb dieser Festung durften keine Steinbauten errichtet werden, was das Wachstum der Stadt bis in das 20. Jahrhundert hinein stark begrenzte. Erst kurz vor dem Ersten Weltkrieg wurde die alte Festung endgültig abgerissen, sodass die Stadt nun auch außerhalb der alten Mauern wachsen konnte

Im Altstadtbereich fallen mir vor allem die vielen Kirchen und repräsentativen Bauten aus der Barockzeit auf, die die Wirrungen des 18., 19. und 20. Jahrhunderts überstanden haben. In dieser Zeit war Mainz mehrfach durch die Franzosen besetztt: Erst unter Napoleon, dann nach dem Ersten Weltkrieg und wieder nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem Mainz durch Luftangriffe der Alliierten zu fast 80% zerstört wurde. Ich vermute, dass deshalb so wenige mittelalterliche Fachwerkbauten in der Altstadt erhalten geblieben sind.

Der Rhein bildete damals die Grenze zwischen der französischen und der amerikanischen Besatzungszone, weshalb die rechtsrheinischen Stadtteile von Mainz dem von der Amerikanern besetzten Wiesbaden zugeschlagen wurden – Ursache für eine bis heute anhaltende Rivalität der beiden Städte. Nun, in Wiesbaden war ich noch nicht, aber das historische Mainz gefällt mir auf jeden Fall ausnehmend gut.

( MITI )