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Fußmarsch auf Salmünster

Fußmarsch auf Salmünster
Salmünster, 3. Mai 2022

Auf dem Weg von Bad Soden nach Salmünster

Weiter geht es entlang der Kinzig in Richtung Nordosten. Meine nächste Station ist die Verbandsgemeinde Bad Soden-Salmünster im Kinzigtal zwischen den Südausläufern des Vogelsbergs und dem Nordrand des Spessarts.

Die beiden rund zwei Kilometer entfernten Ortsteile gehören erst seit einer Verwaltungsrefom im Jahre 1974 zusammen. Davor hatten sie viele Jahrhundert getrennt voneinander und mit eigener Geschichte existiert.

Wir stehen auf dem Wohnmobilstellplatz im Kurbereich von Bad Soden und laufen von dort am Fluss Salz entlang in Richtung Bad Soden. Schon von weitem ist das ehemalige Franziskaner-Kloster in der Altstadt von Salmünster mit der Kirche St. Peter und Paul zu erkennen.

Kurz vor dem Ort mündet die 19 km lange Salz in die Kinzig. Weiter geht es durch die Wiesen in die Altstadt von Salmünster, die einst von einer rechteckigen, teilweise noch erhaltenen Stadtmauer umschlossen wurde. Auch die darin umschlossenen Straßen und Gassen folgen einem rechtwinkligen Grundriss.

In der Altstadt mischen sich Fachwerkhäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert, teilweise mit Schmuckfriesen und Inschriften, mit Häusern in farbiger Schindelverkleidung als Fassade.

Fußmarsch auf Salmünster

Barockkirche St. Peter und Paul am ehemaligen Franziskanerkloster

Die barocke Kirche St. Peter und Paul geht auf Franziskaner zurück, die 1650 von Frankfurt kommend, das Kloster Salmünster gründeten. Heute beherbergt die Anlage ein Studien- und Exerzitienhaus.

Ein weiteres markantes Gebäude ist der Amthof („Nassauer Hof“),  das frühere Huttenschloss Salmünsters. Zwischen 1562 und 1564 wurde es als Rechteckbau mit Treppenturm von Ludwig von Hutten errichtet.

Besonders gefallen mir aber die Häuser am kleinen Mühlbach, der die Altstadt genau in der Mitte in West-Ost-Richtung durchfließt. Richtig süß ist das hier.

Eine besondere Geschichte rankt sich um die Verteidigung der Stadt im Dreißigjährigen Krieg durch nur 15 Frauen gegen eine massive Streitmacht von Reitern. Als die Angreifer vor den Stadttoren standen, warfen die Frauen dutzende von Bienenkörben auf die Truppe herab. Ihre Pferde gerieten daraufhin in Panik, die Reiter zogen im Eiltempo ab und kamen nicht wieder. Ob das wohl stimmt?

( MITI )

Kurstadt Bad Soden

Kurstadt Bad Soden
Bad Soden, 3.05.2022

Blick vom Turm auf Bad Soden, im Hintergrund Salmünster

Unsere Abendwanderung führt Doxi und mich von Bad Soden westlich der Salz nach Salmünster und anschließend über die Wiesen auf der Ostseite des Flusses wieder zurück.

Die Stadt am Fluss Salz liegt an der Via Regia (lateinisch für „Königliche Straße“), die im Mittelalter und der frühen Neuzeit eine wichtige west-östlich verlaufende Handels- und Militärstraße im Heiligen Römischen Reich darstellte. Sie verband das Rheinland über Frankfurt am Main und Leipzig mit Schlesien.

Soden profitierte seit dem frühen Mittelalter von dem salzhaltigen Wasser zahlreicher Solequellen, das für die Erzeugung des kostbaren Rohstoffs genutzt wurde.

Ebenso wie in Bad Orb begann im 19. Jahrhundert die Nutzung der Solequellen als Heilwasser.  Im gleichen Jahr, 1837, nachdem der Apotheker Franz Leopold Koch die erste Solbadeanstalt in Orb errichtete, begann man auch in Soden, die alten Solequellen wieder freizulegen und einen Kurbetrieb zu errichten. 1928 wurde die Stadt offiziell zum „Bad“ ernannt.

Heute bietet die Kurstadt acht spezialisierte Reha-Fachkliniken, eine umfassende ambulante Therapieversorgung und mit der Spessart-Therme eine Thermalbade- und Saunalandschaft nach zeitgenössischem Wellness-Verständnis.

Mit Doxi schaue ich mir insbesondere das historische Zentrum der Stadt zwischen der Salz und dem Stolzenberg an. Am Berg befindet sich das Huttenschloss der früheren Herren von Soden, die neogotische Kirche St. Laurentius von 1896, und ganz oben die Ruine der Burg Stolzenberg mit begehbarem Bergfried. Von dort oben hat man einen tollen Blick auf Bad Soden und weiter über das Tal der Salz bis nach Salmünster.

( MITI )