Oberbusch und Blauer See

Oberbusch und Blauer See
Ratingen, 29. November 2019

Blick von den Steilhängen hinunter in den Blauen See

Eine Woche war es herbstlich grau und regnerisch, heute scheint endlich einmal wieder die Sonne. Das nutze ich mit Doxi für eine schöne Waldwanderung am Ostrand von Ratingen. Es geht durch den ausgedehnten Oberbusch und am Blauen See vorbei.

Der See entstand Mitte der 1930er Jahre aus einem stillgelegten Kalksteinbruch, der mit Grundwasser volllief. An seinen Steilufern lässt sich die Umwandlung des Kalksteins zu Dolomit in allen Phasen erkennen.

Überregional bekannt wurde der Blaue See durch die gleichnamige Naturbühne auf dem Ufergelände. Unter anderem fanden dort von 1949 bis 1994 Karl-May-Festspiele statt und viele Aufführungen von „Winnetou“ mit Pierre Brice als Hauptdarsteller.

Seit 1999 werden dort in den Sommermonaten jährlich wechselnde Theaterinterpretationen von Klassikern der Kinder- und Jugendliteratur aufgeführt.

Bei unserer Wanderung durch den Oberbusch umkreisen wir den kuppenartigen Stinkesberg, um den sich seit dem dreißigjährigen Krieg zahlreiche Mörder- und Schauergeschichten ranken. Die Nationalsozialisten verklärten den Berg zu einer „germanischen Thing- und Richtstätte“.

Bis heute ist der Berg immer wieder Treffpunkt für Rollenspieler, Gothic- und New-Wave-Anhänger, Okkultisten und Esoteriker, teilweise auch für Rechtsextreme aus der Region. Er gilt als „mystischer Ort“. Am hellichten Tage und bei schönem Herbstlicht ist davon allerdings nur wenig zu spüren, jedenfalls kam es mir heute so vor.

( MITI )