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Rund um die Talsperre Pöhl

Rund um die Talsperre Pöhl
Pöhl, 30.08.2020

Fahrgastschiff an der Anlegestelle bei der Staumauer

Dem Regen immer einen kleinen Schritt voraus, bin ich heute in aller Frühe einmal rund um die Talsperre Pöhl bei Plauen gewandert.

Auf der 19 km langen Runde geht es in einigen Abschnitten direkt am Seeufer entlang, in anderen mit etwas Abstand auf den Höhen rund um den See.

Leider war es total grau, aber durch unseren frühen Start sind wir erst im letzten Teil der viereinhalbstündigen Wanderung in den Regen gekommen.

Die zwischen 1958 und 1964 errichtete Talsperre verdankt ihren Namen der Ortschaft Pöhl, die für das Projekt aufgegeben werden musste und im See versank.

„Die Pöhl“ staut das Wasser der Trieb, einem Nebenfluss der Weißen Elster. Im Hinblick auf die Größe des Speicherraums ist sie die zweitgrößte Talsperre in Sachsen. Sie dient dem Hochwasserschutz, der Brauchwassergewinnung, der Energieerzeugung und der Freizeiterholung.

Rund um den See gibt es zahlreiche Laubensiedlungen, Camping-Plätze, einen FKK-Strand und mehrere Marinas. Zu DDR-Zeiten war der See darüber hinaus ein Devisenbringer, denn auch Gäste aus dem kapitalistischen Ausland konnten dort unter strenger Aufsicht der Staatsorgane ihren Camping-Urlaub verbringen.

Schade, dass das Wetter heute nicht zum Baden oder Paddeln einlädt. Gerne hätte ich den See  auch von der Wasserseite aus erlebt. Wenn ich mal wieder im Vogtland bin, muss ich das unbedingt nachholen, denn es ist wirklich sehr schön hier.

( MITI )

Streetart in Plauen

Streetart in Plauen
Plauen, 29. August 2020

Mister Abraham is calling on you

Bei meinem Abendspaziergang mit Doxi laufen wir an der Elster flußaufwärts aus dem Zentrum von Plauen hinaus. Bald erreichen wir ein Industriegebiet, in dem es noch verfallende Farbrikkomplexe aus früherer Zeit gibt – ein wunderbares Feld für Sprayer. Hier die interessantesten Streetart-Werke, die mir dabei begegnet sind.

( MITI )

Stippvisite in Plauen

Stippvisite in Plauen
Plauen, 29.08.2020

Das Alte Rathaus von Plauen am Marktplatz

Am Mittag fahren wir weiter nach Plauen, die größte Stadt im sächsischen Vogtland, und schauen uns das historische Stadtzentrum an.

Plauen liegt im Tal und an den Uferhängen der Weißen Elster. Die Stadt wurde 1122 erstmals urkundlich erwähnt. 1214 gründete der Deutsche Orden eine Niederlassung in Plauen, das Deutsche Haus, dem der Vogt Heinrich der Mittlere von Weida im Jahr 1224 die Johanniskirche schenkte.

Im Mittelalter war Plauen ein bedeutendes Handelszentrum. Ab dem 18. Jahrhundert wurde die Stadt überregional durch die als Plauener Spitze bezeichneten Stickereien bekannt.

Das Stadtzentrum ist von urbaner, großstädtischer Bebauung des 19. Jahrhunderts geprägt. Die teils prächtigen Bürgerhäuser zeugen vom damaligen Wohlstand durch die florierende Stoff- und Textilindustrie.

Wahrzeichen der Stadt sind das Alte Rathaus am AlterMarkt und die evangelische Johanniskirche. Ihr gegenüber liegt das Alte Schloss, das ab etwa 1250 als Sitz der Vögte von Plauen entstand.

Das Schloss wurde im Zweiten Weltkrieg erheblich zerstört und die verbliebenen Reste später als Gefängnis genutzt. Derzeit wird die komplette Anlage umfangeich saniert und neu aufgebaut. Einige Teile erstrahlen bereits wieder im alten Glanz.

Schon vor der Errichtung des Schlosses existierte seit etwa einhundert Jahren oberhalb der Elster eine Stadtburg, deren Überreste heute als Malzhaus bekannt sind.

Das alles schaue ich mir mit Doxi am Mittag an, bevor ich im Wohnmobil den Start der diesjährigen Tour-de-France verfolge. Am Abend laufen wir dann noch einmal eine Runde, diesmal entlang des Elsterufers in Richtung Westen raus aus der Stadt und anschließend über die Elsterhöhen wieder zurück.

Und hier noch einige der schönsten Türen, die mir bei meiner Stippvisite in Plauen begegnet sind.

( MITI )

Burg Mylau – Schloss Netzschkau

Burg Mylau – Schloss Netzschkau
Mylau, 29. August 2020

Blick vom Vogtländer Panorama Weg ins das Zentrum von Mylau

Gestern sind wir der Göltzsch flußabwärts von der Göltzschtalbrücke bis nach Greiz gefolgt, heute geht es in der Gegenrichtung flußaufwärts erst nach Mylau und dann nach Netzschkau.

Von unserem Stellplatz steigen wir am Morgen auf die Höhen über Mylau auf. Vor uns liegt die Stadt im Talkessel am Zusammenfluss von Göltzsch und Reichenbach, hinter uns die Göltzschtalbrücke.

Wir laufen durch das Ortszentrum mit der imposanten Stadtkirche St. Wenzel und steigen gleich dahinter durch einen kleinen Park zur Burg Mylau auf.

Die Burg sitzt auf einem Bergsporn oberhalb des Ortszentrums und wurde um 1180 im Zuge der deutschen Ostkolonisation unter Kaiser Barbarossa errichtet.

Sie gilt als eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Burgen in Sachsen, doch leider sind wir zwei Stunden zu früh dran, um das Innere der Burg zu besichtigen.

Weiter geht es in südöstlicher Richtung auf dem Plateau oberhalb der Göltzsch bis zur alten Brücke bem Alaunwerk Mühlwand. Dort überqueren wir die Göltzsch und steigen durch den Wald bis zur Ortschaft Lauschgrün auf.

Dann wenden wir uns nach Nordwesten und laufen durch ausgedehnte Fedflächen zurück nach Netzschkau oberhalb der Göltzschtalbrücke. Dabei passiern wir auch das Schloss Netzschkau, ein um 1490 errichtetes unbefestigtes Wohnschloss, gegenüber der zugehörigen Schlosskirche.

Burg Mylau – Schloss Netzschkau

Horitzontlaler Blick durch die Bögen der Göltzschtalbrücke

Zur Zeit seiner Entstehung war das Netzschkauer Schloss eines der ersten Schlösser in Sachsen. Bauherr war Caspar von Metzsch. der einem altritterlichem sächsisch-vogtländischem Adelsgeschlecht entstammte und am sächsischen Hof großen Einfluss besaß.

Hinter dem Scnhloss beginnt unser Abstieg durch Netzschkau zu unserem Stellplatz an der Götzschtalbrücke, den wir nach etwas mehr als drei Stunden und 13 Wanderkilometern wieder erreichen.

Nachdem wir gestern eine sehr lange und anstrengende Tour absolviert haben, bin ich gar nicht unglücklich, dass unsere Wanderung heute etwas kürzer ausgefallen ist.

( MITI )

Greiz – Perle des Vogtlands

Greiz – Perle des Vogtlands
Greiz, 28. August 2020

Links das Obere Schloss, in der Mitte des Untere Schloss, rechts die Bibliothek

Greiz ist eine Stadt im Tal der Weißen Elster im thüringischen Vogtland, unmittelbar an der Landesgrenze zu Sachsen. An der Stadtgrenze mündet die Göltzsch in die Weiße Elster.

Aufgrund ihrer reizvollen Lage und zahlreicher gut erhaltener historischer Bauten gilt die Stadt als „Perle des Vogtlandes“.

Greiz war die Residenzstadt des Fürstentums Reuß, das bis zum Ende des Deutschen Kaiserreichs 1918 als selbstständiger Bundesstaat bestand und vom Haus Reuß regiert wurde. Ihre Residenz, das Obere Schloss, überragt weithin sichtbar die Altstadt von Greiz.

Darunter ist das prächtige Untere Schloss angesiedelt, an das sich die Bibliothek (ehemals Lyzeum) und Gymnasium anschließt. Gleich daneben befindet sich die Stadtkirche St. Marien.

Zur Elster hin erstreckt sich der frühere Schlossgarten, aus dem man einen wunderbaren Blick auf das gesamte historische Ensemble hat. Sieht richtig chic aus, finde ich.

( MITI )

Zwischen Netzschkau und Greiz

Zwischen Netzschkau und Greiz
Netzschkau, 28.08.2020

Doxi am Rande von Irchwitz

Mit Doxi war ich heute 20 Kilometer auf dem Vogtland Panorama Weg im Göltzschtal zwischen der Göltzschtalbrücke bei Netzschkau und Greiz unterwegs.

Gleich hinter der imposanten Eisenbahnbrücke laufen wir durch einen schönen Wiesengrund und passieren dabei die Landesgrenze zwischen Sachsen und Thüringen.

Auf Thüringer Seite steigen wir anschließend durch Feldflächen hinauf auf die Hochfläche über dem Göltzschtal zum Ort Reinsdof mit seiner schönen Dorfkiche.

Vor und hinter Reinsdorf genießen wir herrliche Fernblicke in die hügelige Landschaft des Vogtlands, wo sich Felder und Wälder und einem leuchtend blauen Himmel abwechseln.

Bevor wir das Dorf Talbach erreichen, erscheint im Rücklick noch einmal die Göltzschtalbrücke in der Ferne. Wir laufen weiter bis Irchwitz und dann hinunter nach Greiz, um uns ein wenig die Stadt anzuschauen.

Danach beginnt unser Rückweg, wobei wir dem Köhlerweg im Wald oberhalb des Göltzschtals zwischen Greiz und der Göltzschtalbrücke folgen. Bald erreichen wir den Aussichtsfelsen „Hoher Stein“ 80 Meter über dem Talgrund, wo die Göltzsch in die Weiße Elster mündet.

Nun geht es ständig auf und ab über schmale Pfade zwischen steil aufragenden und ebenso steil abfallenden Felsformationen. Trittsicherheit ist hier gefordert. Über eine steile Treppe aus Natursteinen erreichen wir den Aussichtspunkt „Köhlerspitzen“.

Dann folgt ein Abstieg hinunter zur Göltzsch, der wir für zwei Kilometer folgen, bevor erneut ein Anstieg durch den Talhang erfolgt. Dahinter erreichen wir wieder die Fischteiche im schönen Talgrund und anderthalb Kilometer weiter auch wieder unseren Startpunkt an der Göltzschtalbrücke.

Fast sechs Stunden waren wir auf dieser abwechslungsreichen Tour unterwegs. Einen der steilsten Abschnitte auf dem Rückweg musste ich sogar zwei Mal gehen, weil ich zuvor bei einer kurzen Rast mein Handy vergessen hatte. Nur gut, dass es noch da lag, wo ich es zurück gelassen hatte.

( MITI )