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20 km barfuß durch Nürnberg

20 km barfuß durch Nürnberg
Nürnberg, 12.10.2018

Das mittelalterliche Heilig-Geist.Spital, in dem früher auch die Reichsinsignien aufbewahrt wuren

Nach zweieinhalb Wochen im südlichen Bayern geht es für Doxi und mich so langsam wieder in Richtung Heimat. Als letzte große Stadt südlich des Mains besuchen wir Nürnberg. Mit dem Wohnmobil stehen wir an einem kostenlosen Stellplatz in der Nähe des innerstädtischen Wöhrder See, rund drei Kilometer von der historischen Altstadt entfernt.

Von dort unternehmen wir am Morgen und am Nachmittag bei herrlichem Sonnenschein zwei ausgedehnte Stadtwanderungen durch Nürnberg. Bei unserer ersten Tour lasse ich mich ein wenig durch die Stadt treiben, bei unserer zweiten Tour versuche ich dann, der sogenannten “historischen Meile” zu folgen, was mir jedoch nur teilweise gelingt. Barfuß war bei diesen beiden Touren übrigens nur Doxi unterwegs, ich hatte meine geliebten Wanderschuhe an  🙂

Mit mehr als einer halben Million Einwohner ist das moderne Nürnberg hinter München die zweitgrößte Stadt im Freistaat Bayern. Sie erstreckt sich in einem flachen Tal auf beiden Seiten der Pegnitz, die die Stadt von Ost nach West durchquert.

Erstmalige urkundliche Erwähnung fand die Stadt bereits in der Sigena-Urkunde aus dem Jahr 1050. Ihre erstes großes Wachstum erlebte sie als eigenständige Reichsstadt des Heiligen Römischen Reichs ab 1219.

Von 1424 bis 1796 wurden im Heilig-Geist-Spital zu Nürnberg die Reichsinsignien bestehend aus Reichskrone, Heiliger Lanze und das Reichsschwert aufbewahrt. Alle deutschen Könige und Kaiser weilten in diesen Jahrhunderten zumindest zeitweilig in Nürnberg, darunter auch Karl IV., der 1356 in Nürnberg die Goldene Bulle erließ.

Die Jahre zwischen 1470 und 1530 gelten als die Blütezeit von Nürnberg. Der Reichtum der Stadt kam durch das ausgezeichnete Handwerk sowie die günstige Lage als Handelsplatz in der Mitte Europas zustande. Gemeinsam mit Köln und Prag zählte Nürnberg In dieser Zeit zu den größten Städten des Heiligen Römischen Reiches.

20 km barfuß durch Nürnberg

Der Adler, Deutschlands erste Eisenbahnlokomotive für den Personenverkehr

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Nürnberg zu einem der industriellen Zentren in Bayern. So fuhr 1835 als erste Eisenbahn für den Personenverkehr in Deutschland der „Adler“ von Nürnberg nach Fürth.

Unrühmliche Zeiten erlebe die Stadt im Nationalsozialismus als Stätte der NS-Reichsparteitage, durch die “Nürnberger Rassengesetze” und der NS-Kriegsverbrecherprozesse der Alliierten Siegermächte.

Heute ist Nürnberg unter anderem für seine nach starken Kriegszerstörungen in Teilen wiederaufgebaute mittelalterliche Altstadt, den weihnachtlichen Christkindlesmarkt und die einzigartigen Nürnberger Lebkuchen bekannt.

Als wir die Stadt am nächsten Morgen wieder verlassen, mache ich erst  einmal am Fabrikverkauf eines namhaften Lebkuchenherstellers halt. Dort decke ich mich für die kommende Weihnachtszeit ordentlich mit Lebkuchen ein. Ob meine Einkäufe das Weihnachtsfest aber tatsächlich erleben werden, da bin ich nicht ganz sicher. Denn dafür lachen sie mich einfach zu verlockend an  …

( MITI )

Ein Nachmittag in Ingolstadt

Ein Nachmittag in Ingolstadt
Ingolstadt, 11.10.2018

Das alte Rathaus von Ingolstadt am Rathausplatz

Nach unserer Tour durch Landshut fahren wir am frühen Nachmittag weiter nach Ingolstadt. Es geht auf Bundes- und Landstraßen quer durch Oberbayern, denn die Autobahn zu nehmen hieße, einen enormen Umweg über München einzuschlagen.

Unterwegs begegnen uns immer wieder abgeerntete Hopfenfelder, erkennbar an den vielen Rankstangen, an denen sich der Hopfen gen Himmel streckt. In Ingolstadt kommen wir auf dem Großparkplatz am Freibad unter. Bis zur historischen Altstadt sind es von dort nur wenige Schritte.

Ingolstadt liegt an der Donau und ist die fünftgrößte Stadt im Freistaat Bayern. Sie gehört zu den am schnellsten wachsenden Städten in Deutschland. Im Jahr 806 erstmals urkundlich erwähnt, verfügt Ingolstadt heute über eine weitgehend erhaltene historische Altstadt.

Ingolstadt verdankt seinen Aufstieg von einer kleinen Siedlung zur Stadt vor allem seiner strategischen Lage am Donauübergang in Richtung Nürnberg. Die Stadtrechte inklusive der Erlaubnis zum Bau einer gemauerten Stadtbefestigung wurden 1362 gewährt.

Vom 14. bis zum 18. Jahrhundert war die mittelalterliche Stadtumwehrung Ingolstadts ein gewaltiges Bauwerk aus Graben, Wall und Türmen. Im 15. Jahrhundert wurde die Stadterweiterung mit 87 Türmen abgeschlossen. Dies brachte Ingolstadt den Beinamen „Die hunderttürmige Stadt“ ein.

Ihre halbrunden Türme, die Angriffen besser widerstanden, machten die Stadtmauer zu einer der innovativsten in Bayern. Für viele Stadtmauern wurde sie zum Vorbild, darunter die von Donauwörth, Aichach oder Pappenheim.

Ingolstadt ist auch die Stadt des Bayerischen Bier-Reinheitsgebots. Bereits vor mehr als fünfhundert Jahren wurde hier festgelegt, dass das Bier nur aus Gerste, Hopfen und Wasser herzustellen sei. Ein Bier-Brunnen in der Innenstadt erinnert heute an diese Verordnung. Doxi musste natürlich direkt daran kosten – es kommt aber nur Wasser heraus 🙂

( MITI )