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Zur Quelle des Jüchener Baches

Zur Quelle des Jüchener Baches
Jüchen, 12. April 2020

Kopfweiden am Jüchener Bach am östlichen Ortsrand von Jüchen

Unser Landstrich zwischen Rhein, Erft und Niers ist relativ arm an kleinen Fließgewässern. Hintergrund ist, dass die fruchtbaren Lößboden der Region das Regenwasser so gut aufnehmen und versickern lassen.

Eine der wenigen Ausnahmen bildet der Jüchener Bach, der auf einer Länge von 18 Kilometern von Jüchen über Gierath, Bedburdyck, Aldenhoven, Damm, Glehn und Kleinenbroich bis zum Nordkanal nach Kaarst fließt.

Heute hatte ich mir zum Ziel gesetzt, einmal bis zur Quelle des Baches zu radeln, was sich als spannendes Unterfangen erwies.

Zwar konnte ich dem Bachlauf sehr schön von Glehn über mehrere Stationen bis zum östlichen Orsteingang von Jüchen folgen. Aber dort verschwindet der Bach vollständig in der Kanalisation.

Erst nach einiger Suche habe ich den Bachlauf auf der Westseite des Ortes wieder entdeckt, dort, wo er in die Kanalisation einmündet.

Doch zwei Kilometer weiter stromaufwärts endet der Bach abrupt am Wasserwerk von Jüchen. Dahinter ist kein Bachlauf mehr auszumachen und auch von den drei ursprünglichen Quellen am Osthang der sogenannten Löshöhe zwischen Jüchen und Hochneukirch fehlt jede Spur.

Wie ich bei der anschließenden Recherche herausgefunden habe, hat sich in jüngster Vergangenheit bereits der Jüchener Heimatforscher Josef Esser intensiv mit der Frage nach den Quellen des Baches beschäftigt – und ist dabei ebenfalls nicht fündig geworden.

Hintergrund ist wohl, dass keine zwei Kilometer hinter dem Wasserwerk der große Braunkohletagebau Garzweiler beginnt. Und damit der Tagebau nicht voll läuft, muss das Grundwasser der Region großräumig abgepumpt werden.

Der Jüchener Bach würde deshalb nur noch nach starken Regenfällen Wasser führen, würde am Wasserwerk Jüchen nicht ständig ein Teil des geschöpften Wassers dem Bachlauf automatisiert zugeführt. Deshalb beginnt der Bach heute erst an diesem Wasserwerk. Sehr interessant finde ich.

( MITI )