Kloster Kamp – Klein Sanssouci am Rhein

Kloster Kamp – Klein Sanssouci am Rhein
Kamp-Lintfort, 16. Februar 2018

Blick aus dem Terrassengarten zum Klostergebäude

Heute besuchen wir das Kloster Kamp bei Kamp-Lintorf, dessen terrassenförmig angelegter Barockgarten unweigerlich an das Schloss Sanssouci bei Potsdam erinnert. Tatsächlich sind beide Anlagen etwa zur selben Zeit entstanden (im Jahre 1740 bzw. 1744) und spiegeln so den Geist dieser Epoche wider.

Das Kloster Kamp wurde 1123 gegründet und war das erste Zisterzienserkloster im deutschsprachigen Raum. Die Klosteranlage liegt auf dem Kamper Berg, einer kleinen Erhöhung am nordwestlichen Rand des heutigen Stadtgebiets von Kamp-Lintfort.

Im Laufe seiner langen Geschichte wurde das Kloster durch Kriege, Brände und dem starken Erdbeben von 1504 mehrmals zerstört und immer wieder aufgebaut. Seine letzte Blützezeit erlebte die Abtei unter dem Abt Franziskus Daniels zwischen 1733 und 1749.

Zu dieser Zeit entstand der eindrucksvolle Terrassengarten, der ursprünglich als reiner Obst- und Gemüsegarten genutzt wurde. Die Terrassierung erfolgte dabei nach italienischer, die Ausfüllung der Flächen nach französischer Mode. Für die Wasserspiele wurde das Gefälle des Hanges genutzt. Der Wasserspeicher befand sich unter dem Südturm der Klosterkirche.

Der Niedergang des Klosters begann nach der Französischen Revolution und der Besetzung des Rheinlandes durch die Franzosen. Im Jahre 1802 wurde die Säkularisation des Klosters angeordnet und alle beweglichen und unbeweglichen Güter konfisziert. Die letzten 27 Mönche verließen das Kloster, das bald darauf bei einer Versteigerung in Aachen an sechs Kaufleute fiel. Ein Großteil der Gebäude wurde daraufhin abgerissen oder umgebaut,

Heute beherbergt das Kloster ein geistliches und kulturelles Zentrum, in dem u.a. Besinnungstage und Kontemplationen stattfinden. Im Rokokosaal werden kulturelle Veranstaltungen abgehalten. Auf dem Abteiplatz vor der Klosterkirche sind noch einige Gebäude aus der Blütezeit des Klosters erhalten, darunter auch das Klostermuseum, in dem viele Gegenstände aus der Geschichte des Klosters ausgestellt sind. Eine wirklich sehenswerte Gartenanlage, wie ich finde. Sogar im Winter!

( MITI )