
Titelbild zur Ausstellung: Bodo Boden, Whoom (Mondfähre), 1970
An der Zufahrtsstraße zum Konsumheiligtum „Centro Oberhausen“ liegt auch die Ludwiggalerie im Schloss Oberhausen. Das Museum geht auf das Sammlerehepaar Peter und Irene Ludwig zurück, die bereits während ihres Studiums in den 1960er Jahren begannen, erste Werke zusammenzutragen. Heute sind es tausende von Objekten, die in der Stiftung Ludwig gebündelt sind, die mehrere Ludwiggalerien und Ludwigmuseen im Rheinland und darüber hinaus unterhält.
Der Stiftungsableger „Ludwiggalerie Oberhausen“ zeigt derzeit eine viel beachtete Schau, die sich der Druckgrafik aus den Siebzigern widmet, die man gemeinhin der Deutschen Pop Art zurechnet. Diese Sammlung geht auf den Düsseldorfer Rechtsanwalts Heinz Beck zurück und wird sonst im Ludwigshafener Wilhelm-Hack-Museum aufbewahrt. Die weit über 100 Werke machen deutlich, dass sich die German Pop Art im internationalen Vergleich nicht verstecken muss.Neben Motiven des Alltags und der Konsumwelt sind die gezeigten Arbeiten von Künstler*innen wie Almut Heise, Bodo Boden, Peter Sorge, Gerno Bubenik, Klaus Staeck, Joseph Beuys oder Sigmar Polke, geprägt von Kritik am politischen Zeitgeist, Anti-Kriegs-Haltungen und Vergangenheitsbewältigung. Es handelt sich um Werke, die vielfach Bewegungen wie Fluxus, ZERO oder dem Kapitalistischem Realismus zugeordnet werden. In ihnen drückt sich der radikale Wille zu einer Demokratisierung der Kunst aus, das viele deutsche Künstler*innen dieser Zeit verfolgten. Indem sie sich der Druckgrafik, Auflagenkunst und Multiples bedienen, erreichten sie eine breite Öffentlichkeit – und heute wieder, mit dieser gelungenen Ausstellung.





