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Die Weser rauf bis Bremerhaven

Im Hafen von Bremerhaven

Meine erste größere Flußtour mit dem Wohnmobil: Acht Tage haben wir die Weser bereist, von ihrem Ursprung am Zusammenflus von Fulda und Werra in Hannoversch Münden bis zu ihrer Mündung in die Nordsee bei Bremerhaven. Anschließend ging es noch ein paar Tage nach Schleswig Holstein.

Unsere Stationen auf dieser Reise: Kassel, Hannoversch Münden, der Reinhardswald, Bodenwerder, Rinteln, Hameln, Minden, Nienburg, Hoya, Bremerhaven, Cuxhaven, Büsum, Tönning, Schleswig und Schacht Audorf am Nordostseekanal.

Überall sind wir schön gewandert und haben die Landschaften entlang des Flusses genossen. Das hat richtig Spaß gemacht.

Gallerie

Hier haben wir haben bei dieser Tour mit dem Wohnmobil gestanden:

OrtBezeichnungAnfahrtPreisSt
Bodenwerder
Wiesen-Stellplatz an einem asphaltierten PKW-Parkplatz. Nur wenige Schritte bis zur Weser und zur Innenstadt. Entrichtung der Platzgebühr und V/E nur während der Kiosk-Öffnungszeiten möglich. Uns hat es hier sehr gut gefallen.
Stellplatz am Mühlentor Am Mühlentor
37619 Bodenwerder
6€Strom verfügbar
Bremerhaven
Prima Platz in einer Mulde hinter dem Weserdeich. Oben toller Blick auf die Weser und die Skyline von Bremerhaven. Zu Fuß 15 Minuten bis zur City.
Stellplatz an der DoppelschleuseAn der Neuen Schleuse
27568 Bremerhaven
10€Strom verfügbar
Büsum
Großer, vollständig ausgestatteter Stellplatz auf Schotter und Wiese am Ortsrand beim Hafen. Gut besucht. Nachts ruhig. Zehn Fußminuten bis zum Zentrum.
Stellplatz an der SturmflutenweltDr.-Martin-Bahr-Straße 5
25761 Büsum
15€Strom verfügbar
Cuxhaven
Beliebter Stellplatz auf Pflaster an der Mole mit direktem Blick auf das Wasser (in der ersten Reihe). Man kann die ein- und ausfahrenden Frachtschiffe von der Elbe beobachten. In der Saison ist dort wahnsinnig viel los. Das muss man natürlich mögen.
Stellplatz am FährhafenFährhafen
27472 Cuxhaven
10€Strom verfügbar
Gutsbezirk Reinhardswald
Wanderparkplatz im Wald. Wohnmobile stören dort nicht. Keine Infrastruktur, kein Mobilfunkempfang, aber schön naturnah und ruhig. Nur die Vöglein zwitschern ... von einigen wenigen Autos abgesehen.
Wanderparkplatz Urwald Sababurg kein offizizeller Stellplatz- kein Straßenname -
(51°32'41.9"N 9°30'21.1"O)
0€
Hameln
Eingezäunter Asphaltplatz im Gewerbegebiet bei den Stadtwerken. Alles sehr zweckmäßig. Ausblick nicht schön, aber sehr gute Lage zur hübschen Altstadt.. Der Weserradweg kommt direkt am Platz vorbei. Slipstelle an der Weser nur 300 Meter entfernt, von daher auch für Wasserwanderer gut geeignet.
Wohnmobilstellplatz Hameln Ruthenstraße 14
31785 Hameln
8€Strom verfügbar
Hann.Münden
Schöner und beliebter Stellplatz an einem asphaltierten PKW-Parkplatz auf einer Halbinsel nördlich der hübschen Altstadt von Hannoversch Münden. Links die Fulda, rechts die Werra, die sich dort zur Weser vereinigen. Nur 1000 Meter bis zum großen Reinhardswald, einem wunderbaren Wandergebiet. Uns hat es dort sehr gut gefallen.
Stellplatz Tanzwerder Weserstein
34346 Hann. Münden
6€Strom verfügbar
Hoya/Weser
Hübscher kleiner Stellplatz auf Wiese und Schotter am Ortsrand von Hoya nahe der Weser. Ruhig und im Grünen. Gut zum entspannen.
Stellplatz Weserblick Stettiner Straße
27318 Hoya/Weser
0€
Kassel
Großer PKW-Parkplatz am Herkules.
Parkplatz WillhelmshöheWilhelmshöher Allee 380
34131 Kassel
0€
Minden
Großer Asphaltparkplatz für PKW und Wohnmobile an der Weser. Innenstadt fußläufig erreichbar. Teilweise etwas chaotisch - jeder stellt sich hin, wo er will. Für einen Besuch von Minden okay.
Stellplatz Kanzlers Weide Uferstraße/Hausberger Straße
32423 Minden
5€Strom verfügbar
Nienburg
Schotterplatz, sehr schön gelegen an der Weser gegenüber der Innenstadt. Teilweise Schatten durch Bäume. Strom und V/E vorhanden. Innenstadt fußläufig erreichbar. Autoverkehr ist hörbar, aber nicht sehr intensiv. Schöne Spazierwege an der Weser.
Stellplatz am Weserufer Oyler Straße
31582 Nienburg
5€Strom verfügbar
Rinteln
Großer Platz auf Wiese/Schotter direkt an der Weser. Nicht weit entfernt von der sehr schönen Innenstadt. Ruhig und im Grünen.
Stellplatz am Weserufer Dankerser Straße
31737 Rinteln
0€Strom verfügbar
Schacht-Audorf
Der Platz punktet in erster Linie mit seiner Lage direkt am NOK. In der ersten Reihe hat man einen unverstellten Blick auf die Schiffe. Die angrenzende Bundesstraße ist auch in der Nacht nicht zu überhören. Auf dem Kanaluferwerg kann man schön in Richtung der Rendsburger Hochbrücke laufen.
Wohnmobilpark Schacht-AudorfAn der K 76
24790 Schacht-Audorf
10€Strom verfügbar
Schleswig
Beliebter und gut organisierter Platz direkt an der Schlei, nur wenige Fußminuten vom Zentrum entfernt. Gefällt mir sehr gut.
Wohnmobilstellplatz am StadthafenAm Hafen 5
24837 Schleswig
16€Strom verfügbar
Tönning
Toller Stellplatz auf Wiese unter Bäumen direkt an der Eider. Hier kann man ganz gemütlich der starken Wirkung von Ebbe und Flut auf die Eider zuschauen. Nur wenige Fußminuten bis zum romantischen Hafen von Tönning. Wir fanden es unheimlich schön dort.
Stellplatz Eiderblick/Stellplatz KapitänshausAm Freizeitpark
25832 Tönning
12€Strom verfügbar
( MITI )

Am Bergpark Wilhelmshöhe

SKE
Kassel, 23.07.2015

Blick hinauf von den Kaskaden zum Herkules

Tag
1
Auf dem Weg zum Startpunkt unserer Weser-Tour in Hannoversch Münden haben wir heute erst einmal in Kassel Halt gemacht. Ich bin ja ein großer Fan von englischen Landschaftsgärten, und so musste ich mir unbedingt einmal den berühmten Bergpark Willhelmshöhe ansehen, der seit 2013 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt.

Mittwochs und an den Wochenenden ist hier immer wahnsinnig viel los, weil dann die berühmten Wasserspiele inklusive einer 50 Meter hohen Fontäne aktiv sind.

Wir waren jedoch an einem Donnerstag da, und so konnten wir den Park in Ruhe erkunden – ein wirklich beeindruckendes Erlebnis.

Der Park und die umliegenden Wälder bieten so viel, was es zu entdecken gibt, dafür hat unser dreistündiger Aufenthalt jetzt gar nicht ausgereicht.

Müssen wir unbedingt wiederkommen, wenn wir das nächste Mal in Hessen sind.

( MITI )

Hannoversch Münden – Hier beginnt die Weser

Blick auf Hannoversch Münden von der Tillyschanze
Hannoversch Münden, 23.07.2015

Blick auf Hannoversch Münden von der Tillyschanze

Tag
1
Erste Station an der Weser: Hannoversch Münden, wo sich die Fulda und die Werra zur Weser vereinen. Keine 20 Kilometer nördlich von Kassel gelegen, gehörte Hannoversch Münden seit dem Mittelalter traditionell zum Einflussbereich der Hannoveraner Welfen. Heute stellt sie die südlichste Stadt von Niedersachsen dar.

Im Westen, Osten und Süden grenzt Hannoversch Münden an hessisches Gebiet. Die Altstadt ist von hübschen mittelalterlichen Fachwerkbauten geprägt, einem Baustil, den wir auf unserer weiteren Reise entlang der Weser noch oft begegnen sollten.

Im Westen erhebt sich die sogenannte Tillyschanze über die Stadt, die an die Belagerung und Einnahme von Hannoversch Münden durch die Truppen des Generals Tilly im Dreißigjährigen Krieg erinnern soll. Der steile Aufstieg hat sich für uns durchaus gelohnt, denn von dort hatten Doxi und ich einen herrlichen Blick auf die Stadt und die Weser.

In Hannoversch Münden wird an verschiedenen Stellen dem dort verstorbenen “Doktor Eisenbart” gedacht, der durch seine Heilerfolge als Wundarzt und Starstecher zwischen 1686 und 1715 großen Ruhm erlangte.

( MITI )

Uralte Eichen im Reinhardswald

Fahrt durch den Reinhardswald
Hofgeismar, 24.07.2015

Fahrt durch den Reinhardswald

Tag
2
Na, das ist doch mal ein richtiger Wald hier. Westlich der Weser und angrenzend an Hannoversch Münden erstreckt sich der Reinhardswald auf einer Länge von 30 Kilometern in Richtung Norden bis hinauf nach Karlshafen.

Er bildet das größte zusammenhängende Waldgebiet in Hessen und ist besonders für seine alten Eichenbestände bekannt. Jahrhundertelang wurde er von den Bauern der Umgebung als Hutewald genutzt, in dem sie ihr Vieh weiden ließen.

Mitten in diesem wunderschönen Waldgebiet liegt die Sababurg mit angeschlossenem Tierpark und direkt daneben ein Urwald, in dem die Natur sich selbst überlassen bleibt. Hier habe ich mit Doxi eine herrliche Wanderung unternommen.

( MITI )

In Bodenwerder an der Weser

In Bodenwerder an der Weser
Bodenwerder, 24.07.2015

Blick auf Bodenwerder vom anderen Ufer der Weser

Tag
2
Wir folgen weiter dem Verlauf der Weser in nördlicher Richtung und gelangen über Bad Karlshafen und Höxter nach Bodenwerder, wo wir auf einem süßen kleinen Stellplatz in Flussnähe übernachten.

Als Geburtsort und langjähriger Wohnsitz des „Lügenbarons“ Karl Friedrich Hieronymus von Münchhausen ist Bodenwerder auch als Münchhausenstadt bekannt. Der ehemaliger Wohnsitz des Adligen beherbergt heute das Rathaus und innerhalb der Altstadt erinnern verschiedene Skulpturen und Gemälde an den berühmtesten Sohn der Stadt.

Am Abend packe ich mein Faltboot aus und bekomme wieder einmal die starke Strömung der Weser zu spüren: Die Strecke, die ich in knapp zwei Stunden mühevoll stromaufwärts paddele, geht es in knapp einer halben Stunde fast ohne Aufwand wieder zurück.

( MITI )

Auf nach Rinteln

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Rinteln, 25.07.2015

Blick von unserem Stellplatz an der Weser hinüber nach Rinteln

Tag
3
Rinteln an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen bietet einen kostenlosen Stellplatz an der Weser gegenüber der Altstadt und lockt damit viele Wohnmobilisten an. Die Stadt gehört zum Naturpark Weserbergland Schaumburg-Hameln und liegt landschaftlich reizvoll im so genannten „Rintelner Becken“.

Wie wir uns bei einem ausgedehnten Spaziergag überzeugen konnten, besitzt Rinteln eine wirklich sehenswerte Fachwerk-Altstadt. Den Mittelpunkt bildet der Marktplatz mit der evangelisch-lutherischen St. Nikolai Kirche und dem Ratskeller, einem Bau aus der Zeit der Weserrenaissance.

Eigentlich wollten wir nur einen halben Samstag dort bleiben, doch am Mittag kam ein Sommersturm auf, der erst in der Nacht zum Sonntag abflauen sollte. Den Sturm haben wir gemütlich im Wohnmobil ausgesessen.

Am nächsten Morgen sind wir dann in aller Frühe im Osten der Stadt am Fuße des Kamms des Wesergebirges zur einer schönen Wanderung aufgebrochen. Von dort hatten wir einen herrlichen Blick auf die Stadt und das Wesertal.

In Folge des Sturms lagen im Wald und auf den Wanderwegen viele abgebrochene Äste. Entwurzelte oder abgebrochene Bäume sind uns jedoch nicht begegnet. So schlimm war das Sturmtief “Zeljko” dann wohl doch nicht, obwohl es sich im Wohnmobil zweitweise durchaus so angefühlt hat.

( MITI )

Beim Rattenfänger von Hameln

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Hameln, 26.07.2015

Großes Wehr an der Weser

Tag
4
Auf unserem Weg entlang der Weser nach Rinteln haben wir heute einen halben Tag in Hameln Station gemacht. Ich war überrascht vom Ausmaß der Altstadt und der großen Zahl gut erhaltener Fachwerkbauten.

Erwartungsgemäß begegnet man hier an vielen Stellen der Sage vom Rattenfänger, der im Jahre 1248 die Kinder der Stadt entführt haben soll, nachdem man ihm den gerechten Lohn für die Ausmerzung einer Rattenplage versagt hatte.

Westlich der Altstadt passiert die Weser ein großes Wehr. Wie ich erfahre, wurde hier 1734 die erste in staatlicher Regie errichtete Weserschleuse in Betrieb genommen, die den Schiffern bei der Überwindung des berüchtigten „Hamelner Loches“ half.

( MITI )

Wir verlassen das Weserbergland

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Minden, 27.07.2015

Die Weser bei Minden. Im Hinergrund: Der Durchbruch Porta Westfalica und der Arminius.

Tag
4
Wir sind in Minden angekommen. Vom kostenlosen Stellplatz “Kanzlers Weide” an der Weser blicken wir auf die imposante Porta Westfalica und den Arminius in rund fünf Kilometern Entfernung. Dort hat der Fluss in Jahrtausenden (Jahrmillionen?) eine Bresche in das Gebirge geschlagen, um in das Norddeutsche Tiefland überzugehen und seinen Weg Richtung Nordsee fortzusetzen.

Auf den Wiesen rund um den Stellplatz hat die Stadt Minden einen Parcours für Disc-Golf eingerichtet. Am Rande bekomme ich mit, wie sich einige Wohnmobilisten beschweren, dass die Frisbees der jungen Leute auf ihren Wohnmobilen gelandet seien 🙂

Minden bildet das historisch politische Zentrum des Mindener Landes, was u. a. in den zahlreichen Verwaltungsgebäuden, teils aus Preußischer Zeit, zum Ausdruck kommt. Es macht Spaß, die Stadt zu erkunden. An beinahe jeder Ecke gibt es etwas zu entdecken. Wir stoßen auf zahlreiche Bauten aus der Zeit der Weserrenaissance und auf den durchaus imposanten Mindener Dom.

Beeindruckend auch das Wasserstraßenkreuz im Norden der Stadt, wo der Mittellandkanal in zwei Wasserbrücken über die Weser geführt wird. Die mächtigen Tragekonstruktionen unterhalb der Wasserbrücken lassen erahnen, wie viel Last an Wasser und Schiffen diese Querungen wohl aufnehmen müssen.

( MITI )

Nasses Nienburg

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Nienburg, 27.07.2015

Doxi beim Grasen an der Weser

Tag
5
Nienburg, die größte Stadt der Mittelweserregion, hat nicht nur einen hübschen kleinen Womo-Stellplatz direkt an der Weser, sondern auch eine feine Saunaanlage im städtischen Schwimmbad und sogar einen Jazzclub in der sehenswerten Altstadt.

Ich habe mit Doxi einen schönen, aber nassen Tag in Nienburg verbracht. Während unseres Aufenthalts in der “Spargelstadt” hat es innerhalb von nur vier Stunden 40 Liter Regen auf den Quadratmeter gegeben – und wir waren bei einer Wanderung an der Weser mittendrin.

So nass sind wir wirklich lange nicht mehr geworden. Sogar Doxi war es zu viel. Gut, dass wir am Stellplatz Landstrom hatten, denn so konnte ich meine Sachen am nächsten Morgen trockenföhnen 🙂

( MITI )

Durchatmen in Hoya

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Hoya, 28.07.2015

Stellplatz an der Weser in Hoya

Tag
6
Hoya ist eine Stadt im Landkreis Nienburg/Weser nahe der geografischen Mitte Niedersachsens. So wahnsinnig viel ist dort nicht los, aber es gibt einen schönen kostenlosen Stellplatz mit direktem Blick auf die Weser. Nach dem aufregenden Regentag in Nienburg haben wir das trockene Wetter und Ruhe an der Weser wirklich genossen.

( MITI )

An der Wesermündung in Bremerhaven

Bremerhaven-Skyline vom Weserdeich aus gesehen
Bremerhaven, 29.07.2015

Bremerhaven-Skyline vom Weserdeich aus gesehen

Tag
7
Wir haben es geschafft! In sechs Tagen haben wir uns 450 Kilometer von der Weserquelle in Hannoversch Münden bis zur Wesermündung in die Nordsee bei Bremerhaven vorgearbeitet.

Weil die Weser durch Werra und Fulda gespeist wird, ist sie bereits in Hannoversch Münden ein ansehnlicher Fluss. Aber hier in Bremerhaven ist sie richtig fett!! Und bereits sichtbar den Schwankungen von Ebbe und Flut unterworfen.

Wir stehen auf dem Womo-Stellplatz an der Neuen Schleuse direkt hinter dem Weserdeich. Auf der anderen Weserseite ist Nordenham gut zu sehen. Stromaufwärts beginnt die Nordsee. Über den Deich pfeift ein strammer Wind, der das Wohnmobil fast wie ein Schiff auf dem Wasser schwanken lässt.

Bremerhaven gefällt mir ausnehmend gut. Hier gibt es wirklich viel zu sehen. Interessante Bauwerke, maritime Motive und schöne Natur, wenn man die Stadt entlang der Weser in südlicher Richtung verlässt. Wenn es nicht den halben Tag regnen würde, könnten wir es hier durchaus länger aushalten.

( MITI )

Die Kugelbake – Der nördlichste Punkt von Niedersachsen

Die kugelbacke in Cuxhaven-Döse ist wohl ein der berümtesten Seezeichen Deutschland. Die Bake wurde 1703 gebaut, ist aus Holz und mus deshalb alle 30 Jahre erneuert werden, Sie steht westlich der Elbmünung in die Nordsee
Cuxhafen, 30.07.2015

Die Kugelbake in Cuxhaven-Döse an der Elbmündung ist der närdichste Punkt von Niedersachsen.

Tag
8
Von der Wesermündung bei Bremerhaven sind wir rund 60 km weitergereist zur Elbemündung bei Cuxhafen. Der Womo-Stellplatz an der Seefähre nach Helgoland liegt in Hafennähe direkt am Wasser.

Wir haben das Glück, einen Platz in der ersten Reihe zu bekommen. Von dort schauen wir auf den Übergang von der Elbe zur Nordsee und konnten viele dicke Pötte sehen, die Richtung Hamburg unterwegs waren.

In den westlichen Stadtteilen ist Cuxhaven sehr touristisch geprägt, mit einigen hübschen Strandabschnitten und endlosen Wiesenflächen voller Strandkörbe. Angesichts des schlechten Wetters während unseres Aufenthalts waren diese allerdings verwaist. Dafür war in der Innenstadt entsprechend mehr los.

Bei schönem Wetter kann man von Cuxhaven herrliche Wattwanderungen unternehmen, u.a zur vorgelagerten Insel Neuwerk, die auch mit Pferdekutschen zu erreichen ist. Diesmal haben wir das leider nicht geschafft, aber hoffentlich beim nächsten Mal vielleicht im kommenden Jahr.

( MITI )

Lecker Krabbenbrötchen in Büsum

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Büsum, 31.07.2015

Krabbennkutter im Hafen von Büsum

Tag
9
Wir verlassen Niedersachsen und machen rüber nach Schleswig-Holstein. Zwischen Cuxhaven und Hamburg bildet die Elbe die Grenze zwischen den beiden Bundesändern. Auf einer Länge von 90 Kilometer gibt es hier keine einzige Brückenquerung, sondern nur die oft überlastete Elbfähre zwischen Wischhafen und Glücksburg. Wir haben an diesem Freitagmorgen Glück und kommen schon nach 10 Minuten auf die Fähre, die für die Querung der hier 3,5 km breiten Elbe rund 20 Minuten benötigt.

Unterwegs gibt es ein seltenes Schauspiel zu bestaunen. Ein riesiges chinesisches Containerschiff ist in der Elbe auf Grund gelaufen und liegt nun mit leichter Schieflage auf dem Schlick.

Wie ich erfahre, ist das voll beladene Schiff bei Flut aus dem Hamburger ausgelaufen und hatte dann auf der Elbe einen Maschinenschaden, so dass es nicht mehr weiterkam. Bei Ebbe ist es dann aufgesetzt.

Nun versuchen fünf Schlepper und ein großes Rettungsschiff der Küstenwache den Chinesen zu stabilisieren, um ihn bei der nächsten Flut abzuschleppen. Was für ein Schauspiel!

90 Minuten später erreichen wir Büsum und bekommen einen schönen Stellplatz mit Blick auf ein Naturschutzgebiet. In der Innenstadt ist es an diesem Tag unglaublich voll. Für den Strand ist es zu kalt, und dann auch noch Jahrmarkt, so dass tausende Menschen auf den Straßen unterwegs sind.

Für mich ist es hier eindeutig zu voll, aber für Doxi ist es eine gute Übung. Sie bleibt ganz cool, auch wenn sie immer wieder von anderen Hunden angebellt wird. Feine Doxi. Und ich lasse mir ein leckeres Krabbenbrötchen schmecken.

( MITI )

Tönning an der Eider

Der alte Hafen von Tönning
Tönning, 1.08.2015

Der Alte Hafen von Tönning

Tag
10
Von Büsum sind wir 25 Kilometer nordwärts gefahren und haben das Eidersperrwerk passiert, das den längsten Fluss Schleswig-Holsteins bei Bedarf gegen die Nordsee abriegelt. Wenige Kilometer im Landesinneren liegt Tönning an der Eider.

Die Stadt mit 5000 Einwohnern verfügt über einen kleinen Fischerei- und Sportboothafen mit einer langen Geschichte. Denn vor dem Bau des Nordostseekanals war die Eider viele Jahrhunderte lang die einzige maritime Verbindung zwischen Nord- und Ostsee. Davon profitierte Tönning als letzte Siedlung vor der Eidermündung.

Wir stehen am Stellplatz Kapitänshaus mit direktem Blick auf die Eider. So können wir den Wechsel von Ebbe und Flut aus nächster Nähe verfolgen. Der Unterschied im Landschaftsbild ist durchaus bemerkenswert, denn der Tidenhub beträgt hier immerhin 3 Meter. Bei Ebbe wird der breite Fluss ganz schmal und es liegen große Schlickflächen links und rechts der verbleibenden Fahrrinne trocken.

( MITI )

Kunst am Schloss Gottorf

Schloss Gottorf
Schleswig, 3. August 2015

Schloss Gottorf

Tag
11
Einer der Höhepunkte unseres Aufenthalts in Schleswig: Das Schloss Gottorf mit seiner umfangreichen Sammlung von Großplastiken, die in der Gartenanlage um das Schloss verteilt sind. Außerdem verfügt das Schloss über einen sehenswerten Barockgarten und ist Sitz des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte.

Das Schloss besteht seit mehr als achthundert Jahren und war namensgebend für das herzogliche Haus Schleswig-Holstein-Gottorf, aus dem im 18. Jahrhundert unter anderem vier schwedische Könige und mehrere russische Zaren hervorgingen.

In seiner wechselvollen Geschichte war es im Besitz der schleswigschen Herzöge sowie des dänischen Königshauses. Heute ist es das größte Schloss in Schleswig-Holstein und der bedeutendste Profanbau des nördlichsten Bundeslandes.

Ein wirklich lohnenswertes Reiseziel für alle, die Kunst, Architektur und Gartenbau mögen. Ich habe den Besuch dort sehr genossen!

( MITI )