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In Schwaben und am Bodensee

Blick ins obere Donautal bei Beuron

Wieder daheim nach einer zweiwöchigen Womo-Tour durch Schwaben, die Bodenseeregion und ein wenig Ostallgäu. Wir hatten wirklich unheimlich Glück mit dem Wetter: Nicht ein einziges Mal hat es geregnet. Jeden Tag gab es einen blauen Himmel und unheimlich viel Sonne bei Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad. Schöner geht es eigentlich nicht.

Mir war die Region zwischen Stuttgart im Norden und dem Bodensee im Süden bislang weitgehend unbekannt. Nun kenne ich mich ein wenig aus auf der schwäbischen Alb, im oberen Donautal und am Nordufer des Bodensees. Ich glaube, ich habe noch nie so viele Streuobstwiesen und Obstplantagen gesehen.

Mehr als 260 Kilometer sind wir in den 14 Tagen gewandert, und fast immer gab es am Wegesrand einen leckeren Apfel für mich, frisch vom Baum. Und manchmal sogar Pflaumen oder Zwetschgen, wie man in Süddeutschland sagt. Herrlich war das.

In Schwaben haben wir folgende Orte besucht: Reutlingen, Eningen, Nehren, Hechingen, Gammertingen, Sigmaringen, Beuron, Tuttlingen, Ravensburg, Bad Waldsee und Bad Wurzach.

Weiter ging es am Bodensee mit den Orten: Konstanz, Insel Mainau, Insel Reichenau, Friedrichshafen, Überlingen und Lindau. Und zum Schluss haben wir noch einen Abstecher ins Allgäu gemacht und dort die Orte Memmingen, Kaufbeuren und das Kloster Irsee besucht.

Es war mal wieder ein ziemlich reichhaltiges Programm, das wir da abgespult haben. Jeden Tag zwei Mal wandern, dazwischen Ortswechsel, Reiseorganisation, bloggen und täglich eine Stunde Yoga. Aber dafür haben wir auch wieder sehr viel gesehen von einem Flecken Deutschland, den ich bis dahin nicht kannte. Und das hat sich wirklich gelohnt.

 

Hier haben wir haben bei dieser Tour mit dem Wohnmobil gestanden:
OrtBezeichnungAnfahrtPreisSt
Bad Waldsee
Großer Stellplatz auf Asphalt neben der Therme. V/E vorhanden. Guter Ausgangspunkt für Wanderungen. Preis zzgl. Kurtaxe, 2€ pro Person.
Stellplatz bei der Waldsee-ThermeUnterurbacher Weg
88339 Bad Waldsee
6 €Strom verfügbar
Beuron
Stellplatz auf Rasengittersteinen unterhalb des Klosters Beuron. V/E vorhanden. Teilweise Schatten durch Bäume. Idealer Ausgangspunkt für Wanderungen und Fahrradtouren im oberen Donautal.
Stellplatz am Kloster BeuronAbteistraße 2
88631 Beuron
5 €Strom verfügbar
Friedrichshafen
Stellplatz auf Asphalt zwischen Jugendherberge und einem Camping-Platz an einer vielbefahrenen Ausfallstraße. Nicht schön und auch nicht unbedingt leise. 200 Meter bis zum Seeufer, 1000 Meter bis zum Hafen.
Stellplatz an der JugendherbergeLindauer Straße 2
88046 Friedrichshafen
13,2 €Strom verfügbar
Gammertingen
Kostenloser Stellplatz 1km außerhalb des Ortes im Tal der Flaucher an einem kleinen Park und Naherholungsgebiet. Hunde sind in diesem Park unerwünscht, werden auf dem Stellplatz vor dem Park aber toleriert. Relativ laute und viel befahrene Straße im Hintergrund.
Stellplatz an der LauchertReutlinger Straße
72501 Gammertingen
0€Strom verfügbar
Kaufbeuren
Netter kleiner Stellplatz auf Schotter direkt an der Wertach und am Kletterpark des DAV. V/E vorhanden. Fünfzehn Fußminuten zur Innenstadt.
Stellplatz am KletterzentrumBuronstraße 99
87600 Kaufbeuren
0€Strom verfügbar
Konstanz
Eigentlich kein Stellplatz, sondern einfach ein etwas breiterer Parkstreifen für maximal 6 Wohnmobile an einer ansteigenden Straße ohne jegliche Infrastruktur. Dafür direkt an der wunderschönen Bodensee Therme und nur wenige Schritte vom Uferweg entfernt.
Stellplatz an der Bodensee Therme KonstanzZur Torkel 8
78464 Konstanz
6 €
Memmingen
Kleiner Stellplatz auf Asphalt am ehemaligen Gelände der Landesgartenschau. Nur wenige Gehminuten bis zur historisdhen Innenstadt. V/E vorhanden.
Stellplatz am LGS-GeländeColmarer Straße
87700 Memmingen
7 €Strom verfügbar
Nehren
Schöner kleiner, naturnaher und kostenloser Stellplatz in der Nähe der B27. Guter Ausgangspunkt für Wanderungen durch die Felder, Streuobstwiesen und Wälder rund um Nehren.
Wohnmobilstellplatz in den Steinlach-AuenSteinlach 1
72147 Nehren
0€Strom verfügbar
Ravensburg
Stellplatz auf Schotter und Asphalt am Rande der Innenstadt neben einer im Berufsverkehr vielbefahrenen Einfallsstraße. V/E vorhanden. Nur 1.100 Meter zur historischen Altstadt von Ravensburg.
Stellplatz MühlbruckstraßeMühlbruckstraße 12
88212 Ravensburg
8,5 €Strom verfügbar
Reichenau / Niederzell
Hübscher kleiner Stellplatz auf Asphalt neben einem großen Campingplatz. Nur wenige hundert Meter vom See entfernt. V/E vorhanden.
Stellplatz ReichenauZum Sandseele
78479 Reichenau
12 €Strom verfügbar
Reutlingen
Stellplatz für 10 Mobile auf Schotter am Ortsrand. V/E vorhanden. Zufahrt durch Schranke gesichert. 2,5 km bis zur Innenstadt.,
Wohnmobilstellplatz am Freibad MarkwasenHermann-Hesse-Straße
72764 Reutlingen
8 €Strom verfügbar
Sigmaringen
Stellplatz auf Schotter zwischen der Stadthalle und einem Campingplatz. Nur wenige Gehminuten ins Zentrum, zum Schloss und zur Donau. Entsorgungsmöglichkeit vorhanden.
Stellplatz an der StadthalleGeorg-Zimmerer-Straße 6
72488 Sigmaringen
8 €Strom verfügbar
Tuttlingen
Schöner kostenloser Stellplatz direkt an der Donau und am Donaupark. Nur wenige Schritte zur Innenstadt.
Stellplatz am Festplatz DonauspitzStuttgarter Straße
78532 Tuttlingen
0€

( MITI )

Auf dem Reutlinger Hausberg

Auf dem Reutlinger Hausberg
Reutlingen, 9.09.2019

Das Tübinger-Tor an der früheren Stadtmauer von Reutlingen

Tag
1
Nach fünfstündiger Autobahnfahrt sind wir am späten Nachmittag in Reutlingen angekommen, der ersten Station unserer Tour durch die Schwäbische Alb. Reutlingen liegt rund 30 km südlich von Stuttgart und 12 km östlich von Tübingen. Mit 115.000 Einwohnern ist sie die kleinste der neun Großstädte in Baden-Württemberg und bezeichnet sich selbst als das Tor zur Schwäbischen Alb.

Wir stehen mit dem Wohnmobil am Ortsrand beim Freibad und laufen zunächst in das rund zweieinhalb Kilometer entfernte Zentrum rund um den alten Marktplatz und die Kirche. Ich bin ein wenig enttäuscht, denn es haben sich nur relativ wenige historische Bauten erhalten.

Vom Bahnhof aus breche ich mit Doxi anschließen zu einer zehn Kilometer langen Wanderung auf den Achalm auf, den kegelförmigen Hausberg von Reutlingen, der die Stadt weithin sichtbar überragt. Der Aufstieg beginnt bereits in den Wohngebieten am Rande des Zentrums, und je höher wir kommen, desto prächtiger werden die Villen.

Auf halber Höhe passieren wir das beliebte Achalm-Wirtshaus und -Hotel, bevor es in einer Umrundung des Berges hinauf zur Spitze geht. Dort steht noch der Bergfried einer im 11. Jahrhundert erbauten Höhenburg. In der bereits untergehenden Sonne können wir weite Blicke hinunter auf Reutlingen und die Reutlinger Alb genießen.

Als wir wieder den Fuß des Berges erreichen ist es bereits dunkel, und wir haben noch vier Kilometer bis zu unserem Startpunkt vor uns. Aber kein Problem, diesmal habe ich an meine Taschenlampe gedacht 🙂 Sie weist uns den Weg.

( MITI )

Zur Hohen Warte bei Eningen

Zur Hohen Warte bei Eningen
Eningen, 10. September 2019

Blick vom Albrand am Wolfsfelsen in nördlicher Richtung hinunter nach Metzingen

Tag
2
Am zweiten Tag unserer Tour durch die Schwäbische Alb fahren wir am Morgen von Reutlingen weiter in das nur wenige Kilometer entferne Eningen. An der Kirche im Ortszentrum beginnt unsere 14 km lange Wanderung, die uns in östlicher Richtung hinauf auf die Hohe Warte führen soll.

Beim Aufstieg auf die Hochebene an der Eninger Wiese blicken wir zurück in Richtung Eningen und erkennen im Hintergrund den charakteristischen Felsenkegel der Achalm, die wir gestern Abend von Reutlingen aus bestiegen haben.

Wir laufen durch Waldschluchten hinauf zum Schafshaus an der Eninger Wiese. Weiter geht es über eine schöne Allee und durch dichten Wald zum Gestütshof St. Johann, dessen Geschichte bis ins 11. Jahrhundert zurück reicht.

Dahinter beginnt ein Waldlehrpfad, der uns zum Aussichtsturm auf der Hohen Warte bringt. Wir haben Glück, denn der Turm mit seinen 136 Stufen ist nicht verschlossen. Oben auf der Turmspitze hat man einen fantastischen Rundumblick über die Reutlinger Alb.

Nun beginnt langsam unser Abstieg zurück in Richtung Eningen. Ein kurzer Abstecher im Wald führt uns zum Wolfsfelsen an der steil abfallenden Albkante. Von dort hat man einen tollen Blick in nördlicher Richtung in die Ebene hinunter nach Metzingen.

Bald erreichen wir das kreisrunde Hochspeicherbecken Glens, dessen Wasserkraftwerk dem Ausgleich kurzfristiger Lastspitzen im Stromnetz der EnBW dient. Durch Wald und Obstwiesen geht es von dort wieder hinunter nach Eningen, das wir nach dreieinhalb Stunden erreichen. Eine gelungene Tour, die viel vom Landschaftscharakter der Schwäbischen Alb offenbart hat.

( MITI )

Rund um Nehren

Rund um Nehren
Nehren, 10.09.2019

Reife Pflaumen in dern Streuobstwiesen oberhalb von Nehren

Tag
2
Nach unserer Wanderung bei Eningen fahren wir am frühen Nachmittag rund 20 km weiter nach Nehren. Dort gibt es einen schönen kostenlosen Stellplatz in den Steinlach-Auen.

Nehren liegt am Rande des großen Waldgebiets Rommert und ist von Feldern und Streuobstwiesen umgeben. Am Abend unternehme ich mit Doxi eine ausgedehnte Wanderung rund um den Ort. Während im Westen die Sonne untergeht, steigt im Osten über der Reutlinger Alb bereits der Mond auf. Toll sieht das aus.

Als ich auf einen noch nicht abgeernteten Pflauenbaum treffe, mache ich mir die Taschen voll. Köstlich, diese Pflaumen! So süß und reif.

( MITI )

An der Zollernalb

An der Zollernalb
Boll, 11. September 2019

Blick vom Zeller Horn auf die Burg Hohenzollern

Tag
3
Im letzten Jahr habe ich die Burg Hohenzollern bei Echingen besucht, den Stammsitz der preußischen Könige und Kaiser. Von der Burg auf der Spitze der Zollernalb hat man einen wunderbaren Blick auf die umliegenden Höhen. Schon damals habe ich gedacht: Was für eine liebliche Landschaft.

Jetzt war ich genau dort in dieser Landschaft auf einer 12 km langen Wanderung unterwegs. Von Boll am Fuße der Zollernalb ging es zunächst hinauf zur Kapelle Mariazell – immer mit dem Blick zur Burg Hohenzollern.

Es folgte ein äußerst steiler Aufstieg zum Zeller Horn, dem Gipfel gleich neben der Zollernalb. Von dort blick man unmittelbar hinüber zur Zollernalb und weit in die umliegende Landschaft. Anschließend ging es oben auf dem Plateau weiter zum Aussichtsfelsen Hängender Stein.

Unsere nächste Station: Das beliebte Ausflugslokal Nägelehaus mit Aussichtsturm gleich neben einer großen Sendeanlage auf der Spitze des Raichbergs. Dort begann unser langsamer Abstieg durch den Wald zurück in Richtung Boll. Eine durchaus anstrengende Tour, aber die tollen Ausblicke in die Landschaft waren es wert.

( MITI )

Im schönen Tal der Fehla

Im schönen Tal der Fehla
Gammertingen, 11.09.2019

Idyllisch schlängelt sich die Fehla durch das Tal

Tag
3
Nach unserer Wanderung an der Zollernalb sind wir nach Gammertingen weiter gefahren. Dort gibt es einen schönen kleinen kostenlosen Womo-Stellplatz außerhalb des Ortes am Fluß Lauchert.

Am späten Nachmittag brechen wir von dort auf zu einer 12 km langen Wanderung durch das idyllische Tal der Fehla. Zunächst geht es nach Gammertingen hinein und anschließend südlich des Orts hinunter in das Fehlatal.

Der Fluß mäandert durch das liebliche Tal, gesäumt von Wiesen, die gerade gemäht worden sind. Doxi wälzt sich genüsslich durch das frische Gras, während ich versuche, diesen Moment mit der Handykamera festzuhalten.

Kurz vor dem Talende drehen wir ab und steigen zur Kuppe des Bruckbergs auf. Von dort blicken wir den Steilhang des Waldes hinab wieder in das Tal der Lauchert. Wir folgen oberhalb des Talrands dem Weg durch den Wald zurück in Richtung Gammertingen. Kurz vor dem Einbruch der Dunkelheit erreichen wir schließlich wieder unseren Stellplatz. Perfektes Timing.

( MITI )

Sigmaringen – Fürstenhöhe – Nägelesfels

Sigmaringen – Fürstenhöhe – Nägelesfels
Sigmaringen, 12.09.2019

Das offizielle Bild vom Schloss, wie es an zahlreichen Stellen in der Stadt plakatiert ist

Tag
4
Auf unserem Weg durch die Schwäbische Alb in Richtung Süden sind wir in Sigmaringen an der Donau angekommen. Auf diese Station hatte ich mich besonders gefreut, denn ich wollte unbedingt einmal das pittoreske Schloss sehen, das mitten im Stadtzentrum auf einem Felsen oberhalb der Donau thront.

Zum ersten Mal seit meiner Miniskus-Operation will ich mich wieder an eine 20 km-Wanderung wagen. Von unserem Stellplatz sind es nur wenige Schritte bis ins Zentrum und zum Schloss. Ich schaue mir den hübschen Stadtkern an und laufe anschließend mit Doxi in nördlicher Richtung in den Sigmaringer Stadtwald hinein.

Mehr als fünf Kilometer geht es zunächst durch den schönen Stadtwald immer geradeaus, wobei wir langsam aber stetig an Höhe gewinnen. Unter den noch dicht belaubten Bäumen ist es schattig und schön kühl, doch als wir den Wald verlassen und uns auf offener Fläche dem Funkturm auf der Fürstenhöhe nähern, heizt uns die Herbstsonne vor einem wolkenlosem Himmel ordentlich ein.

Durch das Naturschutzgebiet Fürstenhöhe geht es nun wieder langsam abwärts in Richtung des Lauchtertals. Im Talgrund angekommen, beginnt unser Aufstieg zum Nägelesfels, wo sich uns ein wunderbarer Panoramablick hinunter ins Lauchtertal bietet.

Von dort sind es nur noch drei Kilometer bis zu unserem Stellplatz im Herzen von Sigmaringen, den wir nach fünfeinhalb Stunden wieder erreichen. Doxi und ich, wir sind beide ein wenig k.o., doch mein operiertes Knie hat gut durchgehalten. Das finde ich super.

( MITI )

Im Oberen Donautal bei Beuron

Im Oberen Donautal bei Beuron
Thiergarten / Beuron, 13.09.2019

Blick von der Lenzenburg hinunter ins Donatal

Tag
4
Von Sigmaringen brechen wir am frühen Morgen ins obere Donautal auf, das nur wenige Kilometer westlich von Sigmaringen endet. Das Tal ist eng. Neben dem Fluss ist an vielen Stellen gerade einmal Platz für eine eingleisige Bahnstrecke und eine schmale Landstraße.

Dort, wo die Albfelsen bis hinunter zum Fluss ragen, sind Tunnel in den Fels geschlagen, die jeweils nur Platz für eine Fahrspur bieten. Vorsichtiges und umsichtiges Fahren ist dort Pflicht.

Wir fahren bis zum kleinen Ort Thiergarten, der bereits zur Gemeinde Beuron gehört, und parken auf einem kleinen Schotterparkplatz direkt an der Donau. Dort setzen viele Kanufahrer bei Touren stromabwärts in Richtung Sigmaringen ein. Auf einer Wiese am Fluss stehen bald ein Dutzend Kanuanhänger, beladen mit jeweils acht bis zehn Booten.

Wir überqueren die kleine Donaubrücke und befinden uns sogleich auf dem belieben Donauradweg. Flussaufwärts geht es in Richtung Beuron, teils unter überhängenden Felsen hindurch, und immer mit Blick auf den malerischen Fluss. Links und rechts des Flusses erheben sich die steil abfallenden Felswände der Schwäbischen Alb – es sind die größten im gesamten Donautal.

So laufen wir bis kurz vor den Ort Hausen im Tal am Fluss entlang. Dann beginnt unser Rückweg, der uns zunächst vom Fluss weg und durch dichten Wald hinauf auf den 200 Meter hohen Lenzenfelsen führt. Auf dem höchsten Punkt befinden sich unmittelbar über dem Flusstal die Reste der mittelalterlichen Lenzenburg. Von dort hat man einen fantastischen Blick hinunter ins Tal. Schon dafür hat sich der Aufstieg absolut gelohnt.

Anschließend geht es langsam wieder hinab zum Donauradweg und von dort zurück zu unserem Startpunkt in Thiergarten, den wir nach knapp vier Stunden wieder erreichen. Die Tourbeschreibung hatte viel versprochen, und das hat die Tour absolut gehalten. Flussromantik und herrliche Fernblicke pur!

( MITI )

In der Medizinstadt Tuttlingen

In der Medizinstadt Tuttlingen
Tuttlingen, 13.09.2019

Blick vom Honberg hinunter nach Tuttlingen

Tag
5
Nach unserer Fahrt durch das obere Donautal steuern wir Tuttlingen an, die Welthauptstadt der Medizintechnik, wie ich jetzt erfahren habe. Mehr als 400 Unternehmen aus diesem Bereich beschäftigen dort annähernd 8000 Arbeitnehmer. Eine solche Ballung gibt es sonst nirgendwo auf unserem Planeten.

Tuttlingen liegt beidseits der noch jungen Donau am Fuß des Honbergs, eines Umlaufbergs der Urdonau. Heute schließt die Stadt den Berg vollkommen ein. Die Überreste der Burg Honberg mit ihren zwei charakteristischen Türmen oben auf dem Berg bilden das Wahrzeichen der Stadt.

Wir stehen mit dem Wohnmobil im Grünen auf dem kostenlosen Stellplatz am Donaupark, nur wenige Schritte von der Donau und der Innenstadt entfernt. Es ist spätsommerlich warm und die noch kräftige Sonne spiegelt sich im Wasser der Donau.

Mit Doxi unternehme ich am Abend einen Stadtbummel. Nachdem wir uns das historische Zentrum angeschaut haben, wandern wir zum Honberg hinauf und umkreisen einmal den langgezogenen Bergrücken. Von dort oben blick man auf Tuttlingen hinunter. Im Schein der untergehenden Sonne sieht das ganz malerisch aus.

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Tuttlingen – Konzenberg – Eltatal

Tuttlingen – Konzenberg – Eltatal
Tuttlingen, 14. September 2019

Die Elta (von rechts kommend) am Zusammenfluss mit der Donau

Tag
6
Nach einer ruhigen Nacht am Donaupark in Tuttlingen breche ich mit Doxi am Morgen zu einer 16 km langen Wanderung in die Wälder westlich von Tuttlingen auf. Wir laufen zunächst an der Donau entlang durch den schönen Donaupark und überqueren dann am Freibad die Mündung der Elta in die Donau.

Durch schönen schattigen Mischwald geht es anschließend stetig bergauf bis zur Ruine der Konzenburg auf dem Konzenberg. Nur noch der mächtige Bergfried aus großen Kalksteinquadern ist erhalten, doch ich kann nirgendwo einen Eingang entdecken.

Dann geht es bergab in Richtung des Eltatals. Der 16 km lange linke Nebenfluss der Donau entspringt in einem Waldgebiet zwischen Trossingen, Spaichingen und Gunningen und mündet in Tuttlingen in die Donau. Der Fluss ist in den letzten Jahren renaturiert worden und schlängelt sich nun wieder durch sein schönes Tal in Richtung Tuttlingen.

Doxi nutzt die Gelegenheit und steigt mehrmals in den Fluß, um sich abzukühlen und zu trinken. Und ich genieße noch einmal das herrliche Spätsommerwetter. Fast ist es mir ein wenig zu viel Sonne, aber bald schon wird der Herbst kommen und dann werden wir uns wieder nach der Sonne sehnen.

( MITI )

In Konstanz am Bodensee

In Konstanz am Bodensee
Konstanz, 15.09.2019

Blick auf die Rheinbrücke in Konstanz. Hier fließt der Rhein aus dem Bodensee ab.

Tag
7
Von Tuttlingen kommend sind wir früh am Morgen an den Bodensee weiter gefahren. Unsere erstes Ziel dort ist Konstanz, die größte Stadt am Bodensee, unmittelbar an der Grenze zur Schweiz gelegen. Konstanz wurde bereits von den Römern besiedelt und ist heute ein wichtiger Ausgangspunkt für die Bodenseeschifffahrt.

An der Rheinbrücke, die von prächtigen Villen aus der Gründerzeit gesäumt wird, fließt der Rhein aus dem Bodensee ab. Die Konstanzer Altstadt und die westlich anschließenden Stadtteile sind die einzigen Gebiete Deutschlands, die südlich des Seerheins, auf der „Schweizer Seite“, liegen.

Die Schweizer Nachbarstadt Kreuzlingen ist mit Konstanz zusammengewachsen, so dass die Staatsgrenze mitten zwischen einzelnen Häusern und Straßen hindurch verläuft. Entsprechend viele Schweizer sind in Kontanz unterwegs. Bei unserem ausgedehnten Stadtbummel stoßen wir immer wieder unvermittelt auf Grenzübergänge mitten in der Besiedelung.

Nachdem sich der Morgennebel über dem See am späten Vormittag gelegt hat, ist es ein wunderbar sonniger und warmer Tag. Überall am See liegen und sitzen die Menschen in Badebekleidung an den verstreuten Kiesstränden und genießen die Sonne oder schwimmen im See.

Fast vier Stunden bin ich mit Doxi in der Stadt und am Seeufer unterwegs. Wie schön, dass ich dieses bezaubernde Bodensee-Flair einmal erleben darf.

( MITI )

Kunst in Konstanz

Kunst in Konstanz
Konstanz, 15. September 2019

Street Art an einer Hauswand

ATag
7
uf meinem ausgedehnten Stadtbummel durch Konstanz begegnen mir immer wieder schöne Kunst- und Design-Objekte im öffentlichen Raum. Hier eine Auswahl der Objekte, die mir am besten gefallen haben.

( MITI )

Im Konstanzer Münster

Im Konstanzer Münster
Konstanz, 15. September 2019

Seitenblick auf das Münster von Konstanz

Tag
7
Die Silhouette von Konstanz wird überragt vom mächtigen Glockenturm des Konstanzer Münsters, dem “Münster unserer Lieben Frau”, wie das katholische Gotteshaus offiziell heißt.

Die Kirche geht auf die Anfangszeit des Bischofssitzes um das Jahr 600 n. Chr. zurück. Sie war für zwölf Jahrhunderte die Kathedrale der Bischöfe von Konstanz und diente in den Jahren 1414–1418 als Sitzungssaal des Konzils von Konstanz.

Architektonisch handelt es sich beim bestehenden Bau um eine der größten romanischen Kirchen Südwestdeutschlands. Er ist als dreischiffige Säulenbasilika mit kreuzförmigem Grundriss ausgelegt und wurde im Jahr 1089 geweiht.

Die ursprüngliche Kirchenausstattung aus der Zeit der Romanik und Gotik ist heute nur an wenigen Stellen erhalten – im Innenraum überlagern sich Elemente aus der Zeit des Barocks, des Klassizismus und der Neugotik.

Als ich auf unserem Stadtbummel durch Konstanz am Münsterplatz vorbei komme, nutze ich die Gelegenheit, um dort zwei Kerzlein für meine Eltern anzuzünden. Doxi parke ich in dieser Zeit an einer Bank im Schatten des Münsters. Als ich zurück kehre, hat sich eine Frau auf die Bank gesetzt. Doxi liegt unmittelbar daneben und schaut die Dame freundlich an. Feine Doxi, so soll es sein.

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An der Blumeninstel Mainau

An der Blumeninstel Mainau
Insel Mainau, 15. September 2019

Blick hinauf zur italienische Wassertreppe (Foto Harke | http://commons.wikimedia.org | Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE)

Tag
7
Am Abend wandere ich mit Doxi von unserem Stellplatz an der Bodensee Therme 6 Kilometer am Seeufer entlang zur Insel Mainau. Die drittgrößte der Bodenseeinseln befindet sich in dem als Überlinger See bezeichneten nordwestlichen Teil des Bodensees. Sie ist über eine Brücke zu erreichen und verfügt über einen eigenen Schiffsanleger.

Bedingt durch das günstige Bodenseeklima wachsen im Schlosspark der tropfenförmigen Insel Palmen und andere mediterrane Pflanzen. Wegen ihrer reichen subtropischen, teilweise auch tropischen Vegetation wird die Mainau häufig als „Blumeninsel“ bezeichnet.

Neben den historischen Gebäuden bildet das von Großherzog Friedrich I. ab 1856 angelegte parkähnliche Arboretum das Herzstück der Insel. Dort wachsen mehr als 500 verschiedene Arten von zum Teil seltenen und wertvollen Laub- und Nadelgehölzen.

Die Insel gelangte im Jahre 1928 durch Erbschaft in den Besitz des schwedischen Königshauses. Das Schloss war zu diesem Zeitpunkt feucht und voller Ungeziefer, die Parkanlagen verwildert. 1932 übertrug Prinz Wilhelm von Schweden die Verwaltung der Mainau an seinem 23-jährigen Sohn Prinz Lennart Bernadotte. Er stellte sich der Herausforderung und fand Gefallen daran, die Mainau wieder zu einem Blumenparadies auszubauen.

Als Lennart Bernadotte im gleichen Jahr das schwedischen Königshaus für die Heirat mit der bürgerlichen Karin Nissvandt verlies und auf sämtliche Titel und eine mögliche Thronfolge verzichtete, zog er sich auf die Mainau zurück und machte die Insel zu seinem neuen Zuhause.

Das Schloss im Herzen der Insel ist bis heute Wohnsitz der gräflichen Familie Bernadotte, die Mainau schon in den 1930er Jahren  gegen Entgelt für viele tausende Besucher jährlich öffnete. Auch ich wollte mir die Insel gerne anschauen, bin mit Doxi an diesem Abend aber einfach zu spät dran. Na, vielleicht ein anderes Mal.

( MITI )

Am Kloster Reichenau

Am Kloster Reichenau
Reichenau, 16. September 2019

Blick auf das Kloster Reichenau

Tag
8
Bei der Erkundung der Insel Reichenau besuche ich im Ortsteil Mittelzell das berühmte ehemalige Kloster Reichenau, dessen frühmittelalterliche Buchmalerei seit 2003 zum Weltdokumentenerbe der UNESCO gehört. Es zählt neben St. Gallen und Fulda zu den bedeutendsten Klöstern der karolingischen Zeit.

Das Kloster geht auf eine im Jahre 724 n.Chr. gegründete Benediktinerabtei zurück. Nach den napoleonischen Sekularisierungen verließen im Jahre 1803 die letzten Mönche die Insel. Doch seit 2001 leben wieder einige Benediktiner dort.

Das Kloster war im Frühmittelalter eines der wichtigen kulturellen und wissenschaftlichen Zentren des Reiches der Karolinger und Ottonen. Speziell durch die Manuskripte aus dem 10. und 11. Jahrhundert, die die Ottonische Buchmalerei repräsentieren, hat das Kloster eine weitreichende Bekanntheit erreicht.

Als herausragend gelten auch die mittelalterlichen Goldschmiedearbeiten des Klosters. So solle die Reichskrone in der Wiener Schatzkammer durch die Goldschmiede des Klosters Reichenau angefertigt worden sein. Ich nutze den Besuch der Klosterkirche, um an diesem geschichtsträchtigen Ort zwei Kerzlein für meine Eltern anzuzünden.

( MITI )