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Auf dem Reutlinger Hausberg

Auf dem Reutlinger Hausberg
Reutlingen, 9.09.2019

Das Tübinger-Tor an der früheren Stadtmauer von Reutlingen

Tag
1
Nach fünfstündiger Autobahnfahrt sind wir am späten Nachmittag in Reutlingen angekommen, der ersten Station unserer Tour durch die Schwäbische Alb. Reutlingen liegt rund 30 km südlich von Stuttgart und 12 km östlich von Tübingen. Mit 115.000 Einwohnern ist sie die kleinste der neun Großstädte in Baden-Württemberg und bezeichnet sich selbst als das Tor zur Schwäbischen Alb.

Wir stehen mit dem Wohnmobil am Ortsrand beim Freibad und laufen zunächst in das rund zweieinhalb Kilometer entfernte Zentrum rund um den alten Marktplatz und die Kirche. Ich bin ein wenig enttäuscht, denn es haben sich nur relativ wenige historische Bauten erhalten.

Vom Bahnhof aus breche ich mit Doxi anschließen zu einer zehn Kilometer langen Wanderung auf den Achalm auf, den kegelförmigen Hausberg von Reutlingen, der die Stadt weithin sichtbar überragt. Der Aufstieg beginnt bereits in den Wohngebieten am Rande des Zentrums, und je höher wir kommen, desto prächtiger werden die Villen.

Auf halber Höhe passieren wir das beliebte Achalm-Wirtshaus und -Hotel, bevor es in einer Umrundung des Berges hinauf zur Spitze geht. Dort steht noch der Bergfried einer im 11. Jahrhundert erbauten Höhenburg. In der bereits untergehenden Sonne können wir weite Blicke hinunter auf Reutlingen und die Reutlinger Alb genießen.

Als wir wieder den Fuß des Berges erreichen ist es bereits dunkel, und wir haben noch vier Kilometer bis zu unserem Startpunkt vor uns. Aber kein Problem, diesmal habe ich an meine Taschenlampe gedacht 🙂 Sie weist uns den Weg.

( MITI )

Zur Hohen Warte bei Eningen

Zur Hohen Warte bei Eningen
Eningen, 10. September 2019

Blick vom Albrand am Wolfsfelsen in nördlicher Richtung hinunter nach Metzingen

Tag
2
Am zweiten Tag unserer Tour durch die Schwäbische Alb fahren wir am Morgen von Reutlingen weiter in das nur wenige Kilometer entferne Eningen. An der Kirche im Ortszentrum beginnt unsere 14 km lange Wanderung, die uns in östlicher Richtung hinauf auf die Hohe Warte führen soll.

Beim Aufstieg auf die Hochebene an der Eninger Wiese blicken wir zurück in Richtung Eningen und erkennen im Hintergrund den charakteristischen Felsenkegel der Achalm, die wir gestern Abend von Reutlingen aus bestiegen haben.

Wir laufen durch Waldschluchten hinauf zum Schafshaus an der Eninger Wiese. Weiter geht es über eine schöne Allee und durch dichten Wald zum Gestütshof St. Johann, dessen Geschichte bis ins 11. Jahrhundert zurück reicht.

Dahinter beginnt ein Waldlehrpfad, der uns zum Aussichtsturm auf der Hohen Warte bringt. Wir haben Glück, denn der Turm mit seinen 136 Stufen ist nicht verschlossen. Oben auf der Turmspitze hat man einen fantastischen Rundumblick über die Reutlinger Alb.

Nun beginnt langsam unser Abstieg zurück in Richtung Eningen. Ein kurzer Abstecher im Wald führt uns zum Wolfsfelsen an der steil abfallenden Albkante. Von dort hat man einen tollen Blick in nördlicher Richtung in die Ebene hinunter nach Metzingen.

Bald erreichen wir das kreisrunde Hochspeicherbecken Glens, dessen Wasserkraftwerk dem Ausgleich kurzfristiger Lastspitzen im Stromnetz der EnBW dient. Durch Wald und Obstwiesen geht es von dort wieder hinunter nach Eningen, das wir nach dreieinhalb Stunden erreichen. Eine gelungene Tour, die viel vom Landschaftscharakter der Schwäbischen Alb offenbart hat.

( MITI )

Rund um Nehren

Rund um Nehren
Nehren, 10.09.2019

Reife Pflaumen in dern Streuobstwiesen oberhalb von Nehren

Tag
2
Nach unserer Wanderung bei Eningen fahren wir am frühen Nachmittag rund 20 km weiter nach Nehren. Dort gibt es einen schönen kostenlosen Stellplatz in den Steinlach-Auen.

Nehren liegt am Rande des großen Waldgebiets Rommert und ist von Feldern und Streuobstwiesen umgeben. Am Abend unternehme ich mit Doxi eine ausgedehnte Wanderung rund um den Ort. Während im Westen die Sonne untergeht, steigt im Osten über der Reutlinger Alb bereits der Mond auf. Toll sieht das aus.

Als ich auf einen noch nicht abgeernteten Pflauenbaum treffe, mache ich mir die Taschen voll. Köstlich, diese Pflaumen! So süß und reif.

( MITI )

An der Zollernalb

An der Zollernalb
Boll, 11. September 2019

Blick vom Zeller Horn auf die Burg Hohenzollern

Tag
3
Im letzten Jahr habe ich die Burg Hohenzollern bei Echingen besucht, den Stammsitz der preußischen Könige und Kaiser. Von der Burg auf der Spitze der Zollernalb hat man einen wunderbaren Blick auf die umliegenden Höhen. Schon damals habe ich gedacht: Was für eine liebliche Landschaft.

Jetzt war ich genau dort in dieser Landschaft auf einer 12 km langen Wanderung unterwegs. Von Boll am Fuße der Zollernalb ging es zunächst hinauf zur Kapelle Mariazell – immer mit dem Blick zur Burg Hohenzollern.

Es folgte ein äußerst steiler Aufstieg zum Zeller Horn, dem Gipfel gleich neben der Zollernalb. Von dort blick man unmittelbar hinüber zur Zollernalb und weit in die umliegende Landschaft. Anschließend ging es oben auf dem Plateau weiter zum Aussichtsfelsen Hängender Stein.

Unsere nächste Station: Das beliebte Ausflugslokal Nägelehaus mit Aussichtsturm gleich neben einer großen Sendeanlage auf der Spitze des Raichbergs. Dort begann unser langsamer Abstieg durch den Wald zurück in Richtung Boll. Eine durchaus anstrengende Tour, aber die tollen Ausblicke in die Landschaft waren es wert.

( MITI )

Im schönen Tal der Fehla

Im schönen Tal der Fehla
Gammertingen, 11.09.2019

Idyllisch schlängelt sich die Fehla durch das Tal

Tag
3
Nach unserer Wanderung an der Zollernalb sind wir nach Gammertingen weiter gefahren. Dort gibt es einen schönen kleinen kostenlosen Womo-Stellplatz außerhalb des Ortes am Fluß Lauchert.

Am späten Nachmittag brechen wir von dort auf zu einer 12 km langen Wanderung durch das idyllische Tal der Fehla. Zunächst geht es nach Gammertingen hinein und anschließend südlich des Orts hinunter in das Fehlatal.

Der Fluß mäandert durch das liebliche Tal, gesäumt von Wiesen, die gerade gemäht worden sind. Doxi wälzt sich genüsslich durch das frische Gras, während ich versuche, diesen Moment mit der Handykamera festzuhalten.

Kurz vor dem Talende drehen wir ab und steigen zur Kuppe des Bruckbergs auf. Von dort blicken wir den Steilhang des Waldes hinab wieder in das Tal der Lauchert. Wir folgen oberhalb des Talrands dem Weg durch den Wald zurück in Richtung Gammertingen. Kurz vor dem Einbruch der Dunkelheit erreichen wir schließlich wieder unseren Stellplatz. Perfektes Timing.

( MITI )

Sigmaringen – Fürstenhöhe – Nägelesfels

Sigmaringen – Fürstenhöhe – Nägelesfels
Sigmaringen, 12.09.2019

Das offizielle Bild vom Schloss, wie es an zahlreichen Stellen in der Stadt plakatiert ist

Tag
4
Auf unserem Weg durch die Schwäbische Alb in Richtung Süden sind wir in Sigmaringen an der Donau angekommen. Auf diese Station hatte ich mich besonders gefreut, denn ich wollte unbedingt einmal das pittoreske Schloss sehen, das mitten im Stadtzentrum auf einem Felsen oberhalb der Donau thront.

Zum ersten Mal seit meiner Miniskus-Operation will ich mich wieder an eine 20 km-Wanderung wagen. Von unserem Stellplatz sind es nur wenige Schritte bis ins Zentrum und zum Schloss. Ich schaue mir den hübschen Stadtkern an und laufe anschließend mit Doxi in nördlicher Richtung in den Sigmaringer Stadtwald hinein.

Mehr als fünf Kilometer geht es zunächst durch den schönen Stadtwald immer geradeaus, wobei wir langsam aber stetig an Höhe gewinnen. Unter den noch dicht belaubten Bäumen ist es schattig und schön kühl, doch als wir den Wald verlassen und uns auf offener Fläche dem Funkturm auf der Fürstenhöhe nähern, heizt uns die Herbstsonne vor einem wolkenlosem Himmel ordentlich ein.

Durch das Naturschutzgebiet Fürstenhöhe geht es nun wieder langsam abwärts in Richtung des Lauchtertals. Im Talgrund angekommen, beginnt unser Aufstieg zum Nägelesfels, wo sich uns ein wunderbarer Panoramablick hinunter ins Lauchtertal bietet.

Von dort sind es nur noch drei Kilometer bis zu unserem Stellplatz im Herzen von Sigmaringen, den wir nach fünfeinhalb Stunden wieder erreichen. Doxi und ich, wir sind beide ein wenig k.o., doch mein operiertes Knie hat gut durchgehalten. Das finde ich super.

( MITI )