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Zwölf Tage in Ostwestfalen

Zwölf Tage in Ostwestfalen
27. März 2017

Die Externsteine bei Horn-Bad Meinberg

Ich bin zurück von meiner ersten längeren Tour in diesem Jahr in unbekanntes Land. Denn Ostwestfalen, das ist für viele Rheinländer ja doch ein wenig “Terra Incognita”. Und ich bin angenehm überrascht: Der Teutoburger Wald und der riesige Solling haben mir sehr gut gefallen. Aber auch die Städte mit ihrer zum Teil hervorragend erhaltenen Bausubstanz, die mehrere Jahrhunderte der Architekturgeschichte in Deutschland widerspiegelt.

Ich war auf der Wewelsburg, bei den Externsteinen und dem Hermannsdenkmal, habe Detmold, Paderborn, Schloss Neuhaus, Altenbeken, Bad Driburg, Höxter, Dassel, Lemgo, Bad Salzuflen, Herford und Bielefeld besucht. Ja, Bielefeld, womit schon einmal das Gerücht widerlegt wäre, dass es die Stadt gar nicht gibt.

Und noch einige andere Vorurteile konnte ich ad acta legen: Beispielsweise, dass Paderborn hässlich ist und Heimatmuseen prinzipiell langweilig. Mir hat die Region sehr gut gefallen. Und ich komme bestimmt wieder.

Hier haben wir haben bei dieser Tour mit dem Wohnmobil gestanden:

OrtBezeichnungAnfahrtPreisSt
Altenbeken
Zwölf Tage in OstwestfalenAsphaltparkplatz am Schwimmbad/Schulzentrum. Nicht weit bis zum Ortskern und dem Altenberger Eisenbahnviadukt. Nachts ruhig. Guter Ausgangspunkt für Wanderungen in der Umgebung.
Parkplatz am Hallenbad Zwölf Tage in Ostwestfalenkein offizizeller StellplatzGardeweg 1
33184 Altenbeken
0€
Bad Driburg
Zwölf Tage in OstwestfalenAusgewiesene Stellplätze auf dem Parkplatz an der schönen Therme. Guter Ausgangspunkt für Wanderungen.
Stellplatz an der Driburg ThermeGeorg-Nave-Straße 24
33014 Bad Driburg
10€Zwölf Tage in OstwestfalenStrom verfügbar
Bad Salzuflen
Zwölf Tage in OstwestfalenGuter Platz gegenüber der VitaSol-Therme und am Stadtwald. Abends ruhig. Innenstadt fußläufig erreichbar.
Wohnmobilpark Flachsheide Forsthausweg 1
32105 Bad Salzuflen
10€Zwölf Tage in OstwestfalenStrom verfügbar
Bielefeld
Zwölf Tage in OstwestfalenUnd ich dachte, Bielefeld gibt es gar nicht 🙂 Prima Platz zur Erkundung von Bielefeld und Wanderungen auf dem Hermannsweg.
Stellplatz am KletterparkAm Johannisberg
33659 Bielefeld
5€Zwölf Tage in OstwestfalenStrom verfügbar
Büren
Zwölf Tage in OstwestfalenAusgewiesene Stellplätze an einem Sportplatz am Ortsrand. Schöner Blick ins Grüne. Sehr ruhig. Wewelsburg fußläufig erreichbar.
Stellplatz Wewelsburg Niederhagen
33142 Büren
0€
Dassel
Zwölf Tage in OstwestfalenParkplätze auf Schotter/Rasen neben dem hübschen Freibad, das von Freiwilligen aus dem Ort betrieben wird. Ruhig und guter Ausgangspunkt für Wanderungen in der Umgebung.
Stellplatz am Freibad An der Badeanstalt
37586 Dassel
0€
Detmold
Zwölf Tage in OstwestfalenWehrend der Öffnungszeiten des LWL-Museums kann man hier kostenlos stehen.
P am LWL-Freilichtmuseum Detmold Zwölf Tage in Ostwestfalenkein offizizeller StellplatzPaderborner Straße
32760 Detmold
0€
Detmold-Hiddessen
Zwölf Tage in OstwestfalenWanderparkplatz in schöner Natur. Nachts vollkommen ruhig. Guter Ausgangspunkt auch für Wanderungen zum Hermannsdenkmal.
Parkplatz Donoper Teich Zwölf Tage in Ostwestfalenkein offizizeller StellplatzStoddartstraße 336
32760 Detmold
0€
Gevelsberg
Zwölf Tage in OstwestfalenZwei sehr komfortable Stellplätze am liebevoll gestalteten Ennepebogen. City fußläufig erreichbar. Tagsüber ganz schön was los. Nachts relativ ruhig.
Wohnmobilstellplatz am EnnepebogenNirgenastraße
58285 Gevelsberg
0€Zwölf Tage in OstwestfalenStrom verfügbar
Herford
Zwölf Tage in OstwestfalenAusgewiesener Womo-Stellplatz auf einem asphaltierten PKW-Parkplatz am Stadion in der Nähe der Werre. Schöne Umgebung jenseits des Platzes. Innenstadt fußläufig erreichbar.
Stellplatz am Stadion Dennewitzstraße 15
32052 Herford
0€
Horn-Bad Meinberg
Zwölf Tage in OstwestfalenFeiner Stellplatz an einem schönen Park. Sehr ruhig. Großes Yoga-Zentrum (Yoga-Vidya) gleich nebenan. Guter Ausgangspunkt für Wanderungen z.B. zu den Externsteinen.
Wohnmobilhafen am SilvaticumWällenweg 50
32805 Horn-Bad Meinberg
7,5€Zwölf Tage in OstwestfalenStrom verfügbar
Höxter
Zwölf Tage in OstwestfalenPrima Platz direkt an der Weser mit Blick auf die historische Altstadt von Höxter. Schöne Wanderziele wie Kloster Corvey und der Solling-Wald in der Umgebung.
Stellplatz am Floßplatz Milchweg
37671 Höxter
7€Zwölf Tage in OstwestfalenStrom verfügbar
Paderborn
Zwölf Tage in OstwestfalenAusgewiesene Stellplätze auf einem großen Asphaltparkplatz am Schwimmbad. Nachts trotz Straßennähe ruhig. Schöner Weg in die Innenstadt und zum Schloss Neuhaus.
Wohnmobilhafen beim RolandsbadFürstenweg 36
33098 Paderborn
5€Zwölf Tage in OstwestfalenStrom verfügbar
( MITI )

Auf der Wewelsburg

Auf der Wewelsburg
Büren, 27.03.2017

Ansicht der Wewelsburg aus dem Tal der Alme (Foto Hobbyphoto283 | http://commons.wikimedia.org | Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE)

Tag
1
Die einzige gut erhaltene Dreiecksburg in Deutschland, ich wollte sie unbedingt mal aus der Nähe sehen. Die Wewelsburg ist ein Bergschloss im Kreis Paderborn und liegt über dem Tal der Alme, Die Höhenburg wurde von 1603 bis 1609  im Stil der Weserrenaissance erbaut.

Von 1934 bis 1945 wurde die Wewelsburg von der SS als “Ordensburg” genutzt und zu diesem Zweck teilweise umgestaltet.

Heute sind in der Wewelsburg das Historische Museum des Hochstifts Paderborn und eine Jugendherberge untergebracht. In einem ehemaligen SS-Wachgebäude auf dem Burgvorhof befindet sich ein Dokumentationszentrum zur NS-Zeit auf der Burg.

Eine absolut sehenswerte Anlage, wie ich finde. Leider hatte ich mir den Montag für den Besuch ausgesucht, und da haben die beiden Museen geschlossen. Muss ich bei Gelegenheit noch einmal wiederkommen.

( MITI )

Naturdenkmal Externsteine

Naturdenkmal Externsteine
Bad Horn-Meinberg, 27.03.2017

Die Externsteine bei Horn-Bad Meinberg

Tag
1
Ja, jetzt habe ich sie endlich einmal live gesehen, die berühmten Externsteine im Teutoburger Wald. Die markante Sandstein-Felsformation bei Horn-Bad Meinberg gilt als eine der herausragenden Natursehenswürdigkeiten in Deutschland. Die Felsen werden vom Wiembecketeich und einer parkartigen Anlage umgeben und stehen unter Natur- und Kulturdenkmalschutz.

Bis zu einer Million Menschen besuchen jährlich die Externsteine. Die Herkunft ihres Namens ist nicht eindeutig geklärt. Die heutige Schreibweise “Externsteine” geht vermutlich auf den Lexikographen Jacob Christoph Iselin zurück. Davor sind Formen wie “Eggster-“, “Eggester-” und “Egistersteine” belegt, die sich auf das umliegende Eggegebirge beziehen, einem Teil des Teutoburger Waldes.

Die Externsteine bestehen aus dem Osning-Sandstein, einem Material, das vor rund 110 Mio. Jahren während der Unterkreide in küstennahem Flachwasser am Rande eines großen Meeres abgelagert wurde, Auf der Nordostseite der Felsen nimmt man eine Fülle von Bearbeitungsspuren wahr. Auf der nach Südwesten blickenden Seite sind hingegen nur wenige Spuren zu finden.

Zahlreiche Wanderwege erschließen das Gebiet rund um die Externsteine. Mit Doxi unternehme ich eine 7 Km-Wanderung über verschiedene Höhenzüge und Bachtäler in der Umgebung. Dass die Externsteine wie vielfach behauptet ein ganz besonderer, herausragender Kraftort sind, habe ich nicht so richtig wahrnehmen können. Aber die Natur hat mir sehr gut gefallen.

( MITI )

In der Altstadt von Detmold

In der Altstadt von Detmold
Detmold, 27. März 2017

Am Marktplatz im Herzen der Altstadt

Tag
1
Nach dem Besuch bei den Externsteinen unternehme ich einen Abstecher nach Detmold – und bin total angenehm überrascht: So einen Reichtum an schöner historischer Bausubstanz hatte ich hier, im Osten von Nordrhein-Westfalen, gar nicht erwartet.

Von 1468 bis 1918 war Detmold die Residenzstadt der Herren, Grafen und Fürsten zur Lippe. Danach bis 1947 Hauptstadt des Freistaats Lippe beziehungsweise des Landes Lippe, welches anschließend in das neue Bundesland Nordrhein-Westfalen eingegliedert wurde. Seitdem ist die Stadt Sitz der Bezirksregierung Detmold.

Die historische Altstadt umschließt einen Kreis von rund 500 Metern Durchmesser, dessen Mittelpunkt der Marktplatz bildet. Da die Stadt im zweiten Weltkrieg nur wenig Schäden davon trug, hat sich ein reichhaltiger Schatz von rund 350 historischen Bauten aus mehreren Jahrhunderten erhalten: Vom spätmittelalterlichen Fachwerk, über Bauten aus der Biedermeierzeit (1830–1860) im spätklassizistischen Stil bis zu historisierenden Bauten aus der Gründerzeit (nach 1875) mit aufwändig dekorierten Fassaden.

Ich bin wirklich total begeistert von diesem “Kleinod” am Rande des Teutoburger Waldes. Ich glaube, so viele Architekturfotos habe ich selten in einer Stadt aufgenommen.

( MITI )

Am Donoper Teich

Am Donoper Teich
Detmold, 27.03.2017

Doxi im Donoper Teich, Mittelpunkt eines beliebten Naherholungsgebiets bei Detmold

Tag
1
Unsere letzte Station an diesem Tag: Der Donoper Teich in einem vielbesuchten Naturschutzgebiet an der Grenze der Detmolder Ortsteile Hiddesen und Pivitsheide im Teutoburger Wald.

Das Gebiet gehört aufgrund seiner Schönheit und landschaftlichen Vielfalt zu den beliebtesten Ausflugszielen in Lippe. Der Teich selbst wurde um 1625 auf Geheiß von Graf Simon VII. für die Fischzucht aufgestaut und nach seinem Kammerherrn “von Donop” benannt.

Die ältesten Spuren menschlicher Anwesenheit in diesem Gebiet bilden einige prähistorische Hügelgräber aus der Zeit zwischen 600 und 800 v. Chr.  Die aus Sand und Sandstein errichteten Grabstätten erreichen einen Durchmesser von bis zu 23 Metern. Die verbliebenen Reste der Anlagen geben heute nur noch einen kleinen Eindruck von der enormen Größe der einst vorhandenen Grabhügelfelder.

Mit Doxi unternehme ich eine schöne Abendwanderung durch das Gebiet, in dem an diesem warmen Frühlingstag viele Jogger, Walker, Fahrradfahrer und Spaziergänger unterwegs sind. Heute übernachten wir hier, denn morgen früh wollen wir vom Donoper Teich zu einer Wanderung in Richtung des Hermannsdenkmal aufbrechen.

( MITI )

Rauf zum Hermann

Rauf zum Hermann
Detmold, 28. März 2017

Am Fuße des Hermannsdenkmals

Tag
2
Heute habe ich mit Doxi eine schöne Wanderung aus dem Rother Wanderführer “Teutoburger Wald” unternommen. Auf einer Strecke von 15 Kilometern führte uns der Weg vom Donoper Teich bei Detmold hinauf zum Hermannsdenkmal hoch oben im Teutoburger Wald.

Die berühmte Kolossalstatue wurde ab 1838 nach den Entwürfen von Ernst von Bandel errichtet und am 16. August 1875 eingeweiht. Das Denkmal soll an den Cheruskerfürsten Arminius erinnern, insbesondere an die sogenannte Varus-Schlacht im Teutoburger Wald im Jahre 9 n.Chr. Germanische Stämme unter der Führung von Arminius brachten damals drei römischen Legionen eine entscheidende Niederlage bei.

Mit einer Figurenhöhe von 26,57 Metern und einer Gesamthöhe von 53,46 Metern ist es die höchste Statue Deutschlands . Bis zur Erbauung der Freiheitsstatue im Jahre 1886 war die Figur auf der sogenannten “Grotenburg” sogar die höchste Statue der westlichen Welt. Sie besteht aus einer Eisenrohrkonstruktion, die Oberfläche ist aus Kupferplatten gefertigt. Der Schwertarm ist in Richtung Westen gestreckt. Dies wird je nach politischer Haltung als ein offensives oder defensives Mahnen in Richtung Frankreich interpretiert.

Als ich vor knapp zwei Jahren zum ersten Mal hier war, herrschte dichter Nebel und es war ganz schön viel los. Damals konnte man gerade einmal die Füße des Arminius erblicken. Heute jedoch scheint die Sonne von einem strahlendblauen Himmel und wir sind die ersten Besucher an diesem Morgen. So können wir das Denkmal und sein Umfeld in aller Ruhe erkunden. Herrlich ist das.

Auf dem Rückweg wandern wir am Rande des großen Truppenübungsplatzes Sennelager vorbei. In der Ferne sind mehrmals Mashinengewehrfeuer und Granateinschläge zu hören. Auf dem Höhenrücken des Teutoburger Waldes kommen wir an der Wasserscheide zwischen Rhein, Weser und Ems vorbei und streifen den mehr als 260 Meter hohen Sendeturm des WDR. Eine perkte Tour.

( MITI )

Entlang der Pader zum Schloss Neuhaus

Entlang der Pader zum Schloss Neuhaus
Schloss Neuhaus, 28. März 2017

Zugang zum Schloss Neuhaus von der Stadtseite

Tag
2
Wenn es repräsentative Schlösser mit gut gepflegten Gartenanlagen zu besichtigen gibt, bin ich immer gerne dabei. Und so radele ich am Nachmittag von der Paderborner Innenstadt entlang der Pader vier Kilometer nach Norden zum Schloss Neuhaus.

Das Schloss liegt auf einer Art Insel am Zusammenfluss von Lippe, Alme und Pader und bildet den Mittelpunkt des nach ihm benannten Stadtteils von Paderborn. Die Anlage wurde in verschiedenen Bauabschnitten zwischen 1530 und 1730 errichtet und immer wieder verändert. Heute präsentiert sie sich als bedeutendes Bauwerk der Weserrenaissance mit einem schönen Barockgarten, der zum Verweilen einlädt. Ein wunderbarer Ort.

( MITI )

Foto-Safari in Paderborn

Foto-Safari in Paderborn
Paderborn, 28.03.2017

Der Marktplatz vor dem Rathaus von Paderborn

Tag
2
So viele hübsche Wasserflächen, so viele kirchliche Liegenschaften und auch so viele junge Menschen – Paderborn hat mich wirklich überrascht. Die Stadt liegt an der Pader, dem kürzesten Fluss Deutschlands. Schon nach vier Kilometern Länge mündet die für die Stadt namensstiftende Pader in die Lippe

Überall in der Innenstadt stößt man auf Wasserflächen – und an diesem herrlichen Frühlingstag auch auf Menschen, die die Nähe zum Wasser suchen und genießen.

Die Stadt bemüht sich nicht, ihre katholische Identität zu verleugnen. Nur im katholischen Eichstätt in Bayern bin ich bislang so vielen kirchlichen Einrichtungen begegnet. Kirchen, Klöster, Vikariate, Theologische Fakultäten, Priesterkollegien, Gymnasien, kirchliche Gästehäuser – alles vorhanden und top in Schuss.

Dazwischen schöne Fachwerk- und Biedermeierhäuser, sowie repräsentative Bauten aus der Zeit der Weserrenaissance, Die Stadt macht echt was her. Hätte ich gar nicht vermutet.

( MITI )

Paderborn bei Nacht

Paderborn bei Nacht
Paderborn, 28. März 2017

Der Sprayer – ein lichtscheues Wesen

Tag
2
Irgendwie war ich neugierig, wie Paderborn mit seinen vielen repräsentativen Gebäuden wohl bei Nacht aussieht. Also bin ich um 23:00 nach mal losgeradelt und habe eine Tour durch die historische Altstadt gedreht.

Die Straßen waren bereits weitgehend verwaist. Doch dafür habe ich einen psychisch-auffälligen Mann wiedergetroffen, dem ich schon am Nachmittag begegnet war, als er laut rufend durch die Stadt lief und die Frauen dieser Welt mit üblen Flüchen überzog, die ich hier gar nicht wiedergeben möchte.

Sobald sich ihm jedoch eine Person näherte, wurde er ganz leise und fragte freundlich nach ein paar Münzen. Anschließend ging die gleiche Litanei wieder von vorne los. Und so war es jetzt auch in der Nacht. Krass.

( MITI )

Eine Dampflok im Vorgarten

Eine Dampflok im Vorgarten
Altenbeken, 29.03.2017

Ist 1,5 Millionen Kilometer gelaufen, hat den zweiten Weltkieg überstanden und ist schließlich in Altenbeken gelandet: Die Dampflok 044-389-5 der ehemaligen Deutschen Reichsbahn/Bundesbahn

Tag
3
Das habe ich auch noch nicht gesehen: Eine ausgewachsene Dampflok mit Tender im Vorgarten. 4,5 Meter hoch, 22 Meter lang, 130 Tonnen schwer und mit 1,5 Millionen Eisenbahnkilometern auf dem Buckel. Gefahren in den Jahren von 1947 bis 1976. Aber nirgendwo sind Anschlussgleise zu sehen.

Eine Infotafel neben dem imposanten Dampfross klärt mich auf: Die Lok haben die Eisenbahnfreunde Altenbeken Mitte der Siebziger Jahre in den Ort geholt, um an die 150-jährige Eisenbahngeschichte in der Gemeinde zu erinnern.

Vom Bahnhof Altenbeken bis zum heutigen Stellplatz gegenüber dem Eggemuseum sind es nur wenige hundert Meter. Doch ein direkter Straßentransport war aufgrund zu niedriger Straßenunterführungen nicht möglich. Deshalb musste die Lok auf 400 PS starken Schleppern der Bundesbahn über das 15 Kilometer entfernte Paderborn an ihren neuen Standort gebracht werden. Dort steht sie nun seit vierzig Jahren und begeistert große und kleine Eisenbahnfreunde.

( MITI )

Der Viadukt-Wanderweg rund um Altenbeken

Der Viadukt-Wanderweg rund um Altenbeken
Altenbeken, 29. März 2017

Der Große Eisenbahn Viadukt bei Altenbeken

Tag
3
Neben den Externsteinen und dem Hermannsdenkmal ist der “Große Viadukt Altenbeken” eines der am häufigsten fotografierten Motive in Ostwestfalen. Der Eisenbahnviadukt überspannt das Beketal auf der zweigleisigen Bahnstrecke Hamm–Warburg vor dem Eggegebirge. Die 482 m lange und bis zu 35 m hohe Gewölbebrücke mit 24 Bögen gilt als Europas längste Kalksandsteinbrücke.

Der Viadukt wurde von der Königlich-Westfälischen Eisenbahn-Gesellschaft ab 1851 errichtet und am 21. Juli 1853 durch König Friedrich Wilhelm IV. eingeweiht. Von ihm stammt der Ausspruch „Ich habe geglaubt, eine goldene Brücke vorzufinden, weil so schrecklich viele Thaler verbraucht worden sind“. Das hat dem Bauwerk seinen Spitznamen “Goldene Brücke” eingetragen.

Heute ist der Viadukt Namensgeber für einen rund 30 Km langen Wanderweg rund um Altenbeken, der auch den “kleinen Viadukt” rund 3 Km vor Altenbeken passiert. Bei ziemlich strammen Wind laufe ich mit Doxi Zwei-Drittel der Strecke und kürze dann Richtung Altenbeken ab.

Auf den Hochlagen rund um Altenbeken stehen unglaublich viele Windkraftanlagen, die bei dem starken Wind heute um die Wette rotieren. Das sieht schon ein wenig gespenstig aus, aber wo soll die “saubere” Energie sonst herkommen?

( MITI )

Einmal rund um Bad Driburg

Einmal rund um Bad Driburg
Bad Driburg, 30.03.2017

Blick vom Kaiser Karl-Turm an der Iburg hinauntr auf Bad Driburg

Tag
4
Heute bin ich mit Doxi auf dem sogenannten “Sachsenring” einmal rund um Bad Driburg gewandert. Die Kur- und Bäderstadt am Ostrand des Eggegebirges verdankt ihre Bekanntheit vor allem den seit 1593 bekannten kohlensäurehaltigen Heil- und Mineralquellen.

Die Stadt liegt in einem Talkessel, so dass man auf den umgebenden Anhöhen eine schöne 360-Grad-Runde immer mit Blick auf die Stadt drehen kann. Dabei passiert man auch die Iburg, das Wahrzeichen der Stadt, auf einem Bergsporn oberhalb des Talkessels. Die frei begehbare Burganlage ist zusammen mit dem dortigen Kaiser-Karl-(Aussichts-) Turm ein beliebtes Ausflugsziel.

Die Iburg geht zurück auf eine sächsische Fliehburg aus dem 8. Jahrhundert. Karl der Große ließ nach der Eroberung in der ehemals sächsischen Anlage eine Petrus-Kirche errichten. Ab 1134 beherbergte diese kurzzeitig ein Benediktinerinnen-Kloster. Im 15. Jahrhundert verlor die Burg ihre Bedeutung und wurde schließlich 1444 durch Otto von Braunschweig zerstört und danach nicht wiederaufgebaut.

Darüber hinaus hat Bad Driburg baulich nicht so wahnsinnig viel zu bieten. Sehenswert ist jedoch der gräfliche Park, ein schöner und gut gepflegter 27 Hektar großer englischer Landschaftsgarten im Privatbesitz der Familie Graf von Oeynhausen-Sierstorpff .

Mit dem Womo stehen wir an der Therme Driburg, so dass ich am Abend nur ein paar Schritte bis zur Sauna habe. Ein perfekter Tagesausklang nach einigen durchaus anstrengenden Wandertagen.

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Weltkulturerbe Schloss Corvey

Weltkulturerbe Schloss Corvey
Höxter, 31. März 2017

Westflügel von Corvey mit Westwerkfassade

Tag
5
Nur drei Kilometer außerhalb von Höxter liegt an einem Bogen der Weser das UNESCO-Weltkulturerbe Schloss Corvey. Ursprünglich war Corvey ein bedeutendes karolingisches Kloster, das über eine der wertvollsten Bibliotheken des Landes verfügte. Zahlreiche Bischöfe gingen aus der Abtei hervor, die sich im 9. und 10. Jahrhundert zu einem kulturellen, geistigen und wirtschaftlichen Zentrum im Gebiet der Sachsen entwickelte.

Bauhistorisch ist das karolingische Westwerk mit seinen Fresken aus dem 9. Jahrhundert von Bedeutung. Die ehemalige Abteikirche ist ein Denkmal barocker Ausstattungskunst. Auf dem Friedhof neben der Kirche liegt das Grab des Dichters der deutschen Nationalhymne, Hoffmann von Fallersleben. Ich bin ganz ergriffen, als ich das Grab entdecke. Damit hätte ich nicht gerechnet.

( MITI )

Im westlichen Solling

Im westlichen Solling
Höxter, 31. März 2017

Der Sollong, Deutschlands “Wald des Jahres” im Jahre 2013

Tag
5
Von Höxter aus wandere ich am Vormittag mit Doxi in östlicher Richtung zum Westrand des Sollings, einem größtenteils mit Wald bedecktem Mittelgebirge im südlichen Niedersachsen.

Der Solling bildet gemeinsam mit dem kleineren und weniger hohen Mittelgebirgszug Vogler und dem kleinen Höhenzug Burgberg den Naturpark Solling-Vogler.

Der Name Solling wird etymologisch interpretiert als eine durch ihren Reichtum an sumpfigen Stellen charakterisierte Waldlandschaft. Der Durchmesser des Sollings beträgt etwa 30 km, die maximale Erhebung 300 m. Wie ein umgedrehter Teller hebt sich das Felsmassiv von seiner Umgebung ab.

Auf unserer vierstündigen Wanderung durchqueren wir nur einen verschwindend kleinen Teil des Gebiets. Alle paar hundert Meter begegnen wir dabei einem Hochstand. Hier wird offensichtlich intensiv gejagt. Kein Wunder, dass es in diesem Wald noch viel Wild gibt, denke ich, denn das Areal ist wirklich riesig.

( MITI )

Historisches Höxter

Historisches Höxter
Höxter, 31.03.2017

Blick von unserem Stellplat an der Weser auf Höxter

Tag
5
Wir sind in der östlichsten Stadt von Nordrhein-Westfalen angekommen: In Höxter. Hier stehen wir mit dem Wohnmobil in erster Reihe direkt an der Weser mit Blick auf die historische Altstadt.

Höxter liegt unmittelbar westlich des Solling und östlich des Oberwälder Landes am Ostrand des Naturparks Teutoburger Wald / Eggegebirge. Der überwiegende Teil des Stadtgebiets befindet sich auf der westlichen Weserseite.

Im Jahre 775 besetzten fränkische Truppen unter Karl dem Großen beide Seiten der Weserfurt im Gebiet des heutigen Höxters. Viele Sachsen starben bei der Verteidigung dieses strategisch wichtigen Ortes. Im Jahr 1250 wurden Höxter die Stadtrechte verliehen, und ab 1295 gehörte die Stadt dem Bund der Hanse an.

Die Stadt wurde im zweiten Weltkrieg nur wenig in Mitleidenschaft gezogen, wodurch sich ein reicher Bestand an historischen Bauten erhalten hat. Ich staune über die große Anzahl an liebevoll gepflegten Fachwerkhäusern. Eine absolut sehenswerte Altstadt.

( MITI )