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Im Steigerwald, Oberfranken und Thüringen

Die Burg Sanspareil
1. April 2016

Die Burg Sanspareil

Wir sind zurück von unserer ersten echten Frühlingstour in diesem Jahr. Bei herrlichem Wetter waren wir ganz ohne Regen zehn Tage im Steigerwald und in den Haßbergen (am Main), in Oberfranken und im Thüringer Wald unterwegs.

Auf dem Hin- und Rückweg haben wir in Hessen Station gemacht und dabei Wetzlar, Marburg und den wunderschönen Edersee besucht. Dazwischen waren wir in Iphofen, Ebrach, Eltmann, Bad Staffelstein, Seßlach, Heldburg, Bayreuth, Hollfeld, Coburg, Vesser, Ilmenau, Arnstadt, Erfurt und Eisenach.

Wir haben viele schöne Fachwerkhäuser und liebevoll hergerichtete Osterbrunnen gesehen, imposante Burgen, Barockkirchen und Gartenanlagen besucht, sind ein Stück weit Goethes Spuren und den verbliebenen Resten der ehemaligen Deutsch-Deutschen-Grenze gefolgt und haben unserer Verwandten in Erfurt besucht.

Mehr als 250 Kilometer sind wir in diesen zehn Tagen gewandert, erstmals auch mehr als 30 Km an einem Tag. War eigentlich gar nicht so anstrengend. Außer für die Füße 🙂 6.500 Höhenmeter haben wir dabei erklommen und herrliche Ausblicke auf die Landschaft genossen. Deutschland ist einfach schön!

Hier haben wir haben bei dieser Tour mit dem Wohnmobil gestanden:

OrtBezeichnungAnfahrtPreisSt
Arnstadt
Im Steigerwald, Oberfranken und ThüringenGroßer PKW-Parkplatz auf dem Wollmarkt. Wohnmobile stören dort nicht. Gleich nebenan: Der offizielle Womo-Stellplatz auf einer Wiese hinter dem Schwimmbad - leider nicht sehr einladend.
Parkplatz am Wollmarkt Im Steigerwald, Oberfranken und Thüringenkein offizizeller StellplatzWollmarkt
99310 Arnstadt
0€
Bad Staffelstein
Im Steigerwald, Oberfranken und ThüringenSchöner und sehr beliebter Stellplatz, komplett ausgestattet. Die Therme ist toll. Die Innenstadt gibt nicht viel her. Sehr schöne Gegend zum Wandern und Radfahren.
Wohnmobilstellplatz Obermain Therme Am Kurpark
96231 Bad Staffelstein
11€Im Steigerwald, Oberfranken und ThüringenStrom verfügbar
Bayreuth
Im Steigerwald, Oberfranken und ThüringenPraktischer und beliebter Stellplatz an der sehr schönen Therme. Eremitage fußläufig erreichbar. Bis zur Innenstadt sind es allerdings 5 km.
Stellplatz der Lohengrin-ThermeThermenallee
95444 Bayreuth
8€Im Steigerwald, Oberfranken und ThüringenStrom verfügbar
Bayreuth
Im Steigerwald, Oberfranken und ThüringenZwei ausgewiesene Stellflächen am Rande eines PKW-Parkplatzes. Unmittelbar am Neuen Schloss und am Hofgarten. Zentraler gehts nicht. Für ganz lange Wohnmobile schlecht geeignet.
Stellplatz am P 6 StadthalleJean-Paul-Straße
95444 Bayreuth
10€
Coburg
Im Steigerwald, Oberfranken und ThüringenRuhiger Asphalt-Stellplatz auf einem Grossparkplatz. Für eine Stadtbesichtigung ideal.
Stellplatz Ketschenanger Schützenstraße 1
96450 Coburg
0€
Ebrach
Im Steigerwald, Oberfranken und ThüringenEinfacher und ruhig gelegener Platz am Ortsrand beim Schwimmbad und den Sportanlagen. Gleich nebenan befindet sich das prächtige Kloster Ebrach. Die schöne Umgebung lädt zum Wandern ein.
Stellplatz am Naturbad Schwimmbadweg
96157 Ebrach
0€
Edertal
Im Steigerwald, Oberfranken und ThüringenSehr ruhig, direkter Seezugang, keine Infrastruktur. Wunderbar als Ausgangspunkt für Wanderungen, Radtouren und Paddelabenteuer auf dem See. Wir haben es sehr genossen.
Stellplatz am Rehbachteich Am Rehbach
34549 Edertal
6€
Eisenach
Im Steigerwald, Oberfranken und ThüringenEinfache Parkflächen an einer Straße. Keine Infrastruktur. Nahe zum Zentrum.
Stellplatz am AutomobilmuseumFriedrich-Naumann-Straße 10
99817 Eisenach
0€
Eltmann
Im Steigerwald, Oberfranken und ThüringenPrima Stellplatz. In der ersten Reihe steht man direkt am Main. Nettes Örtchen und gute Verbindungswege in die Umgebung.
Stellplatz Mainlände Mainlände
97483 Eltmann
0€Im Steigerwald, Oberfranken und ThüringenStrom verfügbar
Heldburg
Im Steigerwald, Oberfranken und ThüringenEinfacher Stellplatz am Ortsrand von Heldburg an einer Straße. Tagsüber teilweise laut. Nachts leise. Veste Heldburg fußläufig erreichbar. Zu DDR-Zeiten war der Ort auf drei Seiten von der BRD umgeben, deshalb noch viele Relikte der alten Grenzbefestigung in der Umgebung.
Stellplatz am SportplatzAm Rainbrünnlein 284
98663 Bad Colberg-Heldburg
0€Im Steigerwald, Oberfranken und ThüringenStrom verfügbar
Hollfeld
Im Steigerwald, Oberfranken und ThüringenSchotterparkplatz am Freibad am Ortsrand. Wohnmobile stören dort nicht. Nachts sehr ruhig. Unmittelbar am Zugang zum wunderschönen Kainachtal.
Parkplatz am Freibad Im Steigerwald, Oberfranken und Thüringenkein offizizeller StellplatzBadstraße 25
96142 Hollfeld
0€
Ilmenau
Im Steigerwald, Oberfranken und ThüringenGroßer Asphaltparkplatz vor der Festhalle beim Stadtpark. Freie Platzwahl - keine speziell gekennzeichneten Flächen für Womos vorhanden. Strom gibt es nicht, aber V/E. Nachts ruhig.
Stellplatz an der Festhalle Naumannstraße 22
98693 Ilmenau
0€
Ilmenau
Im Steigerwald, Oberfranken und ThüringenGroßer Asphaltparkplatz vor der Festhalle beim Stadtpark. Freie Platzwahl - keine speziell gekennzeichneten Flächen für Womos vorhanden. Strom gibt es nicht, aber V/E. Nachts ruhig.
Stellplatz an der Festhalle Naumannstraße 22
98693 Ilmenau
0€
Iphofen
Im Steigerwald, Oberfranken und ThüringenGanz süßer Ort und toller kostenloser Stellplatz. Herrliche Wanderwege in der Umgebung. Top!
Stellplatz am Einersheimer Tor Am Stadtgraben Ost/Ecke Einersheimer Straße
97346 Iphofen
0€Im Steigerwald, Oberfranken und ThüringenStrom verfügbar
Marburg
Im Steigerwald, Oberfranken und ThüringenZentrumsnaher Platz an Sportstätten vor einer Obstbaumwiese. Separate, abgetrennte Parzellen. Ideal zur Erkundung der Altstadt. Viele Studenten in der Umgebung. Tagsüber laut, Nachts leise.
Stellplatz JahnstraßeJahnstraße 7
35039 Marburg
10€Im Steigerwald, Oberfranken und ThüringenStrom verfügbar
Schmiedefeld am Rensteig
Im Steigerwald, Oberfranken und ThüringenGroßer Schotterparkplatz am Sportplatz am Ortsrand im Grünen. Wohnmobile stären dort nicht. Keine Infrastruktur. Sehr ruhig. Man ist sofort im Wald.
Parkplatz am Soportplatz Im Steigerwald, Oberfranken und Thüringenkein offizizeller StellplatzAm Ende der Straße
Sportplatzstraße
98711 Schmiedefeld a. R.
0€
Seßlach
Im Steigerwald, Oberfranken und ThüringenSchotterparkplatz am Ortsrand an einem Bach vor der alten Stadtmauer. Wohnmobile stören dort nicht. Keine Infrastruktur.
Parkplatz am Ortsrand Im Steigerwald, Oberfranken und Thüringenkein offizizeller StellplatzJuliusweg 127
96145 Seßlach
0€
Wetzlar
Im Steigerwald, Oberfranken und ThüringenSchotterplatz am Stadtrand von Wetzlar im Grünen direkt an der Dill. Strom ist im Preis inbegriffen. Die Innenstadt ist fußläufig erreichbar. Nachts sehr ruhig.
Stellplatz an der Dill Falkenstraße
35578 Wetzlar
8€Im Steigerwald, Oberfranken und ThüringenStrom verfügbar
( MITI )

In der Altstadt von Wetzlar

Blick über die Lahn zur alten Lahnbrücke und zum Dom (Foto: Crusto)
Wetzlar, 1. April 2016

Blick über die Lahn zur Altstadt und zum Dom von Wetzlar (Foto: Crusto | http://commons.wikimedia.org | Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE)

Tag
1
Wir sind auf dem Weg in den Steigerwald östlich von Würzburg. Auf halber Strecke machen wir für einen Tag in Wetzlar in Mittelhessen halt. Wir stehen mit dem Wohnmobil an der Dill, die wenige hundert Meter weiter stromabwärts in die Lahn mündet.

Wetzlar erstreckt sich auf meist hügeligem Terrain bis auf die Anhöhen beiderseits des Lahntals. Die Stadt liegt am Trennungspunkt dreier Mittelgebirge: Südlich der Lahn liegt der Taunus; nördlich der Lahn und westlich der Dill beginnt der Westerwald; nördlich der Lahn und östlich der Dill erhebt sich das Rothaargebirge.

Wetzlars optische, feinmechanische, elektrotechnische und stahlverarbeitende Industrie brachten es zur Weltgeltung, Ein Glücksfall für Wetzlar war die 1689 vollzogene Verlegung des höchsten Gerichtes des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, des Reichskammergerichts, nach Wetzlar.

Von Mai bis September 1772 war Johann Wolfgang Goethe am Reichskammergericht als Praktikant eingeschrieben. Seine glücklose Romanze mit Charlotte Buff während dieser Zeit war Stoff für seinen Erstlingsroman „Die Leiden des jungen Werthers“, mit dem er Wetzlar weltweit bekannt machte. Heute erinnert ein Goethe-Wanderweg und verschiedene Denkmäler an den großen deutschen Dichter.

Am Abend unternehmen wir einen Spaziergang durch die historische Altstadt von Wetzlar, die weithin sichtbar vom Wetzlarer Dom überragt wird. Er gehört zu den ältesten Kirchen in Deutschland, die von Katholiken und Protestanten gemeinsam genutzt werden. Um ihn herum gruppieren sich zahlreiche sehenswerte Fachwerkhäuser, die sich bis hinunter zur alten Lahnbrücke ziehen. Alles sehr hübsch anzusehen.

( MITI )

Vier-Türme-Tour um Wetzlar

Blick von der Ruine Kalsmint hinunter auf Wetzlar
Wetzlar, 1.04.2016

Blick von der Ruine Kalsmunt hinunter auf Wetzlar

Tag
1
Unseren Aufenthalt in Wetzlar nutzen wir am Nachmittag für eine schöne 17-Km-Wanderung über die Höhen rund um die Stadt. Der gut gekennzeichnete Wanderweg 1 führt uns zu vier Türmen, die teils eine herrliche Aussicht auf die Stadt und die umgebenden Mittelgebirge bieten.

Von unserem Stellplatz an der Dill wandern wir zunächst hinauf zum Kalsmunt, einer Burgruine in unmittelbarer Nähe der Altstadt. Weiter geht es durch Wald, Wiesen und Felder hinauf zum Stoppelberg, dessen Basaltkuppe mit 401 Metern Höhe ü.N.N den höchsten Punkt von Wetzlar bildet. Neben dem Aussichtsturm, der einen schönen Blick in den Taunus bietet, ragt hier ein großer Sendemast in den Himmel.

Weiter geht es auf grünen Wegen durch die Stadt und die angrenzenden Wälder zur Brühlsbacher Warte, einem Turm, der ehemals zur Landwehr rund um Wetzlar gehörte, und wegen seiner spitzen Form im Volksmund auch als “Bleistift” bekannt ist.

Anschließend wandern wir in nordöstlicher Richtung um die Stadt herum, um zur Garbenheimer Warte zu gelangen, die 1901 zum “Bismarckturm” umgebaut wurde. Von dort steigen wir durch ein exklusives Wohngebiet entlang des Goethe-Wanderwegs langsam wieder zur Altstadt von Wetzlar und zu unserem Stellplatz an der Dill herab.

Ein insgesamt doch recht langer Weg, der sich durch die vielen schönen Aussichten aber absolut gelohnt hat. Und wann hat man schon einmal vier Türme auf einer einzigen Tour?

( MITI )

Bezauberndes mittelalterliches Iphofen

Rödelseer Tor, Südseite
Iphofen, 2.04.2016

Rödelseer Tor, Südseite

Tag
2
Wir sind an der ersten Station unserer kleinen Tour durch den Steigerwald angekommen: Iphofen ist eine sehenswerte Stadt im unterfränkischen Landkreis Kitzingen. Sie liegt rund 40 Kilometer südöstlich von Würzburg am Fuße des Schwanenbergs mit seinen überregional bekannten Weinhängen. 10 km nordwestlich von Iphofen verläuft der Main.

Die Stadt beeindruckt vor allem mit ihrem malerischen mittelalterlichen und barocken Altstadtkern. Außerdem verfügt sie über eine vollständig erhaltene Stadtmauer mit den Stadttoren Rödelseer Tor, Mainbernheimer Tor und Einersheimer Tor. Vier weitere mittelalterliche Türme erheben sich Innerhalb der Stadtmauern: der Mittagsturm, der Bürgerturm, der Eulenturm und Henkersturm.

Wir stehen mit dem Wohnmobil am Parkplatz unterhalb des Eulenturms und genießen bei herrlichem Wetter den Blick auf die Stadt. Neben dem Weinbau ist die Gips- bzw. Baustofffirma Knauf Gips KG der bestimmende Wirtschaftsfaktor. Aus der Ferne scheint das riesige Knauf-Werk mit angeschlossener Hauptverwaltung vor den Toren der Gemeinde fast so groß wie die Stadt selbst.

Ich vermute, ohne die Gewerbesteuer des umsatzstarken Gipsherstellers könnte man so viele mittelalterliche Bauten gar nicht erhalten. Wirklich sehenswert dieses Iphofen.

( MITI )

Am Schwanenberg im Steigerwald

Aufstieg durch die Weinhänge zum Schwanenberg
Iphofen, 2. April 2016

Aufstieg durch die Weinhänge von Iphofen zum Schwanenberg

Tag
2
Der Schwanenberg nordöstlich von Iphofen ist eine der markantesten Erhebungen des Steigerwalds. Wie ein mächtiger Schiffsbug schiebt er sich aus dem Kamm des Steigerwalds gen Westen in das flache Maintal. Der obere Teil des 474 Meter hohen Berges ist bewaldet, die unteren und mittleren Lagen in West- und Südwestrichtung jedoch mit Weinhängen bedeckt.

Wir laufen von Iphofen hinauf durch die Weinhänge bis an die Grenze zwischen Wald und Weinanbau und wandern dann in nordöstlicher Richtung um den Berg herum. Dabei folgen wir dem Steigerwald-Panoramaweg und genießen die tiefen Blicke in das Maintal hinunter nach Iphofen, Kitzingen und noch weit darüber hinaus.

Dort, wo der Berg nach Osten abknickt, wandern wir hinauf zur Kuppe an einem ehemaligen Steinbruch vorbei zum Schloss Schwanenburg, das heute als Kloster und Begegnungsstätte genutzt wird. Wir durchqueren den sehenswerten Schlosspark und laufen über den Kamm des Schwanenbergs in östlicher Richtung durch einen Friedwald.

Aufgrund seines ebenen Gipfelplateaus und den auf drei Seiten steil abfallenden Hänge ist der Schwanberg seit Jahrtausenden ein Zufluchts- und Siedlungsort des Menschen, wie eine Infotafel verrät. Spuren menschlicher Besiedlung gehen zurück bis in die Steinzeit. Um etwa 1200 v. Chr. entstanden die Vorläufer der sogenannten Keltenschanzen. Wir passieren die Reste dieser später erneuerten Wälle, die an zwei Schmalstellen die flachere Ostseite des Berges sicherten.

Über matschige Pfade steigen wir durch einen eichendurchsetzten Mischwald hinunter zum Waldparkplatz und Informationszentrum an der Bildeiche, einem mächtigen alten Baum, an dessen Stamm ein großes Wallfahrtsmotiv befestigt ist. Unterhalb des Kalbbergs geht es anschließend wieder durch Weinhänge in westlicher Richtung zurück nach Iphofen. Dort endet diese äußerst abwechslungsreiche und mit vielen herrlichen Weitblicken durchsetzte 16 Km-Wanderung.

( MITI )

Ebrach – Im Herzen des Steigerwalds

Osterdeko ist in den Orten hier überall präsent
Ebrach, 3.04.2016

Osterdeko ist in den Orten hier überall präsent

Tag
3
Heute haben wir eine schöne 20 Km-Runde um Ebrach gedreht. Der kleine Ort im Herzen des Steigerwalds gilt aufgrund seiner opulent mit Stuck und Heiligenfiguren ausgestatteten Michaelskapelle als barocke Perle des Steigerwalds. Die Kapelle gehört zum ehemaligen Kloster Ebrach, das 1127 als erstes rechtsrheinisches Zisterzienserkloster in Deutschland gegründet wurde.

1803 wurde die Abtei Ebrach im Zuge der Säkularisation aufgelöst. Seit 1851 dienen die ehemaligen Klostergebäude als Justizvollzugsanstalt. Hinter der barocken Fassade befindet sich heute ein Gefängnis für straffällige Jugendliche.

Wir starten unsere ausgedehnte Wanderung an unserem Stellplatz zwischen dem Naturfreibad und dem Fußballplatz von Ebrach. Zunächst geht es in das schöne Naturschutzgebiet Weiherseetal, das durch zahlreiche Fischteiche geprägt ist.

Wir folgen den Wiesenwegen nach Kleingressingen. Über Hof erreichen wir anschließend Großbirkach mit seiner sehenswerten Kirche. Unweit des Ortes befindet sich der alte Dreifrankenstein, der bis zur Gebietsreform im Jahre 1972 den Schnittpunkt der drei Regierungsbezirke Ober-, Mittel- und Untrfanken markierte.

Weiter geht es durch schönen Wald zum Winkelhof, dem ehemaligen Fischhof des Klosters Ebrach. Die dortigen Teiche und ihr Umfeld sind heute ein echtes Froschparadies, wie wir beobachten können.

Von dort geht es über eine wenig befahrene Asphaltstraße zur kleinen Rochuskirche und zum Ort Großgressingen. Wie auch in den anderen Orten auf unserem heutigen Weg ist der Dorfbrunnen dort liebevoll österlich geschmückt.

Nach wenigen Kilometern gelangen wir zurück nach Ebrach, wo wir die Kirche und ihr Umfeld besuchen. Die barocke Pracht ist wirklich beeindruckend. Von außen erwartet man das gar nicht. Ein schöner Abschluss für diese abwechslungsreiche Wanderung.

( MITI )

Eltmann – Zwischen Steigerwald und den Haßbergen

Eltmann am Main von der Wallburg aus gesehen
Eltmann, 4.04.2016

Eltmann am Main von der Wallburg aus gesehen

Tag
4
Wir sind weitergefahren nach Eltmann und stehen mit dem Womo direkt am Main, der die Grenze zwischen dem Steigerwald und den nördlich anschließenden Haßbergen bildet. Weinfranken trifft hier auf Bierfranken. An unserem Womo vorbei ziehen abwechselnd Frachtschiffe und Passagierschiffe vorbei.

Am Morgen unternehmen wir eine 18 Km-Wanderung oberhalb des Maintals und durch die angrenzenden Wälder. Von Eltmann steigen wir zunächst über eine endlos erscheinende mittelalterliche Treppenanlage hinauf zur Wallburg, die über Eltmann thront. Der alte Burgturm bietet einen herrlichen Blick über das Maintal, ist heute aber leider verschlossen.

Über Dippach wandern wir weiter stetig auf und ab bis Roßbach auf den Mainhängen und passieren dabei die größte Brutkolonie von Graureihern in Bayern.

Hinter Roßbach biegen wir Richtung Lembach in den nördlichen Steigerwald ab. Über Weisbrunn kehren wir durch ein ausgedehntes Waldgebiet nach Eltmann zurück. Die Waldwege hier sind total vermatscht, weil gerade schwere Waldfahrzeuge am Werke sind. Gut, dass ich mit Wandergamschen unterwegs bin. Sonst wäre meine Hose total dreckig 🙂

( MITI )

Bad Staffelstein – Zu Hause bei Adam Riese

Blick vom Staffelberg hinunter auf Bad Staffelstein
Bad Staffelstein, 5.04.2016

Blick vom Staffelberg hinunter in das Maintal auf Bad Staffelstein

Tag
5
Adam Riese, wer kennt ihn nicht? Aber wer weiß schon, woher der große deutsche Mathematiker des Mittelalters stammt? Aus Bad Staffelstein in Oberfranken, wie ich jetzt gelernt habe.

Hier ist alles Adam Riese: Die Adam-Riese-Halle, der Adam-Riese-Gasthof, Adam-Riese gehauen in Stein am Rathaus und Adam Riese als Bronzefigur in der Fußgängerzone

Ich bin hier gelandet, weil ich gerne die Obermain-Therme mit Saunalandschaft besuchen wollte. Und ich muss sagen: Ich bin schwer beeindruckt.

Eine so große und schöne und moderne Anlage habe ich lange nicht gesehen: Diverse Saunen mit halbstündigen Aufgüssen, ein Solebad, ein Naturschwimmteich, sogar ein richtiger kleiner Bach mit hübschen Bäumen, der durch das Gelände lauft. Toll! Hier komme ich gerne wieder hin.

( MITI )

Staffelberg, Vierzehnheiligen, Kloster Banz

Der Staffelberg oberhalb von Bad Staffelstein
Bad Staffelstein, 5. April 2016

Der Staffelberg oberhalb von Bad Staffelstein

Tag
5
Bad Staffelstein, im „Gottesgarten am Obermain“ gelegen, hat in seiner näheren Umgebung viele Sehenswürdigkeiten zu bieten: Dazu zählen der nahe Staffelberg, die von Balthasar Neumann erbaute Basilika Vierzehnheiligen, sowie das Kloster und Schloss Banz. Diese drei Orte haben wir heute im Rahmen einer 21 Km langen Wanderung besucht.

Zunächst ging es hinauf auf den Staffelberg, den 539 m ü.N.N. hohen Hausberg von Bad Staffelstein. Sein Name leitet sich von den ausgeprägten Geländestufen („Staffeln“) ab, die einen aufschlussreichen Einblick in die Erdgeschichte geben. Von der Jungsteinzeit (um 5000 v. Chr.) bis zur Römischen Kaiserzeit (ca. 350 bis 420 n. Chr.) war der Berg mehrfach besiedelt, u.a. von den Kelten.

Heute befinden sich dort die Staffelbergklause mit Biergarten sowie die 1653 errichtete Aldegundiskapelle. Vom Gipfelplateau aus hat man einen wunderbaren Blick auf Bad Staffelstein und das gesamte umliegende Maintal.

Weiter ging es entlang der Mainhöhen zur Basilika Vierzehnheiligen, einem bedeutenden Wallfahrtsort, mit bis zu einer halben Million Besuchern im Jahr. Das ab 1743 errichtete Gotteshaus ist ein Prachtstück barocker Architektur.

Sie ist den heiligen vierzehn Nothelfern geweiht. Nach der Sage erschien dem Schäfer des Klosters Langheim anno 1445 das Jesuskind im Kreise anderer Kinder, halb rot, halb weiß gekleidet. Diese stellten sich als die vierzehn Nothelfer vor und verlangten, dass für sie eine Kapelle gebaut würde – und so geschah es.

Von den vierzehn Nothelfer wurden zwölf als Figuren in einen beeindruckenden Rokoko-Altar (“Gnadenaltar”) integriert, der in der Mitte des Langhauses frei im Raum steht. Zwei weitere Nothelfer stehen an den beiden seitlichen Altären.

Die Fassade der Basilika orientiert sich an der des Klosters Banz, das rund 6 Kilometer weiter auf der anderen Mainseite auf einem Hügel thront. Dorthin führte uns der weitere Weg und von dort wieder zurück über den Main nach Bad Staffelstein. Eine wirklich außergewöhnliche Wanderung bei herrlichem Wetter.

( MITI )

Rund um Seßlach

Rothenberger Stadttor an der mittelalterlichen Brücke über die Rodach
Seßlach, 5.04.2016

Rothenberger Stadttor an der mittelalterlichen Brücke über die Rodach

Tag
5
Langsam nähere ich mich der ehemaligen Deutsch-Deutschen-Grenze zwischen Bayern und Thüringen. Heute bin ich in Seßlach, einem echten Bilderbuchstädtchen, das mich in seiner mittelalterlichen Struktur an Rothenburg ober der Tauber erinnert, nur alles ein wenig kleiner. Es gibt eine komplett erhaltene Stadtmauer, mehrere Stadttore und zahlreiche gut erhaltene Fachwerksbauten.

Seßlach beherbergt eines der wenigen noch aktiven Gemeindebrauhäuser. Das Reinheitsgebot sicherte über Jahrhunderte hinweg die bürgermeisterliche Anordnung “Es darf nicht mehr in den Bach geschissen werden, morgen ist Brautag.”

Heute wird in dem 1892 errichteten Kommunalbrauhaus immer freitags braunes Landbier und saisonbedingt auch Bockbier hergestellt. 1300 bis 1500 Hektoliter werden jährlich gebraut und als Hausbräu unter anderem an zwei Gasthöfe abgegeben.

Am Abend drehe ich mit Doxi eine 12 Km-Runde durch Wiesen und Wälder rund um Seßlach. Dabei passieren wir zahlreiche Grenzsteine aus dem 18. Jahrhundert, die früher die Einflussbereiche der Bischöfe von Würzburg und der Herzöge von Coburg trennten. Außerdem begegnen wir verschiedenen Pilgerskulpturen auf den Wegabschnitten, die zu der rund 20 Kilometer entfernten Basilika Vierzehnheiligen führen.

( MITI )

Auf dem Kolonnenweg bei Heldburg

Heldburg im südlichsten Zipfel von Thüringen, auf drei Seiten von Bayern umschlossen
Heldburg, 6.04.2016

Heldburg im südlichsten Zipfel von Thüringen, auf drei Seiten von Bayern umschlossen

Tag
6
Wir sind im südlichsten Zipfel von Thüringen unterwegs. Das Heldburger Land liegt zwischen den Flüssen Helling, Kreck und Rodach. Es wird an drei Seiten umschlossen von den nördlichen Gebieten der bayerischen Bezirke Unter- und Oberfranken.

Nach der deutschen Teilung führte dies dazu, dass das Gebiet vollständig in die 1952 geschaffene Sperrzone an der innerdeutschen Grenze geriet. Die isolierte Lage behinderte Bewohner, Wirtschaft und Verkehr massiv, zumal die DDR in den Jahren 1952 und 1961 Zwangsaussiedlungen von “politisch unzuverlässigen Personen” vornahm.

Über der Stadt erhebt sich ein 406 Meter hoher markanter Berg mit der Veste Heldburg, einer hochmittelalterlichen Höhenburg, die im 16. Jahrhundert als Schloss im Stil der Renaissance umgebaut wurde. Aufgrund ihrer exponierten Lage ist sie auch „Fränkische Leuchte“ bekannt, als Pendant zur „Fränkischen Krone“, der in Sichtweite und nur rund 15 Km entfernten Veste Coburg. Auf der Veste Heldburg soll in diesem Jahr das Deutsche Burgenmuseum eröffnet werden. Im Moment wird dort aber noch gebaut.

Sehenswert ist aber auch die Altstadt von Heldburg mit ihren restaurierten Fachwerkbauten aus der Frühen Neuzeit. Sie ist von einer Stadtmauer aus dem 16. Jahrhundert umgeben.

Wir wandern auf dem Lutherweg zunächst hinauf zur Veste Heldburg und dann durch den Wald in Richtung der Nachbargemeinde Bad Colberg. Dabei folgen wir über mehrere Kilometer auf dem sogenannten Kolonnenweg der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Im Gegensatz zum Rest der Grenzanlage ist der Kolonnenweg auch heute noch weitgehend erhalten, da er aus einheitlichen, verwitterungsbeständigen Betonteilen hergestellt wurde.

Zu DDR-Zeiten diente der Kolonnenweg den DDR-Grenztruppen dazu, jeden Punkt der Grenze möglichst schnell mit Fahrzeugen zu erreichen. Zwischen dem Kolonnenweg und der eigentlichen Grenze befand sich dann noch der Kontrollstreifen und der eigentliche Grenzzaun.

Auf dem Weg passieren wir Billmuthausen, eine Gemeinde direkt an der innerdeutschen Grenze, die zwischen 1961 und 1978 von den DDR-Behörden nach und nach zerstört wurde. Heute erinnert eine Gedenkstätte an den Untergang des Ortes.

Oberhalb ist noch ein ehemaliger Grenzwachturm der DDR erhalten, der in den letzten Jahren vom Bund für Umwelt- und Naturschutz für die Überwinterung von Fledermäusen hergerichtet wurde.

Für mich ist es ein ganz besonderes Gefühl, hier auf dem ehemaligen Grenzstreifen unterwegs zu sein, da meine Familie viele Jahre durch die Grenze getrennt wurde. Wie schön, heute zu erleben, dass über die Deutsch-Deutsche-Teilung im wahrsten Sinne des Wortes Gras gewachsen ist.

( MITI )

Stadtbummel durch Bayreuth

Haus Wahnfried mit Richard-Wagner-Museum
Bayreuth, 7.04.2016

Haus Wahnfried mit Richard-Wagner-Museum

Tag
7
Nach einigen Tagen auf dem Land ist es schön, mal wieder in einer größeren Stadt zu sein. Wir stehen mit dem Womo am Jean-Paul-Platz zentral in der Altstadt von Bayreuth und unternehmen von dort einen Bummel durch die Innenstadt.

Die Stadt verbreitet ein angenehmes Flair: Schöne alte Häuser, repräsentative Regierungsbauten von früher und heute, prachtvolle Parkanlagen und an jeder zweiten Ecke Wagner, Wagner, Wagner. Sehr nett ist das hier. Dieser Abstecher hat sich auf jeden Fall gelohnt.

( MITI )

Wunderbare Eremitage Bayreuth

Orangerie mit Sonnentempel in der Emeritage in Bayreuth
Bayreuth, 7.04.2016

Orangerie mit Sonnentempel in der Emeritage in Bayreuth

HTag
7
eute ist wieder Saunatag! Wir sind weiter gefahren zur Lohengrin Therme, rund sieben Kilometer von der Bayreuther Innenstadt entfernt und in unmittelbarer Nähe zum Landschaftspark Eremitage.

Ich wandere mit Doxi über Wiesen und Felder und durch das Tal des Roten Mains zu dieser wunderbaren Parkanlage mit zahlreichen Wasserspielen und sehenswerten Bauwerken, die ab dem Jahr 1715 entstanden ist.

Noch sind die Bäume ohne Grün und die Skulpturen im Park und an den Brunnen unter ihren winterlichen Schutzhüllen verdeckt. Dennoch bin ich total angetan von den verschiedenen Gärten und Parks. Wie schön das hier ist!

( MITI )

Kainachtal und Sanspareil

Die Burg Sanspareil
Hollfeld, 8.04.2016

Die Burg Sanspareil

Tag
8
Ich liebe die Fränkische Schweiz! Jetzt bin ich endlich mal wieder da. Von Hollfeld starte ich mit Doxi bei herrlichem Wetter eine 22 Km lange Wanderung, die uns zunächst durch das liebliche Kainachtal führt. Als eines von ganz wenigen Tälern der Fränkischen Schweiz wird es nicht von Straßen durchschnitten.

Beim Dorf Kainach beginnt unser Aufstieg auf das Hochplateau. Der Weg führt entlang der für die Fränkische Schweiz typischen Magerrasenhängen, die hier mit Wachholderbüschen bewachsen sind.

Auf dem Hochplateu angekommen ist in der Ferne bereits die Burg Sanspareil zu erkennen, die wir über den Ort Wonsees erreichen. Am Fuße der gut erhaltenen Burg erstreckt sich in einem Buchenhain ein Felsengarten, den einst die Markgräfin Wilhelmine zu Bayreuth anlegen ließ. Es war die Epoche, in der Grotten, Höhlen und Ruinenkulissen beim romantisierenden deutschen Adel hoch im Kurs standen.

Hinter dem Örtchen Kleinbül erreichen wir das schöne Erbachtal, durchqueren Wald und Wiesengründe und kommen über die Orte Schönfeld und Pilgerndorf zurück nach Hollfeld.

( MITI )

Rund um die Veste Coburg

Luftbild der Veste Coburg (Foto: Presse03)
Coburg, 8.04.2016

Luftbild der Veste Coburg (Foto: Presse03 | http://commons.wikimedia.org | Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE)

Tag
8
Unsere letzte fränkische Station auf dieser Reise: Das herzogliche Coburg  mit der gut erhaltenen Veste oberhalb der Altstadt. Bei lauen Temperaturen unternehme ich mit Doxi einen Abendspaziergang erst durch die Altstadt und dann durch den Hofgarten hinauf zur Veste.

Viele junge Leute sind an diesem Freitagabend unterwegs. Im Park wird fußballgespielt, bei einem Bier gechillt oder Händchenhaltend verliebte Blicke ausgetauscht. So fühlt sich der Frühling an 🙂