Schlagwort-Archive: Ostfriesland2017

In Leer/Ostfriesland

In Leer/Ostfriesland
Leer, 20.08.2017

Der Hafen am Rande der Altstadt von Leer. Im Hintergrund: Die “Alte Waage”, heute ein Restaurant.

Tag
1
Viel haben wir von Deutschland schon gesehen, aber Ostfriesland fehlt noch auf unserer Liste. Jetzt hat sich eine günstige Gelegenheit für einen Besuch der Region ergeben, nachdem ich mich für einige Tage in einem Yoga-Zentrum nördlich von Wilhelmshaven eingebucht habe. Auf dem Weg dorthin machen wir mit dem Wohnmobil als erstes in Leer Station.

Die Stadt an der Leda und der Ems ist durch ihren Seehafen seit Jahrhunderten vom Handel und der Seefahrt geprägt. Sie ist einer der größten deutschen Reederei-Standorte und bezeichnet sich selbst als “Tor Ostfrieslands”.

Ihre Altstadt gilt aufgrund des guten Erhaltungszustands der historischen Bauten und der geringen Beschädigungen durch den zweiten Weltkrieg als eindrucksvollste der Region. Vier Burgen, prächtige Kirchen und stilvolle Bürgerhäuser aus mehreren Jahrhunderten prägen das Bild der Altstadt, die direkt an die Leda grenzt.

Wir erreichen die Stadt am frühen Sonntagabend, gerade als sich der anhaltende Regen des Wochenendes verzogen hat. Mit Doxi unternehme ich einen ausgedehnten Spaziergang durch die Altstadt, den Hafen und die Deiche entlang der Leda bis zur Ems. Das fühlt sich für mich schon alles ganz schön nordisch und wassermäßig an, hier. Sehr schön!

( MITI )

Niedersachsen ganz unten

Niedersachsen ganz unten
Wynhamster Kolk, 21.08.2017

Mahlt kein Mehl, sondern pumpt Wasser von einem Tief hinauf zu einem Abfluss in den Dollart: Die Windmühle am Wynhamster Kolk

Tag
2
Wir beginnen den Tag mit einer schönen Wanderung über Wiesen und entlang hübscher Kanäle zum tiefsten Punkt von Niedersachsen. Der Wynhamster Kolk, ein ehemaliger Binnensee, befindet sich zwei Kilometer vom der Küste des Dollart entfernt und liegt rund zweieinhalb Meter unter dem Meeresspiegel. Nur die mächtigen Deiche am Dollart verhindern, dass die gesamte Gegend bei Nordseehochwasser vollläuft und sich in eine riesige Badewanne verwandelt.

Damit das Wasser die Felder auch bei großen Regenereignissen nicht überflutet, müssen die Polder ausgepumpt und das Wasser zum Meer abgeleitet werden. Heute werden dafür elektrische Pumpen eingesetzt. Früher verrichteten Windmühlen diese Aufgabe. Mit der Kraft des Windes trieben sei mehrere archimedische Schnecken an, die das Wasser von tiefergelegenen Kanälen in höhergelegene pumpten.

Die letzte noch intakte Windmühle dieser Art an der gesamten niedersächsischen Nordseeküste steht hier im Wynhamster Kolk. Sie ist das Ziel unserer heutigen Wanderung, die auf dem Womo-Stellplatz im Dorf Ditzumverlaat beginnt. Wir laufen dabei die meiste Zeit am Ditzum-Bunde-Sieltief entlang, einem schönen Kanal, an den sich links und rechts Kuhweiden reihen.

An einer der Weiden kommt eine junge Holsteiner Kuh auf uns zu, die sich ganz offensichtlich für Doxi interessiert. Schon bald stoßen zwei weitere Kühe dazu und schließlich steht die halbe Herde am Zaun und bestaunt uns. Doxi ist das alles nicht so ganz geheuer, aber außer gegenseitigem Begucken passiert eigentlich gar nichts. Und als wir weitergehen, trabt die ganze Truppe entlang des Weidezaunes munter hinter uns her. Das ist so süß …

( MITI )

Der Kiekkaaste am Dollart

Der Kiekkaaste am Dollart
Wymeerer Sieltief, 21.08.2017

Am Übergang zwischen Schilfgürtel und Watt: Der Kiekkaaste. Unter der Holzdecke im Obergeschoss brüten Schwalben.

Tag
2
Ich möchte so gerne mal den Dollart sehen, die große Meeresbucht an der Mündung der Ems in die Nordsee. Nach dem Besuch der Mühle am Wynhamster Kolk suche ich nach einem passenden Fußweg. Doch es erweist sich als gar nicht so einfach, an die vorderste Meereslinie heran zu kommen.

Also setzen wir uns wieder mit dem Womo in Bewegung und halten Ausschau nach einem Aussichtspunkt. Schon nach wenigen Minuten erscheint ein entsprechendes Schild. Über schmale Straßen fahren wir an den Deich heran.

Die Infotafel am Parkplatz ist noch auf Deutsch gehalten, doch als wir wenige Meter weiter den Deich erklimmen, sind die Schilder bereits alle in niederländischer Sprache. Offensichtlich haben wir unbemerkt die Landesgrenze überschritten.

Hier auf holländischer Seite gibt es einen Aussichtspunkt zur Vogelbeobachtung. Er befindet sich hinter dem Schilfgürtel an der vordersten Wasserlinie, die bei Flut erreicht wird. Über schmale Stege geht es mehrere hundert Meter durch das Schilf zu diesem “Kiekkaaste”, der erhöht auf stählernen Beinen im Watt steht.

Unter die Holzdecke im Obergeschoss des Aussichtspunktes haben zahlreiche Schwalben ihre Nester geklebt. Ich wundere mich erst noch, wo denn der ganze Vogelkot am Boden wohl herkommen mag, aber dann sehe ich sie und höre auch schon das Rufen der Jungvögel in ihren Nestern. Mama, Papa, bringt endlich Futter…

( MITI )

Am Seehafen von Emden

Am Seehafen von Emden
Emden, 21. August 2017

Links ein Frachschiff, in der Mitte die Fähre nach Borkum, rechts ein riesiger Auto-Transporter, der gerade beladen wird

Tag
2
Am Abend fahre ich mit dem Rad zum Seehafen von Emden, der rund drei Kilometer südlich der Innenstadt an der Küste liegt. Auf dem Weg dorthin passiere ich mehrere große Werften mit imposanten, riesengroßen Kränen.

Im Hafen legen u.a. die Fähren von und nach Borkum an. Über die Hafenausfahrt hinweg kann man die Insel in einigen Kilometern Entfernung mit dem bloßen Auge mühelos ausmachen. Darüber hinaus dient der Hafen von Emden als zentraler Umschlagsort für alle Fahrzeuge, die aus deutschen VW-Werken in die Welt exportiert werden. Und das sind nicht wenige.

An der Hafenmole liegt ein riesiger Autotransporter, der mehrere tausend Fahrzeuge aufnimmt. Gerade kommt die Fähre von Borkum herein und gleich daneben wendet ein fast einhundert Meter langes Frachtschiff, das in die Hafenschleuse einfahren will. Beide Schiffe wirken gegenüber dem gewaltigen Autotransporter beinahe winzig. Ein irres Bild!

( MITI )

Auf Emdens Wall Street

Auf Emdens Wall Street
Emden, 21.08.2017

Am Binnenhafen von Emden

Tag
2
Wir sind in Emden eingetroffen, der größten Stadt Ostfrieslands an der Emsmündung am Nordufer des Dollarts. Die Stadt ist um das Jahr 800 entstanden und bis heute wesentlich durch ihren Seehafen geprägt. Er bildete im 20. Jahrhundert die Basis für die Ansiedlung großer Industriebetriebe, darunter mehrere Werften und das Volkswagenwerk. Heute werden von hier alle in Deutschland produzierten Volkswagen, die für den Export bestimmt sind, nach Übersee verschifft.

Im 16. Jahrhundert gehörte Emden neben Genf und Wittenberg zu den bedeutendsten Städten der Reformation. Aus dieser Zeit stammt auch der große Wall, der die Stadt noch heute als Grüngürtel auf allen drei Landseiten umgibt Mit Doxi wandere ich von unserem kostenlosen Womo-Stellplatz an der Friesentherme zunächst über den Wall zum Bahnhof und dann durch die Stadt zum Binnenhafen und weiter über die Wallanlagen zurück.

Die Kombination aus maritimem Flair, prächtigen Kirchen und hübschen Bürgerhäusern zieht mich sofort in ihren Bann. Gefällt mir wirklich sehr gut, dieses Emden. Schade, dass wir nur einen halben Tag Zeit haben. Sonst würde ich gleich mein Faltboot auspacken und ein wenig durch die zahlreichen Kanäle paddeln. Tja, beim nächsten Mal vielleicht …

( MITI )

Am Ems-Jade-Kanal

Am Ems-Jade-Kanal
Aurich, 22. August 2017

17 bewegliche Brücken ermöglichen eine Straßenquerung des Ems-Jade-Kanals

Tag
3
Von der Innenstadt von Aurich starte ich am Morgen zu einer Wanderung entlang des schönen Ems-Jade-Kanals. Der 70 Kilometer lange Kanal verbindet die Ems bei Emden mit dem Jadebusen bei Wilhelmshaven. Er wurde in den Jahren 1880 bis 1888 erbaut und dient als Hauptarm für die Entwässerung der gesamten Region. Ohne sie wäre eine großflächige Besiedlung Ostfrieslands gar nicht möglich.

Die Wasserstraße verfügt über insgesamt sechs Schleusen und wird von 15 festen und 26 beweglichen Brücken gequert. Der Kanal wird heute hauptsächlich für touristische Zwecke genutzt. Im Hafen von Aurich befindet sich aber auch ein Betonwerk, das seine Rohstoffe Sand und Kies über den Kanal bezieht.

Als wir Aurich hinter uns lassen, warten vor der nächsten Zugbrücke bereits einige Skipper auf ihren Durchlass. Nach dem Öffnen der Brücke überholen uns die Boote, doch schon zwei Kilometer weiter an der Schleuse Rahe sehen wir uns wieder.

Dort warten die Schiffe auf den Einlass in die Schleuse, die einen Höhenunterschied von zwei Metern überbrückt. Am liebsten würde ich den Booten jetzt hinterherpaddeln und mich ein Stück von ihnen auf dem Kanal ziehen lassen.

Am Uferweg gibt es kaum Schatten und da sich der Himmel heute wolkenfrei zeigt, heizt uns die Augustsonne ganz schön ein. Nach einer Weile beschließe ich deshalb, die mit 15 Kilometern geplante Tour abzukürzen. Nach einem Schlenker über das Dorf Haxtum und dessen schöner Mühle kehren wir zu unserem Startpunkt zurück.

( MITI )