Schlagwort-Archive: Ostfriesland2017

Zehn Tage im Moin-Moin-Land

Zehn Tage im Moin-Moin-Land
20. August 2017

“Moin Moin” so grüßt man sich hier zu jeder Tages- und Nachtzeit.

Gerade sind wir von einer zehntägigen Womo-Tour durch Ostfriesland zurückgekehrt. Wir hatten großes Glück mit dem Wetter. Als wir kamen, endete gerade eine Schlechtwetterperiode, und als wir die Region wieder verließen, kam der Regen zum ersten Mal wieder zurück.

Wir waren an der Küste und sind schön durch das Watt gestapft, wir haben beeindruckende Städte besucht und viel Kunst gesehen. Und zwischendurch waren wir auch noch für ein paar Tage in einem Yoga-Zentrum, um Yoga und Meditation zu praktizieren.

Die Tour war geprägt von den Sommerfarben Ostfrieslands: Blau, Weiß und Grün. Blau der Himmel, die Siele und das Meer, Grün die Deiche und die Wiesen und Weiß die Schafe und die nach ihnen benannten Wolken.

In den Küstenorten war es mitunter etwas schwierig, schöne lange Wanderungen mit Doxi zu unternehmen, denn die Deiche sind in der Regel für Hunde gesperrt. Gut, dass ich den Fahrradanhänger dabeihatte, denn so konnten wir losgelöst vom Womo auch etwas entferntere Ziele ansteuern, um dort ausgiebig mit Doxi zu laufen.

Unsere Stationen auf dieser Reise: Leer, Wymsdorfer Kolk, Emden, Aurich, Horumersiel, Minsen, Schellig, Hooksiel, Jever, Hohenkirchen, Wilhelmshaven, Oldenburg, Dangast und Varel.

Hier haben wir haben bei dieser Tour mit dem Wohnmobil gestanden:

OrtBezeichnungAnfahrtPreisSt
Aurich
Zehn Tage im Moin-Moin-LandZentrumsnaher Platz. Gut für eine Besichtigung von Aurich und Wanderungen entlang der Kanäle.
Stellplatz am Bad De BaaljeAm Ellernfeld 2
26603 Aurich
10€Zehn Tage im Moin-Moin-LandStrom verfügbar
Dangast
Zehn Tage im Moin-Moin-LandStellplatz auf großer Wiese direkt am Jadebusen. In der ersten Reihe hat man einen unverstellten Blick aufs Wasser.
Stellplatz am SperrwerkSielstraße
26316 Varel
11€Zehn Tage im Moin-Moin-LandStrom verfügbar
Ditzumverlaat
Zehn Tage im Moin-Moin-LandRuhiger Platz im Grünen. 3 km bis zum Wynhamster Kolk, dem tiefsten Punkt von Niedersachsen.
Stellplatz am FreizeitgeländeDenkmalstraße 11
26831 Bunde
3€Zehn Tage im Moin-Moin-LandStrom verfügbar
Emden
Zehn Tage im Moin-Moin-LandZentrumsnah an den Wallanlagen. Kostenlos, aber dafür auch nicht so schön gelegen wie der beliebte Stellplatz am Alten Binnenhafen (Am Eisenbahndock, 26723 Emden)
Stellplatz an der FriesenthermeTheaterstraße 2
26721 Emden
0€Zehn Tage im Moin-Moin-LandStrom verfügbar
Hohenkirchen
Zehn Tage im Moin-Moin-LandEinfacher Platz direkt am Wangermeer mit Blick auf das Wasser. 5 km von Hooksiel und Horumersiel entfernt.
Stellplatz am WangermeerBismarckstraße 47
26434 Wangerland
3€Zehn Tage im Moin-Moin-LandStrom verfügbar
Horumersiel
Zehn Tage im Moin-Moin-LandParkplatz auf dem Gelände. Nur für Gäste im Haus Yoga Vidya bei Yoga-Seminaren oder als Individualgast. Ich liebe es!
Parkplatz am Yoga Vidya Nordsee Zehn Tage im Moin-Moin-Landkein offizizeller StellplatzWiarder Altendeich 10
26434 Wangerland
Zehn Tage im Moin-Moin-Land35€ pro Person inkl. Yogastunden und VerpflegungZehn Tage im Moin-Moin-LandStrom verfügbar
Leer/Ostfriesland
Zehn Tage im Moin-Moin-LandGroßer Parkplatz im Ortszentrum. Einige Plätze für Womos reserviert. Einfacher Übernachtungsplatz.
Stellplatz Große BleicheGroße Bleiche
26789 Leer
0€
Oldenburg
Zehn Tage im Moin-Moin-LandEinfacher, aber romantischer Platz direkt am Küstenkanal. Ohne Infrastruktur. Zu Fuß 5 Minuten bis zum Schlosspark, 10 Minuten bis zur sehr schönen Innenstadt.
Stellplatz am KüstenkanalWestfalendamm
26122 Oldenburg
2€
Wilhelmshaven
Zehn Tage im Moin-Moin-LandPlatz hinter dem Deich in der Nähe des Südstrands. Bis zur Innenstadt ca. 15 Min zu Fuß am Wasser entlang. Hat mir gut gefallen.
Stellplatz Schleuseninsel Wilhelmshaven Schleusenstraße 37
26382 Wilhelmshaven
10€Zehn Tage im Moin-Moin-LandStrom verfügbar
Wymeerer Sieltief
Zehn Tage im Moin-Moin-LandSchotterparkplatz am Deich auf der deutschen Seite an der Schleuse der Weesterwoldsee Aa. Nach drei Schritten ist man in Holland. Toller Stegweg durch den Schilfgürtel zum Kiekkaste am Dollart.
Parkplatz am Wymeerer Sieltief Zehn Tage im Moin-Moin-Landkein offizizeller Stellplatz- kein Straßenname -
( 53°13'57.1"N 7°12'42.5"E)
0€
( MITI )

In Leer/Ostfriesland

In Leer/Ostfriesland
Leer, 20.08.2017

Der Hafen am Rande der Altstadt von Leer. Im Hintergrund: Die “Alte Waage”, heute ein Restaurant.

Tag
1
Viel haben wir von Deutschland schon gesehen, aber Ostfriesland fehlt noch auf unserer Liste. Jetzt hat sich eine günstige Gelegenheit für einen Besuch der Region ergeben, nachdem ich mich für einige Tage in einem Yoga-Zentrum nördlich von Wilhelmshaven eingebucht habe. Auf dem Weg dorthin machen wir mit dem Wohnmobil als erstes in Leer Station.

Die Stadt an der Leda und der Ems ist durch ihren Seehafen seit Jahrhunderten vom Handel und der Seefahrt geprägt. Sie ist einer der größten deutschen Reederei-Standorte und bezeichnet sich selbst als “Tor Ostfrieslands”.

Ihre Altstadt gilt aufgrund des guten Erhaltungszustands der historischen Bauten und der geringen Beschädigungen durch den zweiten Weltkrieg als eindrucksvollste der Region. Vier Burgen, prächtige Kirchen und stilvolle Bürgerhäuser aus mehreren Jahrhunderten prägen das Bild der Altstadt, die direkt an die Leda grenzt.

Wir erreichen die Stadt am frühen Sonntagabend, gerade als sich der anhaltende Regen des Wochenendes verzogen hat. Mit Doxi unternehme ich einen ausgedehnten Spaziergang durch die Altstadt, den Hafen und die Deiche entlang der Leda bis zur Ems. Das fühlt sich für mich schon alles ganz schön nordisch und wassermäßig an, hier. Sehr schön!

( MITI )

Niedersachsen ganz unten

Niedersachsen ganz unten
Wynhamster Kolk, 21.08.2017

Mahlt kein Mehl, sondern pumpt Wasser von einem Tief hinauf zu einem Abfluss in den Dollart: Die Windmühle am Wynhamster Kolk

Tag
2
Wie beginnen den Tag mit einer schönen Wanderung über Wiesen und entlang hübscher Kanäle zum tiefsten Punkt von Niedersachsen. Der Wynhamster Kolk, ein ehemaliger Binnensee, befindet sich zwei Kilometer vom der Küste des Dollart entfernt und liegt rund zweieinhalb Meter unter dem Meeresspiegel. Nur die mächtigen Deiche am Dollart verhindern, dass die gesamte Gegend bei Nordseehochwasser vollläuft und sich in eine riesige Badewanne verwandelt.

Damit das Wasser die Felder auch bei großen Regenereignissen nicht überflutet, müssen die Polder ausgepumpt und das Wasser zum Meer abgeleitet werden. Heute werden dafür elektrische Pumpen eingesetzt. Früher verrichteten Windmühlen diese Aufgabe. Mit der Kraft des Windes trieben sei mehrere archimedische Schnecken an, die das Wasser von tiefergelegenen Kanälen in höhergelegene pumpten.

Die letzte noch intakte Windmühle dieser Art an der gesamten niedersächsischen Nordseeküste steht hier im Wynhamster Kolk. Sie ist das Ziel unserer heutigen Wanderung, die auf dem Womo-Stellplatz im Dorf Ditzumverlaat beginnt. Wir laufen dabei die meiste Zeit am Ditzum-Bunde-Sieltief entlang, einem schönen Kanal, an den sich links und rechts Kuhweiden reihen.

An einer der Weiden kommt eine junge Holsteiner Kuh auf uns zu, die sich ganz offensichtlich für Doxi interessiert. Schon bald stoßen zwei weitere Kühe dazu und schließlich steht die halbe Herde am Zaun und bestaunt uns. Doxi ist das alles nicht so ganz geheuer, aber außer gegenseitigem Begucken passiert eigentlich gar nichts. Und als wir weitergehen, trabt die ganze Truppe entlang des Weidezaunes munter hinter uns her. Das ist so süß …

( MITI )

Der Kiekkaaste am Dollart

Der Kiekkaaste am Dollart
Wymeerer Sieltief, 21.08.2017

Am Übergang zwischen Schilfgürtel und Watt: Der Kiekkaaste. Unter der Holzdecke im Obergeschoss brüten Schwalben.

Tag
2
Ich möchte so gerne mal den Dollart sehen, die große Meeresbucht an der Mündung der Ems in die Nordsee. Nach dem Besuch der Mühle am Wynhamster Kolk suche ich nach einem passenden Fußweg. Doch es erweist sich als gar nicht so einfach, an die vorderste Meereslinie heran zu kommen.

Also setzen wir uns wieder mit dem Womo in Bewegung und halten Ausschau nach einem Aussichtspunkt. Schon nach wenigen Minuten erscheint ein entsprechendes Schild. Über schmale Straßen fahren wir an den Deich heran.

Die Infotafel am Parkplatz ist noch auf Deutsch gehalten, doch als wir wenige Meter weiter den Deich erklimmen, sind die Schilder bereits alle in niederländischer Sprache. Offensichtlich haben wir unbemerkt die Landesgrenze überschritten.

Hier auf holländischer Seite gibt es einen Aussichtspunkt zur Vogelbeobachtung. Er befindet sich hinter dem Schilfgürtel an der vordersten Wasserlinie, die bei Flut erreicht wird. Über schmale Stege geht es mehrere hundert Meter durch das Schilf zu diesem “Kiekkaaste”, der erhöht auf stählernen Beinen im Watt steht.

Unter die Holzdecke im Obergeschoss des Aussichtspunktes haben zahlreiche Schwalben ihre Nester geklebt. Ich wundere mich erst noch, wo denn der ganze Vogelkot am Boden wohl herkommen mag, aber dann sehe ich sie und höre auch schon das Rufen der Jungvögel in ihren Nestern. Mama, Papa, bringt endlich Futter…

( MITI )

Am Seehafen von Emden

Am Seehafen von Emden
Emden, 21. August 2017

Links ein Frachschiff, in der Mitte die Fähre nach Borkum, rechts ein riesiger Auto-Transporter, der gerade beladen wird

Tag
2
Am Abend fahre ich mit dem Rad zum Seehafen von Emden, der rund drei Kilometer südlich der Innenstadt an der Küste liegt. Auf dem Weg dorthin passiere ich mehrere große Werften mit imposanten, riesengroßen Kränen.

Im Hafen legen u.a. die Fähren von und nach Borkum an. Über die Hafenausfahrt hinweg kann man die Insel in einigen Kilometern Entfernung mit dem bloßen Auge mühelos ausmachen. Darüber hinaus dient der Hafen von Emden als zentraler Umschlagsort für alle Fahrzeuge, die aus deutschen VW-Werken in die Welt exportiert werden. Und das sind nicht wenige.

An der Hafenmole liegt ein riesiger Autotransporter, der mehrere tausend Fahrzeuge aufnimmt. Gerade kommt die Fähre von Borkum herein und gleich daneben wendet ein fast einhundert Meter langes Frachtschiff, das in die Hafenschleuse einfahren will. Beide Schiffe wirken gegenüber dem gewaltigen Autotransporter beinahe winzig. Ein irres Bild!

( MITI )

Auf Emdens Wall Street

Auf Emdens Wall Street
Emden, 21.08.2017

Am Binnenhafen von Emden

Tag
2
Wir sind in Emden eingetroffen, der größten Stadt Ostfrieslands an der Emsmündung am Nordufer des Dollarts. Die Stadt ist um das Jahr 800 entstanden und bis heute wesentlich durch ihren Seehafen geprägt. Er bildete im 20. Jahrhundert die Basis für die Ansiedlung großer Industriebetriebe, darunter mehrere Werften und das Volkswagenwerk. Heute werden von hier alle in Deutschland produzierten Volkswagen, die für den Export bestimmt sind, nach Übersee verschifft.

Im 16. Jahrhundert gehörte Emden neben Genf und Wittenberg zu den bedeutendsten Städten der Reformation. Aus dieser Zeit stammt auch der große Wall, der die Stadt noch heute als Grüngürtel auf allen drei Landseiten umgibt Mit Doxi wandere ich von unserem kostenlosen Womo-Stellplatz an der Friesentherme zunächst über den Wall zum Bahnhof und dann durch die Stadt zum Binnenhafen und weiter über die Wallanlagen zurück.

Die Kombination aus maritimem Flair, prächtigen Kirchen und hübschen Bürgerhäusern zieht mich sofort in ihren Bann. Gefällt mir wirklich sehr gut, dieses Emden. Schade, dass wir nur einen halben Tag Zeit haben. Sonst würde ich gleich mein Faltboot auspacken und ein wenig durch die zahlreichen Kanäle paddeln. Tja, beim nächsten Mal vielleicht …

( MITI )

Am Ems-Jade-Kanal

Am Ems-Jade-Kanal
Aurich, 22. August 2017

17 bewegliche Brücken ermöglichen eine Straßenquerung des Ems-Jade-Kanals

Tag
3
Von der Innenstadt von Aurich starte ich am Morgen zu einer Wanderung entlang des schönen Ems-Jade-Kanals. Der 70 Kilometer lange Kanal verbindet die Ems bei Emden mit dem Jadebusen bei Wilhelmshaven. Er wurde in den Jahren 1880 bis 1888 erbaut und dient als Hauptarm für die Entwässerung der gesamten Region. Ohne sie wäre eine großflächige Besiedlung Ostfrieslands gar nicht möglich.

Die Wasserstraße verfügt über insgesamt sechs Schleusen und wird von 15 festen und 26 beweglichen Brücken gequert. Der Kanal wird heute hauptsächlich für touristische Zwecke genutzt. Im Hafen von Aurich befindet sich aber auch ein Betonwerk, das seine Rohstoffe Sand und Kies über den Kanal bezieht.

Als wir Aurich hinter uns lassen, warten vor der nächsten Zugbrücke bereits einige Skipper auf ihren Durchlass. Nach dem Öffnen der Brücke überholen uns die Boote, doch schon zwei Kilometer weiter an der Schleuse Rahe sehen wir uns wieder.

Dort warten die Schiffe auf den Einlass in die Schleuse, die einen Höhenunterschied von zwei Metern überbrückt. Am liebsten würde ich den Booten jetzt hinterherpaddeln und mich ein Stück von ihnen auf dem Kanal ziehen lassen.

Am Uferweg gibt es kaum Schatten und da sich der Himmel heute wolkenfrei zeigt, heizt uns die Augustsonne ganz schön ein. Nach einer Weile beschließe ich deshalb, die mit 15 Kilometern geplante Tour abzukürzen. Nach einem Schlenker über das Dorf Haxtum und dessen schöner Mühle kehren wir zu unserem Startpunkt zurück.

( MITI )

In Aurich

In Aurich
Aurich, 22.08.2017

Am Hafen von Aurich. Im Hintergrund: Die Stiftsmühle

Tag
4
Aurich ist die zweitgrößte Stadt Ostfrieslands. Ihre Geschichte lässt sich bis in das 13. Jahrhundert zurückverfolgen. Die Stadt am Ems-Jade-Kanal war im Laufe der Jahrhunderte nacheinander die Residenz der ostfriesischen Fürsten, der Sitz der preußischen, hannoverschen und wiederum preußischen Verwaltungen Ostfrieslands.

Bis zum heutigen Tage ist Aurich Sitz zahlreicher Bundes- und Landesbehörden. Größter Arbeitgeber ist aber mittlerweile der Windenergieanlagenherstellers Enercon, der hier ein großes Werk unterhält.

Am Morgen unternehme ich mit Doxi einen längeren Spaziergang durch die Altstadt rund um das ehemalige Schloss, die Lambertikirche und den Marktplatz. Wir begegnen vielen schönen Bauten und einigen Gruppen mit Tierskulpturen, die über das Zentrum verteilt sind. Da muss Doxi natürlich gleich posieren….

( MITI )

Deichpartie in Horumersiel

Deichpartie in Horumersiel
Horumersiel, 23. August 2017

Auf dem Deich vor Horumersiel. Im Hinterrund der Womo-Stellplatz am Yachthafen.

Tag
4
Nach dem Morgen-Yoga wandere ich mit Doxi bei herrlichem Sommerwetter vom Haus Yoga Vidya nach Horumersiel. Am Ortsrand treffen wir auf den Deich, den wir in südlicher Richtung folgen, immer der Sonne entgegen. Vor uns das Watt, das gerade wieder vollläuft und am Horizont die großen Containerkräne im Überseehafen von Wilhelmshaven.

Eigentlich wollte ich den Deich irgendwann verlassen und in einem Bogen zum Haus Yoga Vidya zurückkehren. So hatte ich mir das vorgestellt. Doch mein Wandernavi signalisiert mir, dass das gar nicht möglich ist.

Wir müssten dafür fast bis nach Hooksiel kurz vor Wilhelmshaven laufen. Also kehren wir um und laufen die gleiche Strecke zurück. Ist ja nicht schlimm, denn am Deich ist es wirklich sehr schön. So werden es am Ende 14 Kilometer, die wir an diesem Tag gewandert sind.

( MITI )

Am Strand von Schillig

Am Strand von Schillig
Schillig, 23. August 2017

Strandkörbe vor Scjillig

Tag
4
Am Nachmittag mache ich mich mit dem Fahrrad auf den Weg nach Schillig, einem beliebten Badeort an der äußersten Nordost-Spitze der Ostfriesischen Halbinsel, zwei Kilometer nördlich von Horumersiel. Bis zur nächsten Großstadt Wilhelmshaven sind es von dort rund zwanzig Kilometer,

Vor Schillig liegen die Inseln Wangerooge, Mellum und Minsener Oog, sowie die Fahrrinne der Jade nach Wilhelmshaven. Daher war der Ort schon zu Zeiten der Kaiserlichen Marine militärischer Vorposten vor Wilhelmshaven, dem zu dieser Zeit bedeutenden deutschen Reichskriegshafen.

Der Ortsname leitet sich vom Begriff Schill (wie Schale) ab, was für Muscheln steht. Die Meeresströmung und die Brandung lagerten früher ausgedehnte Muschelvorkommen vor Schillig ab. Eine Zeitlang wurden die Muscheln für die Herstellung von Kalk abgebaut und an eine nahegelegene Kalkbrennerei geliefert.

Heute ist der lange Sandstrand von Schillig und das Watt bei schönem Wetter Anziehungspunkt für tausende von Touristen. Wahnsinn, was an diesem sonnigen Nachmittag im Ort los ist. Ich habe das Gefühl, hier gibt es beinahe so viele Strandkörbe wie Möwen. Übermorgen wollen wir von hier zu einer Wattwanderung starten. Ich hoffe, das Watt ist dann nicht genau so stark frequentiert wie jetzt der Strand 😉

( MITI )

Im Haus Yoga Vidya Nordsee

Im Haus Yoga Vidya Nordsee
Horumersiel, 23.08.2017

Das Haus Yoga Vidya Nordsse. zwei Kilometer von Horumersiell entfernet

Tag
4
Ich habe mich für drei Tage bei Yoga Vidya in Horumersiel eingebucht. Die Yoga Vidya Häuser im Westerwald und in Bad Meinberg kenne ich bereits, nun möchte ich das Haus an der Nordsee kennenlernen. Noch ist Ferienzeit und deshalb ist das Haus total voll. Anfangs habe ich Mühe, auf dem Gelände einen passenden Parkplatz für mein Wohnmobil zu finden, doch dann komme ich an der Rückseite direkt am Garten unter.

Hier ist man ein wenig von der vielbefahrenen Landstraße entfernt, die vor dem Haus vorbeiführt. Das Tagesprogramm entspricht dem der anderen Yoga Vidya Häuser: Morgens Meditation und Statsang, dann eine ausgedehnte Yoga-Stunde, dann Essen und Pause, bis es am Nachmittag und Abend wieder mit einer langen Yoga-Stunde, Abendessen, Satsang und einem Vortrag weitergeht. Zwischendurch bin ich mit Doxi unterwegs und erkunde die Landschaft und die umliegenden Orte.

Nachdem es bei Yoga Vidya im Westerwald herrlich still und abgelegen war, muss ich mich an den Trubel hier erst einmal ein wenig gewöhnen. Aber das Programm ist sehr abwechslungsreich, die Lehrer geben sich viel Mühe und im großen, lichtdurchfluteten Yogaraum im Obergeschoss bekommt man von der Straße und den Menschenmassen nicht mehr viel mit. So lässt es sich als Yoga Individualgast aushalten.

Mal sehen, ob es mir am Ende vielleicht so wie im Westerwald ergehen wird, wo ich eigentlich auch nur für drei Tage eingebucht war, dann mehrmals verlängert habe und nach einer Woche gar nicht mehr weg wollte. Ich bin gespannt. [Update: Ja, genau so ist es gekommen 🙂 ]

( MITI )

Mit dem Rad nach Minsen

Mit dem Rad nach Minsen
Horumersiel, 24. August 2017

Am Horizont das Minsener Oog, eine kleine unbewohnte Insel im Watt. Rechts der Leuchtturm.

Tag
5
Mehr als ein Jahr ist es her, dass ich zuletzt mit Doxi im Fahrradanhänger unterwegs war. Deshalb war ich nicht sicher, ob die Dame ohne Murren in ihre rollende Sänfte steigen würde. Doch es hat mühelos geklappt! Und dann bin ich auch ganz vorsichtig gefahren, damit es für sie ein gutes Erlebnis wird.

Vom Haus Yoga Vidya bei Horumersiel sind wir durch die Felder gegen starken Wind nach Minsen geradelt, das westlich von Schillig gleich hinter dem Deich liegt. Zwischen Minsen und dem Vordeich stoßen wir auf eine Bronzefigur mit dem Titel “Dat Minsener Seewief” (Seeweib).

Die Figur geht auf eine alte Sage zurück, die im 16. Jahrhundert niedergeschrieben wurde. Danach fingen Fischer aus Minsen eine Nixe mit Fischunterleib aus dem Meer. Sie wollten von ihr das Versteck eines Schatzes erfahren, doch die Nixe konnte sich befreien und wieder zurück in die Nordsee entfliehen. Aus Rache sorgte sie dafür, dass die Siedlung der Fischer durch eine Sturmflut vernichtet wurde.

Vier Kilometer nördlich vor Minsen liegt im Watt die unbewohnte Insel “Minsener Oog”. Sie ist nur zwei Kilometer südöstlich von Wangerooge entfernt und wird von dieser durch die Strömungsrinne “Blaue Balje” getrennt. Am Horizont kann man die kleine Insel mit einer Länge von 4,5 Kilometer und einer Breite von bis zu 1,5 Kilometer erkennen. Ein süßes kleines Eiland, das als Vogelschutzinsel zahlreichen Arten eine geschützte Brutstätte bietet.

( MITI )

Im Watt mit Wolfgang Gedat

Im Watt mit Wolfgang Gedat
Schillig, 25. August 2017

Hier geht es ins Watt

Tag
6
Heute haben wir eine äußerst interessante und kurzweilige Wattwanderung vor Schillig unter Führung des Diplom-Biologen Wolfgang Gedat und seines Watthundes Nemo unternommen.

Bei der “Biologischen Familienwanderung mit Hunden” erfährt man alles über die Struktur und die Entstehung des Wattenmeeres, über die Tiere im Watt und über lokale Gegebenheiten.

Wir beobachten, wie sich Muscheln und Würmer ins Watt graben und Krebse vor uns auf die Flucht gehen. Auch die anwesenden Kinder werden mit vielfältigen Aufgaben bedacht, so dass niemand zu kurz kommt.

Watthund Nemo war unheimlich an der gerade noch heißen Doxi interessiert. Aber die böse Doxi hat den quietschenden kleinen Kerl immer nur verbellt. Wie gemein!

Nach diesem tollen Erlebnis kann ich die Wattwanderung mit Wolfang Gedat nur empfehlen. Bestimmt war das nicht das letzte Mal, dass wir mit dem zertifizierten Wattkenner und spannenden Erzähler unterwegs waren.

( MITI )

Abstecher nach Hooksiel

Abstecher nach Hooksiel
Hooksiel, 25. August 2017

Am alten Hafen von Hooksiel

Tag
6
Ich bin weiter dabei, die Umgebung von Horumersiel zu erkunden. Am Nachmittag fahre ich mit dem Rad in das sechs Kilometer entfernte Hooksiel. Der hübsche Küstenbadeort liegt etwa 15 Kilometer nordwestlich von Wilhelmshaven und 10 Kilometer nordöstlich von Jever.

Durch den Ort verläuft das Hooksieler Tief, ein breiter Wasserlauf, der das Hinterland entwässert und in das “Hooksmeer” führt. Dabei handelt es sich um einen künstlich geschaffenen See, der wenige Kilometer östlich des Ortes am „Neuen Hafen“ in die Nordsee fließt.

Der Ortskern von Hooksiel weist zahlreiche historische Gebäude auf, von denen das auffälligste das ehemalige Rathaus und heutige Muschelmuseum ist.

Außerhalb des Ortes gibt es an dem 3,5 Kilometer langen Sandstrand, einen großen Campingplatz und gleich daneben einen Womo-Stellplatz, den ich mir bei dieser Gelegenheit anschaue. Aber auch auf diesem Stellplatz ist mir zurzeit einfach zu viel los. Müssen wir zu einer anderen Jahreszeit noch mal wiederkommen.

( MITI )

Radtour nach Jever

Radtour nach Jever
Jever, 26. August 2017

Rückseite des Schlosses zu Jever vom Sclosspark aus gesehen

Tag
7
Heue steht mal eine größere Radtour mit Doxi im Fahrradanhänger auf dem Programm. Vom Haus Yoga Vidya bei Horumersiel fahren wir über Wiarde und Hohenkirchen in rund einer Stunde in das 17 Kilometer entfernte Jever.

Die Stadt liegt im Jeverland, dem nordöstlichen Teil der ostfriesischen Halbinsel. Sie befindet sich in der Nähe der niedersächsischen Nordseeküste, rund 15 Kilometer westlich von Wilhelmshaven und dem Jadebusen entfernt.

Der Name der Stadt Jever ist durch die gleichnamige Biermarke international bekannt. Inoffiziell wird die protestantisch geprägte Kreisstadt auch als “Marienstadt” bezeichnet. Dieser Beiname verweist auf das “Fräulein Maria”, die letzte Herrin von Jever. Sie verlieh Jever im Jahr 1536 die Stadtrechte.

Jever wird von einigen miteinander verbundenen Tiefs umgeben. Dazu gehören das Moorlandstief im Osten, das Mühlentief im Westen sowie das Tettenser Tief und das Hooksieler Tief im Norden. Die Tiefs dienen in erster Linie der Entwässerung der tiefer gelegenen Flächen hinter dem Deich.

In der Stadt gibt es viel zu sehen. Uns begegnen zahlreiche historische, kulturelle, technische und auch botanische Denkmäler aus verschiedenen Epochen. Wirklich sehr interessant und hübsch anzusehen, dieses Jever. Die durchaus anstrengende Anfahrt mit Doxi im Anhänger gegen eine steife Brise aus Südwest hat sich voll gelohnt.

( MITI )