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Im Angertal bei Ratingen

Mit Doxi im Angertal

Sieben Tage „goldener Herbst“ gehen langsam zu Ende. Ab morgen soll es wieder für längere Zeit regnen. Den letzten sonnigen Tag nutze ich noch einmal für eine schöne Herbstwanderung. Diesmal im Angertal bei Ratingen.

Vor zwei Jahren waren wir schon einmal hier, allerdings an einem Wochenende, und da war es dementsprechend voll. Heute dagegen sind nur relativ wenige Menschen im schönen Talgrund unterwegs. Die Sonne scheint, unter uns knistert das Herbstlaub und der Waldboden duftet ganz intensiv nach Wärme. Herrlich ist das.

Die 15 Kilometer lange Tour startet in der Nähe des beliebten Ausflugslokal „Auermühle“ am Ostrand von Ratingen. Zunächst geht es hinunter in das Tal des Homberger Baches, den wir bis zum Ort Homberg folgen. Schon von weitem sind die Türme der beiden an der Dorfstraße gelegenen Kirchen zu sehen, die wie Nasen aus den Feldern herausragen und im Volksmund deshalb als „Wiesnasen“ bezeichnet werden, Wir machen einen kurzen Abstecher in das historische Zentrum des Ortes rund um die katholische Pfarrkirche St. Jakobus der Ältere.

Dann geht es auf die Höhen rund um das Naturschutzgebiet „Am Häuschen“. In Richtung Südwesten schaut man jetzt in der Ferne auf Düsseldorf hinab. Man sieht den Tower des Flughafens, viele Hochhäuser in der Innenstadt und natürlich den Fernsehturm. Eine ebenso ungewohnte wie faszinierende Perspektive.

Wir verlassen den höchsten Punkt unserer Tour und starten unseren Abstieg ins Tal der Anger, vorbei am Hause Hohenanger, über die Bahnlinie im Tal und an der alten Angermühle vorbei. Nun folgen wir für mehrere Kilometer dem Lauf der Anger im Tal. Dann passieren wir den Südrand von Hösel und den Ratinger Ortsteil Eggerscheid. Von dort kommen wir in das steil abfallende Sengenbachtal, das dem Angertal zustrebt und dieses an der Auermühle erreicht. Nun sind es nur noch wenige hundert Meter bis zu unserem Startpunkt, den wir nach rund dreieinhalb Stunden wieder erreichen.

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Rund um Schloss Linnep

Schloss Linnep von der Wasserseite aus gesehen (Foto Hpunkt.de | http://commons.wikimedia.org | Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE)

Heute waren wir in einem Naturschutzgebiet zwischen Ratingen-Lintorf und Hösel unterwegs. Vom Wanderparkplatz in Ratingen-Lintorf ging es zunächst entlang des hübschen kleinen Dickelsbaches in Richtung Osten. Dort begegneten wir im Wald einer Gruppe von Männern, die mit ihren Modellautos spazieren gingen. Alle „Fahrer“ starrten konzentriert auf den schmalen Trampelpfad vor sich, um ihr vorausfahrendes Modellauto vom Typ „geländegängiger Pickup“ zu steuern – ein durchaus ungewohnter Anblick :-).

Wenig später passierten wir den Ratinger Waldsee, um kurz vor dem Autobahnkreuz Breitscheid die Autobahn A3 zu unterqueren und über eine schöne Allee auf das Schloss Linnep zuzulaufen.

Das Wasserschloss südsüdöstlich von Breitscheid, dessen Wasserflächen vom Hummelsbach gespeist werden. war einst ein Rittersitz und wurde im Laufe der letzten Jahrhunderte mehrmals umgebaut. Erhalten ist der mehr als 1000 Jahre alte Burgturm im Herzen der Anlage, Südwestlich des Schlosses befindet sich der schlichte Saalbau der 1684 eingesegneten Waldkirche Linnep, einer der ältesten reformierten Kirchenneubauten im Rheinland.

Wir folgten ein Stück weit dem Hummelsbach und drehten schließlich in südliche Richtung ab. Der schön länger zu vernehmende Fluglärm erreichte seinen Höhepunkt, als wir einen Bauernhof direkt neben dem Funkfeuer des Düsseldorfer Flughafens passierten. Die mehrmastige Sendeanlage markiert die Einflugschneise auf die Piste 23. Im Fünfzigsekundentakt donnerten nun die hereinkommenden Flugzeuge genau über uns hinweg. Nur in den kurzen Pausen dazwischen war das intensive Singen der Vögel zu hören.

Bald erreichten wir wieder einen der Zuflüsse des Dickelsbaches und folgten diesem zurück bis zu unserem Startpunkt. Doxi gefiel es, immer wieder im flachen Wasser des Dickelsbaches herzumzutapsen. Und auch wir haben diese schöne naturnahe Wanderung genossen – Fluglärm inklusive.

( MITI / )

Wandern in der Einflugschneise

Passagiermaschine im Landeanflug auf den Düsseldorfer Flughafen

Heute war ich mit Doxi zu ersten Mal im nördlichen Düsseldorfer Stadtwald an der Stadtgrenze zu Ratingen unterwegs. Der Wald grenzt an den Düsseldorfer Flughafen und liegt genau in der Einflugschneise. Das ist vermutlich auch der Grund, warum wir hier in all den Jahren noch nie unterwegs waren. Diese „Wanderlücke“ wollte ich heute schließen, nachdem ich Jutta zum Flughafen gebracht hatte. Passt ja irgendwie.

Vom Wald aus konnte man im 60-Sekunden-Takt neue Flugzeuge bei ihrem Landeanflug auf die Piste 23 beobachten. Irgendwann war ich mit Doxi dann tatsächlich an einem Punkt, an dem die Flugzeuge unmittelbar über uns im Tiefflug hereinschwebten. Ziemlich beeindruckend sah das aus.

Und da die Triebwerke in der Endphase des Anflugs nur noch in Minimaldrehzahl laufen, waren sie dabei nicht einmal übermäßig laut. Dennoch bedeutet die hohe Vekehrsfrequenz für die Anwohner sicher eine enorme Belastung. Zumal die Flugzeuge bei umgekehrter Windrichtung über den Wald hinweg starten, und das dann mit voller Drehzahl. Dann wird es richtig laut.

Interessant, das einmal aus der Nähe erlebt zu haben. Aber ob wir so bald wieder hier hinkommen, da bin ich mir nicht so sicher.

( MITI / )