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Zwölf Tage in Ostwestfalen

Zwölf Tage in Ostwestfalen
7. April 2017

Die Externsteine bei Horn-Bad Meinberg

Ich bin zurück von meiner ersten längeren Tour in diesem Jahr in unbekanntes Land. Denn Ostwestfalen, das ist für viele Rheinländer ja doch ein wenig „Terra Incognita“. Und ich bin angenehm überrascht: Der Teutoburger Wald und der riesige Solling haben mir sehr gut gefallen. Aber auch die Städte mit ihrer zum Teil hervorragend erhaltenen Bausubstanz, die mehrere Jahrhunderte der Architekturgeschichte in Deutschland widerspiegelt.

Ich war auf der Wewelsburg, bei den Externsteinen und dem Hermannsdenkmal, habe Detmold, Paderborn, Schloss Neuhaus, Altenbeken, Bad Driburg, Höxter, Dassel, Lemgo, Bad Salzuflen, Herford und Bielefeld besucht. Ja, Bielefeld, womit schon einmal das Gerücht widerlegt wäre, dass es die Stadt gar nicht gibt.

Und noch einige andere Vorurteile konnte ich ad acta legen: Beispielsweise, dass Paderborn hässlich ist und Heimatmuseen prinzipiell langweilig. Mir hat die Region sehr gut gefallen. Und ich komme bestimmt wieder.

Hier haben wir haben bei dieser Tour mit dem Wohnmobil gestanden:

OrtBezeichnungAnfahrtPreisSt
Altenbeken
Zwölf Tage in OstwestfalenAsphaltparkplatz am Schwimmbad/Schulzentrum. Nicht weit bis zum Ortskern und dem Altenberger Eisenbahnviadukt. Nachts ruhig. Guter Ausgangspunkt für Wanderungen in der Umgebung.
Parkplatz am Hallenbad Zwölf Tage in Ostwestfalenkein offizizeller StellplatzGardeweg 1
33184 Altenbeken
0€
Bad Driburg
Zwölf Tage in OstwestfalenAusgewiesene Stellplätze auf dem Parkplatz an der schönen Therme. Guter Ausgangspunkt für Wanderungen.
Stellplatz an der Driburg ThermeGeorg-Nave-Straße 24
33014 Bad Driburg
10€Zwölf Tage in OstwestfalenStrom verfügbar
Bad Salzuflen
Zwölf Tage in OstwestfalenGuter Platz gegenüber der VitaSol-Therme und am Stadtwald. Abends ruhig. Innenstadt fußläufig erreichbar.
Wohnmobilpark Flachsheide Forsthausweg 1
32105 Bad Salzuflen
10€Zwölf Tage in OstwestfalenStrom verfügbar
Bielefeld
Zwölf Tage in OstwestfalenUnd ich dachte, Bielefeld gibt es gar nicht 🙂 Prima Platz zur Erkundung von Bielefeld und Wanderungen auf dem Hermannsweg.
Stellplatz am KletterparkAm Johannisberg
33659 Bielefeld
5€Zwölf Tage in OstwestfalenStrom verfügbar
Büren
Zwölf Tage in OstwestfalenAusgewiesene Stellplätze an einem Sportplatz am Ortsrand. Schöner Blick ins Grüne. Sehr ruhig. Wewelsburg fußläufig erreichbar.
Stellplatz Wewelsburg Niederhagen
33142 Büren
0€
Dassel
Zwölf Tage in OstwestfalenParkplätze auf Schotter/Rasen neben dem hübschen Freibad, das von Freiwilligen aus dem Ort betrieben wird. Ruhig und guter Ausgangspunkt für Wanderungen in der Umgebung.
Stellplatz am Freibad An der Badeanstalt
37586 Dassel
0€
Detmold
Zwölf Tage in OstwestfalenWehrend der Öffnungszeiten des LWL-Museums kann man hier kostenlos stehen.
P am LWL-Freilichtmuseum Detmold Zwölf Tage in Ostwestfalenkein offizizeller StellplatzPaderborner Straße
32760 Detmold
0€
Detmold-Hiddessen
Zwölf Tage in OstwestfalenWanderparkplatz in schöner Natur. Nachts vollkommen ruhig. Guter Ausgangspunkt auch für Wanderungen zum Hermannsdenkmal.
Parkplatz Donoper Teich Zwölf Tage in Ostwestfalenkein offizizeller StellplatzStoddartstraße 336
32760 Detmold
0€
Gevelsberg
Zwölf Tage in OstwestfalenZwei sehr komfortable Stellplätze am liebevoll gestalteten Ennepebogen. City fußläufig erreichbar. Tagsüber ganz schön was los. Nachts relativ ruhig.
Wohnmobilstellplatz am EnnepebogenNirgenastraße
58285 Gevelsberg
0€Zwölf Tage in OstwestfalenStrom verfügbar
Herford
Zwölf Tage in OstwestfalenAusgewiesener Womo-Stellplatz auf einem asphaltierten PKW-Parkplatz am Stadion in der Nähe der Werre. Schöne Umgebung jenseits des Platzes. Innenstadt fußläufig erreichbar.
Stellplatz am Stadion Dennewitzstraße 15
32052 Herford
0€
Horn-Bad Meinberg
Zwölf Tage in OstwestfalenFeiner Stellplatz an einem schönen Park. Sehr ruhig. Großes Yoga-Zentrum (Yoga-Vidya) gleich nebenan. Guter Ausgangspunkt für Wanderungen z.B. zu den Externsteinen.
Wohnmobilhafen am SilvaticumWällenweg 50
32805 Horn-Bad Meinberg
7,5€Zwölf Tage in OstwestfalenStrom verfügbar
Höxter
Zwölf Tage in OstwestfalenPrima Platz direkt an der Weser mit Blick auf die historische Altstadt von Höxter. Schöne Wanderziele wie Kloster Corvey und der Solling-Wald in der Umgebung.
Stellplatz am Floßplatz Milchweg
37671 Höxter
7€Zwölf Tage in OstwestfalenStrom verfügbar
Paderborn
Zwölf Tage in OstwestfalenAusgewiesene Stellplätze auf einem großen Asphaltparkplatz am Schwimmbad. Nachts trotz Straßennähe ruhig. Schöner Weg in die Innenstadt und zum Schloss Neuhaus.
Wohnmobilhafen beim RolandsbadFürstenweg 36
33098 Paderborn
5€Zwölf Tage in OstwestfalenStrom verfügbar
( MITI )

Zwischenstopp in Gevelsberg

Zwischenstopp in Gevelsberg
Gevelsberg, 5.04.2017

Panorama Aufnahme von Gevelsberg, (Foto Ulomek-foto de | http://commons.wikimedia.org | Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE)

Auf dem Rückweg aus Ostwestfalen ins Rheinland mache ich am Morgen für einige Stunden in Gevelsberg, östlich von Wuppertal, halt. Vor uns liegt ein fetter Stau auf der Autobahn A46. Den will ich „aussitzen“.

Gevelsberg bietet einen kostenlosen Womo-Stellplatz an einem Freizeitgelände am Fluss Ennepe. Von dort wandere ich mit Doxi hinauf in den Gevelsberger Stadtwald. Wir drehen eine gemütliche 6 Km-Runde durch den Wald. Alles nicht spektakulär, aber ganz entspannt, und besser, als im Stau zu stehen.

( MITI )

Hoch zur Sparrenburg

Hoch zur Sparrenburg
Bielefeld, 4. April 2017

Die Sparrenburg vom gegenüberligenden Johannisberg aus gesehen

Morgens nach Westen, nachmittags nach Osten: Auf unserer Abendwanderung folge ich mit Doxi wieder dem Hermannsweg, diesmal jedoch in östlicher Richtung. Wir steigen vom Johannisberg herab und gleich wieder hinauf auf den Höhenrücken des Teutoburger Waldes, auf dem hier die Burg und Festung Sparrenberg über der Altstadt von Bielefeld thront.

Die Sparrenburg ist die nördlichste erhaltene Spornburg Deutschlands und gilt als ein Wahrzeichen Bielefelds. Errichtet wurde die Burg ab dem Jahr 1250, ihr heutiges Erscheinungsbild geht jedoch im Wesentlichen auf das 16. und 19. Jahrhundert zurück.

Ursprünglich diente die Burg der Sicherung des Bielefelder Passes über den Teutoburger Wald, sowie als Herrschersitz der Grafen von Ravensberg und dem Schutz der um 1214 gegründeten Stadt Bielefeld. Heute ist die Burg ein beliebtes Ausflugsziel.

Nach der Besichtigung der Anlage folge ich mit Doxi weiter dem Hermannsweg Richtung Osten. An vielen Stellen haben wir dabei einen herrlichen Blick hinunter nach Bielefeld und weit darüber hinaus. Der Weg ist so schön, ich würde am liebsten stundenlang weiterlaufen. Aber irgendwann spüre ich doch meine Beine. Also geht es wieder zurück zu unserem Stellplatz Richtung Johannisberg.

( MITI )

In der Altstadt von Bielefeld

In der Altstadt von Bielefeld
Bielefeld, 4.04.2017

Blick vom Johannisberg hinunter auf die Altstadt von Bielefeld

Am Nachmittag drehe ich mit Doxi eine Runde durch die Altstadt von Bielefeld. Bei herrlichem Frühlingswetter sind viele Menschen unterwegs und genießen in Cafés und Parks das schöne Wetter.

Doxi ist es fast schon zu sonnig. Sie zieht es jeweils auf die Schattenseiten der Straßen. Mir ist das heute durchaus recht, denn auf unserer Vormittagswanderung habe auch ich schon eine ganze Menge Sonne abbekommen.

( MITI )

Auf dem Hermannsweg bei Bielefeld

Auf dem Hermannsweg bei Bielefeld
Bielefeld, 4. April 2017

Biberbau im Heimat-Tierpark Olderdissen

Wir sind in Bielefeld angekommen, der Stadt, die angeblich gar nicht existiert. Mit dem Womo stehen wir in wunderbarer Lage am Johannisberg, einem Naherholungsgebiet oberhalb der Altstadt von Bielefeld.

Mit mehr als 335 Tausend Einwohnern ist Bielefeld die größte Stadt der Region Ostwestfalen-Lippe. Sie liegt am Nordende eines Quertals des Teutoburger Waldes, der hier im Vergleich zur östlich gelegenen Region um Detmold wesentlich „schmaler“ ausfällt.

Auf dem Höhenrücken des Teutoburger Waldes führt der Hermannsweg am Rande der Stadt vorbei. Mit Doxi folge ich am Morgen dem beliebten Wanderweg in Richtung Westen.

Nach dem Abstieg vom Johannisberg kommen wir beim Eintritt in den Teutoburger Wald zunächst durch den Tierpark Olderdissen, dem städtischen Zoo von Bielefeld. Der Park hat seinen Schwerpunkt in der Darstellung, Pflege und Erhaltung heimischer Arten.

Auf rund 16 Hektar können 90 verschiedene Arten beobachtet werden, darunter auch Wölfe und Braunbären. Das Besondere dabei: Der Eintritt ist frei und der Hermannsweg führt mitten durch den Park. So etwas habe ich noch nirgendwo erlebt. Toll ist das.

Nachdem wir den Park passiert haben, steigen wir weiter hinauf auf den Höhenrücken. Wir laufen bis zum großen Fernsehturm von Bielefeld und noch ein Stück weiter bis zu „Peter auf’m Berge“, einem bekannten Ausflugslokal an einer der wenigen Passstraßen, die quer über die Höhenlagen des Teutoburger Waldes führen. Das alles bei herrlichem Sonnenschein. So macht das Wandern richtig Freude.

( MITI )

An der Werre in Herford

An der Werre in Herford
Herford, 3.04.2017

Am Kirchplatz

Am Vormittag waren wir bei trübem Wetter in Bad Salzuflen unterwegs, am Nachmitttag lacht uns im nur zehn Kilometer entfernten Herford schon wieder die Sonne an. Wir stehen mit dem Womo auf einem kostenlosen Parkplatz an den Sportanlagen im Süden der Stadt.

Herford liegt im Ravensberger Hügelland zwischen Teutoburger Wald und Wiehengebirge. Die ehemalige Hansestadt gehört heute zum ostwestfälischen Verdichtungsgebiet, das sich von Gütersloh über Bielefeld bis Minden erstreckt.

Von Bad Salzuflen kommend durchfließt die Werre das Stadtgebiet und mündet nördlich des Stadtkerns in die Aa. Mit Doxi laufe ich entlang der schönen Werre in das historische Zentrum der Stadt, das sich innerhalb der Wallanlagen befindet. Dazu gehören der frühere Abteibezirk („die Freiheit“), das älteste Stadtviertel Radewig, die Altstadt und die Neustadt.

Im Mittelalter galt Herford als ein bedeutendes geistliches und geistiges Zentrum. Zu dieser Zeit war es eine der am besten befestigten deutschen Städte mit fünf Stadttoren und 14 Türmen, die den verschiedenen Zünften zugeordnet waren. Sie waren Teil der 3,5 Kilometer langen Stadtbefestigung mit Mauer, die von der Werre, der Aa und dem Stadtgraben umgeben war.

Von der früheren Bedeutung der Stadt zeugen zahlreiche Kirchen, Höfe und Patrizierhäuser. Schön zu sehen, dass einiges davon bis heute erhalten geblieben ist.

Am Abend wandere ich dann noch mit Doxi hinauf zum Bismarckturm im Stadtwald zwischen Herford und Bald Salzuflen. Vom Waldrand hat man im Abendlicht einen wunderbaren Blick über Herford in das Ravensberger Hügelland und hinüber zum Teutoburger Wald. So eine schöne Abendwanderung, das lasse ich mir gefallen.

( MITI )

Ein ruhiger Montag in Bad Salzuflen

Ein ruhiger Montag in Bad Salzuflen
Bad Salzufflen, 3.04.2017

Platz vor dem Rathaus

Wir haben die Nacht in der Kur- und Bäderstadt Bad Salzuflen verbracht. Spätabends war ich noch in der großen Therme Vitasol und habe die Sauna genossen. Am darauffolgenden Morgen unternehme ich mit Doxi einen ausgiebigen Spaziergang durch die Innenstadt.

Neben prächtigen Villen aus der Blütezeit des Kurtourismus entdecke ich viele schöne Fachwerkbauten. Am großen Kurpark sind mehrere mächtige Gradierwerke aufgestellt, die angenehm solehaltige Luft verbreiten. Viel los ist hier an diesem ruhigen und etwas kühlen Montagvormittag nicht. Ein ziemlicher Kontrast zum völlig überlaufenen Lemgo am gestrigen Nachmittag. Aber für uns kein Problem 🙂

( MITI )

In der Altstadt von Lemgo

In der Altstadt von Lemgo
Lemgo, 2. April 2017

Auf dem alten Marktplatz vor dem Rathaus ist an diesem verkaufsoffenen Sonntag jede Mege los,

Auf dem Weg von Detmold nach Bad Salzuflen komme ich an Lemgo vorbei. Spontan entscheide ich mich für einen Abstecher in die Altstadt und bin überrascht, wie viel hier an diesem Sonntagnachmittag los ist. Des Rätsels Lösung: Heute ist verkaufsoffener Sonntag mit Kunst- und Handwerkermarkt.

Also werfe ich mich mit Doxi ins Getümmel und komme schnell ins Staunen ob der vielen schönen mittelalterlichen Häuser rund um den Markt und den angrenzenden Straßen. Damit hatte ich nicht gerechnet. Ein richtiges Kleinod, diese alte Hansestadt im Lipper Bergland. Gut, dass wir nicht einfach vorbeigefahren sind.

( MITI )

Im LWL Freilichtmuseum Detmold

Im LWL Freilichtmuseum Detmold
Detmold, 2.04.2017

Häuser am Dorfweiher. Im Hintergrund  die alte Bockmühle.

Auf diesen Besuch hatte ich mich sehr gefreut: Das LWL-Freilichtmuseum Detmold am Fuße des Teutoburger Waldes ist das größte Freilichtmuseum Deutschlands. Es zeigt auf über 90 Hektar Fläche etwa 120 historische Gebäude aus allen Regionen und Sozialschichten Westfalens aus der Zeit zwischen 1550 und 1900.

Ich bin extra ganz früh am Morgen in Dassel losgefahren, um pünktlich zur Museumsöffnung um 9:00 Uhr im 90 Kilometer entfernten Detmold zu sein. Und das hat sich wirklich gelohnt, denn um diese Uhrzeit war das Museumsgelände noch relativ leer, ganz anders als drei Stunden später.

Das Museum wurde in den späten 1960er-Jahren vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe auf dem Gelände des ehemaligen Tierparks der Grafen von Lippe errichtet. Man kann dort vollständig eingerichtete Baugruppen historischer Bauern-, Handwerks- und Wohnhäuser aus allen Teilen Westfalens besichtigen,

Dazu gehören u. a. der Wiehengebirgshof, der Mindener Hof, das Tecklenburger Kötterhaus, der Münsterländer Gräftenhof, der Lippische Meierhof, der Westmünsterländer Hof, das Sauerländer Dorf und das Paderborner Dorf.

Die Bauten werden großzügig von historischen Nutzflächen wie Gärten, Wiesen, Weiden und Äckern eingerahmt. Außerdem befinden sich auf dem Gelände drei funktionsfähige Mühlen und eine historische Bäckerei. Ein absolut sehenswerter Ort.

( MITI )

In Dassel am Rande des Sollings

In Dassel am Rande des Sollings
Dassel, 1.04.2017

Blick von den Amtsbergen Richtung Solling

Von Höxter am Westrand des Sollings bin ich einmal quer durch den Solling Richtung Osten nach Dassel gefahren. Die kleine Gemeinde liegt am nordöstlichen Rand des Sollings, südlich der Amtsberge und westlich des Ellenser Walds.

Die bis zu 500 m hohe bewaldete Buntsandsteinkuppel des Sollings läuft am Stadtrand von Dassel flach aus. Sanfte Weidetäler und landwirtschaftlich genutzte Flächen werden von klaren Bächen durchzogen. Die Landschaft wirkt lieblich und einladend, so kann man es vielleicht beschreiben.

Wir stehen auf dem kostenlosen Womo-Stellplatz am Freibad von Dassel. Nach einem Rundgang durch die historische Altstadt mit gut erhaltener Stadtmauer breche ich am Mittag mit Doxi zu einer Wanderung in die nördlich von Dassel gelegenen Amtsberge auf.

Diese gehören zu den Vorbergen des Sollings. Innerhalb der Amtsberge entspringen mehrere Bäche, die zum Einzugsgebiet von Weser und Leine gehören. Der Waldboden ist zurzeit an vielen Stellen mit einem Teppich aus blühenden Bodendeckern überzogen. Gelb und Weiß leuchtet es uns auf sattem Grün entgegen. Außerdem begegnen wir großen Flächen mit Bärlauch, die sich bereits durch ihren markanten Zwiebel-/Knoblauch-Geruch ankündigen.

Vom Waldrand haben wir immer wieder herrliche Fernblicke nach Westen auf den Solling und nach Osten in die sanft gewellte Landschaft, die sich bis zum nächsten Hügelzug mit Namen Elfas erstreckt. Eine wunderbare Wanderung.

( MITI )

Historisches Höxter

Historisches Höxter
Höxter, 31.03.2017

Blick von unserem Stellplat an der Weser auf Höxter

Wir sind in der östlichsten Stadt von Nordrhein-Westfalen angekommen: In Höxter. Hier stehen wir mit dem Wohnmobil in erster Reihe direkt an der Weser mit Blick auf die historische Altstadt.

Höxter liegt unmittelbar westlich des Solling und östlich des Oberwälder Landes am Ostrand des Naturparks Teutoburger Wald / Eggegebirge. Der überwiegende Teil des Stadtgebiets befindet sich auf der westlichen Weserseite.

Im Jahre 775 besetzten fränkische Truppen unter Karl dem Großen beide Seiten der Weserfurt im Gebiet des heutigen Höxters. Viele Sachsen starben bei der Verteidigung dieses strategisch wichtigen Ortes. Im Jahr 1250 wurden Höxter die Stadtrechte verliehen, und ab 1295 gehörte die Stadt dem Bund der Hanse an.

Die Stadt wurde im zweiten Weltkrieg nur wenig in Mitleidenschaft gezogen, wodurch sich ein reicher Bestand an historischen Bauten erhalten hat. Ich staune über die große Anzahl an liebevoll gepflegten Fachwerkhäusern. Eine absolut sehenswerte Altstadt.

( MITI )

Im westlichen Solling

Im westlichen Solling
Höxter, 31. März 2017

Der Sollong, Deutschlands „Wald des Jahres“ im Jahre 2013

Von Höxter aus wandere ich am Vormittag mit Doxi in östlicher Richtung zum Westrand des Sollings, einem größtenteils mit Wald bedecktem Mittelgebirge im südlichen Niedersachsen.

Der Solling bildet gemeinsam mit dem kleineren und weniger hohen Mittelgebirgszug Vogler und dem kleinen Höhenzug Burgberg den Naturpark Solling-Vogler.

Der Name Solling wird etymologisch interpretiert als eine durch ihren Reichtum an sumpfigen Stellen charakterisierte Waldlandschaft. Der Durchmesser des Sollings beträgt etwa 30 km, die maximale Erhebung 300 m. Wie ein umgedrehter Teller hebt sich das Felsmassiv von seiner Umgebung ab.

Auf unserer vierstündigen Wanderung durchqueren wir nur einen verschwindend kleinen Teil des Gebiets. Alle paar hundert Meter begegnen wir dabei einem Hochstand. Hier wird offensichtlich intensiv gejagt. Kein Wunder, dass es in diesem Wald noch viel Wild gibt, denke ich, denn das Areal ist wirklich riesig.

( MITI )

Weltkulturerbe Schloss Corvey

Weltkulturerbe Schloss Corvey
Höxter, 31. März 2017

Westflügel von Corvey mit Westwerkfassade

Nur drei Kilometer außerhalb von Höxter liegt an einem Bogen der Weser das UNESCO-Weltkulturerbe Schloss Corvey. Ursprünglich war Corvey ein bedeutendes karolingisches Kloster, das über eine der wertvollsten Bibliotheken des Landes verfügte. Zahlreiche Bischöfe gingen aus der Abtei hervor, die sich im 9. und 10. Jahrhundert zu einem kulturellen, geistigen und wirtschaftlichen Zentrum im Gebiet der Sachsen entwickelte.

Bauhistorisch ist das karolingische Westwerk mit seinen Fresken aus dem 9. Jahrhundert von Bedeutung. Die ehemalige Abteikirche ist ein Denkmal barocker Ausstattungskunst. Auf dem Friedhof neben der Kirche liegt das Grab des Dichters der deutschen Nationalhymne, Hoffmann von Fallersleben. Ich bin ganz ergriffen, als ich das Grab entdecke. Damit hätte ich nicht gerechnet.

( MITI )

Einmal rund um Bad Driburg

Einmal rund um Bad Driburg
Bad Driburg, 30.03.2017

Blick vom Kaiser Karl-Turm an der Iburg hinauntr auf Bad Driburg

Heute bin ich mit Doxi auf dem sogenannten „Sachsenring“ einmal rund um Bad Driburg gewandert. Die Kur- und Bäderstadt am Ostrand des Eggegebirges verdankt ihre Bekanntheit vor allem den seit 1593 bekannten kohlensäurehaltigen Heil- und Mineralquellen.

Die Stadt liegt in einem Talkessel, so dass man auf den umgebenden Anhöhen eine schöne 360-Grad-Runde immer mit Blick auf die Stadt drehen kann. Dabei passiert man auch die Iburg, das Wahrzeichen der Stadt, auf einem Bergsporn oberhalb des Talkessels. Die frei begehbare Burganlage ist zusammen mit dem dortigen Kaiser-Karl-(Aussichts-) Turm ein beliebtes Ausflugsziel.

Die Iburg geht zurück auf eine sächsische Fliehburg aus dem 8. Jahrhundert. Karl der Große ließ nach der Eroberung in der ehemals sächsischen Anlage eine Petrus-Kirche errichten. Ab 1134 beherbergte diese kurzzeitig ein Benediktinerinnen-Kloster. Im 15. Jahrhundert verlor die Burg ihre Bedeutung und wurde schließlich 1444 durch Otto von Braunschweig zerstört und danach nicht wiederaufgebaut.

Darüber hinaus hat Bad Driburg baulich nicht so wahnsinnig viel zu bieten. Sehenswert ist jedoch der gräfliche Park, ein schöner und gut gepflegter 27 Hektar großer englischer Landschaftsgarten im Privatbesitz der Familie Graf von Oeynhausen-Sierstorpff .

Mit dem Womo stehen wir an der Therme Driburg, so dass ich am Abend nur ein paar Schritte bis zur Sauna habe. Ein perfekter Tagesausklang nach einigen durchaus anstrengenden Wandertagen.

( MITI )

Der Viadukt-Wanderweg rund um Altenbeken

Der Viadukt-Wanderweg rund um Altenbeken
Altenbeken, 29. März 2017

Der Große Eisenbahn Viadukt bei Altenbeken

Neben den Externsteinen und dem Hermannsdenkmal ist der „Große Viadukt Altenbeken“ eines der am häufigsten fotografierten Motive in Ostwestfalen. Der Eisenbahnviadukt überspannt das Beketal auf der zweigleisigen Bahnstrecke Hamm–Warburg vor dem Eggegebirge. Die 482 m lange und bis zu 35 m hohe Gewölbebrücke mit 24 Bögen gilt als Europas längste Kalksandsteinbrücke.

Der Viadukt wurde von der Königlich-Westfälischen Eisenbahn-Gesellschaft ab 1851 errichtet und am 21. Juli 1853 durch König Friedrich Wilhelm IV. eingeweiht. Von ihm stammt der Ausspruch „Ich habe geglaubt, eine goldene Brücke vorzufinden, weil so schrecklich viele Thaler verbraucht worden sind“. Das hat dem Bauwerk seinen Spitznamen „Goldene Brücke“ eingetragen.

Heute ist der Viadukt Namensgeber für einen rund 30 Km langen Wanderweg rund um Altenbeken, der auch den „kleinen Viadukt“ rund 3 Km vor Altenbeken passiert. Bei ziemlich strammen Wind laufe ich mit Doxi Zwei-Drittel der Strecke und kürze dann Richtung Altenbeken ab.

Auf den Hochlagen rund um Altenbeken stehen unglaublich viele Windkraftanlagen, die bei dem starken Wind heute um die Wette rotieren. Das sieht schon ein wenig gespenstig aus, aber wo soll die „saubere“ Energie sonst herkommen?