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Tebartzens Luxus-Domizil

Sterin des Anstosses – Der Neubau auf dem Gelände des Diözesaönzentrums Sankt Nikolaus im Hintergrund

Erinnert sich noch jemand an den Bauskandal um den früheren Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst? Im Herbst 2013 war der luxusliebende Geistliche wegen erheblich gestiegener Baukosten für das Diözesanzentrum Sankt Nikolaus bundesweit in die Schlagzeilen geraten. Am 23. Oktober 2013 entband der Heilige Stuhl den Bischof daraufhin von seinen Pflichten.

Ich war neugierig, worum es dabei eigentlich ging, und deshalb bin ich bei meinem Besuch in Limburg als erstes auf den Domberg hochgelaufen, wo sich zahlreiche kirchliche Einrichtungen und Gebäude befinden.

Aber zunächst werfe ich einen Blick in den Limburger Dom, der dem heiligen Georg gewidmet und deshalb als Georgsdom bekannt ist. Durch eine offene Seitentür gelange ich in den Dom, Doxi leine ich draußen an einem Poller an. Es ist noch ganz früh am Morgen und ich bin nicht sicher, ob der Dom schon für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Im Hintergrund sehe ich den Domvikar. Höflich frage ich, ob man eintreten darf. Man darf!

Der Dom thront oberhalb der Altstadt neben der Burg Limburg. Die exponierte Lage auf einem Kalkfelsen über der Lahn sorgt dafür, dass die Kirche weithin sichtbar ist. Der Bau gilt als eine der vollendetsten Schöpfungen spätromanischer Baukunst. Es zeigen sich aber bereits erste Elemente der Frühgotik.

Als teilweises Vorbild gilt die Kathedrale von Reims. Der Baukörper ist reich gegliedert; aus ihm streben sieben Türme gen Himmel, die für die sieben Sakramente stehen. Auch im Innern macht die Kirche einen sehr schönen Eindruck. Irgendwie ist es ein durchaus erhebendes Gefühl, hier so ganz allein unterwegs zu sein.

Wie ich später bei der Recherche feststelle, war das bemerkenswerte Kirchengebäude schon an prominenter Stelle abgebildet: Auf der Rückseite des 1000-DM-Scheins der dritten Serie, die ab 1964 ausgegeben wurde.

Als ich aus der Kirche heraustrete und auf den Domplatz blicke, geht man Blick sofort zu einem markanten Ensemble, das ein mittelalterliches Fachwerkhaus mit einem modern wirkenden, klar strukturierten Gebäude mit schwarzer Basaltverkleidung verbndet. Das muss es sein, das Diözesanzentrum Sankt Nikolaus, die modernisierte Residenz des Limburger Bischofs, um die es so viel Streit gegeben hat. Die Bilder kenne ich noch aus der damaligen Presseberichterstattung.

Architektonisch sieht es sehr ansprechend aus, aber auch ein wenig zu nobel für den gegebenen Zweck. Kein Wunder, dass sich der Nachfolger im Bischofsamt, Georg Bätzing, entschieden hat, seine vorgesehene die Dienstwohnung in der Anlage nicht zu nutzen.

( MITI / )

In der Altstadt von Limburg

Blick von der Lahn zum Domberg

Auf dem Weg mit dem Womo in den Taunus: Kurz vor sechs Uhr am Morgen sind wir zu Hause gestartet, um den großen Staus im Berufsverkehr rund um Köln zu entgehen. Und das hat gut funktioniert. Kaum zwei Stunden später erreichen wir Limburg am Übergang zwischen Westerwald und Taunus. Schon oft bin ich auf der Autobahn A3 an Limburg vorbei gefahren. Jetzt ist ein guter Moment, mir die Stadt endlich einmal aus der Nähe anzuschauen.

Überregional bekannt ist die Stadt hauptsächlich durch das gleichnamige Bistum mit seiner Kathedralkirche, dem spätromanischen Dom St. Georg, und den Bahnhof Limburg Süd an der Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main. Die Stadt liegt in einem Becken zwischen Westerwald und Taunus und  erstreckt sich auf beiden Seiten der Lahn.

Wir haben Glück und finden einen kostenlosen Parkplatz am Fluss ganz in der Nähe der Altstadt. Von dort breche ich mit Doxi zu einem anderthalbstündigen Spaziergang durch das historische Herz der Stadt auf.

Über der Altstadt erhebt sich der Domberg mit dem Dom und zahlreichen kirchlichen Einrichtungen. Historische Funde lassen darauf schließen, dass sich dort bereits um 500 v. Chr. eine keltische Siedlung befand. Mehr als eintausend Jahre später, um 760 n.Chr., entstand an diesem Ort die erste merowingische Befestigung, in deren Schutz sich eine Ansiedlung entwickelte, aus der später die Stadt hervorging.

1160 wurde eine hölzerne Brücke als Teil der Fernstraße von Köln nach Frankfurt am Main über die Lahn errichtet. In der gesamten Stadtgeschichte war sie eine der wichtigsten Einnahmequellen des Ortes. 1315 und 1346 wurde die steinerne Lahnbrücke gebaut, die noch heute existiert.

Ich bin überrascht,  wie viele schöne und gut erhaltene mittelalterliche Fachwerksbauten ich in der Altstadt antreffe. Einige davon sollen zu den ältesten noch erhaltenen Bauten in Deutschland zählen. An vielen Häusern entdecke ich aufwändige Holzverzierungen und hübsche kleine Erker. Das hat sich auf jeden Fall gelohnt, dass wir hier einmal Halt gemacht haben. Ganz süß diese Altstadt!

( MITI / )