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Durch die Ruppertsklamm

Blick über das Lahntal vom oberen Rand der Klamm

Meine erste Klamm nördlich des Mains. Nur zwei Kilometer östlich von Lahnstein hat sich die Ruppertsklamm tief in das Schiefergestein eingeschnitten.  Die 1,2 km lange Klamm entlang eines ursprünglich Michelsbach genannten rechten Zuflusses der Lahn überwindet einen Höhenunterschied von etwa 235 Metern  und stürzt dabei in einigen Abschnitten steil bergab.

Mit Doxi mache ich mich am frühen Morgen auf den Weg zur Klamm. Ich habe gelesen, dass einige Abschnitte sehr schmal und schwierig zu gehen sind und deshalb durch Handläufe gesichert werden. Ich habe etwas Bedenken, ob Doxi das schaffen wird, aber ich möchte es probieren.

Schnell zeigt sich, dass es tatsächlich an einigen Stellen nicht ganz einfach ist, dem Weg abwechselnd links und rechts des Baches zu folgen. Allerdings stehen im Bach derzeit nur wenige Zentimeter Wasser. Außer dass man eventuell nasse Füsse bekommt, besteht also keine Gefahr. Man kann auch nicht von der Strömung weggeschwemmt oder von einem herabgleitenden Baumstamm erschlagen werden. Und Doxi macht das Laufen im Wasser sowieso Spaß.

So bewältigen wir in einer knappen Stunde die Klamm und laufen anschließend über breite und bequeme Waldwege zurück nach Lahnstein. Oben auf den Höhen haben wir noch einmal einen herrlichen Fernblick ins Lahntal, hinüber zur Burg Lahneck und zur Allerheiligenbergkapelle  mit dem angrenzenden ehemaligen Kloster. Alles in allem ein richtiges kleines Abenteuer am frühen Morgen, das auf jeden Fall Spaß gemacht hat.

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Auf Burg Lahneck

Burg Lahneck oberhalb von Lahnstein (Foto Holger Weinandt| http://commons.wikimedia.org | Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE)

Am Abend wandere ich von meinem Stellplatz an der Lahn-Mündung mit Doxi zur Burg Lahneck hinauf. Die in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts erbaute Spornburg sitzt auf einem steil hervorspringenden 164 m ü. NHN hohen Felssporn über dem linken Lahnufer.

Die Burg befindet sich in Privatbesitz und kann nur im Rahmen organisierter Führungen besichtigt werden. Die nächste Führung ist für den kommenden Tag 12:00 Uhr angesetzt. Doch ich habe Glück: Als gerade die letzte Besuchergruppe des Tages die Burg verlässt, kann ich durch das geöffnete Burgtor hineinschlüpfen und schnell ein paar Fotos schießen.

Seit 1226 lies der Mainzer Erzbischof und Kurfürst Siegfried III. von Eppstein die Burg Logenecke oder Burg Loynecke, wie sie nach dem damaligen Namen der Lahn genannt wurde, errichten. Die Anlage sollte dem Schutz seines Gebietes an der Lahnmündung dienen, zu dem neben dem Ort Lahnstein auch das Silberbergwerk Tiefenthal gehörte. Im Gegensatz zu vielen Rheinburgen diente Burg Lahneck wegen ihrer Entfernung vom Rhein niemals als Zollburg.

Der Grundriss der Burg weist eine Symmetrie in Form eines länglichen Rechtecks auf, die typisch für die Burgen der späten Stauferzeit ist. Die Burg verfügt über einen imposanten Bergrfied mit einer Höhe von fast 30 Metern und einem selten anzutreffenden fünfeckigem Grundriss. Die gotische Burgkapelle war dem Heiligen Ulrich geweiht. Eine päpstliche Urkunde aus dem Jahre 1332 gewährte den Besuchern der Kapelle einen vierzigtägigen Kirchenstrafenerlass (Ablass).

Nach 1365 wandelte sich der Burgname mit dem der Lahn von Loynecke in Lahneck. In die zeitgenössische Geschichte ging die Burg am 20. August 1400 ein, als König Wenzel von den vier auf Burg Lahneck tagenden rheinischen Kurfürsten – den Erzbischöfen von Mainz, Trier und Köln und dem Pfalzgrafen bei Rhein – für abgesetzt erklärt wurde. Am folgenden Tag wurde Ruprecht von der Pfalz auf dem Königsstuhl zu Rhens von eben diesen Kurfürsten, d. h. mit seiner eigenen Stimme, zum deutschen König gewählt.

Diese Episode ist auch auf einem großen Wandbild in der Galerie des alten Rathauses aus dem 15. Jahrhundert festgehalten, das ich am Nachmittag besucht hatte. Sie schließt sich der Kreis eines langen und schönen Tages in Lahnstein.

( MITI / )

An der Lahnmündung in Lahnstein

Doxi an der Mündung der Lahn in den Rhei:n. Im Hintergrund: Burg Stolzenfels

Die letzte Übernachtungsstation meiner einwöchigen Womo- und Wander-Tour durch den Rheinau und den Taunus ist Lahnstein an der Mündung der Lahn in den Rhein, acht Kilometer südlich von Koblenz.

Hier gibt es einen sehr schönen Womo-Stellplatz direkt an der Lahnmündung, und da wir an einem Montag anreisen, wartet sogar ein Platz in der ersten Reihe auf uns.

Nach dem Auspacken mache ich mich gleich mit Doxi auf eine Runde durch den Ort, entlang des Rheinufers und ein Stück die Lahn hinauf. Die verschiedenen Stadtteile liegen im Rheintal und auf den Höhen der Ausläufer des Westerwaldes und des Taunus.

Eine in sich geschlossene Altstadt gibt es nicht, aber mehrere Türme der alten Stadtbefestigung sowie einige historische Bauten haben sich erhalten, darunter das historische Rathaus aus dem 15. Jahrhundert und das 1697 erbaute Wirtshaus an der Lahn, das den ursprünglichen Zollturm von 1348 integriert.

Über dem Ort thront die 1226 vom Mainzer Kurfürsten und Erzbischof Siegfried II. von Eppstein erbaute Burg Lahneck. Die gut erhaltene Anlage verfügt über einen fast 30 Meter hohen fünfeckigen Bergfried. eine Hauptburg mit Rittersaal und Burgkapelle. An der Burg kreuzen sich die Wanderwege Rheinhöhenweg, Lahnhöhenweg, Jakobsweg und Rheinsteig

Ebenfalls weithin sichtbar ist Schloss Stolzenfels auf der gegenüberliegenden Rheinseite nahe der Lahnmündung. Die erst Anfang des 19. Jahrhunderts vom preußischen Kronprinzen Friedrich Wilhelm IV. zum Schloss ausgebaute Anlage geht auf eine kurtrierische Zollburg aus dem 13. Jahrhundert zurück, die 1689 zerstört wurde.

Leider gibt es in Lahnstein keine Fähre, die uns auf das andere Rheinufer bringen könnte. Sonst würde ich gerne zum Schloss Stolzenfels hinaufwanden. Aber das nehme ich mir für die Zukunft vor, wenn wir wieder einmal im Mittleren Rheintal unterwegs sind.

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