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Hoher Bruch – Niederkamper Wald – Leucht

Hoher Bruch – Niederkamper Wald – Leucht
Kamp-Lintfort, 3. Juni 2018

Unterwegs in der Leucht

Heute bin ich zum ersten Mal einer selbstgeplanten Wanderroute gefolgt – nach Hunderten von Touren und Tausenden von Wanderkilometern, die ich auf den Routen anderer zurückgelegt habe. Normalerweise stammen meine Wanderungen aus Internet-Portalen (vorzugsweise OutdoorActive.com und GPS-tour.info) oder aus den von mir sehr geschätzten Rother-Wanderführern.

Die heutige Tour durch drei Waldgebiete nördlich von Kamp-Lintfort hatte ich jedoch auf Basis einer GPS-Software am PC selbst geplant und dann zum Nachwandern als GPX-Datei auf mein Wander-Navi überspielt. Ich war gespannt darauf, welche Tücken und Hindernisse ich dabei erleben würde.

Tatsächlich ließen die ersten Überraschungen nicht lange auf sich warten. Schon nach wenigen Kilometern entpuppten sich einige bei der Planung harmlos erscheinende Feldwege bei Niederkamp als total verwachsene Randwege zwischen Wald und Feld. Keine Chance, dort unbeschadet durchzukommen.

Ein anderer Waldweg in der Leucht erwies sich als unpassierbar, weil er durch eine eingezäunte Baumschule führte. In beiden Fällen konnte man diese Hindernisse weder auf den Landkarten, noch auf den Satelliten-Bildern am PC so ohne weiteres erkennen.

Mit Hilfe der vorinstallierten Karten in meinem Wander-Navi war es jedoch kein Problem, diese Stellen zu umlaufen, umnd anschließend wieder zur geplanten Wegführung zurück zu kehren. Nach der Rückkehr von der Tour habe ich diese Passagen mit Hilfe der GPS-Software entsprechend umgeplant.

Nun ist mir auch klar, wieso ich bei meinen Touren aus dem Internet manchmal auf solche Hindernisse stoße: Die Urheber haben die Touren zwar am PC geplant, sind sie aber möglicherweise gar nicht abgelaufen. Oder die Hindernisse bzw. Beschränken sind erst im nachhinein entstanden, was natürlich auch sein kann.

Auf jeden Fall war es eine sehr interessante Erfahrung und ein schönes Gefühl, auch mal eine Tour in fremder Umgebung selbst geplant zu haben. Das werde ich in Zukunft bestimmt noch öfters machen.

14 Kilometer sind wir auf diese Weise heute durch frisch ergrünten Wald gelaufen. Nicht spektakulär, aber mit ganz vielen Vogelstimmen als wunderschöne Begleitung auf dem Weg. Das  war schon sehr nett.

( MITI )

Durch die Leucht

Durch die Leucht
Kamp-Lintfort, 14. März 2018

Unterwegs in der Leucht. Links erhebt sich aus der flachen Landschaft eine Stauchmoräne, die in der Saale-Eiszeit entstanden ist.

Die Leucht ist ein etwa 12.000 ha großes Waldgebiet am linken Niederrhein zwischen dem Norden von Kamp-Lintfort und Alpen. Sie bildet den südlichen Teil der Bönninghardt, dem Niederrheinischen Höhenzug, der sich von Krefeld bis Kleve erstreckt. Hier bin ich heute mit Doxi auf einer 12 Kilometer langen Runde unterwegs.

Geologisch ist die Leucht eine Stauchmoräne aus der Saale-Eiszeit vor rund 250.000 Jahren. Typisch für diese Formation ist die steile Nord-Ost-Seite. Hier haben die Gletscher mit einer Eishöhe von bis zu 300 m Gesteine vor sich her geschoben.

Die Süd-West-Seite ist abgeflachter und besteht aus Sander. In diesem Bereich stößt man häufig auf Taleinschnitte, die von Bachläufen ausgewaschen wurden, die sich einst aus den Gletschern speisten.

Es gibt in der Leucht eine geologische Besonderheit, die sich östlich des sogenannten Leichenwegs befindet. Hier senkt sich der Boden plötzlich um ein bis anderthalb Meter ab. Diese Erscheinung verläuft über mehrere hundert Meter in nord-südlicher Richtung. Darunter verbirgt sich eine Sanddüne, die sich nach dem Rückzug der Gletscher auf dem Höhenzug abgelagert hat.

Die ältesten Hinweise auf die Besiedlung der Bönninghardt liegen im Norden der Leucht. Hier befinden sich nach dem Befund von Archäologen rund 50 Hügelgräber aus der Bronzezeit, die etwa 800 v.Chr. durch die aus dem Süden zuwandernden Nachkommen der Becherkultur angelegt wurden.

Auch Räuberbanden soll es in dieser Gegend noch bis in preußische und französische Zeit gegeben haben. Legendär ist die Geschichte des Wilhelm Brinkhoff, der als „Schinderhannes vom Niederrhein“ von der armen Landbevölkerung als Kämpfer gegen Behördenwillkür und Bevormundung bewundert wurde und sich immer wieder in der Leucht versteckte. Nach seiner Ergreifung und Verurteilung gelang ihm die Flucht aus dem Gefängnis, woraufhin er über die Niederlande nach Amerika auswanderte und dort als Pelzhändler zu einem gewissen Reichtum gelangte.

Doch heute muss sich hier niemand mehr vor Räubern fürchten. Ich sowieso nicht, denn schließlich habe ich ja immer meinen Schutzhund Doxi dabei … 😉

( MITI )

Auf der Halde Norddeutschland #2

Auf der Halde Norddeutschland #2
Neukirchen-Vluyn, 16. Februar 2018

Das „Hallenhaus“ auf der Spitze der Halde Norddeutschland. Ein Werk der niederländischen Künstlergrupe „Obersarvatorium“.

Die Halde Norddeutschland zwischen Neukirchen-Vluyn und Kamp-Lintfort ist bekannt für ihren fantastischen Fernblick in das westliche Ruhrgebiet. Vor knapp einem Jahr war ich zum ersten Mal hier. Damals herrschte diesiges Winterwetter und vom Ruhrgebiet war nicht wirklich viel zu sehen.

Ganz anders dagegen heute bei meinem zweiten Besuch auf der 100 Meter hohen Halde. Ein winterliches Hochdruckgebiet beschert uns eine perfekte Fernsicht bis nach Duisburg, Essen und weit darüber hinaus. Mit bloßem Auge kann man zahlreiche Kraftwerke, Industrieanlagen und Fernsehtürme in mehr als dreißig Kilometern Entfernung erkennen. Toll ist das!

( MITI )

Kloster Kamp – Klein Sanssouci am Rhein

Kloster Kamp – Klein Sanssouci am Rhein
Kamp-Lintfort, 16. Februar 2018

Blick aus dem Terrassengarten zum Klostergebäude

Heute besuchen wir das Kloster Kamp bei Kamp-Lintorf, dessen terrassenförmig angelegter Barockgarten unweigerlich an das Schloss Sanssouci bei Potsdam erinnert. Tatsächlich sind beide Anlagen etwa zur selben Zeit entstanden (im Jahre 1740 bzw. 1744) und spiegeln so den Geist dieser Epoche wider.

Das Kloster Kamp wurde 1123 gegründet und war das erste Zisterzienserkloster im deutschsprachigen Raum. Die Klosteranlage liegt auf dem Kamper Berg, einer kleinen Erhöhung am nordwestlichen Rand des heutigen Stadtgebiets von Kamp-Lintfort.

Im Laufe seiner langen Geschichte wurde das Kloster durch Kriege, Brände und dem starken Erdbeben von 1504 mehrmals zerstört und immer wieder aufgebaut. Seine letzte Blützezeit erlebte die Abtei unter dem Abt Franziskus Daniels zwischen 1733 und 1749.

Zu dieser Zeit entstand der eindrucksvolle Terrassengarten, der ursprünglich als reiner Obst- und Gemüsegarten genutzt wurde. Die Terrassierung erfolgte dabei nach italienischer, die Ausfüllung der Flächen nach französischer Mode. Für die Wasserspiele wurde das Gefälle des Hanges genutzt. Der Wasserspeicher befand sich unter dem Südturm der Klosterkirche.

Der Niedergang des Klosters begann nach der Französischen Revolution und der Besetzung des Rheinlandes durch die Franzosen. Im Jahre 1802 wurde die Säkularisation des Klosters angeordnet und alle beweglichen und unbeweglichen Güter konfisziert. Die letzten 27 Mönche verließen das Kloster, das bald darauf bei einer Versteigerung in Aachen an sechs Kaufleute fiel. Ein Großteil der Gebäude wurde daraufhin abgerissen oder umgebaut,

Heute beherbergt das Kloster ein geistliches und kulturelles Zentrum, in dem u.a. Besinnungstage und Kontemplationen stattfinden. Im Rokokosaal werden kulturelle Veranstaltungen abgehalten. Auf dem Abteiplatz vor der Klosterkirche sind noch einige Gebäude aus der Blütezeit des Klosters erhalten, darunter auch das Klostermuseum, in dem viele Gegenstände aus der Geschichte des Klosters ausgestellt sind. Eine wirklich sehenswerte Gartenanlage, wie ich finde. Sogar im Winter!

( MITI )

Auf der Halde Norddeutschland

Auf der Halde Norddeutschland
Neukirchen-Vluyn, 18. März 2017

Oben auf der Halde: Doxi vor dem skelettartigen „Hallenhaus“ der niederländischen Künstlergruppe „Observatorium“

Schon oft habe ich auf der Fahrt Richtung Holland entlang der Autobahn A57 ein merkwürdiges Gebilde auf einem Hügel kurz hinter Neukirchen-Vluyn wahrgenommen. Nun war ich endlich einmal mit Doxi dort und habe erfahren, dass es sich bei dem Hügel um die „Halde Norddeutschland“ handelt.

Die Aufschüttung der 100 Meter hohen Halde erfolgte durch 80 Millionen Tonnen Gestein aus dem nahegelegenen Bergwerk. Sie wurde im März 2001 abgeschlossen. Auf dem Gipfel sticht das skelettartige „Hallenhaus“ hervor, das von der niederländischen Künstlergruppe „Observatorium“ errichtet wurde und weithin als Landmarke sichtbar ist.

Den Gipfel erreicht man über eine 359 Stufen zählende Himmelstreppe, die 52 Höhenmeter überwindet. Teilweise hebt sich die Treppe brückenartig vom Grund ab, um geradlinig zu verlaufen und vorhandene Vegetation zu schützen. Doxi ist natürlich gleich vorgelaufen, weil sie als Erste oben sein wollte.

Von der Spitze der Halde hat man einen tollen Fernblick in alle Richtungen. Nach Osten reicht der Blick über weite Teile von Moers, Duisburg, Voerde und Neukirchen-Vluyn. Schön, dass wir das mal gesehen haben, auch wenn das Wetter heute nicht so gut war.

( MITI )