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Im Schlosspark Bagno

Steinfurt, 15. März 2018

See im Bagno

Nach unserem Besuch am Schloss Steinfurt unternehme ich mit Doxi eine zweistündige Wanderung durch den angrenzenden Schlosspark „Bagno“ und den dahinter liegenden Wald im Naturschutzgebiet Buchenberg.

Der Bagno wurde 1765 durch den Grafen Karl Paul Ernst von Bentheim-Steinfurt gegründet und im Stile der Zeit als Französischer Garten angelegt. Geradlinigkeit und strenge geometrische Formen prägten zunächst das Landschaftsbild.

In der Zeit seines Nachfolgers Graf Ludwig wurden ab 1780 auch orientalische und fernöstliche Elemente in die Gestaltung der Anlagen mit aufgenommen. 1787 beherbergte der Park bereits mehr als 100 verschiedene Bauwerke, Wasserspiele, Brücken, Spielstätten, Statuen, Inseln, Gärten und Wege.

Als später naturnahe Englische Gärten in Mode kamen, wurde auch der Bagno entsprechend umgestaltet: Gerade Wege wurden in Schlängelpfade umgewandelt, künstliche, aber wild laufende Wasserkaskaden geschaffen, große Rasenflächen angelegt und fremdländische Bäume angepflanzt.

Das Bagno entwickelte sich zur bedeutendsten Parkanlage Westfalens, die von den Grafen für jedermann zugänglich gemacht wurde. In den beiden folgenden Jahrhunderten verfiel der Park aufgrund der hohen Renovierungs- und Unterhaltungskosten jedoch zusehends. Im Rahmen der Regionale 2004 wurde der Park mit Landesmitteln neu gestaltet. Seit 2006 ist der Bagnopark Mitglied im European Garden Heritage Network. Ein wirkliches Prunkstück, wie ich finde.

( MITI )

Am Schloss Steinfurt

Burgsteinfort, 15. März 2018

Luftbild von Schloss Steinfurt (Foto Günter Seggebäing, Coesfeld | http://commons.wikimedia.org | Lizenz CC BY-SA 3.0)

Ich bin weiter dabei, die schönsten Wasserschlösser und -burgen des Münsterlands zu besuchen. Heute bin ich mit Doxi nach Steinfurt gefahren, zum Schloss Burgsteinfurt am Rande der Altstadt von Burgsteinfort.

Es ist die älteste Wasserburganlage in dieser Region, doch leider kann man sie nur von außen betrachten, weil sie von der Besitzerfamilie – der Fürsten zu Bentheim und Steinfurt – als Wohnsitz genutzt wird und nicht öffentlich zugänglich ist.

Die Schlossanlage steht auf einer nahezu kreisrunden Insel, die von der Steinfurter Aa umflossen wird. Sie besteht aus der Oberburg, der Unterburg und der Schlossmühle. Als Erbauer der Anlage gilt Rudolf II. von Stenvorde, Edelherr von Steinfurt. In Urkunden wird sein sächsischer Haupthof erstmals 1129 erwähnt.

Der Name „Steinfurt“ leitet sich von einer steinernen Durchfahrt, einer Furt, durch den Fluss Aa ab. Die Furt war eine der wenigen Stellen, an denen man den Fluss mit Gespannen durchqueren konnte. Wer die Furt kontrollierte, hatte Macht und konnte Wegezoll einfordern.

Während des Dreißigjährigen Krieges wechselte das Schloss mehrfach die Besitzer und wurde dabei stark beschädigt. So wurde das Schloss und die angrenzende Stadt 1634 von Truppen des Fürstbischofs von Münster, Ferdinand I. von Bayern, besetzt. Ihnen folgten im Jahre 1647 erst hessische dann kaiserliche Truppen. Zwar wurden 1661 erste Instandsetzungsarbeiten vorgenommen, doch erst zwischen 1706 und 1715 erfolgte der vollständige Wiederaufbau. Weitere Neubauten folgten zwischen 1723 und 1729 im schlichten Stil des Barocks. Seitdem ist die Anlage im wesentlichen unverändert geblieben.

( MITI )