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Zehn Tage im Moin-Moin-Land

„Moin Moin“ so grüßt man sich hier zu jeder Tages- und Nachtzeit.

Gerade sind wir von einer zehntägigen Womo-Tour durch Ostfriesland zurückgekehrt. Wir hatten großes Glück mit dem Wetter. Als wir kamen, endete gerade eine Schlechtwetterperiode, und als wir die Region wieder verließen, kam der Regen zum ersten Mal wieder zurück.

Wir waren an der Küste und sind schön durch das Watt gestapft, wir haben beeindruckende Städte besucht und viel Kunst gesehen. Und zwischendurch waren wir auch noch für ein paar Tage in einem Yoga-Zentrum, um Yoga und Meditation zu praktizieren.

Die Tour war geprägt von den Sommerfarben Ostfrieslands: Blau, Weiß und Grün. Blau der Himmel, die Siele und das Meer, Grün die Deiche und die Wiesen und Weiß die Schafe und die nach ihnen benannten Wolken.

In den Küstenorten war es mitunter etwas schwierig, schöne lange Wanderungen mit Doxi zu unternehmen, denn die Deiche sind in der Regel für Hunde gesperrt. Gut, dass ich den Fahrradanhänger dabei hatte, denn so konnten wir losgelöst vom Womo auch etwas entferntere Ziele ansteuern, um dort ausgiebig mit Doxi zu laufen.

Unsere Stationen auf dieser Reise:  Leer, Wymsdorfer Kolk, Emden, Aurich, Horumersiel, Minsen, Schellig, Hooksiel, Jever, Hohenkirchen, Wilhemshaven, Oldenburg, Dangast und Varel. Alle Beiträge und viele schöne Fotos aus Ostfriesland gibt es hier.

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Spontantrip nach Varel

Hinter der Schleuse am Hafen von Varel. Vor uns der Jadebusen.

Am Abend wird es noch einmal richtig schwül-heiß am Jadebusen. Der Wind steht still und die Luft ist sehr feucht. Spontan packe ich Doxi in den Fahrradanhänger und radel mit ihr am Deich entlang in den sechs Kilometer entfernten Hafen von Varel. Der Fahrtwind soll uns etwas Abkühlung verschaffen.

Varel liegt rund drei Kilometer vom Jadebusten entfernt im Binnenland. Mit dem Hafen ist es über das Vareler Tief verbunden. Eine Schleuse sorgt dafür, dass die Schiffe im Yachthafen nicht den Gezeiten unterworfen sind. Gerade ist Flut, und vor den Schleusentoren kühlen sich einige Einheimische im Wasser des Jadebusens ab. Es herrscht eine vergnügte Abendstimmung.Im Hafenbecken sind zahlreiche große Krebse unterwegs. Scheinbar haben sie gute Augen, denn wenn man sich ihnen mit der Kamera nähert, verziehen sie sich gleich in tieferes Wasser.

Vom Hafen fahren wir dann noch in die Innenstadt von Varel, wo eine der höchsten gut erhaltenen Mühlen Norddeutschlands steht. Auf dem Weg dorthin kommen wir an einem Vertrieb für Dekofiguren vorbei. Auf dem Außengelände wird ein ganzer Zoo von bunten Figuren präsentiert. Lustig sieht das aus.

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In Dangast am Jadebusen

Einmal die Füße ins Schlickwatt getauchtt. Schon klebt alles.

Unsere letzte Station auf deser zehntätigen Tour durch Ostfriesland ist Dangast. Das kleine Nordseebad liegt am südwestlichen Jadebusen und gehört zur Stadt Varel. Auf der anderen Seite des Jadebusens liegt Wilhemshaven, dessen Sykline man vom Strand aus sehr gut sehen kann.

Die Anfänge von Dangast reichen bis in das 11. Jahrhundert zurück. Bei der Zweiten Marcellusflut 1362 wurde die ursprüngiche Siedlung zerstört und mit ihr der Stammsitz des friesischen Häuptlingsgeschlechts der Wimekinge,

Danach wurde Dangast an flutgeschützter Stelle auf dem Südhang eines eiszeitlichen Geestrückens neu aufgebaut. Dank dieser Lage gehört der Ort heute zu den wenigen Plätzen an der deutschen Nordseeküste, die auf einen Schutzdeich verzichten können. Dies ermöglicht einen „deichlosen Meerblick“, der zu den wichtigsten Attraktionen des Ortes zählt.

Wir stehen auf dem Womo-Stellplatz am kleinen Hafen von Dangast direkt am Hundestrand und haben das Glück, einen Platz in der ersten Reihe zu ergattern. Aus dem Fenster heraus blicken wir auf den Jadebusen und können verfolgen, wie dieser im Laufe des Tages erst leerläuft und sich dann wieder füllt.

Nach einer ausgedehnten Wanderung entlang der Deiche südlich von Dangast will ich am Mittag mit Doxi ein wenig im Watt wandern. Doch anders als in Schillig ist dies hier kein Sandwatt, sondern ein Schlickwatt. Man versinkt sofort knöchteltief und der Schlick klebt so richtig schön an Beinen und Füßen fest. Ich komme mir vor, wie in einem Moorbad.

Doxi hat das wohl gespürt, denn sie bleibt instinktiv am Steg zurück und beobachtet in aller Ruhe, wie ich mich dreckig mache. Kein Wunder, dass hier außer mir niemand im Watt unterwegs ist  …

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Im niedersächsischen Oldenburg

Aufsicht aus das Schloss Oldenburg vom Schlossplatz

Von Wilhelmshaven sind wir ins niedersächsische Oldenburg weiter gefahren, der Stadt an der Hunte. Wir stehen im Grünen auf einem tollen kostenlosen Womo-Stellplatz direkt am Küstenkanal, kaum einen Kilometer vom historischen Zentrum enfernt.

Vor unserem Womo ziehen in regelmäßigen Abständen Frachtschiffe und Motoryachten vorbei. Sie sind an dieser Stelle ganz langsam unterwegs, denn in Sichtweite muss eine große Schleuse passiert werden, an der die Hunte und der Küstenkanal zusammenfließen.

Oldenburg ist für mich eine große Überraschung. Die heutige Universitätsstadt und ehemalige Residenzstadt bzw. Hauptstadt der Grafschaft, des Herzogtums, des Freistaates und später des Landes Oldenburg wurde vom zweiten Weltkrieg kaum in Mitleidenschaft gezogen. Überall im Zentrum trifft man auf prächtige Villen und gute erhaltene Bürgerhäuser im Stile des Klassizismus. Außerdem gibt es viele öffentliche und kirchliche Gebäude im Stil von Neugotik und Neurenaissance.

Das Schloss, das Landestheater, Parlaments- und Regierungsgebäude, Schulen, ehemalige Krankenhäuser sowie zahllose Privathäuser – ich weiß gar nicht, ob ich überhaupt schon einmal so viele anmutige und prächtige Bauten im Zentrum einer Stadt gesehen habe. Und vieles davon erstrahlt in lupenreinem Weiß, so als sei es eben erst angestrichen worden.

Hinzu kommen schöne Parks, zahlreiche Wasserwege, ein hübscher kleiner Stadtwald und hervorragend ausgebaute Fahrradwege. Das finde ich alles super. Welch ein Gück, dass wir von unserer Ostfriesland-Tour einen Abstecher in diese schöne Stadt unternommen haben. Und ich glaube, Doxi gefällt’s auch 🙂

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Alles Kaiser, oder was?

Dkie Kaiser-Wkilhelm-Brücke über die Jade

Wir haben das Haus Yoga Vidya verlassen und sind in südlicher Richtung 20 Kilometer weiter nach Wilhelmshaven gefahren. Der Abschied ist mir nicht leicht gefallen, aber irgendwann muss es ja auch einmal weitergehen und wir kommen bestimmt eines Tages wieder.

Da wir nur einen halben Tag in Wilhelmshaven bleiben wollen, steuere ich keinen der fünf offiziellen Womo-Stellplätze an, sondern suche mir einen Parkplatz in einer ruhigen Wohngegend nördlich des Zentrums. Von dort brechen wir am Nachmittag zu einem vierstündigen Spaziergang durch die Stadt auf.

Wilhelmshaven war ursprünglich das, was der Name nahelegt: Der Hafen für die Marine des deuschen Kaisers Wilhelm.I Die Stadtgeschichte ist seit der Einweihung als „erster deutscher Kriegshafen an der Jade“ am 17. Juni 1869 eng mit der Entstehung und Entwicklung der deutschen Marine verbunden. Erst durch die Hafengründung wurde aus zwei kleinen unbedeutnden Siedlungen mit kaum mehr als 300 Einwohnern nach und nach eine großé Stadt.

Wilhelmshaven ist heute der mit Abstand größte Standort der Marine und der gesamten Bundeswehr.Die Stadt verfügt über den Tiefwasserhafen mit der größten Wassertiefe in Deutschland und ist der größte Erdölumschlaghafen des Landes. Mit dem 2012 eröffneten JadeWeserPort erhielt Wilhelmshaven ein tideunabhängiges Containerterminal, das auch die größten Containerschiffe voll beladen abfertigen kann.

Das Stadtgebiet wird auf zwei Seiten von großen Gewässern eingefasst. Im Osten das tiefe Fahrwasser der Innenjade, Im Süden liegen die Wattgebiete des Jadebusens, die zweimal täglich vom Meerwasser der Nordsee überschwemmt werden. Auf dem Stadtgebiet beginnt/endet der Ems-Jade-Kanal, eine künstliche Wasserstraße, die Wilhelmshaven über Sande und Aurich mit Emden verbindet.

Auf unserem Spaziergang durch die Stadt suche ich vergeblich nach einem historischen Zentrum. Bald erfahre ich warum:  Aufgrund seiner miliärischen Bedeutung war die Stadt im zweiten Weltkrieg das Ziel zahlreicher Bombenangriffe. Bei Kriegsende lag 60 % der Wohnfläche in Trümmern.

Am besten gefällt mir das Hafengebiet und der langgezogene Südstrand am Jadebusen, den man über die 2013 sanierte Kaiser-Wilhelm-Brücke erreicht. Dort ist an diesem sonnigen Sonntagnachmittag jede Menge los. Ist aber auch wirklich ein richtiges Kaiserwetter heute. Schön, das alles gesehen zu haben.

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Am Wangermeer

Doxi im seichten Uferbereich des Wangermeeres

Was macht man, wenn man einen neuen großen Deich errichten will und dafür nicht genug Material zur Hand hat? Man buddelt ein riesengroßes Loch, türmt den Aushub zu einem Deich auf und füllt die zurückbleibende Mulde anschließend mit Grundwasser auf. So ist das neue Wangermeer bei Hochkrichen entstanden.

Der künstliche Süßwassersee auf dem Gebiet der Verbandsgemeinde Wangerland soll auf Dauer zu einem attraktiven Freizeitgebiet abseits der Küste entwickelt werden. Zur Erschließung der nördlichen Seeseite wurde bereits eine rund 325 Meter lange Brückenpromenade für Fußgänger und Radfahrer über den See gebaut. Sogar kleine Segelboote passen darunter hindurch. Außerdem wurde ein Stundup-Paddling-Center am See eingerichtet. Und im Nordosten soll eine ökologisch wertvolle Flachwasserzone entstehen.

Wir besuchen den See auf unserem Weg zurück von Jever nach Horumersiel. Zuvor machen wir kurz im Zentrum von Hohenkirchen halt. Neben der großen protestantishen Pfarrkirche ragt vor allem der 1934 errichtete Wasserturm unübersehbar aus der flachen Ladschaft hervor. Das war es aber auch schon. Plattes Land, viele Kühe.

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Radtour nach Jever

Rückseite des Schlosses zu Jever vom Sclosspark aus gesehen

Heue steht mal eine größere Radtour mit Doxi im Fahrradanhänger auf dem Programm. Vom Haus Yoga Vidya bei Horumersiel fahren wir über Wiarde und Hohenkirchen in rund einer Stunde in das 17 Kilometer entfernte Jever.

Die Stadt liegt im Jeverland, dem nordöstlichen Teil der ostfriesischen Halbinsel. Sie befindet sich in der Nähe der niedersächsischen Nordseeküste, rund 15 Kilometer westlich von Wilhelmshaven und dem Jadebusen entfernt.

Der Name der Stadt Jever ist durch die gleichnamige Biermarke international bekannt. Inoffiziell wird die protestantisch geprägte Kreisstadt auch als „Marienstadt“ bezeichnet. Dieser Beiname verweist auf das „Fräulein Maria“, die letzte Herrin von Jever. Sie verlieh Jever im Jahr 1536 die Stadtrechte.

Jever wird von einigen miteinander verbundenen Tiefs umgeben. Dazu gehören das Moorlandstief im Osten, das Mühlentief im Westen sowie das Tettenser Tief und das Hooksieler Tief im Norden. Die Tiefs dienen in erster Linie der Entwässerung der tiefer gelegenen Flächen hinter dem Deich.

In der Stadt gibt es viel zu sehen. Uns begegnen zahlreiche historische, kulturelle, technische und auch botanische Denkmäle aus verschiedenen Epochen. Wirklich sehr interssant und hübsch anzusehen, dieses Jever. Die durchaus anstregende Anfahrt mit Doxi im Anhänger gegen eine steife Briese aus Südwest hat sich voll gelohnt.

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Abstecher nach Hooksiel

Am alten Hafen von Hooksiel

Ich bin weiter dabei, die Umgebung von Horumersiel zu erkunden. Am Nachmittag fahre ich mit dem Rad in das sechs Kilometer entfernte Hooksiel. Der hübsche Küstenbadeort liegt etwa 15 Kilometer nordwestlich von Wilhelmshaven und 10 Kilometer nordöstlich von Jever.

Durch den Ort verläuft das Hooksieler Tief, ein breiter Wasserlauf, der das Hinterland entwässert und in das „Hooksmeer“ führt. Dabei handelt es sich um einen künstlich geschaffenen See, der wenige Kilometer östlich des Ortes am „Neuen Hafen“ in die Nordsee fließt.

Der Ortskern von Hooksiel weist zahlreiche historische Gebäude auf, von denen das auffälligste das ehemalige Rathaus und heutige Muschelmuseum ist.

Außerhalb des Ortes gibt es an dem 3,5 Kilometer langen Sandstrand, einen großen Campingplatz und gleich daneben einen Womo-Stellplatz, den ich mir bei dieser Gelegenheit anschaue. Aber auch auf diesem Stellplatz ist mir zur Zeit einfach zu viel los. Müssen wir zu einer anderen Jahreszeit noch mal wiederkommen.

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Im Watt mit Wolfgang Gedat

Hier geht es ins Watt

Heute haben wir eine äußerst interessante und kurzweilige Wattwanderung vor Schillig unter Führung des Diplom-Biologen Wolfgang Gedat und seines Watthundes Nemo unternommen. Bei der „Biologischen Familienwanderung mit Hunden“ erfährt man alles über die Struktur und die Entstehung des Wattenmeeres, über die Tiere im Watt und über lokale Gegebenheiten.

Wir beobachten, wie sich Muscheln und Würmer ins Watt graben und Krebse vor uns auf die Flucht gehen. Auch die anwesenden Kinder werden mit vielfältigen Aufgaben bedacht, so dass niemand zu kurz kommt.

Watthund Nemo war unheimlich an der gerade noch heißen Doxi interessiert. Aber die böse Doxi hat den quietschenden kleinen Kerl immer nur verbellt. Wie gemein!

Nach diesem tollen Erlebnis kann ich die Wattwanderung mit Wolfang Gedat nur empfehlen. Bestimmt war das nicht das letzte Mal, das wir mit dem zertifizierten Wattkenner und spannenden Erzähler unterwegs waren.

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Mit dem Rad nach Minsen

Am Horizont das Minsener Oog, eine kleine unbewohnte Insel im Watt. Rechts der Leuchtturm.

Mehr als ein Jahr ist es her, dass ich zuletzt mit Doxi im Fahrradanhänger unterwegs war. Deshalb war ich nicht sicher, ob die Dame ohne Murren in ihre rollende Sänfte steigen würde. Doch es hat mühelos geklappt! Und dann bin ich auch ganz vorsichtig gefahren, damit es für sie ein gutes Erlebnis wird.

Vom Haus Yoga Vidya bei Horumersiel sind wir durch die Felder gegen starken Wind nach Minsen geradelt, das westlich von Schillig gleich hinter dem Deich liegt. Zwischen Minsen und dem Vordeich stoßen wir auf eine Bronzefigur mit dem Titel „Dat Minsener Seewief“ (Seeweib).

Die Figur geht auf eine alte Sage zurück, die im 16. Jahrhundert niedergeschrieben wurde. Danach fingen Fischer aus Minsen  eine Nixe mit Fischunterleib aus dem Meer. Sie wollten von ihr das Versteck eines Schatzes erfahren, doch die Nixe konnte sich befreien und wieder zurück in die Nordsee entfliehen. Aus Rache sorgte sie dafür, dass die Siedlung der Fischer durch eine Sturmflut vernichtet wurde.

Vier Kilometer nördlich vor Minsen liegt im Watt die unbewohnte Insel „Minsener Oog“. Sie ist nur zwei Kilometer südöstlich von Wangerooge entfernt und wird von dieser durch die Strömungsrinne „Blaue Balje“ getrennt. Am Horizont kann man die kleine Insel mit einer Länge von 4,5 Kilometer und einer Breite von bis zu 1,5 Kilometer erkennen. Ein süßes kleines Eiland, das als Vogelschutzinsel zahlreichen Arten eine geschützte Brutstätte bietet.

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Im Haus Yoga Vidya Nordsee

Das Haus Yoga Vidya Nordsse. zwei Kilometer von Horumersiell entfernet

Ich habe mich für drei Tage bei Yoga Vidya in Horumersiel eingebucht. Die Yoga Vidya Häuser im Westerwald und in Bad Meinberg kenne ich bereits, nun möchte ich das Haus an der Nordsee kennenlernen. Noch ist Ferienzeit und deshalb ist das Haus total voll. Anfangs habe ich Mühe, auf dem Gelände einen passenden Parkplatz für mein Wohnmobil zu finden, doch dann komme ich an der Rückseite direkt am Garten unter.

Hier ist man ein wenig von der vielbefahrenen Landstraße entfernt, die vor dem Haus vorbei führt. Das Tagesprogramm entspricht dem der anderen Yoga Vidya Häuser: Morgens Meditiaton und Statsang, dann eine ausgedehnte Yoga-Stunde, dann Essen und Pause, bis es am Nachmittag und Abend wieder mit einer langen Yoga-Stunde, Abendessen, Satsang und einem Vortrag weitergeht. Zwischendurch bin ich mit Doxi unterwegs und erkunde die Landschaft und die umliegenden Orte.

Nachdem es bei Yoga Vidya im Westerwald herrlich still und abgelegen war, muss ich mich an den Trubel hier erst einmal ein wenig gewöhnen. Aber das Programm ist sehr abwechslungsreich, die Lehrer geben sich viel Mühe und im großen, lichtdurchfluteten Yogaraum im Obergeschoss bekommt man von der Straße und den Menschenmassen nicht mehr viel mit. So lässt es sich als Yoga Individualgast aushalten.

Mal sehen, ob es mir am Ende vielleicht so wie im Westerwald ergehen wird, wo ich eigentich auch nur für drei Tage eingebucht war, dann mehrmals verlängert habe und nach einer Woche gar nicht mehr weg wollte. Ich bin gespannt. [Update: Ja, genau so ist es gekommen 🙂 ]

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Am Strand von Schillig

Strandkörbe vor Scjillig

Am Nachmittag mache ich mich mit dem Fahrrad auf den Weg nach Schillig, einem beliebten Badeort an der äußersten Nordost-Spitze der Ostfriesischen Halbinsel, zwei Kilometer nördlich von Horumersiel. Bis zur nächsten Großstadt Wilhelmshaven sind es von dort rund zwanzig Kilometer,

Vor Schillig liegen die Inseln Wangerooge, Mellum und Minsener Oog, sowie die Fahrrinne der Jade nach Wilhelmshaven. Daher war der Ort schon zu Zeiten der Kaiserlichen Marine militärischer Vorposten vor Wilhelmshaven, dem zu dieser Zeit bedeutenden deutschen Reichskriegshafen.

Der Orstname leitet sich vom Begriff Schill (wie Schale) ab, was für Muscheln steht. Die Meeresströmung und die Brandung lagerten früher ausgedehnte Muschelvorkommen vor Schillig ab. Eine zeitlang wurden die Muscheln für die Herstellung von Kalk abgebaut und an eine nahegelegene Kalkbrennerei geliefert.

Heute ist der lange Sandstrand von Schillig und das Watt bei schönem Wetter Anziehungspunkt für tausende von Touristen. Wahnsinn, was an diesem sonnigen Nachmittag im Ort los ist. Ich habe das Gefühl, hier gibt es beinahe so viele Strandkörbe wie Möwen. Übermorgen wollen wir von hier zu einer Wattwanderung starten. Ich hoffe, das Watt ist dann nicht genau so stark frequentiert wie jetzt der Strand 😉

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Deichpartie in Horumersiel

Auf dem Deich vor Horumersiel. Im Hinterrund der Womo-Stellplatz am Yachthafen.

Nach dem Morgen-Yoga wandere ich mit Doxi bei herrlichem Sommerwetter vom Haus Yoga Vidya nach Horumersiel.  Am Ortsrand  treffen wir auf den Deich, den wir in südlicher Richtung folgen, immer der Sonne entgegen. Vor uns das Watt, das gerade wieder vollläuft und am Horizont die großen Containerkräne im Überseehafen von Wilhelmshaven.

Eigentlich wollte ich den Deich irgendwann verlassen und in einem Bogen zum Haus Yoga Vidya zurückkehren. So hatte ich mir das vorgestellt. Doch mein Wandernavi signalisiert mir, dass das gar nicht möglich ist.

Wir müssten dafür fast bis nach Hooksiel kurz vor Wilhelmshaven laufen. Also kehren wir um und laufen die gleiche Strecke zurück. Ist ja nicht schlimm, denn am Deich ist es wirklich sehr schön. So werden es am Ende 14 Kilometer, die wir an diesem Tag gewandert sind.

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In Aurich

Am Hafen von Aurich. Im Hintergrund: Die Stiftsmühle

Aurich ist die zweitgrößte Stadt Ostfrieslands. Ihre Geschichte lässt sich bis in das 13. Jahrhundert zurückverfolgen. Die Stadt am Ems-Jade-Kanal war im Laufe der Jahrhunderte nacheinander die Residenz der ostfriesischen Fürsten, der Sitz der preußischen, hannoverschen und wiederum preußischen Verwaltungen Ostfrieslands.

Bis zum heutigen Tage ist Aurich Sitz zahlreicher Bundes- und Landesbehörden. Größter Areitgeber ist aber mittlerweile der Windenergieanlagenherstellers Enercon, der hier ein großes Werk unterhält.

Am Morgen unternehme ich mit Doxi einen längeren Spaziergang durch die Altstadt rund um das ehemalige Schloss, die Lambertikirche und den Marktplatz. Wir begegnen vielen schönen Bauten und einigen Gruppen mit Tierskulpturen, die über das Zentrum verteilt sind. Da muss Doxi natürlich gleich posieren….

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Am Ems-Jade-Kanal

17 bewegliche Brücken ermöglichen eine Straßenquerung des Ems-Jade-Kanals

Von der Innenstadt von Aurich starte ich am Morgen zu einer Wanderung entlang des schönen Ems-Jade-Kanals. Der 70 Kilometer lange Kanal verbindet die Ems bei Emden mit dem Jadebusen bei Wilhelmshaven. Er wurde in den Jahren 1880 bis 1888 erbaut und dient als Hauptarm für die Entwässerung der gesamten Region. Ohne sie wäre eine großflächige Besiedlung Ostfrieslands gar nicht möglich.

Die Wasserstraße verfügt über insgesamt sechs Schleusen und wird von 15 festen und 26 beweglichen Brücken gequert. Der Kanal wird heute hauptsächlich für touristische Zwecke genutzt. Im Hafen von Aurich befindet sich aber auch ein Betonwerk, das seine Rohstoffe Sand und Kies über den Kanal bezieht.

Als wir Aurich hinter uns lassen, warten vor der nächsten Zugbrücke bereits einige Skipper auf ihren Durchlass. Nach dem Öffnen der Brücke überholen uns die Boote, doch bereis zwei Kilometer weiter an der Schleuse Rahe sehens wir uns wieder.

Dort warten die Schiffe auf den Einlass in die Schleuse, die einen Höhenunterschied von zwei Metern überbrückt. Am liebsten würde ich den Booten jetzt hinterherpaddeln und mich ein Stück von ihnen auf dem Kanal ziehen lassen.

Am Uferweg gibt es kaum Schatten und da sich der Himmel heute wolkenfrei zeigt, heizt uns die Augustsonne ganz schön ein. Nach einer Weile beschließe ich deshalb, die mit 15 Kilometern geplante Tour abzukürzen. Nach einem Schlenker über das Dorf Haxtum und dessen schöner Mühle kehren wir zu unserem Startpunkt zurück.

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