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Im Oberpfälzer und im Bayerischen Wald

Blick vom Ossergipfel in Richtung Tschechien

Blick vom Ossergipfel in Richtung Tschechien

Im Südosten Deuschlands, an der Grenze zu Tschechien, war ich noch nie. Deshalb hat es mich schon länger in die Region des Oberpfälzer Waldes und des Bayerischen Waldes gelockt. Nun hatte ich Gelegenheit, zwei Wochen mit Doxi und dem Wohnmobil dort zu verbringen.

Wir sind täglich rund 20 Kilometer gewandert, haben schöne Berge bestiegen und interessante Städte besucht. Das alles bei herrlichem Wetter und ganz viel Sonnenschein, manchmal sogar etwas zu viel in Bezug auf das Wandern (schwitz, schwitz).

Unterwegs mussten wir zwei Mal mit dem Womo in die Werkstatt, einmal in Bayreuth und einmal in Passau, aber davon haben wir uns die Laune nicht verderben lassen.

An folgenden Orten haben wir auf dieser Reise Station gemacht: Rauher Kulm, Kemnath, Steinwald, Windischeschenbach, Weiden i.d. Oberfalz, Waldnaabtal, Flossenbürg, Bayreuth, Amberg, Kallmünz, Steinberger See, Regensburg, Walhalla, Cham, Lam, Bad Kötzting, Bayerisch Eisenstein, Passau, Kalteneck, Kellenberg und Vilshofen.

Alle Beiträge und viele tolle Bilder von dieser Reise gibt es hier im Blog.

( MITI / )

In der „kleinen“ Dreiflüssestadt Vilshofen

Hier mündet die Vils in die Donau

Hier mündet die Vils in die Donau

Früh am Morgen sind wir von Passau in das 20 Kilometer entfernte Vilshofen an der Donau aufgebrochen. In Anlehnung an die große Dreiflüssestadt Passau gilt Vilshofen als „kleine Dreiflussestadt“, weil hier Vils, Pfudrach und Wolfach in die Donau münden.

( MITI / )

Durchs Erlautal zur König-Max-Höhe

Blick von Kellberg aus in das Passauer Land

Blick von Kellberg aus in das Passauer Land

Wir hängen in Passau fest, weil wir auf einen Ersatzreifen für das Wohnmobil warten. Also unternehmen wir Wanderungen in der näheren Umgebung. Heute geht es von Kellberg aus durch das wilde Erlautal hinauf zur König-Max-Höhe.

Im Erlautal sieht man noch deutlich die Hinterlassenschaften der Starkregen und Flutereignisse in diesem Sommer. Weit oberhalb des aktuellen Wassernivaues der Erlau liegen überall am Ufer Stöcke, Äste, Wurzeln und sogar halbe Bäume, die dort nicht hin gehören.

Dabei haben die Waldarbeiter bereits eifrig auferäumt. Davon zeugen die Reifenspuren ihrer schweren Waldfahrzeuge, die sich tief in die Wanderwege eingegraben und diese in eine totale Matschstrecke verwandelt haben.

Bei leichtem Regen und starkem Dunst steigen wir vom Erlautal hinauf zur König-Max-Höhe, wo man sonst tief in den Bayerischen Wald und bei Fönwetter sogar bis zu den Alpen schauen kann. Aber heute nicht. Mehr als ein paar hundert Meter weit reicht unser Blick bei diesen Verhältnissen nicht. Leider Pech gehabt 🙂

( MITI / )

Auf Uferpfaden durch das Ilztal

Eine der wenigen Brücken im Ilztal

Eine der wenigen Brücken im Ilztal

Die Ilz ist der letzte wilde Fluss in Ostbayern. Bei Passau mündet sie in die Donau, nur wenige Meter, bevor sich Donau und Inn vereinigen. Kennzeichen der Ilz ist ihr weiches, durch Ausschwemmungen von Hochmooren bräunlich bis schwärzlich gefärbtes Wasser. Sie wird deshalb auch als schwarze Ilz oder schwarze Perle des Bayerischen Waldes bezeichnet.

Bei Kalteneck, 20 Kilometer nördlich von Passau, starte ich an diesem Morgen mit Doxi zu einer Tour durch das Ilztal. Auf einer Länge von 25 Kilometer führt uns der Weg mal links, mal rechts auf ufernahen Pfaden den Fluss entlang. In der Nähe von Fürsteneck wird die Ilz mit den Wässern der Wolfsteiner Ohe und des Osterbachs vereint. Nur wenige Brücken kreuzen auf diesem Abschnitt den Strom. Ein einziges Mal passieren wir eine Bundesstraße. Ansonsten: Natur pur.

Mal rauscht die Ilz laut lärmend dahin, dann wieder dümpelt sie leise und spiegelglatt durch die Landschaft. Gut, dass wir früh am Morgen aufgebrochen sind, denn im Laufe des sonnigen Vormittags kommen uns nach und nach immer mehr Wanderer entgegen. Kein Wunder, dass der Pfad durch das Ilztal so beliebt ist. Es ist wirklich schön hier.

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In der Dreiflüssestadt Passau

Die Alstadt von Passau am Zusammenfluss der Flüsse Donau, Inn und Ilz

Die Alstadt von Passau am Zusammenfluss der Flüsse Donau, Inn und Ilz

Endllich in Passau! Hier, wo Donau, Inn ud Ilz zusammenfließen, wollte ich schon lange einmal hin. Leider ist das Wetter gar nicht gut, aber so ist es halt in diesem Sommer. Auch die aktuellen Flusspegel zeugen davon. So schwappt der Inn bereits über die Fußwege am Rande der Altstadt und auch die Donau führt leichtes Hochwasser.

Wir stehen auf dem kostenlosen Womo-Stellplatz am Winterhafen mit Blick auf das Wasser der Donau. Bis zur Innenstadt sind es von hier immerhin drei Kilometer, aber so machen wir heute halt Mal keine Wanderung durch die Natur, sondern durch die Stadt.

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Am Fuße des Großen Arbers

Der Große Arber im NebeGut zu erkennen sind die beiden Radomen auf dem Gipfel.

Der Große Arber im Nebel. Gut zu erkennen sind die beiden Radomen auf dem Gipfel.

Eigehtlich wollte ich mit Doxi heute auf den Großen Arber steigen, den höchsten Berg im Bayerischen Wad. Aber das Wetter ist einfach zu schlecht. Also drehen wir am Morgen eine kleine Runde durch Bayerisch Eisenstein am Fuße des Arbers.  Viel los ist hier, unmittelbar an der Grenze zu Tschechien, nicht. Einerseits ist es noch früh am Morgen, andererseits lockt das Wettter auch nicht unbedingt zum Aufstehen …

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Erst Kreuzweg, dann Hölle

Das Wasserkraftwerk am Höllensteinsee

Das Wasserkraftwerk am Höllensteinsee

Heute bin ich früh am Morgen mit Doxi zu einer 16 Km-Wanderung rund um Bad Kötzting aufgebrochen. Zunächst ging es durch den schönen Kurpark und anschließend bergauf, einem Kreuzweg folgend, zur Marienwallfahrtskirche Weißenregen außerhalb des Ortes.

Von dort hatten wir einen herrlichen Blick hinunter ins Tal nach Bad Kötzting und zu den umliegenden Bergen des Bayerischen Waldes. Über Felder und durch Wald gelangten wir alsbald zum langgestreckten Blaibacher Stausee, dessen Ufer wir über mehrere Kilometer folgten. Ganz ruhig und verträumt lag der See da, im Wasser spiegelte sich der umliegende Wald. Ein romantisches Bild.

Am Ende des Sees erhebt sich eine hohe Staumauer und ein Wasserkraftwerk der Gemeinde Straubing. Dahinter befindet sich der höhergelegene Höllensteinsee, dessen Wasser zum Blaibacher See hinabfällt.

Wir verlassen das Ufer und kehren erst über den Rieder Berg und anschließend über den Ludwigsberg bei leichtem Regen und milden Temperaturen zurück nach Bad Kötzting. Nach der anstrengenden Wanderung gestern hinauf zum Osser war diese Vierstundentour heute eine echte Entspannungsrunde mit sehr schönen Naturerlebnissen am Wasser.

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In Bad Kötzting am Weißen Regen

Die Kirche von Bad Kötzting am Weßen Regen

Die Kirche von Bad Kötzting am Weßen Regen

Kurz vor Sonnenuntergang habe ich noch einmal den Standort gewechselt und bin von Lam ins 20 Kilometer entfernte Bad Kötzting weiter gefahren. Hier stehe ich auf einem öffentlichen Großparkplatz direkt am Weißen Regen, der die Altstadt umfließt.

Von Bad Kötzting aus willl ich morgen eine größere Wanderung starten. Doch zuvor unternehme ich mit Doxi noch einen feinen kleinen Abendspaziergang durch den Ort.

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Mit Doxi rauf auf den Osser

Im Hintergrund der Osser, da wollen wir hinauf

Im Hintergrund die Spitze des Osser, da wollen wir hinauf

Puh, das war anstrengend. Mit Doxi bin ich heute von Lam im Bayerischen Wald knapp 1.000 Höhenmeter auf den Osser aufgestiegen. Der Große Osser (1293 m) liegt unmittelbar an der Landesgrenze zu Teschechien. Gleich neben dem Gipfel stehen die ersten Grenzschilder.

Ein Stück weiter auf deutscher Seite befindet sich der Kleine Osser (1266 m). Beide Gipfel werden von einem Gipfelkreuz gekrönt und gelten wegen ihrer spitzen Form als einzigartig im Bayerischen Wald. Die Einheimischen nennen den großen Osser auch liebevoll das „Matterhorn des Bayernwaldes“.

Der Aufstieg zum Gipfel ist steil und steinig und deshalb recht anstrengend. Die letzten 25 Meter müssen wir über Felsen klettern, was Doxi aber gut gemeistert hat. Einhundert Meter unterhalb des Gipfels starten die Gleitschirmflieger auf der sogenannten „Osserwiese“. Majestätisch sieht das aus, wie sie langsam und ruhig durch die Luft gleiten.

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Beim Kanuclub Cham

Der Regen bei Cham

Der Regen bei Cham

Wohnmobil-Stellplätze bei Kanuclubs liebe ich ja besonders, liegen sie doch in der Regel direkt an einem Fluß oder See, so dass ich mein Faltboot leicht zu Wasser lassen kann. Der Stellplatz beim Kanuclub Cham macht da keine Ausnahme. Er liegt nicht nur idyllisch am Fluss Regen, sondern ist auch mit ganz modernen Sanitäreinrichtungen ausgestattet. Super ist das

Nach einem Abendspaziergang mit Doxi durch Cham baue ich geschwind mein Faltboot auf und paddle stromaufwärts. Erst auf dem Regen und dann auf seinem Zufluss Cheb, der von Tschechien kommend wenige Kilometer vor Cham in den Regen mündet.

Das Wasser ist total still und glatt. Im Abendlicht spiegeln sich die sattgrünen Bäume auf dem Fluss. Hin und wieder sehe ich Biber abtauchen. Ein wunderbares Bild.

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An der Walhalla

Die Walhalla (Foto Michael J. Zirbes)

Die Walhalla (Foto Michael J. Zirbes)

So schön leer es heute Morgen in Regensburg war, so voll und überlaufen ist es an der Walhalla, als wir dort gegen 11:30 eintreffen. Die berühmte Gedenkstätte für große deutsche Persönlichkeiten liegt rund 15 Kilometer stromabwärts von Regensburg in den Donauhängen auf dem Gemeindegebiet von Donaustaufen. Von dort hat man einen herrlichen Blick in das Donautal.

In der an ein griechisches Pantheon erinnernden Gedenkstätte werden seit 1842 bedeutende Persönlichkeiten „teutscher Zunge“ mit Marmorbüsten und Gedenktafeln geehrt. Benannt ist sie nach Walhall, der Halle der Gefallenen in der nordischen Mythologie.

Gegenwärtig umfasst die Sammlung 130 Büsten und 65 Gedenktafeln, die an Personen, Taten und Gruppen erinnern. Zwölf der Geehrten sind Frauen, darunter auch Sophie Scholl, die Widerstandskämpferin gegen das NS-Regime.

Jedermann kann eine zu ehrende Persönlichkeit aus der germanischen Sprachfamilie frühestens 20 Jahre nach deren Tod vorschlagen und trägt dann gegebenenfalls die Kosten für die Anfertigung und Aufstellung der Büste. Über die Neuaufnahmen entscheidet der Bayerische Ministerrat.

Mehr als zwanzig Jahre ist es her, dass ich zum letzten Mal an diesem Ort war. Weil es heute so voll ist, erspare ich mir den Eintritt in die Gedenkhalle und wandere statt dessen mit Doxi durch das ausgedehnte Waldgebiet hinter der Walhalla. Gut, dass ich mein Wandernavi dabei habe, denn in den zwei Stunden unserer Wanderung treffe ich nicht einmal auf ein Wanderschild, Das erleben wir auch selten.

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Regensburg im Renovierungsrausch

Blick über die Donau zur steinernen Brücke und Altstadt (Foto HH58)

Blick über die Donau zur Steinernen Brücke und Altstadt (Foto HH58)

Sonntagmorgen 7:30 in der Altstadt von Regensburg: Wir sind früh unterwegs, um ungestört Fotos aufnehmen zu können. Außer uns sind um diese Uhrzeit nur die Obdachlosen, Junkies und Bettler schon auf der Straße.

Schnell wird deutlich: In Regensburg wird gerade heftig saniert und restauriert. Ob der Dom, die Straßen am Markt oder die berühmte Steinerne Brücke über die Donau: Alles eingerüstet, gesperrt und verhängt.

Drei große Reisebusse mit dem Ortskennzeichen PAN haben sich an einer der vielen Baustellen festgefahren. Die Busfahrer kommen auf mich zu, nein, ich weiß leider auch nicht, wie sie hier wieder rauskommen.

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Im Oberpfälzer Seenland

Auf dem Damm zwischen dem Steinberger See und dem Knappensee

Auf dem Damm zwischen dem Steinberger See und dem Knappensee

Vom Fluss an den See .Nach unserer Wanderung bei Kallmünz sind wir in den Kreis Schwandorf weiter gefahren. Südlich von Wackersdorf ist nach dem Ende des Braunkohletagebaus Anfang der Achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts durch Flutung und Rekultivierung eine Seenlandschaft mit hohem Freizeitwert entstanden.

Wir stehen mit dem Wohnmobil auf dem künstlichen Damm, der den großen Steinberger See vom kleineren Knappensee trennt. Während der flache Knappensee still und ruhig daliegt, ist auf dem bis zu 50 Meter tiefen Steinberger See ordentlich was los. Hier wird gesegelt, geschwommen, getaucht, und gepaddelt.

An einer großen Wasserskianlage am Nordufer pflügen Wasserskifahrer durch die Wellen und springen kunstvoll über Schanzen. Es macht Spaß, dabei zuzuschaun.

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Kallmünz – wo Naab und Vils zusammen kommen

Blick über die Naab nach Kallmünz und hinauf zur Burg

Blick über die Naab nach Kallmünz und hinauf zur Burg

Wir sind an einem ganz hübschen Ort angelangt. Kallmünz am Zusammenfluss von Naab und Vils gilt als die „Perle des Naabtals“. Der kleine Ort liegt rund 25 Kilometer nördlich von Regensburg. Die Häuser der Altstadt schmiegen sich eng an den „Schlossberg“ , auf dessen Spitze sich die Ruinen der alten Burg Kallmünz befinden. Die Burg stellt eine markante Landmarke im Naabtal dar.

Von Kallmünz aus wandere ich mit Doxi durch das malerische Vilstal. Wir folgen dabei dem Jurasteig entlang steiler Abbrüche der Kalkfelsen, die der Fluß in das Tal gegraben hat. Am Ort Rohrbach verlassen wir die Vils und steigen zunächst den Meilerberg hinauf und anschließend über den Himmelsberg. Dort können wir in rund 12 Kilometer Entfernung die ersten Berge des Bayerischen Waldes ausmachen.

Dem Kamm des Himelsberges folgend, gelangen wir zu einem herrlichen Aussichtspunkt auf den Höhen über den Naabtal. Von dort ist es nicht mehr weit zur Burgruine Kallmünz. Nun geht es einen steilen Weg von der Burg hinab ins Dorf und zurück zu unserem Ausgangspunkt.

Eine herrliche Wanderung bei perfektem Wanderwetter. Schöner gehts nicht.

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In der Festungsstadt Amberg

Das Wahrzeichen von Amberg, die sogenannte "Bille" (Foto RobRoskopp)

Das Wahrzeichen von Amberg, die sogenannte „Brille“ (Foto RobRoskopp)

Die Stadt Amberg in der mittleren Oberpfalz liegt rund 60 Kilometer östlich von Nürnberg an der Vils. Ihre Altstadt zählt  zu den besterhaltenen mittelalterlichen Stadtanlagen Europas. Von Bayreuth kommend, mache ich mit Doxi hier für einen Tag Station.

Wie ich erfahre, kann man die Oberpfalz Im historischen Rückblick als das Ruhrgebiet des Mittelalters beschreiben. Zwischen dem 12. und dem 16. Jahrhundert war Amberg ein bedeutender Umschlagplatz für Eisen und Eisenerz. Das Erz wurde im Amberger Land abgebaut, verhüttet und als Eisen über die Vils nach Regensburg verschifft. Auf der Rückfahrt waren die Schiffe mit Salz beladen und wurden von Pferden flussaufwärts getreidelt.

Durch den Bergbau reich geworden, leistete sich Amberg eine gigantische Stadtbefestigung, die noch heute an vielen Stellen erhalten ist. Über 100 Türme und mehrere Kilometer zweireihige Stadtmauern beschützten die Amberger.

Die ganze Stadt wurde durch den stets gefüllten und aufgestauten Stadtgraben zu einer Wasserfestung. In einer Chronik von 1564: heißt es „München seyn die schönst, Leipzig die reichist, Amberg die festeste Fürstenstatt“. So kommt es, dass Amberg bis zum Ende des zweiten Weltkriegs niemals von fremden Truppen eingenommen werden konnte. Ganz schön beeindruckend, finde ich.

( MITI / )