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Auf dem Böllweg rund um Much

Weite Blicke ins Land: Im Hintergrund das 30 Kilometer entfernte Siebengebirge.

Unsere erste Wanderug rund um Much basiert auf der Tour 34 aus dem Rother Wanderführer „Bergisches Land“. Der Weg folgt teilweise den Wanderwegen A7 und A8, sowie dem Böllweg, benannt nach dem großen deutschen Nachkriegsschriftsteller und Literatur-Nobelpreisträger.

Was der in Köln ausgebombte junge Heinrich Böll Mitte der 1940er Jahre in der Gemeinde Much erlebte, hat ihn zeitlebens beschäftigt. Der Böllweg begleitet den Wanderer zu einer Reihe von Orten, die für Heinrich Böll und seine Frau Annemarie in den letzten Kriegsjahren überlebenswichtig waren. Im ehemaligen Pfarrsaal von Marienfeld beispielsweise fanden die jungen Eheleute im November 1944 Zuflucht, nachdem ihre Wohnung in Köln von Bomben zerstört worden war.

Im Örtchen Bruchhausen meldete sich der Soldat Heinrich Böll im März 1945 zur Truppe zurück, nachdem er unter anderem mit Hilfe eines Mucher Arztes mehrfach seinen „Heimaturlaub“ illegal verlängert hatte.

Die Tour führt zu einem Drittel durch Waldabschnitte und zu Zweidritteln über offenes Feld, wo uns die Sonne an diesem wunderbaren Tag ganz schön einheizt. Aber dafür können wir auch herrliche Fernblicke in die hügelige und von vielen Wiesen durchzogene Landschaft genießen.

Nach Osten wandert der Blick über die Hügel des Bergischen Landes, nach Westen ist in der Ferne das Siebengebirge bei Bonn zu erkennen. Viele Wiesen entlang des Weges wurden gerade zum ersten Mal geschnitten und duften entsprechend intensiv nach frisch geschnittenem Gras. Eine Tour für alle Sinne. So macht das Wandern richtig Freude.

( MITI / )

Am Sportplatz von Much

Blick aus dem Womo-Fenster hinüber zum Wahnbachtal

Ich bin einige Tage mit dem Wohnmobil und Doxi im Bergischen Land unterwegs. Das Wetter am Anfang dieser zweiten Maiwoche ist einfach herrlich. Das möchte ich für’s Wandern nutzen.

Unsere erste Station ist Much, wo wir auf dem kostenlosen Womo-Stellplatz am Fußballplatz stehen. Aus dem Womo-Fenster schauen wir in das malerische Wahnbachtal herunter. Dahinter erhebt sich frisch ergrünter Wald – ein wunderbarer Ausblick.

Nach unserer ausgiebigen Wanderung drehe ich am Nachmittag eine kleine Runde mit dem Fahrrad durch den Ort. Much liegt im Nordteil des Rhein-Sieg-Kreises. Köln und Bonn sind jeweils knapp 30 km Luftlinie entfernt. Die Nachbarorte von Much sind Engelskirchen im Norden, Wiehl im Nordosten, Nümbrecht im Osten, Ruppichteroth im Südosten und Overath im Westen.

Much ist stark katholisch geprägt. Davon zeugen eine Vielzahl christlicher Kulturgüter, darunter mehr als 200 Wegekreuze, Kapellen und Heiligenhäuschen aus vier Jahrhunderten. Der alte Ortskern von Much mit der katholischen Pfarrkirche St. Martinus steht unter Denkmalschutz.

Rund um Much gibt es mehr als 100 km gut ausgeschilderte Wanderwege, was den Ort bei Ausflüglern aus den nahen Großstädten sehr beliebt macht. Auch mir gefällt es hier richtig gut  Ich freue mich schon auf die weiteren Wanderungen in der Umgebung. Das wird bestimmt schön.

( MITI / )