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Auf Schloss Moyland

Auf Schloss Moyland
Bedburg-Hau, 25.02.2018

Südseite von Schloss Moyland

Keine zwanzig Kilometer von Burg Anhollt entfernt befindet sich Schloss Moyland mit seinem bekannten Kunst-Musuem der Brüder van der Grinten, in dem u.a. zahlreiche Werke von Joseph Beuys ausgestellt sind.

Der Name des Wasserschlosses bei Bedburg-Hau im Kreis Kleve leitet sich von den niederländischen Worten „mooi land“ ab, die „schönes Land“ bedeuten. Das Schloss zählt zu den wichtigsten neugotischen Bauten in Nordrhein-Westfalen.

Das zweigeschossige Hauptgebäude aus Backstein präsentiert sich im historisierenden Tudorstil mit einem Zinnenkranz auf Kragsteinen. Die vier Geschosse des einstigen Bergfrieds an der Südost-Ecke des Hauptschlosses werden seit 2008 durch einen polygonalen Helm mit Laterne bekrönt. An den drei übrigen Ecken des Schlosses stehen hufeisenförmige Türme mit drei Geschossen.

1696 kam das Schloss in den Besitz des damaligen brandenburgischen Kurfürsten und späteren preußischen König Friedrich I. Dieser nutzte Moyland vornehmlich als Jagdschloss. Sein Nachfolger Friedrich II. traf hier im Jahr 1740 mit dem Philosophen Voltaire zusammen.

Im Jahre 1766 kam die Anlage in den Besitz der niederländischen Familie von Steengracht und blieb es, bis die Familie die äußerst baufällige Anlage im Jahr 1990 der Stiftung „Museum Schloss Moyland“ schenkte. Der entscheidende Anstoß dafür kam von den Brüdern Franz Joseph und Hans van der Grinten, die einen Standort für ihre private Sammlung moderner Kunst suchten.

Am 24. Mai 1997 konnte das bis dahin vollständig renovierte Gebäude samt Gartenanlagen wiedereröffnet werden. Heute ist die Anlage ein beliebtes Ausflugsziel am Niederrhein. Oft schon bin ich an den Hinweisschildern an der Autobahn A57 vorbei gefahren. Jetzt war ich endlich einmal da und ich muss sagen: Ich bin total begeistert von dieser Mischung aus barocker Architektur und moderner Kunst.

( MITI )

Kunst im Museum Schloss Moyland

Kunst im Museum Schloss Moyland
Bedburg-Hau, 25. Februar 2018

Eröffnungsstück der Ausstellung „Die zweite Haut“

Das Schloss und der Park Moyland sind absolut sehenswert, aber fast noch mehr strahlt die Kunst, die hier im Schloss und im umgebenden Park präsentiert wird. Das Schlossgebäude beherbergt die Kunstsammlung der Brüder Hans und Franz Joseph van der Grinten, die diese in mehr als 50 Jahren zusammengetragen und in die Stiftung Museum Schloss Moyland eingebracht haben.

Die Sammlung enthält Exponate aus dem 19. und 20. Jahrhundert, unter anderem Werke von Erwin Heerich, Willem den Ouden, Rudolf Schoofs und Hermann Teuber. Einen wesentlichen Schwerpunkt bildet der weltweit größte Bestand an Werken von Joseph Beuys. Außerdem werden mehr als 200.000 Archivalien und Dokumente zu Leben, Werk und Wirken des Künstlers aufbewahrt, der im nahegelegenen Kleve aufwuchs.

Beuys setzte sich in seinem umfangreichen Werk mit Fragen des Humanismus, der Sozialphilosophie und Anthroposophie auseinander. Er gilt als einer der bedeutendsten Aktionskünstler des 20. Jahrhunderts und war ein „idealtypischer Gegenspieler“ zu Andy Warhol.

In der Vorburg vor dem Schloss werden Wechselaustellungen präsentiert, bei meinem Besuch ist es die Ausstellung „Zweite Haut“. Die Ausstellung untersucht, was es bedeuten kann, sich eine „zweite Haut” überzustreifen, um sich von der Natur abzugrenzen oder mit ihr zu verbinden. Die ausgestellten Werke wirken auf mich teils anmutig, teils verstörend und bringen das Thema aus unterschiedlicher Perspektive sehr gekonnt auf den Punkt.

Noch mehr faszinieren mich aber die Werke von Joseph Beuys. Meine Eltern haben sich in meiner Jugendzeit fürchterlich über den Künstler aufgeregt, so wie viele Deutsche damals. Für mich war er aufgrund seines Engagements in der Friedensbewegung und für die Grünen ein Held. Und das ist er bis heute geblieben.

( MITI )