Schlagwort-Archive: Hürtgenwald

Hürtgenwald: Vier Täler im Schnee

Hürtgenwald: Vier Täler im Schnee
Vossenack, 4. Februar 2018

Am Bosselbach bei Vossenack

Heute waren wir mit meinen Schwiegereltern auf dem beliebten Vier-Täler-Wanderweg bei Vossenack unterwegs. Vor genau zwei Jahren bin ich die Tour am Rande des Hürtgenwaldes schon einmal gelaufen – damals allein und bei sonnigem, trockenem Hochdruckwetter.

Heute stapfen wir durch zentimetertiefen Schnee, der die Wiesen und Bäume in ein grenzenloses Weiß taucht. Der Himmel ist wolkenverhangen, so dass die Landschaft fast wie auf einem Schwarz-Weiß-Foto wirkt. Doch es geht auch anders: Plötzlich lichten sich für einen Moment die Wolken und die Sonne kommt zum Vorschein. Und mit ihr kehren die Farben zurück. Was für ein Kontrast!

Wir starten an der Kirche in Vossenack und verlassen den Ort in nördlicher Richtung. Zunächst geht es hinunter in das Tal des Bosselbachs, dem wir mehrere Kilometer folgen. Doxi und Bentley laufen vergnügt voraus und freuen sich über den Schnee.

Im zweiten Abschnitt führt der Weg parallel zum mäandernden Tiefenbach durch ein Tal mit Feuchtwiesen, in dem u.a. Biber zu Hause sind. Weiter geht es im dritten Tal entlang der Kall zur Mestrenger Mühle. Das frisch renovierte Haupthaus in traumhafter Lage stammt aus dem Jahr 1633.

Noch bis in die 1930er Jahre wurde hier mit Hilfe der Wasserkraft Getreide gemahlen und Öl aus Buchenhecken gepresst. Heute residiert auf dem Gelände eine beliebte Schankwirtschaft. Wir machen dort kurz Rast und stärken uns mit einem warmen Getränk.

Im letzten Abschnitt des knapp 12 Kilometer langen Rundweges verlassen wir schließlich die Kall und wandern durch das vierte Tal entlang des Richelsbaches zurück zu unserem Ausgangspunkt in Vossenack an der Kirche. Wir sind alle ganz angetan, so schön im Schnee unterwegs gewesen zu sein, denn bei uns in den tieferen Lagen des Rheinlands liegt schon seit vielen Wochen kein Schnee mehr. Das hat richtig Spaß gemacht.

( MITI )

An der Dreilägerbachtalsperre

An der Dreilägerbachtalsperre
Roetgen, 26. Januar 2018

Doxi im Naturschutzgebiet Struffelt oberhalb der Dreilägerbachtalsperre

Man, ist das ein grauer Winter in diesem Jahr. Die Sonnenstunden seit Anfang Dezember kann man bei uns an zwei Händen abzählen. Trotzdem: Wir müssen mal wieder raus, und so machen wir uns an diesem Freitag auf zu einer Wanderung rund um die Dreilägerbachtalsperre in der Nordeifel bei Roetgen.

Wir starten am Wasserwerk am Fuße der Talsperre und wandern gleich über einen steilen und rutschigen Pfad zur Staumauer hinauf. Unser Weg führt uns zunächst in das angrenzende Naturschutzgebiet „Struffelt“, das zum Naturpark Hohes Venn-Eifel gehört.

Namensgebend ist der Struffeltkopf (450 Meter ü.N.N.), der die Umgebung um rund 100 Meter überragt. Die von Westen heranziehenden Wolken regnen sich an ihm regelmäßig ab. Die Gegend ist dadurch sehr wasserreich. Und weil der vorherrschende Lehmboden das Wasser schlecht versickern lässt, wird das Naturschutzgebiet von zahlreichen Bächen durchzogen.

Deren Wasser landet letztendlich in der Dreilägerbachtalsperre, die einen Großteil der Stadtregion Aachen, sowie Teile des Kreises Heinsberg und die niederländischen Städte Vaals und Kerkrade mit Trinkwasser versorgt.

Im Naturschutzgebiet Struffelt ist eine nährstoffarme Heidelandschaft vorherrschend, in der zahlreiche seltene Pflanzen- und Tierarten leben. Typisch für den Struffelt ist das Pfeifengras. Die langen Halme mit den violettgrauen Ähren wurden früher als Pfeifenputzer benutzt, da die knotenfreien Halme beim Durchziehen nicht im Pfeifenhals steckenbleiben.

Hinter dem Struffelt drehen wir in Richtung Südosten ab und wandern zum Anfang der Talsperre und weiter zu ihrer Vorsperre. Anschließend folgen wir mehrere Kilometer dem Dreilägerbach durch schönen Mischwald. An der Einmündung des Schneebachhanggrabens überqueren wir den Dreilägerbach und folgen nun dem Schneebachhanggraben bis kurz vor Roetgen.

Dann beginnt unser Abstieg zurück zum Fuße der Talsperre. Kurz bevor wir wieder unseren Startpunkt erreichen, kommen wir an Resten des Westwalls vorbei, dessen „Drachenzähne“ die Gegend rund um Aachen durchziehen. Hier wurde der Westwall als fünfreihige Panzersperre sogar über einen Bach geführt. Genutzt hat es freilich nichts, denn am 12. September 1944 durchbrachen amerikanische Verbände die Sperren und eroberten als erste deutsche Stadt Roetgen.

( MITI )

Schevenhütte – Wehebachtalsperre – Laufenburg

Schevenhütte – Wehebachtalsperre – Laufenburg
Schevenhütte, 25.10.2017

Die Laufenburg bei Langerwehe

Heute war ich mit Doxi auf einer vierstündigen Wanderung im nördlichen Bereich des Hürtgenwaldes in der Rureifel unterwegs. Wir starten am Ortsrand von Schevenhütte unterhalb der Wehebachtalsperre und steigen zunächst zur Staumauer auf. Dort bietet ein erhöhter Aussichtspunkt einen schönen Blick über die Talsperre und die sie umgebende Landschaft.

Die Wehebachtalsperre ist die jüngste der Talsperren in der Nordeifel. Sie wurde Anfang der 1980er Jahre zum Hochwasserschutz und zur Trinkwasserversorgung für die Region Aachen in Betrieb genommen. Sie staut den Wehebach, der unterhalb der Talsperre weiter in die Inde und von dort in die Rur fließt.

Nahe der Staumauer gibt es einen Entnahmeturm für die Trinkwasserentnahme sowie einen Überlauf mit einer 6 Meter breiten Schussrinne, die Wasser bei Bedarf ins Tal abführt. Bei unserem Besuch war sie jedoch nicht in Betrieb, denn die Talsperre ist zurzeit nur mäßig gefüllt, wie die Bilder unten zeigen.

Wir überqueren die Staumauer und laufen anschließend durch schönen Mischwald stetig nordwärts. Unter unseren Füßen knistert das Laub, doch mir fällt auf, dass viele Laubbäume im Vergleich zu anderen Eifelwäldern hier noch erstaunlich grün sind.

Auf der Hälfte der Wanderung erreichen wir nach rund sieben Kilometern die prächtige Laufenburg bei Langerwehe. Die 38×24 Meter große Burganlage aus Bruchsteinmauerwerk wurde im 12. Jahrhundert von den Limburgern als Höhenburg zur Sicherung ihres Territoriums errichtet. Heute befindet sich die Anlage und die sie umgebenden Waldflächen im Besitz der Stolberger Fabrikantenfamilie Pyrm. Die Burg wurde durch die heftigen Kämpfe im Hürtgenwald kurz vor dem Ende des zweiten Weltkriegs stark in Mitleidenschaft gezogen, doch nach dem Krieg wiederaufgebaut und saniert.

Wir setzen unseren Weg nun in südlicher Richtung fort und erreichen bald das sogenannte „Franzosenkreuz“, das an die Ermordung eines französischen Offiziers im 18. Jahrhundert erinnert. Dem Lauf verschiedener Bäche folgend, erreichen wir bald wieder das hübsche Dorf Schevenhütte. Dessen Geschichte ist durch die Eisenverarbeitung in der Eifel und der Voreifel geprägt.

Bei der Errichtung der Wehebachtalsperre wurden neben Schutzanlagen aus karolingischer Zeit im achten bis zehnten Jahrhundert n. Chr. auch mehrere Schmelzöfen aus römischer Zeit identifiziert. Wir kommen an einigen schönen Höfen in typisch „belgischer“ Bauweise vorbei, passieren eine große Forellenzucht im Wehebachtal und erreichen schließlich nach 17 Wanderkilometern wieder unseren Ausgangspunkt. Den ganzen Morgen war es bewölkt, aber trocken. Doch nun beginnt es zu regnen. Haben wir Glück gehabt 🙂

( MITI )

Von Vossenack durch das Kalltal

Von Vossenack durch das Kalltal
Vossenack, 14. Oktober 2017

Blick hinunter nach Simonskall im Kalltal

Eifel statt Schwarzwald. Eigentlich wollte ich gerade zwei Wochen im südlichen Schwarzwald unterwegs sein. Doch aufgrund eines Defekts meines Wohnmobils bin ich nach nur 36 Stunden zurück im Rheinland. Das Wetter ist so schön heute, da gehen wir halt in der Eifel wandern.

Und zwar im Kalltal auf der 16 km langen Tour 2 aus dem Rother Wanderführer „Eifel“ von Vossenack über Simonskall zur Mestrenger Mühle. Eine sehr schöne Tour entlang der Kall und durch viel Wald oberhalb des Tales mit wunderbaren Fernblicken. Kaum zu glauben, dass in dieser Gegend kurz vor dem Ende des zweiten Weltkriegs noch mehr als 60.000 deutsche und amerikanische Soldaten bei der Schlacht im Hürtgenwald starben.

( MITI )

Vier-Täler-Runde in der Rureifel

Blick in das Kalltal nahe Vossenack
Vossenack, 8. Januar 2016

Blick in das Kalltal nahe Vossenack

Endlich mal wieder Sonne! Die erste Sichtung seit Beginn des neuen Jahres. Das wollten wir nutzen und sind gleich zu einer Wanderung in die Rureifel aufgebrochen. Nahe des Hürtgenwaldes ging es von Vossenack auf der 4-Täler-Runde immer am Wasser entlang durch die Täler des Bosselbachs, des Richelsbachs, der Kall und des Tiefenbachs.

An vielen Stellen der Wanderung begegneten wir der in der Rureifel typischen Terrassenbildung. Sie entsteht, wenn ein Fluss seine Geröllfracht in der Talaue ablagert. Vertieft sich der Fluss durch einen Klimawechsel Jahrhunderte oder Jahrtausende später wieder, zerschneidet er die vorher aufgebaute Terrasse.

Außerdem trafen wir immer wieder auf Erinnerungsstücke an die große Schlacht im Hürtgenwald Anfang des Jahres 1945. So erinnert auf der Kallbrücke bei der Mestrenger Mühle eine Gedenkskulptur an verwundete US-Soldtaten, die von einem deutschen Arzt behandelt und gerettet wurden. Ein seltener Ausdruck von Menschlichkeit in einer erbarmungslosen Schlacht, die weit mehr als 20.000 Tote forderte.

( MITI )

Am Brandenburger Tor (in der Rureifel)

hdr
Hürtgenwald, 14. Mai 2015

Ausgangspunkt für den alliierten Vorstoß auf das Reichsgebiet im Oktober 1944

Heute war ich mit Doxi in der Rureifel im Hürtgenwald auf dem 17 km langen Biberweg unterwegs. Völlig überraschend sind wir dort auf ein Brandenburger Tor gestoßen. Das haben die alliierten Streitkräfte im Herbst 1994 errichtet, als sie von Belgien kommend im Hürtgenwald ihren Vormarsch auf das „Reichsgebiet“ starteten.

Die vielen Kriegsgräberstätten in der Umgebung zeugen noch heute davon, dass bei der „Schlacht im Hürtgenwald“ fast 24.000 Soldaten den Tod fanden. Im Wald selbst spürt man allerdings nichts mehr davon.

( MITI )