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Eine Woche im Süden der Niederlande

Gerade sind wir von einer wunderbaren Tour mit dem Wohnmobil aus dem Süden der Niederlande zurückgekehrt. Eine Woche waren wir am Wasser unterwegs: Erst in Renesse an der Nordesse, dann an den Flüssen Noord und Merwede, einem der beiden Rheinarme.

Wir haben die endlosen Strände bei Renesse genossen, aber auch die schönen Städte Dordrecht, Gorinchem und Rotterdam. Und wir haben das meistfotografierte Motiv der Niederlande besucht: Die 19 Windmühlen am Kinderdijk bei Alblasserdam. Eine Tour, die Appetit gemacht hat auf noch mehr Niederlande und noch mehr Wasser.

Alle Fotos und Beiträge von dieser Tour gibt es hier.

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In Woudrichem an der Merwede

Woudrichem von der anderen Flussseite aus gesehen

Mit der Fähre setzen wir am Morgen von Gorinchem nach Woudrichem über. Der hübsche Ort direkt am Fluss erinnert in seiner Architektur und Erhaltung sehr an Gorinchem, nur alles ein wenig kleiner.

Direkt gegenüber von Woudrichem liegt das „Slot Loevenstein“, die meistbesuchte Burg der Niederlande. Leider sind wir zu früh dran, um mit der Fähre zur Burg überzusetzen. Also fahren wir zurück nach Gornichem und laufen von dort einige Kilometer die Merwede aufwärts, bis wir der Burg Loevenstein auf der anderen Uferseite gegenüber stehen.

Die Sonne scheint von einem nur leicht bewölkten Himmel hearab, es weht ein leichter Wind, die Wiesen leuchten in sattem Grün und der Fluss erstrahlt in tiefem blau. Schöner kann’s kaum sein.

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Abends in Gorinchem

Das Dalemer Stadttor und die Mühle auf der Flussseite der Stadt

Am Abend schaue ich mir unseren heutigen Gastort Gorinchem an. Die Stadt liegt im äußersten Südosten der Provinz Holland an der Merwede. Gleich hinter der Stadt beginnt die Provinz Gelderland.

Gorinchem wurde 1572 durch ein Gemetzel an 19 katholischen Geistlichen über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Die Ermordeten wurden dreihundert Jahre später von Papst Pius IX. heiliggesprochen. Sie sind als die „Märtyrer von Gorinchem“ in die Geschichte eingegangen. Ein Gemälde ihrer Hinrichtung durch aufständische Protestanten hängt im Vatikan.

Noch heute ist ein großer Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung mit dem Dalemer Stadttor erhalten, außerdem zwei Mühlen, mehrere Kirchen und viele historische Gastwirtschafen und Kaufmannshäuser. Ein wirklich sehenswertes Städtchen.

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Wo die Binnenschiffe schlafen

Blick aus dem Womo auf die Hafenausfahrt und den Fluss Merwede

Ich dachte eigentlich, Binnenschiffe würden grundsätzlich auch während der Nacht weiterfahren, um Strecke zu machen. Doch das stimmt anscheinend nicht. Manche legen sich auch zur Ruhe und steuern dafür einen sicheren Ankerplatz an.

Wir stehen mit dem Wohnmobil am Hafen von Gorinchem am südöstlichsten Zipfel der Provinz Holland, unmittelbar am Fluss Merwede. Hier können wir beobachten, wie schon am Nachmittag die ersten Binnenschiffe vor Anker gehen. Bis es Nacht wird, hat sich der kleine Hafen komplett mit den langen Kähnen gefüllt.

Es ist ein schöner Stellplatz für uns. Auf der eine Seite der große Fluss, der sogar über einen kleinen Sandstrand verfügt. Auf der anderen Seite der Hafen für die Binnenschiffe und die Yachten, dahinter das mittelalterliche Städtchen Gorinchem. Wir haben Glück und stehen in der ersten Reihe mit direktem Blick auf die Hafenausfahrt und den Fluss. Ein malerisches Bild, ganz besonders bei Sonnenuntergang.

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Mit dem Waterbus nach Rotterdam

Der Waterbus steuert auf die Ersamusbrücke zu

Von Alblasserdam sind wir früh am Morgen mit dem Waterbus nach Rotterdam aufgebrochen. Ich glaube, ich war noch nie auf einem so schnellen Schiff unterwegs. Wahnsinn, wie die katamaranartige Fähre mit fünfzig Menschen an Bord (und fast genau so vielen Fahrrädern) beschleunigt. Es drückt einen regelrecht in die Sitze.

Doxi war die ganze Angelegenheit allerdings nicht ganz geheuer. Sie war sichtbar erleichtert, als wir wieder festen Boden unter den Füßen hatten. Wir sind deshalb erst einmal zum Stadtpark von Rotterdam gelaufen, um ein wenig zu spielen und mit anderen Hunden in Konakt zu treten, damit Doxi sich wieder entspannen kann.

Anschließed sind wir rund drei Stunden durch die Stadt flaniert, haben uns viele Sehenswürdigkeiten angeschaut und eine Menge Fotos aufgenommen. Zurück ging es dann wieder mit dem Waterbus – eine äußerst bequeme Verbindung, denn mit dem Auto oder mit dem Fahrrad wäre man von Alblasserdam bis ins Zentrum von Rotterdam deutlich länger unterwegs.

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Ist das ein schöner Park

Im Stadtpark von Rotterdam, genannt "Het Park"

Im Frühling sehen ja alle Parks schön aus, aber dieser hier hat mir besonders gut gefallen: Die Rotterdamer nennen ihn einfach nur „Het Park“ – den großen Stadtpark zwischen dem Fernsehturm und dem Yachthafen. An Wochenenden ist der Park voller Menschen, es wird gechillt und gegrillt, aber an diesem Morgen haben wir die weitläufigen Grünflächen fast für uns alleine.

Gleich daneben befindet sich der alte botanische Garten mit dem schönen Namen „Historische Tuin Schoonaard“. Dort wandelt man auf engen Pfaden zwischen allerlei exotischen Pflanzen. Rasenflächen gibt es dort nicht, jeder Quadratzentimeter ist bepflanzt. Eine richtige kleine Oase mitten in der Stadt.

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Im historischen Zentrum von Dordrecht

Blick in den Wijnhaven in der Innenstadt von Dordrecht

Von Alblasserdam bin ich mit dem Fahrrad sechs Kilometer nach Papendrecht geradelt, um von dort mit dem Waterbus nach Dordrecht überzusetzen. Das „Drei-Flüsse-Eck“ im Norden der Insel Dordrecht ist der am meisten befahrene Wasserweg der Niederlande. Hier teilt sich der Rheinarm Beneden Merwede in den Kanal Noord, die Oude Maas und den Dordtsche Kil.

Dordrecht erhielt seine Stadtrechte 1220, womit die Stadt die älteste im ehemaligen Holland ist. Durch die Jahrhunderte hat Dordrecht eine Schlüsselposition bei der Verteidigung von Holland eingenommen. Die Brüder De Witt, die in der mittelalterlichen Geschichte der Niederlande eine wichtige Rolle spielen, stammen von hier. Ihnen ist ein großes Denkmal in der Nähe des Marktplatzes gewidmet.

Die Stadt sagte mir bislang nichts, aber nach diesem Besuch bin ich ein echter Fan von Dordrecht. Denn die historische Altstadt mit ihren Kanälen, Gassen und vielen alten Kaufmannhäuern ist wirklich total sehenswert und bei weitem nicht so überlaufen wie beispielsweise Amsterdam. Ein echtes Kleinod.

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Bei den Windmühlen am Kinderdijk

Weltkulturerbe: Die Mühlen am Kinderdijk

So gehören zu den meistfotografierten Motiven der Niederlande: Die 19 historischen Windmühlen am Kinderdijk, vier Kilometer nördlich von Alblasserdam. Dort fließen die Flüsse Lek und Noord, die den Ort von zwei Seiten einschließen, zur Nieuwen Maas zusammen. Im Jahr 1997 wurden die Mühlen von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

Anders als man vielleicht vermuten könnte, mahlen die Mühlen vom Kinderdijk kein Korn, sondern entwässern mit Hilfe der Windkraft den Polder Nederwaard. Erst dadurch können die tiefliegenden Flächen in der feuchten Landschaft auch landwirtschaftlich genutzt werden.

Heutzutage haben elektrische Pumpen die Arbeit der Windmühlen übernommen. Die meisten Mühlen funktionieren aber immer noch und werden zu besonderen Anlässen in Betrieb genommen. Eine der Mühlen auf dem Nederwaard-Polder ist sogar von innen zu besichtigen. Andere sind in Privatbesitz und werden als Wohnhaus genutzt.

Als ich am Morgen mit Doxi von Alblasserdam zu den Mühlen wandere, ist der Himmel grau und wolkenverhangen. Deshalb kehre ich am späten Nachmittag noch einmal zurück, nachdem sich die Wolken verzogen haben und die tiefstehende Sonne die Mühlen in ein malerisches Licht taucht. Toll sieht das aus.

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In Alblasserdam

Am Yachthafen von Alblasserdam

Von Renesse bin ich rund 80 Kilometer weiter in östlicher Richtung nach Alblasserdam gefahren. Die Gemeinde in der niederländischen Provinz Südholland liegt rund 15 Kilometer südöstlich von Rotterdam.

Der Ort ist auf mehreren Seiten von Flüssen und Kanälen umgeben, die die Geschichte der Stadt geprägt haben. Noch heute findet ein Teil des öffentlichen Nahverkehrs auf dem Wasser statt. Mit dem „Waterbus“ erreicht man in 15 Minuten das benachbarte Dordrecht und in 40 Minuten Rotterdam.

Wir stehen mit dem Wohnmobil auf dem schönen Stellplatz am Yachthafen direkt gegenüber dem Zentrum. Von dort aus unternehme ich mit Doxi am Vormittag eine Wanderung zu den berühmten Mühlen am Kinderdijk. Am Nachmittag fahre ich mit dem Fahrrad und dem Waterbus hinüber nach Dordrecht. Nach dreieinhalb Stunden bin ich wieder zurück, und da Doxi im Womo fein auf mich gewartet hat, machen wir noch einen schönen Abendspaziergang durch Alblasserdam. Gefällt mir gut hier, das muss ich sagen.

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Am Kap van Schouwen

Ein einsamer Baum hoch oben auf den Dünen

Heute sind wir durch die höchsten Dünen an der Niederländischen Nordseeküste bei Burgh Hamstede gewandert. Ausgehend vom hübschen Orstzentrum ging es zunächst durch ein bewaldetes Naturschutzgebiet, in dem Rinder, Pferde und Rehe weiden. Anschließend kreuzten wir auf sandigen Pfaden die mächtigen Dünen und gelangten so an die stürmische Küste.

Im Anschluss an diese interessante Wanderung cruisten wir noch ein wenig mit dem Auto rund um den Brouwesrdamm und die angrenzenden Orte, um uns weitere Womo-Stellplätze anzuschauen. Ich hätte nicht gedacht, dass es in der Gegend soooo viele Campingplätze und Ferienhaussiedlungen gibt. Kein Wunder, dass hier vor allem an Wochenenden richtig viel los ist.

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Ein Wochenende in Renesse

Guck mal, da schwimmt eine Robbe

Bevor die Sommersaison richtig duchstartet und Hunde nicht mehr unangeleint an den Strand dürfen, sind wir für ein Wochenende mit dem Wohnmobil nach Renesse gefahren. Vor allem der Samstag zeigt sich in bestem Wetter. Wir sind fast sechs Stunden mit Doxi am Strand unterwegs und begegnen dabei vielen Spaziergängern und ihren Hunden. Ein perfekter Tag.

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