Schlagwort-Archive: Elbe2016

Die Elbe hoch bis Lauenburg

Hier schlägt die Elbe einen Bogen um den Lilienstein

Hier schlägt die Elbe einen Bogen um den Lilienstein

Irgendwann im letzten Winter habe ich auf ARTE eine zweiteilige TV-Dokumentation über die Elbe aufgezeichnet, die mich sehr fasziniert hat. So ist der Wunsch entstanden, viele der dort gezeigten Orte und Stationen einmal live zu erleben und dem Lauf des Flusses von der Sächsischen Schweiz bis hinauf nach Hamburg zu folgen.

Jetzt hatte ich die Gelegenheit dazu. Mit dem Wohnmobil und Doxi im Schlepptau habe ich viele Städte und Sehenswürdigkeiten an der Elbe besucht. Und zwischendurch haben wir noch einen kleinen Abstecher in den hundert Kilometer entfernten Spreewald unternommen.

Wir waren in Dresden, Pirna, Königstein, Bastei, Riesa, Torgau, Burg und Lübbenau (Spreewald), Wittenberg, Coswig, Wörlitz, Dessau, Magdeburg, Tangermünde, Stendal, Havelberg, Wittenberge, Lenzen, Hitzacker und Lauenburg. Und das bei perfektem Spätsommerwetter. Eine wunderbare Tour!

Alle Beiträge und viele tolle Bilder von dieser Reise gibt es hier im Blog.

( MITI / )

Im Wald des Otto von Bismarck

Die Schwarze Aue durchfließt den Sachsenwald

Die Schwarze Aue durchfließt den Sachsenwald

Der Sachsenwald zwischen Hamburg und Lauenburg ist das größte zusammenhängende Waldgebiet in Schleswig-Holstein. Und in Privatbesitz, denn der deutsche Kaiser machte den Wald 1871 Otto von Bismarck zum Geschenk als Dank für dessen Verdienste um die Einigung des Deutschen Reiches.

Noch heute gehörte der Wald zum größten Teil den Nachkommen des Reichskanzlers. Der alte Bismarck errichtete hier seinen Altersruhesitz und ist dort auch in einer eigens für ihn und seine Gattin als Mausoleum errichteten Kapelle beerdigt. Die Sarkophage sind für die Öffentlichkeit zugänglich, genau wie das Bismarck-Museum, das auf dem Gelände eingerichtet wurde.

Mit Doxi drehen wir an diesem warmen Samstagvormittag eine Runde durch den Sachsenwald. Es ist ein Mischwald aus Laub- und Nadelbäumen, gut gepflegt und mit zahlreichen Forstwegen ausgestattet, die zum Wandern einladen. Ein wahrhaft fürstliches Geschenk für einen großen Gestalter, der zu seiner Zeit in ganz Deutschland tief verehrt wurde.

( MITI / )

In Lauenburg an der Elbe

Blick vom Womo in den Sporthafen von Lauenburg

Blick vom Womo in den Sporthafen von Lauenburg

Lauenburg ist die südlichste Stadt Schleswig-Holsteins und liegt etwa 40 km südöstlich von Hamburg an der Elbe. Der Fluss bildet hier die Grenze zwischen Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Südöstlich von Lauenburg befindet sich das Dreiländereck Schleswig-Holstein – Niedersachsen – Mecklenburg-Vorpommern.

Wir stehen mit dem Wohnmobil am Sporthafen von Lauenburg und schauen auf die Boote und das Wasser. Die Stadt besitzt eine sehenswerte Altstadt mit zahlreichen gut erhaltenen Fachwerkbauten.

In der Nähe des alten Stecknitz-Kanals befindet sich die Palmschleuse, die älteste erhaltene Kesselschleuse Deutschlands. Sehenswert ist auch die alte Maria-Magdalenen-Kirche von 1220 und der Schlossberg mit den Überresten des mittelalterlichen Lauenburger Schlosses und einem schönen Park.

( MITI / )

In Hitzacker an der Elbe

Blick über den Deich zur Elbe

Blick über die Deichschutzmauer zur Elbe

Ich bin auf dem Weg nach Lauenburg an der Elbe, wo ich mich mit meinem Schatz treffen möchte. Auf halber Strecke lege ich einen Halt in Hitzacker ein, um mit Doxi ein wenig durch die Stadt und entlang der Elbe zu spazieren.

Hitzacker liegt an der Einmündung der Jeetzel in die Elbe. Die Höhenlage reicht von 11 m ü. NN an der Jeetzelmündung bis zu 83 m ü. NN auf dem „Weinberg“ in der Klötzie. Die Stadtinsel mit zahlreichen gut erhaltenen Fachwerkhäusern und dem 1589 erbauten Zollhaus stehen unter Denkmalschutz.

Bereits um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert kamen Erholungssuchende aus dem Hamburger Raum und der Region um Hannover zum Kurhotel auf dem Weinberg. Eine eigene Quelle mit Trinkbrunnen und Badeanwendungen standen für Kururlauber zur Verfügung.

Heute ist Hitzacker ein anerkannter Luftkurort. Am frühen Vormittag schlendern jede Menge Rentner durch die Straßen. Ich schließe mich einfach unauffällig an 🙂

( MITI / )

In Lenzen an der Elbe

Die XXX ein Seitenkanal der Elbe

Die Löcknitz, ein Zufluss der Elbe, bei Lenzen

Wir sind in Lenzen im „Dreiländereck“ zwischen Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen unterwegs. Auf dem Stadtgebiet mündet die Alte Elde in die Löcknitz.

Die Elbe fließt etwa zwei Kilometer südlich an der Stadtgrenze vorbei. Dort gibt es auch eine Elbfähre zwischen Lenzen und dem niedersächsischen Pevestorf. Sie ermöglicht die Flussquerung auf dem brückenlosen Abschnitt zwischen Dömitz und Wittenberge.

( MITI / )

Am Hafen von Wittenberge

Blick aus dem Womo auf den Hafen von Wittenberge und die Elbe

Blick aus dem Womo auf den Hafen von Wittenberge und die Elbe

Wow, ist das schön hier. Auf dem Womo-Stellplatz am Sporthafen von Wittenberge direkt an der Elbe kann man es wirklich aushalten. Am Ende eines langen Tages machen wir hier Station und ergattern mit Glück noch einen Womo-Stellplatz direkt in der ersten Reihe mit Blick auf den Hafen und die Elbe.

Wittenberge ist der bevölkerungsreichste Ort in der Prignitz. Direkt bei der Stadt münden die Stepenitz und die Karthane in Elbe. Jährlich finden hier die in der Region beliebten Elblandfestspiele statt.

Die Stadt auf halber Strecke zwischen Berlin und Hamburg entwickelte sich mit der Gründerzeit als Standort eines Eisenbahnreparatur- und Nähmaschinenwerkes. 1903 wurde die erste Nähmaschinenfabrik errichtet, auf deren Gelände 1928/29 die größte freistehende Turmuhr auf dem europäischen Kontinent entstand.

Bis zum Ende der DDR wurden hier Nähmaschinen für den Export in alle Welt hergestellt. In der 1980er Jahren avancierte der VEB Nähmaschinenwerk Wittenberge zur modernsten Nähmaschinenfabrik der Welt. Heute ist der Tourismus ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Stadt.

( MITI / )

Rühstädt: Alle Störche ausgeflogen

Da waren sie noch da: Die Störche von Rühstadt (Foto Matthias Trautsch)

Da waren sie noch da: Die Störche von Rühstadt (Foto Matthias Trautsch | http://commons.wikimedia.org | Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE)

Rühstädt liegt im nordwestlichen Brandenburg in der Prignitz, ca. 12 km südöstlich der Stadt Wittenberge, nahe der Havelmündung in die Elbe. Die kleine Gemeinde mit rund 400 Einwohnern ist das storchenreichste Dorf Deutschlands. In manchen Jahren gibt es dort bis zu 40 brütende Storchenpaare. Dazu gesellen sich noch zahlreiche einzelne Störche.

Störche lieben die Gegend aufgrund der reich ausgestatteten Futterplätze in den naturbelassenen Elb- und Havelauen. Bereits in den 1970er Jahren wurde damit begonnen, den natürlichen Storchenreichtum mit Hilfe von Nisthilfen zu unterstützen. Teilweise sind bis zu fünf Storchennester auf einem Dach zu sehen.

1996 bekam Rühstädt von der Stiftung Europäisches Naturerbe den Titel „Europäisches Storchendorf“ verliehen. Im selben Jahr nisteten 44 Storchenpaare im Ort. Für jedes Nest wurde eine Informationstafel angebracht, die jährlich Auskunft gibt über das Eintreffen und den Abflug der jeweiligen Störche sowie die Zahl ihres Nachwuchses.

Spätestens seit dem offiziellen Titel ist in der Storchensaison zwischen April und Ende August in Rühstadt richtig was los: Pro Saison kommen 55.000 bis 65.000 Besucher wegen der Störche in den Ort. Der Nabu unterhält extra ein großes Storchen-Informationszentrum.

Wir sind bei unserem Besuch in Rühstadt allerdings rund zehn Tage zu spät dran: Alle Störche sind schon ausgeflogen. Viele Hausbesitzer haben die Storchennester auf ihren Dächern entweder abgebaut oder ausgedünnt, weil sonst auf Dauer zu viel Last auf die Dächer kommt. Denn ein Storchennest kann nach mehreren Jahren der kontinuierlichen Aufstockung bis zu einer Tonne wiegen.

Dennoch habe ich unseren Besuch in Rühstadt nicht bereut. Die Elbe ist hier noch ganz ursprünglich und still. Ein wunderbarer Ort zum Spaziergehen und zum Verweilen.

( MITI / )

Nahe der Havelmündung in Havelberg

Die Haveö wenige hndert Meter vor ihrer Mündung in die Elbe

Die Haveö wenige hndert Meter vor ihrer Mündung in die Elbe

Havelberg ist total süß! Wassersportler kommen hier voll auf ihre Kosten. Der historische Ortskern wird von der Havel und einem ihrer Arme umflossen. Wenige Kilometer weiter mündet die Havel in die Elbe.

Wir kommen wenige Kilometer südlich mit der Gierfähre über die Elbe, denn zwischen Stendal und Wittenberge gibt es auf einer Länge von fast 50 Km keine Brücke.

Die Elbe ist in dieser strukturschwachen Region noch sehr naturbelassen und die Gierfähre wird allein von der Kraft das Stroms ganz ohne Motoren von einem Ufer zum anderen bewegt.

Etwa 200 Meter stromabwärts liegt dazu ein tonnenschwerer Anker am kiesbeladenen Grund der Elbe. Von dort führen Stahlseile zur Fähre, die sich nur Stromaufwärts oder Stromabwärts ausrichten muss, um in die eine oder andere Richtung getrieben zu werden. Ein faszinierendes Prinzip, das 1648 in Holland an der Maas entwickelt wurde, wie mir der Fährmann erklärt.

( MITI / )

Beim großen Roland in Stendal

Hauswand in Stendal. Echt oder gemalt?

Hausfassaden in Stendal. Echt oder gemalt?

Stendal liegt unweit westlich der Elbe in der südöstlichen Altmark rund 55 Kilometer stromaufwärts von Magdeburg. Wir machen hier für einen kurzen Stadtbummel Station.

Wie in vielen weiteren Städten im Norden und Nordosten Deutschlands steht vor dem Rathaus eine mittelalterliche Roland-Figur als Symbol städtischer Unabhängigkeit, Der Roland von Stendal ist sogar besonders groß, zur Zeit allerdings wg. einer Großbaustelle am Marktplatz eingezäunt.

( MITI / )

Wo die Tanger in die Elbe mündet

Kirche und Hafentor von Tangemründe

Elbtor und St. Stephanskirche

Von Magdeburg sind wir früh am Morgen nach Tangermünde weitergefahren, wo am Ufer der Elbe gerade die jährliche Kirmes aufgebaut wird. Die „Hanse- und Kaiser-Stadt“ liegt südöstlich von Stendal in der Altmark auf einer Hochfläche, die durch eine eiszeitliche Endmoräne gebildet wurde.

Der historische Kern von Tangermünde erstreckt sich am linken Ufer der Elbe direkt an der Mündung des Tangers in die Elbe. Daher auch der Name der Stadt. Der historische Stadtkern, die Stephanskirche und die Burg sind durch ihre Hochlagen vor Hochwasser sicher.

Tangermünde ist durch die gut erhaltene Altstadt mit vielen Fachwerk- und Backsteinbauten, sowie durch die recht vollständig erhaltene Burg Tangermünde und die Stadtbefestigung in Backsteinbauweise bekannt. Ich hätte gar nicht erwartet, hier ein solches Kleinod vorzufinden. Wirklich total hübsch anzusehen, dieses Tangermünde.

( MITI / )

In Magdeburg

Das Alte Rathaus am Marktplatz, davor der "Goldene Reiter"

Das Alte Rathaus am Marktplatz, davor der „Goldene Reiter“

Puh, das war ein erlebnis- und ereignisreicher Tag. Wir waren in Wittenberg, Coswig, Wörlitz, Dessau und steuern zum Abend Magdeburg an. Der Womo-Stellplatz dort ist sehr beliebt, weil er zentrumsnah am Rande der Altstadt an der Elbe liegt. Mit Glück bekommen wir noch einen schönen Platz in der ersten Reihe mit direktem Blick auf den Fluss und das gegenüber liegende Elbufer.

Als die größte Hitze des Tages gegen 19:00 durch ist, starte ich mit Doxi zu einem Abendsspaziergang durch die Altstadt. Viele Cafés und Restaurants mit Außenterrasse sind um diese Uhrzeit gut gefüllt. Die Menschen genießen den lauen Spätsommerabend.

Ich hatte schon gelesen, dass Magdeburg im zweiten Weltkrieg stark zerstört wurde. Dennoch bin ich ein wenig überrascht über diesen einzigartigen Stilmix aus Plattenbauten, stalinistischer Großarchitektur und historisch rekonstruierten Bauten, die größtenteils nach der Wende entstanden sind.

Besonders beeindruckt mich das große bunte Hundertwasser-Haus auf der Einkaufsmeile. Ein echter Hingucker. Und viele Skulpturen hat es auf Plätzen und vor Kirchen und vor öffentlichen Bauten. Das finde ich super. Gefällt mir gut, dieses Magdeburg.

( MITI / )

In der Altstadt von Dessau

Blick zum alten Schloss

Blick zum Johanbau, dem einzig erhaltenen Rest des alten Residenzschlosses, über die Mulde

Dessau-Roßlau liegt inmitten einer ausgedehnten Auenlandschaft beiderseits der mittleren Elbe sowie an der Mulde, die im Stadtgebiet in die Elbe mündet. Im Süden grenzt die Stadt an die waldreiche Mosigkauer Heide, im Norden an die ebenso bewaldeten Gebiete des südlichen Flämings. Die Stadt Dessau-Roßlau entstand am 1. Juli 2007 im Zuge der Kreisreform in Sachsen-Anhalt.

Dessau-Roßlau ist mit den UNESCO-Welterbestätten Bauhaus und Dessau-Wörlitzer Gartenreich neben Berlin und Weimar die einzige deutsche Stadt, die zweimal in der Welterbeliste der UNESCO vertreten ist.

Die Stadt blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Die Reformation wurde zunächst zögerlich angenommen. Noch 1526 schlossen sich in Dessau katholische Fürsten zum Dessauer Bund zusammen.

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts unter Fürst Leopold III. Friedrich Franz wurde Dessau zu einem Zentrum der Aufklärung in Deutschland, das mit einem tiefgreifenden Reformwerk in Bildung und Landeskultur und der Anlage des Dessau-Wörlitzer Gartenreichs sowie zahlreichen Bauten im Stil des Klassizismus europaweit Aufmerksamkeit erregte.

( MITI / )

Beim Bauhaus in Dessau

Das ursprünglche Bauhaus

Das große Bauhausgebäude in Dessau

Seit meiner Abiturzeit bin ich ein großer Bauhaus-Fan. Irgendwann in dieser Zeit fiel mir ein Kunstbuch über das Bauhaus in die Hände. Damals war die Bewegung noch nicht so en vogue wie heute, aber für mich war es wie eine Offenbarung. Jetzt, dreißig Jahre später, die Bauhausstätten in Dessau zu besuchen, hat mich deshalb sehr berührt.

Das große Bauhausgebäude in Dessau entstand 1925 bis 1926 nach Plänen von Walter Gropius als Schulgebäude für die Kunst-, Design- und Architekturschule Bauhaus. Daneben existieren in Dessau die sogenannten „Meisterhäuser“ im Bauhaus-Stil, die von der Stadt Dessau errichtet wurden und seinerzeit als Musterhäuser für modernes Wohnen dienten.

Seit 1996 gehören die Bauhausstätten in Dessau und Weimar zum UNESCO-Welterbe. Sehr zu recht, wie ich finde.

( MITI / )

In der Lutherstadt Wittenberg

Die Schlosskirche von Wittenberg

Die Schlosskirche von Wittenberg

Durch das Wirken von Martin Luther gehört Wittenberg an der Elbe seit dem 16.Jahrhundert zu den wichtigsten Zentren politischer, kulturgeschichtlicher und künstlerischer Bestrebungen in Deutschland 2014 wurde die Lutherstadt von der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa der Ehrentitel „Reformationsstadt Europas“ verliehen.

Die weltberühmten Reformationsstätten in der Altstadt und einige in verschiedenen Epochen entstandene Gebäude zählen zu den bedeutendsten Stätten der deutschen Geschichte. Die Wirkungsstätten Martin Luthers, Philipp Melanchthons und Lucas Cranachs des Älteren werden bereits seit Jahrhunderten von internationalen Gästen aufgesucht.

Wittenberg war Hauptstadt des sächsischen Kurkreises und herzogliche und kurfürstliche Residenz von Sachsen-Wittenberg. Später wurde die Stadt zum Zentrum der chemischen Industrie und ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt an den Strecken Berlin–Leipzig und Magdeburg–Dresden.

Die Stadtkirche St. Marien, die Schlosskirche Allerheiligen, das Lutherhaus, das Melanchthonhaus sowie das benachbarte Dessau-Wörlitzer Gartenreich gehören zum UNESCO-Welterbe. Bein einem Spaziergang am frühen Morgen besuche ich mit Doxi die Altstadt und schaue mir die wichtigsten Stätten an. Schön, dass ich einmal hier sein kann.

( MITI / )

In Coswig an der Elbe

Bei Coswig schlägt die Elbe einen großen Bogen

Bei Coswig schlägt die Elbe einen großen Bogen

Von Wittenberg fahren wir einige Kilometer entlang der Elbe stromaufwärts bis nach Coswig. Die Stadt gehörte von 1603 bis 1793 zum Fürstentum Anhalt-Zerbst. Bereits zu dieser Zeit wurde Coswig vom Nachbardorf Wörpen aus durch eine Wasserleitung mit Trinkwasser versorgt. Damals spielten die Weberei, das Töpferhandwerk sowie die Landwirtschaft (u.a. Hopfenanbau) wirtschaftlich die bedeutendste Rolle.

Das in der Gemeinde befindliche Schloss wurde 1667–1677 erbaut und diente bis ins 19. Jahrhundert als Witwensitz. Während im Bauschmuck des nördlich gelegenen Hauptflügels auf ältere Renaissance-Formen zurückgegriffen wurde, nahm die Gesamtanlage zeitgenössische Einflüsse der französischen Barockarchitektur auf.

Ab 1874 wurde das Schloss teilweise in ein Gefängnis umgebaut und zu diesem Zweck der Südflügel um zwei Geschosse aufgestockt. In der NS-Zeit war das im Schloss untergebrachte Gefängnis mit 900 Gefangenen stark überbelegt, darunter vielen aus politischen Gründen inhaftierte.

Derzeit wird die Außenfassade des Schlosses gerade renoviert. Ich spaziere mit Doxi unterhalb des Schlosses entlang der Elbe und anschließend durch die Altstadt von Coswig. Doxi freut sich, als sie in der Fußgängerzone einen Brunnen entdeckt. Sie steigt gleich auf den großen Stein und schleckt von oben das ausquellende Wasser ab.

( MITI / )