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Im LWL Freilichtmuseum Detmold

Häuser am Dorfweiher. Im Hintergrund  die alte Bockmühle.

Auf diesen Besuch hatte ich mich sehr gefreut: Das LWL-Freilichtmuseum Detmold am Fuße des Teutoburger Waldes ist das größte Freilichtmuseum Deutschlands. Es zeigt auf über 90 Hektar Fläche etwa 120 historische Gebäude aus allen Regionen und Sozialschichten Westfalens aus der Zeit zwischen 1550 und 1900.

Ich bin extra ganz früh am Morgen in Dassel losgefahren, um pünktlich zur Museumsöffnung um 9:00 Uhr im 90 Kilometer entfernten Detmold zu sein. Und das hat sich wirklich gelohnt, denn um diese Uhrzeit war das Museumsgelände noch relativ leer, ganz anders als drei Stunden später.

Das Museum wurde in den späten 1960er-Jahren vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe auf dem Gelände des ehemaligen Tierparks der Grafen von Lippe errichtet. Man kann dort vollständig eingerichtete Baugruppen historischer Bauern-, Handwerks- und Wohnhäuser aus allen Teilen Westfalens besichtigen,

Dazu gehören u. a. der Wiehengebirgshof, der Mindener Hof, das Tecklenburger Kötterhaus, der Münsterländer Gräftenhof, der Lippische Meierhof,  der Westmünsterländer Hof, das Sauerländer Dorf und das Paderborner Dorf.

Die Bauten werden großzügig von historischen Nutzflächen wie Gärten, Wiesen, Weiden und Äckern eingerahmt. Außerdem befinden sich auf dem Gelände drei funktionsfähige Mühlen und eine historische Bäckerei. Ein absolut sehenswerter Ort.

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Rauf zum Hermann

Am Fuße des Hermannsdenkmals

Heute habe ich mit Doxi eine schöne Wanderung aus dem Rother Wanderführer „Teutoburger Wald“ unternommen. Auf einer Strecke von 15 Kilometern führte uns der Weg vom Donoper Teich bei Detmold hinauf zum Hermannsdenkmal hoch oben im Teutoburger Wald.

Die berühmte Kolossalstatue wurde ab 1838 nach den Entwürfen von Ernst von Bandel errichtet und am 16. August 1875 eingeweiht. Das Denkmal soll an den Cheruskerfürsten Arminius erinnern, insbesondere an die sogenannte Varus-Schlacht im Teutoburger Wald im Jahre 9 n.Chr. Germanische Stämme unter der Führung von Arminius brachten damals drei römischen Legionen eine entscheidende Niederlage bei.

Mit einer Figurhöhe von 26,57 Metern und einer Gesamthöhe von 53,46 Metern ist es die höchste Statue Deutschlands . Bis zur Erbauung der Freiheitsstatue im Jahre 1886 war die Figur auf der sogennanten „Grotenburg“ sogar die höchste Statue der westlichen Welt. Sie besteht aus einer Eisenrohrkonstruktion, die Oberfläche ist aus Kupferplatten gefertigt. Der Schwertarm ist in Richtung Westen gestreckt. Dies wird je nach politischer Haltung als ein offensives oder defensives Mahnen in Richtung Frankreich interpretiert.

Als ich vor knapp zwei Jahren zum ersten Mal hier war, herrschte dichter Nebel und es war ganz schön viel los. Damals konnte man gerade einmal die Füße des Arminius erblicken. Heute jedoch scheint die Sonne von einem strahlendblauen Himmel und wir sind die ersten Besucher an diesem Morgen. So können wir das Denkmal und sein Umfeld in aller Ruhe erkunden. Herrlich ist das.

Auf dem Rückweg wandern wir am Rande des großen Truppenübungsplatzes Sennelager vorbei. In der Ferne sind mehrmals Mashinengewehrfeuer und Granateinschläge zu hören.  Auf dem Höhenrücken des Teutoburger Waldes kommen wir an der Wasserscheide zwischen Rhein, Weser und Ems vorbei und streifen den mehr als 260 Meter hohen Sendeturm des WDR. Eine perkte Tour.

( MITI / )

Am Donoper Teich

Doxi im Donoper Teich, Mittelpunkt eines beliebten Naherholungsgebiets bei Detmold

Unsere letzte Station an diesem Tag: Der Donoper Teich in einem vielbesuchten Naturschutzgebiet an der Grenze der Detmolder Ortsteile Hiddesen und Pivitsheide im Teutoburger Wald. Das Gebiet gehört aufgrund seiner Schönheit und landschaftlichen Vielfalt zu den beliebtesten Ausflugszielen in Lippe. Der Teich selbst wurde um 1625 auf Geheiß von Graf Simon VII. für die Fischzucht aufgestaut und nach seiem Kammerherrn „von Donop“ benannt.

Die ältesten Spuren menschlicher Anwesenheit in diesem Gebiet bilden einige prähistoische Hügelgräber aus der Zeit zwischen 600 und 800 v. Chr.  Die aus Sand und Sandstein errichteten Grabstätten erreichen einen Durchmesser von bis zu 23 Metern. Die verbliebenen Reste der Anlagen geben heute nur noch einen kleinen Eindruck von der ernomen Größe der einst vorhandenen Grabhügelfelder.

Mit Doxi unternehme ich eine schöne Abendwanderung durch das Gebiet, in dem an diesem warmen Frühlingsgtag viele Jogger, Walker, Fahrradfahrer und Spaziergänger unterwegs sind. Heute übernachten wir hier, denn morgen früh wollen wir vom Donoper Teich zu einer Wanderung in Richtung des Herrmanssdenkmal aufbrechen.

( MITI / )

In der Altstadt von Detmold

Am Marktplatz im Herzen der Altstadt

Nach dem Besuch bei den Externsteinen unternehme ich einen Abstecher nach Detmold – und bin total angenehm überrascht: So einen Reichtum an schöner historischer Bausubstanz hatte ich hier, im Osten von Nordrhein-Westfalen, gar nicht erwartet.

Von 1468 bis 1918 war Detmold die Residenzstadt der Herren, Grafen und Fürsten zur Lippe. Danach bis 1947 Hauptstadt des Freistaats Lippe beziehungsweise des Landes Lippe, welches anschließend in das neue Bundesland Nordrhein-Westfalen eingegliedert wurde. Seitdem ist die Stadt Sitz der Bezirksregierung Detmold.

Die historische Altstadt umschließt einen Kreis von rund 500 Metern Durchmesser, dessen Mittelpunkt der Marktplatz bildet. Da die Stadt im zweiten Weltkrieg nur wenig Schäden davon trug, hat sich ein reichhaltiger Schatz von rund 350 historischen Bauten aus mehreren Jahrhunderten erhalten: Vom spätmittealterlichen Fachwerk, über Bauten aus der Biedermeierzeit (1830–1860) im spätklassizistischen Stil bis zu historisierenden Bauten aus der Gründerzeit (nach 1875) mit aufwändig dekorierten Fassaden.

Ich bin wirklich total begeistert von diesem „Kleinod“ am Rande des Teutoburger Waldes. Ich glaube, so viele Architekturfotos habe ich selten in einer Stadt aufgenommen.

( MITI / )