Merode und Meroder Wald

Merode und Meroder Wald
Merode (Langerwehe), 19. August 2018

Leider nicht öffentlich zugänglich: Das hübsche Schloss Merode am Rande des Meroder Walds.

Heute haben wir eine 15 km lange Wanderung durch den Meroder Wald unternommen, der den nördlichsten Teil des Hürtgenwaldes am Rande der Eifel bildet. Die Wanderung beginnt mit einem echten Knaller. Kurz nachdem wir von unserem Parkplatz am Schloss Merode in den Meroder Wald aufgestiegen sind, ertönt in unserer unmittelbarer Nähe ein Schuss. Ich zucke erschreckt zusammen und nehme Doxi ganz schnell an die Leine. Das hört sich nach Jagd an.

Tatsächlich treffe ich hinter der nächsten Wegbiegung auf zwei Jäger, die soeben eine kapitale Rotwildkuh erlegt haben, wie sie mir auf Nachfrage berichten. Die Männer sehen zufrieden aus. Zwanzig Meter weiter liegt das tote Tier auf dem Waldboden.

Wir laufen weiter und erreichen oberhalb von Jüngersdorf den nordöstlichsten Zipfel des Meroder Walds. Von dort hat man einen wunderbaren Blick hinunter in das flache Rheintal. Links erscheint das Kraftwerk Brauweiler, in der Mitte der Indemann und dahinter Jülich und rechts die Sophienhöhe vor der Ville.

Dann setzen wir unseren Weg in südwestlicher Richtung fort und tauchen tiefer in den Wald ein. Nach einer Passage durch das romantische Tal des Sührbachs erreichen wir auf einer Anhöhe im Wald die hübsche Laufenburg, die heute ein beliebtes Ausflugslokal beherbergt.

Die Burg wurde im 12. Jahrhundert von den Limburgern als Ritterburg zur Sicherung ihres Territoriums gegründet. 1359 fiel die Gegend an die Herrschaft von Jülich, wodurch sie ihre militärische Bedeutung verlor. Heute befindet sich die Burg und der umgebende Wald im Privatbesitz der Stolberger Fabrikantenfamilie Prym.

Merode und Meroder Wald

Das Franzosenkreuz erinnert an einen 1679 ermordeten französischen Offizier

Hinter der Laufenburg geht es noch etwas tiefer in den Wald, bis wir das sogenannte „Franzosenkreuz“ erreichen. Dort wurde im Jahre 1679 ein französischer Offizier ermordet und begraben.

Auf teils schmalen Pfaden wandern wir durch dichte Farnbestände weiter zur Klosterruine Schwarzenbroich, die am Rande eines Sumpfgebiets versteckt mitten in Wald liegt. Das Kloster wurde um das Jahr 1340 gegründet. Der Sage nach war dem Herren Werner von Merode bei einer Rast nach der Jagd im Wald der Apostel Matthias erschienen und hatte ihm Gottes Auftrag zur Klostergründung überbracht.

Der Kreuzherrenorden, der sich dem Studium der Bibel und der Seelsorge widmete, baute die Klosteranlage im Laufe der folgenden Jahrhunderte immer weiter aus. In den Revolutionswirren flüchteten die Klosterbrüder 1792 vor den französischen Truppen. Im Jahre 1835 brannte das Kloster schließlich ab. Die beschädigten Gebäude wurden nie wieder aufgebaut.

Merode und Meroder Wald

Reste der Klosterruine Schwarzenbroich

Kurz hinter der Klosterruine erreichen wir den St. Matthias Bildstock, der auf die Klostergründung verweist. Nun geht es auf der sogenannten Münsterstraße, dem alten Zuweg zum Kloster, über mehrere Kilometer stetig geradeaus bis zum Waldrand. Oberhalb von Schlich kreuzen wir den Rotbach und erreichen wenig später wieder unseren Startpunkt am Schloss Merode.

Das auf das 12. Jahrhundert zurückgehende Schloss gilt als eines der schönsten Wasserschlösser des Rheinlands im Renaissance-Stil. Es befindet sich seit 1174 bis um heutigen Tag im Besitz der Herren, späteren Grafen und heutigen Fürsten von Merode. Aktueller Burgherr ist Charles-Louis Francois Marie Prinz von Merode, Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies und Prior des Ritterordens vom Heiligen Sebastian in Europa. Leider ist das Schloss öffentlich nicht zugänglich.

Hier endet unsere Wanderung. Obwohl wir fast die gesamte Zeit durch dichten Wald gelaufen sind, haben wir doch einige geschichsträchtige Orte passiert. Eine wirklich interessante Wanderung.

( MITI )

Auf der Grenzroute im Aachener Wald

Auf der Grenzroute im Aachener Wald
Aachen, 18. August 2018

Einer der vielen Bachläufe des Breverbachs. Bis auf kleine Restpfützen sind alle ausgetrocknet.

Bei herrlichem Wanderwetter waren wir heute auf einer 14 km langen Tour im Süden der Stadt Aachen unterwegs. Vom Forsthaus Schöntal am beliebten Ponyhof Meisel ging es zunächst entlang des Europäischen Fernwanderwegs E 8 (Irland-Bulgarien) in südwestlicher Richtung durch den Aachener Wald. Das große Waldgebiet wird hier von zahlreichen Seitenarmen des Breverbachs durchzogen, doch die Bachbette sind nach der langen Trockenperiode in diesem Sommer fast ausnahmslos leer.

Am Beginn des Zweiten Weltkriegs war der Wald Aufmarschgebiet der Deutschen Wehrmacht. Wir passieren die Pionierquelle, die 1939/1940 zur Wasserversorgung der im Wald lagernden Truppen angelegt wurde.  Heute befindet sich dort ein großer Wasserspielplatz.

Dahinter umrunden wir den Königsberg und den Tartarenkopf. Dann überqueren wir im Wald die Grenze zu Belgien und wandern entlang der alten Aachener Landwehr in südlicher Richtung. Der mittelalterliche Graben, der Aachen zwischen 1346 und 1611 auf drei Seiten umschloss, ist hier im Wald noch gut erkennbar.

An der Ruine einer alten Festungsanlage aus der Weltkriesgzeit drehen wir nach Nordosten ab und passieren bald einem Teich im Wald die Quelle der Geul (dt. Göhl). Kurz dahinter erreichen wir am Roten Kreuz wieder deutsches Staatsgebiet. Hinter einer alten, riesigen Eiche laufen wir durch die nach ihr benannten Siedlung „Grüne Eiche“ im Wald.

Wir überqueren die Monschauer Straße und laufen noch rund zwei Kilometer durch den Kapuzinerwald am ehemaligen Belgischen Militärlager Camp Hitfeld, bis wir nach knapp dreieinhalb Stunden wieder unseren Startpunkt erreichen. Mittlerweile ist es ganz schön warm geworden, doch im schattigen Wald haben wir davon gar nichts mitbekommen. Schön war das.

( MITI )

Heimatblick-Runde bei Alfter

Heimatblick-Runde bei Alfter
Alfter, 12. August 2018

Blick Richtung Siebengebirge. Davor Bonn und die Ausläufer des Kottenforst.

Traumhafte Fernblicke in die Kölner Bucht haben wir heute bei einer 19 km langen Wanderung durch die Ville genossen. Wir starten am Sportplatz oberhalb von Alfter und erreichen nach wenigen Kilometern das früher sehr beliebte, aber seit einigen Jahren geschlossene Ausflugslokal „Heimatblick“.

Von dort, am Ostrand der Ville,  blickt man gen Norden bis nach Köln und gen Süden bis nach Bonn und zum Siebengebirge.

Deutlich sind die Syklines der beiden Großstädte mit ihren markanten Gebäuden zu erkennen, darunter der Dom zu Köln, der Fernsehturm Colonius, der Post-Tower in Bonn und der Petersberg im Siebengebirge.  Leider lässt sich dieser tolle Ausblick mit dem Handy nur sehr bedingt  einfangen.

Anschließend geht es durch die sehr abwechslungsreiche Landschaft der (Wald-) Ville. Streuobstwiesen wechseln sich mit Pferdekoppeln, Waldabschnitten und Feldflächen ab.

Überall recken sich uns am Wegesrand wilde Brombeersträucher entgegen, von denen wir uns ausgiebig bedienen. Herrlich ist das.

Nur für Doxi fehlen Bäche und Wasserflächen, weil der fruchtbare Boden auf dem Kamm der Ville alle Feuchtigkeit aufsagt. Doch wir haben genug Wasser dabei, damit auch sie nicht zu kurz kommt.

Fast fünfeinhalb Stunden sind wir auf diese Weise unterwegs. Die Tour ist lang und angesichts der warmen Temperaturen durchaus anstrengend, aber wirklich sehr schön. Es hat sich gelohnt, dass wir früh aufgestanden und zu dieser Wanderung aufgebrochen sind.

( MITI )

Durch das Neandertal

Durch das Neandertal
Mettmann, 11. August 2018

Hier wurde er gefunden, der Neandertaler

Nach einer langen und anhaltenden Hitzeperiode ist heute der erste Tag mit erträglichen Temperaturen. Den wollen wir für eine entspannte Wanderung rund 35km von unserem zu Hause entfernt nutzen. Auf dem Wanderweg A1 geht es durch das schöne Neandertal zwischen Mettmann und Erkrath-Hochdahl.

Wir starten auf dem Wanderparkplatz oberhalb der Winkelsmühle und laufen am Hitzberg hinunter in das lauschige Tal der Düssel. Nachdem wir dem Fluss ein Stück weit gefolgt sind, steigen wir hinauf zum Wildgehege für Auerochsen und Wisente.

Zwei urtümliche Wisente weiden direkt am Zaun. Ich versuche mich ihnen langsam zu nähern, doch der Bulle gibt mir unmissverständlich zu verstehen, dass Zweibeiner hier unerwüscht sind.  Ist ja gut, Brauner.

Wir steigen wieder hinab in das Tal der Düssel und treffen kurz vor dem Neandertal-Museum auf die markierte Stelle, an dem der erste Urmensch im Jahre 1856 gefunden wurde. Nach der Fundstelle wurde die Gattung als Neandertaler bekannt.

Hinter dem futuristischen Museumsgebäude laufen wir in das Tal des Mettmanner Baches und folgen diesem durch schattigen Buchenwald über mehrere Kilometer in östlicher Richtung. Am Ortsrand von Mettmann drehen wir nach Süden ab und laufen durch Feldflächen auf die waldlose Hochebene bei Diepensiepen. Gut, dass der Himmel heute teilweise bewölkt ist, denn sobald sich die Sonne zeigt, wird es gleich wieder richtig warm.

Dahinter geht es wieder hinab in das Tal der Düssel, der wir bis zu unserem Startpunkt folgen. Nach knapp drei Stunden und 13 Wanderkilometern erreichen wir wieder unser Auto. Und wir sind ausnahmsweise einmal gar nicht so verschwitzt. Super!

( MITI )

Dreiburgenstadt Lüdinghausen

Dreiburgenstadt Lüdinghausen
Lüdinghausen, 23.07.2018

Alte Mühle an der Stever

Die letzte Station meiner kleinen Wochenend-Womo-Tour durch das westliche Münsterland ist Lüdinghausen im Kreis Coesfeld. Der Ort an der Stever und am Dortmund-Ems-Kanal bezeichnet sich selbst als „Deiburgenstadt“. Er liegt rund 20 km südwestlch von Münster und 30 km nördlich von Dortmund

Am Rande der Innenstadt befindet sich die repräsentativen Wasserburgen Burg Vischering und Burg Lüdinghausen. Nicht mehr so richtig als Burg zu erkennen ist die Dritte im Bunde, die Burg Wolfsberg, die heute eher wie ein herkömmliches Stadthaus wirkt.

Besonders gut gefällt mir, dass es am Rande der Altstadt zwischen den Burgen so viel Grün und Wasser gibt. Neben den wirklich schönen Burgen entdecke ich bei meinem ausgiebigen Ortsspaziergang jedoch nur relativ wenig historiche Bausubstanz. Ein Grund dafür ist der große Brand von 1832, bei dem die gesamte innere Stadt um den Markt und auch das Rathaus vollständig zerstört wurden.

Schon von weitem hebt sich der mächtige Westturm der Felizitas Kirche deutlich von der Stadtkulisse ab. Der über 70 Meter hohe viereckige Turm hat vier Geschosse, wobei jedes Geschoss um ein Drittel kleiner ist, als das darunter liegende. Das unterste Geschoss mit dem großen Westfenster ist in den Kirchenraum mit einbezogen. Ein wirklich imposanter Bau für eine Stadt dieser Größe.

( MITI )

An der Burg Lüdinghausen

An der Burg Lüdinghausen
Lüdinghausen, 23. Juli 2018

Burg Lüdinghausen von der Stadtseite aus gesehen

Neben der Burg Vischering ist die Burg Lüdinghausen die zweite Attraktion in der Dreiburgenstadt Lüdinghausen. Die Burg wurde im 12. Jahrhundert als Stammsitz der Herren von Lüdinghausen errichtet.

Im 13. Jahrhundert gerieten die Ritter von Lüdinghausen in Streit mit ihrem Landsherrn, dem Bischof von Münster. In der Folge ließ dieser die Burg Vischering als Trutzburg gegen die lokalen Herren errichten. So kommt es, dass hier im Abstand von gerade einmal 500 Metern zwei wehrhafte Wasserburgen existieren.

Unter Gottfried von Raesfeld wurde die Anlage im 16. Jahrhundert zu einer typischen Renaissanceburg umgebaut. Aus dieser Epoche stammen einige interessante Baudetails: So finden sich in der Fassade eine in Stein gehauene Liste mit Lebensmittelpreisen aus den Jahren 1573/74, verschiedene Wappen und eine Inschrift zum Stadtbrand im Jahre 1569.

Im Gerichtshaus auf der Burg fanden regelmäßig Gerichtsprozesse statt – im 17. Jahrhundert auch zahlreiche Hexenprozesse, bei denen mehr als zwei Dutzend Menschen unschuldig zu Tode kamen. Der ursprüngliche Südflügel ist noch vollständig erhalten. Der Turm und der Westflügel stammen jedoch aus dem späten 19. Jahrhundert.

Heute befindet sich die Burg im Besitz der Stadt Lüdinghausen und wird unter anderem von der VHS, sowie für Ausstellungen und Ratssitzungen genutzt. Der große, reich mit Wappen geschmückte Saal bietet Raum für Konzerte.

( MITI )

Auf Burg Vischering

Auf Burg Vischering
Lüdinghausen, 23. Juli 2018

Blick vom Burggraben in den Hof von Burg Vischering

Als ich im Frühjahr auf großer Burgentour durch das Münsterland war, hatte ich eine besonders prominente Vertreterin ihrer Art schlichtweg vergessen, obwohl ich sie auf meinem Zettel hatte: Die Burg Vischering in Lüdinghausen, Sitz des Münsterlandmuseums. Das habe ich heute bei meinem Besuch in der „Dreiburgenstadt“ Lüdinghausen nachgeholt.

Das Wetter und das Licht meinten es gut mit mir, denn die hervorragend erhaltene Burg inmitten einer Wasser- und Parklandschaft ist wirklich sehr fotogen. Trotz eines fast vollständigen Neubaus im 16. Jahrhundert hat sie ihren wehrhaften Charakter weitgehend erhalten.

Burg Vischering wurde in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts durch den Bischof von Münster Gerhard von der Mark gegründet. Sie diente als Trutzburg in den Auseinandersetzungen zwischen dem Bischof in seiner Rolle als Landesherr auf der einen und den lokalen Rittern Hermann I. und Bernhard von Lüdinghausen auf der anderen Seite.

Später entwickelte sich die Burg zum Stammsitz der Familie Droste zu Vischering, in deren Besitz sich die Anlage heute noch befindet. Bei einem Brand im Jahr 1521 wurde die Anlage weitgehend zerstört und anschließend im Stil der Renaissance wieder aufgebaut.

Nach Beschädigungen im Zweiten Weltkrieg pachtete der damalige Kreis Lüdinghausen die Burg, um sie als Kultur- und Bürgerzentrum zu nutzen. Sie ist dadurch heute öffentlich zugänglich. Wenn es an diesem Montagmorgen nicht schon so heiß wäre, würde ich mit Doxi gerne noch länger in der Umgebung der Burg verweilen. Es ist wirklich zauberhaft hier. Doch die Sonne treibt mich weiter.

( MITI )

Im Rosengarten Seppenrade

Im Rosengarten Seppenrade
Seppenrade, 23.07.2018

Mehr als 24.000 Exmeplare aus 600 Arten von Rosen wachsen im 20.000 m² großen Rosengarten in Seppenrade

Vier Kilometer außerhalb von Lüdinghausen liegt Seppenrade, eine kleine Gemeinde, die seit 1975 zu Lüdinghausen gehört. Zu einer gewissen Bekanntheit kam der Ort, als dort im Jahre 1895 die versteinerte Schale des größten bis dahin entdeckten Ammoniten gefunden wurde. Der urtümlicher Kopffüßler hatte einen Durchmesser von fast 2 Metern und wird heute im LWL-Museum für Naturkunde in Münster ausgestellt.

Mittlerweile ist der Ort vor allem aufgrund eines von rund 100 Freiwilligen liebevoll angelegten Rosengartens ein beliebtes Ausflugsziel. Auf den Flächen einer ehemaligen Mülldeponie zeigt der fast 20.000 m² große Garten über 600 Rosensorten mit blumigen Namen wie „Lady Rose“, „Burgund“ oder „Sommermorgen“.

Das parkartige Gelände ist über ein 2,5 km l­anges Wegenetz erschlossen. Bei meinem Rundgang bekomme ich einen Eindruck von der Vielgestaltigkeit dieser „Königin unter den Pflanzen“. Von Bodendeckerrosen, über die klassischen Beetrosen,  Strauch- und Kletterrosen bis zu den Englischen Rosen, die mit doppelten Blütenkelchen und besonders großen Blüten auffallen, sind viele bekannte Arten im Rosengarten vertreten.

Ich bin schwer beeindruckt von diesem schönen Anblick und dem herrlichen Duft, der von vielen Blüten ausgeht. Dieser kleine Abstecher hat sich wirkich gelohnt.

( MITI )

Von Rhede zum PröbstingSee

Von Rhede zum PröbstingSee
Borken, 22.07.2018

Blick über den PröbstingSee

Wir haben die Nacht auf dem kostenlosen Womo-Stellplatz in Rhede verbracht. Am Morgen breche ich mit Doxi zu einer Wanderung zum zehn Kilometer entfernten PröbstingSee auf, der bereits auf dem Stadtgebiet von Borken liegt.

Wir laufen zunächst am Schloss Rhede vorbei und biegen dann in den großen Prinzenbusch ab, der früher zum Schloss gehörte. Im Wald geht es über mehrere Kilometer immer schnurstracks geradeaus in östlicher Richtung auf Borken zu. Am Bollenberg biegen wir schließlich nach Süden ab und laufen durch den Pröbstinger Busch. Kurz vor dem Erholungsgebiet Pröbsting treffen wir auf den Borkener Kletterwald und die Bocholter Aa.

Wir umrunden den schönen PröbstingerSee, der aus einem großen naturbelassenen (Sport-) See und einem kleineren Badesee besteht. Zahlreiche Wiesen, Spazierwege, ein Biergarten, ein Bootsverleih und ein großer Kinderspielplatz machen den See zu einem attraktiven Erholungsgebiet im Westen von Borken.

Nach einer kurzen Rast am Badesee brechen wir zu unserem Rückweg nach Rhede auf. Zunächst laufen wir an der Bocholter Aa südlich der ehemaligen Deponie am Bollenberg vorbei. Dann führt uns der Weg zur Bundesstraße von Borken nach Rhede.

Weil es dort keinen Schatten gibt, verlassen wir die Bundesstra0e nach zwei Kilometern wieder und laufen durch Fedflächen auf den Prinzenwald zu. Die letzten vier Kilometer der  20 Kilometer langen Tour legen wir dann auf dem gleichen Waldweg zurück, den wir auch schon auf dem Hinweg genommen hatten.  So erreichen wir nach rund viereinhalb Stunden wieder Rhede.

Ich wähle den Weg durch die Ortsmitte, denn dort gibt es einen großen Brunnen, an dem sich Doxi erst einmal so richtig satttrinkt. Und ich bekomme ein großes Stück Erdbeerkuchen aus der Stadtbäckerei. Das habe ich mir nach dieser langen Wanderung verdient 🙂

( MITI )

Samstagsabends in Rhede

Samstagsabends in Rhede
Rhede, 21.07.2018

Die Gudulakirche

Unsere letzte Station an diesem ereignisreichen Tag ist Rhede, acht Kilometer von Bocholt entfernt. Auf dem Festplatz im Ortszentrum können Wohnmobile kostenlos stehen, wenn nicht gerade Kirmes ist.

Wie Bocholt gehört Rhede zum westlichen Münsterland, und grenzt im Norden an die niederländische Staatsgrenze. Durch den Ort fließt der Rheder Bach, der im Süden Rhedes in die Bocholter Aa mündet.

Das Stadtbild wird vom 78 meter hohen Turm der neugotischen Sankt-Gudula-Kirche geprägt, die 1901 eingeweiht wurde. Ebenfalls sehenswert, aber leider nicht öffentlich zugänglich, ist das Schloss Rhede von 1564. Das Wasserschloss im Stil der Renaissance wird heute noch von der Familie Salm Salm bewohnt.

Ich gönne mir einen kurzen Blick durch das schwere schmiedeeiserne Zufahrtstor, das die Sicht auf die Frontseite des Schlosses und einen Teil des umgebenden Parks ermöglicht. Näher kommt man an das schmucke Schlösschen leider nicht heran …

( MITI )

Tour durch Bocholt

Tour durch Bocholt
Bocholt, 21.07.2018

Das historische Rathaus von 1618 im Stil der Niederländischen Renaissanceam am Alter Markt von Bocholt

Wenn ich schon einmal in Bocholt bin, muss ich mir natürlich auch die Innenstadt anschauen. Da es für einen längeren Stadtspaziergang jetzt am Nachmittag zu warm ist, setze ich mich auf mein elektrisches Pferdchen und lasse mich gemütlich durch den Stadtkern chauffieren.

Bocholt ist die größte Stadt im Kreis Borken und nach Aachen die zweitgrößte deutsche Stadt an der deutsch-niederländischen Grenze. Der Name wird traditionell als „Buchenholz“ gedeutet. Von Einheimischen wird die Stadt auf plattdeutsch „Bokelt“ genannt. Der Wahlspruch eingefleischter Bocholter lautet: „Nörgens bäter as in Bokelt“ (Nirgends besser als in Bocholt).

Die Industrialisierung begann Bocholt im Jahre 1852 mit der Aufstellung der ersten Dampfmaschine für eine Spinnerei. Bis zur Jahrhundertwende wurden mehr als 100 Textilfirmen gegründet, die der Stadt einen großen Bevölkerungszuwachs und einen gewissen Wohlstand brachten. Von den Früchten dieser Entwicklung ist heute nur noch wenig zu sehen, da die Stadt am Ende des Zweiten Weltkriegs durch Luftangriffe zu 85% zerstört wurde.

Trotzdem fallen mir im Stadtbild einige repräsentative Gebäude auf: Das historische Rathaus am Markt, mehrere große Kirchen, der alte Wasserturm und das städtische Gymnasium gegenüber dem Amtsgericht. Da habe ich schon hässlichere Städte gesehen 🙂

( MITI )

Im Textilmuseum Bocholt

Im Textilmuseum Bocholt
Bocholt, 21. Juli 2018

Weithin sichtbar: Der Schornstein der ehemaligen Fabrikhallen, in dem heute das LWL-Textilmuseum untergebracht ist

Bei der Umrundung des Bocholter Aasees stoße ich auf das Textilmuseum des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe, das auf einem ehemaligen Fabrikgelände am Nordrand des Sees untergebracht ist.

Die voll funktionstüchtige Museumsfabrik wurde im Jahre 1989 eröffnet. Sie dokumentiert die typischen Arbeitsabläufe in einem Textilbetrieb aus der Zeit zwischen 1900 und 1960.  Im Mittelpunkt der Dauerausstellung steht eine Sammlung von mehr als 30 Webstühlen aus 100 Jahren Industriegeschichte. Gezeigt wird der Weg vom Faden zum fertigen Textilprodukt.

Außerdem werden auf dem Gelände die weiteren Elemente einer typischen Textilfabrik präsentiert, darunter das Kesselhaus, das Maschinenhaus, Werkstätten, Büros, Lager, Pförtnerhaus, ein Eisenbahnanschluss, eine Werkfeuerwehr sowie ein Wohnhaus für Textilarbeiter mit zeittypischer Ausstattung und Selbstversorgungsgarten. Ich muss gestehen, ich stehe voll auf solche Ausstellungen. Sehr schön gemacht, finde ich.

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Am Bocholter Aasee

Am Bocholter Aasee
Bocholt, 21. Juli 2018

Wasserfontäne am nördlichen Seerand

Nach unserer langen Wanderung bei Isselburg sind wir am frühen Nachmittag nach Bocholt weiter gefahren. Der große Womo-Park dort grenzt an das Freizeitgebiet rund um den beliebten Aasee. Der künstlich angelegte See mit 32 ha Wasserfläche. lockt seit 1983 Badegäste, Segler, Surfer und Kanuten mit seiner ausgezeichneten Wasserqualität.

Überregional bekannt ist der See auch durch den seit 1987 jährlich stattfindenden Aasee-Triathlon. Darüber hinaus werden die angrenzenden Wiesen für zahlreiche weitere Veranstaltungen genutzt.

Mit dem Fahrrad drehe ich eine Runde um den See. Ich hatte erwartet, dass es dort an diesem heißen Samstag mitten im Sommer sehr voll sein würde.Doch das Gelände ist so groß, dass sich die vielen Besucher nicht zu sehr knubbeln.

Gefällt mir sehr gut, dieser See, und das gesamte Areal drum herum. Hier müssen wir auf jeden Fall irgendwann noch einmal hinkommen.

( MITI )

Rund um Isselburg

Rund um Isselburg
Anholt, 21.07.2018

Die Bocholter Aa kurz vor Isselburg

Für heute habe ich mir eine längere Wanderung rund um Isselburg und Anholt vorgenommen. Das Gebiet liegt im westlichen Münsterland unmittelbar an der Grenze zu den Niederlanden.

Um den heißesten Stunden des Tages aus dem Wege zu gehen, sind wir früh am Morgen an unserem Übernachtungsplatz in Hochelten aufgebrochen und in das 25 km entfernte Anholt gefahren. Pünktlich um 9:00 Uhr ging es dann am Wasserschloss Anholt los.

Das prächtige Schloss im Stile des Niederländischen Barock hatte ich mit Doxi bereits vor einigen Monaten auf unserer Schlössertour durch das Münsterland besucht, Deshalb haben wir dort heute nur kurz halt gemacht.

Anschließend ging es zunächst durch den historischen Ortskern von Anholt und weiter zur kleinen Siedlung Regniet unmittelbar der Grenze zu den Niederlanden. Kurz dahinter erreichen wir die Bocholter Aa, ein rund 50 km langer Nebenfluss der Issel, der aus dem Kreis Borken in den niederländischen Achterhoek fließt. Der nur schwach dahinströmende und mit vielen Seerosen bewachsene Fluß bildet in diesem Abschnitt die Grenze zu den Niederlanden.

Über mehrere Kilometer folgen wir dem Fluss in östlicher Richtung, bis wir beim Suderwicker Venn nach Süden in Richtung Isselburg abdrehen. Wir überqueren die Issel und laufen durch das historische Zentrum von Isselburg. Dahinter wenden wir uns in Richtung Anholt und stoßen bald auf die alte Klevsche Landwehr, einem spätmittelalterlichen Graben- und Wallsystem, das sich ursprünglich auf einer Länge von 40 km durch die Kreise Wesel und Borken zog.

Wir folgen der Klevschen Landwehr, die hier als Wassergraben den Platz des Golfclubs Wasserschloss Anholt durchschneidet. Ich genieße es immer wieder, durch die schön kultivierte Landschaft von Golfplätzen zu laufen. Herrlich ist das! Auch hier.

Nach knapp vier Stunden und 17 Wanderkilometern erreichen wir schließlich wieder unseren Ausgangspunkt am Wasserschloss Anholt. Das war wirklich eine sehr reizvolle Wanderung, die den Charakter des Münsterlandes eindrucksvoll erlebbar gemacht hat. Kompliment an den Westfälischen Heimatbund e.V., der diese Tour zusammengestellt hat.

( MITI )

Abendwanderung zum Hülzenberg

Abendwanderung zum Hülzenberg
Hochelten, 20. Juli 2018

Das ehemalige Reichsstift St. Vitus auf dem Eltenberg

Unser Stellplatz auf dem Eltenberg liegt in einem schönen Waldgebiet, das sich auf niederländischer Seite fortsetzt. Der Wald wird durch die Autobahn A3 durchschnitten, die hier die Grenze zwischen der Bundesrepublik und den Niederlanden bildet.

Am Abend begebe ich mich mit Doxi auf eine zehn Kilometer lange Wanderung durch dieses Gebiet. Zunächst laufen wir zum ehemaligen Reichsstift St Vitus auf dem Eltenberg. Gleich hinter der großen Kirche öffnet sich ein toller Blick vom Eltenberg hinunter ins Rheintal mit Emmerich und der imposanten Rheinbrücke am Horizont.

Dann tauchen wir in das große Waldgebiet ein, das aus sich auf einer riesigen Sanddüne erhebt und von sandliebenden Kiefern und Farnen geprägt ist. Auf niederländischer Seite wird es von einem gut ausgebauten Netz von Fahrrad- und Wanderwegen durchzogen, mit dem 80 m hohen Hülzenberg als höchste Erhebung.

Mit Hilfe meines Wandernavis drehen wir eine schöne Schleife, ohne jedoch die Grenzen des Gebiets zu erreichen. Dafür müssten wir etwas mehr Zeit haben. Doch der Tag war schon lang und ich will nicht in die Dunkelheit kommen. Vielleicht ergibt sich ja noch die Gelegenheit, hier etwas länger unterwegs zu sein.

( MITI )