Zweieinhalb Wochen in den Voralpen

Zweieinhalb Wochen in den Voralpen
Schliersee, 15. Oktober 2018

Kreuz an der Kreuzbergalm mit Blick auf den Schliersee

Ich melde mich zurück von einer herrlichen Herbsttour ins südliche Bayern mit Doxi und dem Wohnmobil. Wir waren 18 Tage unterwegs, haben an 20 Orten Station gemacht, sind 360 Kilometer gewandert und haben dabei  7.500 Höhenmeter bewältigt. Neben wunderschöner Landschaft haben wir auch tolle Burgen, Schlösser, Klöster und historische Altstädte besucht.

Und wir hatten großes Glück mit dem Wetter: Nur zwei Mal hat es in dieser Zeit geregnet. Meistens war es für diese Jahreszeit überdurchschnittlich sonnig und warm.

Auf dem Hinweg in den Pfaffenwinkel südwestlich von München haben wir zunächst einen schönen Tag in Heidelberg verbracht. Dann ging es weiter nach Augsburg und Landsberg am Lech. Am Ammersee waren wir in Dießen und dann am Kloster Andechs.

In Murnau haben wir eine wunderschöne Wanderung am Staffelsee unternommen, anschließend ging es weiter nach Oberammergau, wo wir zwei Tage verbracht und erste Bergerfahrungen gesammelt haben.

In Gamrisch-Partenkirchen sind wir dann als erstes auf den Wank aufgestiegen und mit der Seilbahn wieder hinuntergefahren. Am nächsten Tag ging es zur berühmten Partnachklamm. die ich unbedingt einmal sehen wollte. Auch am Fuße der Zugspitze waren wir.

Nach einem Zwischenhalt in Bad Tölz fuhren wir anschließend an den bezaubernden Schliersee weiter, wo wir drei Tage verbracht haben. Dann haben wir den Chiemsee angesteuert und uns nach zwei Tagen dort so langsam wieder in Richtung Norden gewandt.

Als nächstes haben wir das romantische Wasserburg am Inn besucht. Anschließend ging es nach Landshut, Ingolstadt, Nürnberg und über Bad Camberg im Taunus wieder nach Hause. Das war eine richtige Erlebnistour und durchaus eine Herausforderung für meine zum Schluss hin wanderwunden Füße. Zu Hause sind jetzt erst einmal zwei Tage Erholung angesagt …

Alle Fotos und Beiträge von dieser herrlichen Tour gibt es hier.

Hier haben wir haben bei dieser Tour mit dem Wohnmobil gestanden:

OrtBezeichnungAnfahrtPreisSt
Andechs
Zweieinhalb Wochen in den VoralpenSehr beliebter Stellplatz direkt am Kloster Andechs. Toller Blick auf das Kloster und teilweise auch in die schöne Umgebung. Entsorgungsmöglichkeiten vorhanden. Hervorragender Ausgangspunkt für Wanderungen.
Stellplatz am Kloster AndechsSeefelder Str. 21
82346 Andechs
Zweieinhalb Wochen in den Voralpen14 € ohne Strom, 17 € mit StromZweieinhalb Wochen in den VoralpenStrom verfügbar
Augsburg
Zweieinhalb Wochen in den VoralpenFunktionaler, aber nicht sehr einladender Stellplatz auf einem PKW-Schotterparkplatz an einer großen Sportanlage. Ca. 20 Gehminuten bis zur Innenstadt.
Parkplatz an der SportanlageSchillstraße 105
86152 Augsburg
7 €Zweieinhalb Wochen in den VoralpenStrom verfügbar
Bad Camberg
Zweieinhalb Wochen in den VoralpenSüßer kleiner Stellplatz in der Nähe der historischen Altstadt. Kostenlos und mit V/E.
Reisemobil-Stellplatz auf dem P1Jahnstraße
65520 Bad Camberg
0€Zweieinhalb Wochen in den VoralpenStrom verfügbar
Bad Tölz
Zweieinhalb Wochen in den VoralpenGroßer Schotterparkplatz direkt an der Isar nur wenige Gehminuten von der Altstadt entfernt. Am Platz gibt es Toiletten und Frischwasser, sowie Entsorgungsmöglichkeiten für Grauwasser und Chemie-WC.
Stellplatz an der IsarKönigsdorferstraße
83646 Bad Tölz
8 €
Bernau am Chiemsee
Zweieinhalb Wochen in den VoralpenStellplatz auf großem Schotterparkplatz am Freizeitpark Felden in unmittelbarer Nähe zur Autobahn A8. Drei Plätze mit direktem Blick auf den Chiemsee. Toiletten, Duschen und Entsorgungsmöglichkeiten vorhanden. Sieben Kilometer bis zur Seeschifffahrt in Prien.
Wohnmobil-Stellplatz am SeeRasthausstraße 11
83233 Bernau am Chiemsee
6 €
Dießen am Ammersee
Zweieinhalb Wochen in den VoralpenSchotterparkplatz extra für Wohnmobile am Bahnhof. Trotz Nähe zur Bahn nicht sehr laut. Ammersee nur zwei Gehminuten entfernt, ebenso die Innenstadt von Dießen. Entsorgungsmöglichkeiten und Frischwasser vorhanden.
Stellplatz am AmmerseeSeestraße 86911
Dießen/Ammersee
8 €Zweieinhalb Wochen in den VoralpenStrom verfügbar
Garmisch-Partenkirchen
Zweieinhalb Wochen in den VoralpenGroßer Asphaltparkplatz für bis zu 100 Wohnmobile unterhalb des Wank direkt an der Talstation der Wank-Bahn. Entsorgungsmöglichkeiten, Duschen und Toiletten vorhanden. Super Ausgangspunkt für Wanderungen. Ca. 20 Gehminuten bis zur Innenstadt von Partenkirchen.
Stellplatz Alpencamp am Wank Wankbahnstraße 2
82467 Garmisch-Partenkirchen
Zweieinhalb Wochen in den Voralpen13 € plus KurtaxeZweieinhalb Wochen in den VoralpenStrom verfügbar
Ingolstadt
Zweieinhalb Wochen in den VoralpenAbgetrennter Bereich für Wohnmobile am Rande eines Großparkplatzes zwischen den Wallanlagen und der historischen Innenstadt. V/E vorhanden
Stellplatz am HallenbadJahnstraße 9
85049 Ingolstadt
Zweieinhalb Wochen in den Voralpen6,50 € (inkl. Stom)Zweieinhalb Wochen in den VoralpenStrom verfügbar
Landsberg am Lech
Zweieinhalb Wochen in den VoralpenAusgewiesene Womo-Stellplätze neben dem großen Festplatz. Nur wenige Kilometer von der Autobahn A96 entfernt. Ca. 10 Gehminuten zur Innenstadt. Frischwasser und WC vorhanden.
Stellplatz Waitzinger WieseGottesackerangerweg 1
86899 Landsberg am Lech
7 €Zweieinhalb Wochen in den VoralpenStrom verfügbar
Landshut
Zweieinhalb Wochen in den VoralpenGroßparkplatz an der Isar am Rande der Altstadt. Keine Infrastruktur für Wohnmobile, aber dafür zentrunsnah gelegen und teilweise mit schönem Blick auf die Isar und den angrenzenden Park, Ein Teil der Parkplätze befindet sich auf Schotter, diese sind kostenlos. Ein Teil befindet sich auf Asphalt, diese sind kostenpflichtig.
Mix Parking GrieserwieseWittstraße
84032 Landshut
Zweieinhalb Wochen in den Voralpenkostenlos auf Schotter, 1 € auf Asphalt
Murnau am Staffelsee
Zweieinhalb Wochen in den VoralpenEinige wenige markierte Womo-Stellplätze auf dem großen PKW-Asphaltparkplatz am Bahnhof. Nur wenige Gehminuten zur Innenstadt und zum wunderschönen Staffelsee. Entsorgungsmöglichkeiten vorhanden.
Stellplatz am BahnhofSeehauser Straße 18
82418 Murnau am Staffelsee
5 €
Nürnberg
Zweieinhalb Wochen in den VoralpenEinfacher kleiner Stellplatz in der Nähe des Wöhrder Sees ohne Infrastruktur. Platz liegt an einer Bundesstraße und einer Bahnlinie. Bis zur historischen Altstadt sind es rund 3 km.
Stellplatz am Wöhrder SeeDr.-Gustav-Heinemann-Straße
90491 Nürnberg
0€
Oberammergau
Zweieinhalb Wochen in den VoralpenEinfacher Schotterparkplatz neben dem Festplatz ohne Infrastruktur. Direkt neben dem Campingplatz. Dort gibt es ebenfalls Stellplätze mit kompletter Infrastruktur. Zehn Fußminunten bis zur Ortsmitte. Idealer Ausgangspunkt für Wanderungen rund um Oberammergau.
Übernachtungsplatz am CampingparkEttaler Straße 56b
82487 Oberammergau
7 €
Schliersee
Zweieinhalb Wochen in den VoralpenKleiner Stellplatz an einem Parkplatz mitten im Ort ohne Infrastruktur. Nur wenige Gehminuten zur Therme und zum See. Idealer Ausgangspunkt für Wanderungen und Touren am Schliersee.
Stellplatz SchönauerstraßeSchönauerstraße
83727 Schliersee
0€
Wasserburg am Inn
Zweieinhalb Wochen in den VoralpenGroßer Asphaltparkplatz am Bade- und Sportzentrum oberhalb der Altstadt. Fußweg dorthin rund 15 Minuten. Kein V/E vorhanden.
Stellplatz Badezentrum BadriaAlkorstraße14
83512 Wasserburg am Inn
0€Zweieinhalb Wochen in den VoralpenStrom verfügbar
( MITI )

Zwischenstop in Bad Camberg

Zwischenstop in Bad Camberg
Bad Camberg, 13.10.2018

Der historische Amtshof von Bad Camberg am Obertorturm

Wir sind auf dem Rückweg von Nürnberg ins Rheinland. Auf zwei Drittel der Strecke machen wir am Mittag in Bad Camberg halt. Dort gibt es einen kleinen Womo–Stellplatz, der zur Zeit allerdings von Fahrgeschäften belegt ist, denn im Dorf findet die jährliche Kirmes statt. Kein Problem, stellen wir uns einfach vor das Freibad, gleich nebenan.

Bad Camberg liegt im Hintertaunus an der A3, nördlich von Wiesbaden und von Limburg an der Lahn. Die Gemeinde ist einer der ältesten Kneippkurorte Deutschlands und der Zentralort des „Goldenen Grunds“, der vom Emsbach durchflossen wird, Rund um den Ort sind mehrere Kurkliniken angesiedelt.

Bad Cambach verfügt über eine hübsche historische Altstadt mit zahlreichen Fachwerkhäusern, die größtenteils zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert errichtet wurden. Viele dieser Häuser gruppieren sich um den Marktplatz, der eine Handelsstation auf der Hohen Straße von Köln nach Frankfurt war. Einige dieser Häuser verfügen auf der Straßenseite über aufwändige Holzornamentik. Besonders auffällig sind sie am großen Amtshof gleich neben dem Stadttor.

Nach einem Streifzug durch die Altstadt wandere ich mit Doxi zur Kreuzkapelle, dem Wahrzeichen von Bad Camberg, Die Kapelle liegt weithin sichtbar auf einem Hügel oberhalb der Stadt. Von dort steigen wir in den schönen Wald zwischen Bad Camberg und Dombach hinab. Wir folgen dem Dombach in östlicher Richtung und steigen dann wieder nach Bad Camberg hinauf.

Elf Kilometer sind wir auf dieser Tour unterwegs. Das soll für heute genügen. Weiter geht’s in Richtung Heimat.

( MITI )

20 km barfuß durch Nürnberg

20 km barfuß durch Nürnberg
Nürnberg, 12.10.2018

Das mittelalterliche Heilig-Geist.Spital, in dem früher auch die Reichsinsignien aufbewahrt wuren

Nach zweieinhalb Wochen im südlichen Bayern geht es für Doxi und mich so langsam wieder in Richtung Heimat. Als letzte große Stadt südlich des Mains besuchen wir Nürnberg. Mit dem Wohnmobil stehen wir an einem kostenlosen Stellplatz in der Nähe des innerstädtischen Wöhrder See, rund drei Kilometer von der historischen Altstadt entfernt.

Von dort unternehmen wir am Morgen und am Nachmittag bei herrlichem Sonnenschein zwei ausgedehnte Stadtwanderungen durch Nürnberg. Bei unserer ersten Tour lasse ich mich ein wenig durch die Stadt treiben, bei unserer zweiten Tour versuche ich dann, der sogenannten „historischen Meile“ zu folgen, was mir jedoch nur teilweise gelingt. Barfuß war bei diesen beiden Touren übrigens nur Doxi unterwegs, ich hatte meine geliebten Wanderschuhe an  🙂

Mit mehr als einer halben Million Einwohner ist das moderne Nürnberg hinter München die zweitgrößte Stadt im Freistaat Bayern. Sie erstreckt sich in einem flachen Tal auf beiden Seiten der Pegnitz, die die Stadt von Ost nach West durchquert.

Erstmalige urkundliche Erwähnung fand die Stadt bereits in der Sigena-Urkunde aus dem Jahr 1050. Ihre erstes großes Wachstum erlebte sie als eigenständige Reichsstadt des Heiligen Römischen Reichs ab 1219.

Von 1424 bis 1796 wurden im Heilig-Geist-Spital zu Nürnberg die Reichsinsignien bestehend aus Reichskrone, Heiliger Lanze und das Reichsschwert aufbewahrt. Alle deutschen Könige und Kaiser weilten in diesen Jahrhunderten zumindest zeitweilig in Nürnberg, darunter auch Karl IV., der 1356 in Nürnberg die Goldene Bulle erließ.

Die Jahre zwischen 1470 und 1530 gelten als die Blütezeit von Nürnberg. Der Reichtum der Stadt kam durch das ausgezeichnete Handwerk sowie die günstige Lage als Handelsplatz in der Mitte Europas zustande. Gemeinsam mit Köln und Prag zählte Nürnberg In dieser Zeit zu den größten Städten des Heiligen Römischen Reiches.

20 km barfuß durch Nürnberg

Der Adler, Deutschlands erste Eisenbahnlokomotive für den Personenverkehr

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Nürnberg zu einem der industriellen Zentren in Bayern. So fuhr 1835 als erste Eisenbahn für den Personenverkehr in Deutschland der „Adler“ von Nürnberg nach Fürth.

Unrühmliche Zeiten erlebe die Stadt im Nationalsozialismus als Stätte der NS-Reichsparteitage, durch die „Nürnberger Rassengesetze“ und der NS-Kriegsverbrecherprozesse der Alliierten Siegermächte.

Heute ist Nürnberg unter anderem für seine nach starken Kriegszerstörungen in Teilen wiederaufgebaute mittelalterliche Altstadt, den weihnachtlichen Christkindlesmarkt und die einzigartigen Nürnberger Lebkuchen bekannt.

Als wir die Stadt am nächsten Morgen wieder verlassen, mache ich erst  einmal am Fabrikverkauf eines namhaften Lebkuchenherstellers halt. Dort decke ich mich für die kommende Weihnachtszeit ordentlich mit Lebkuchen ein. Ob meine Einkäufe das Weihnachtsfest aber tatsächlich erleben werden, da bin ich nicht ganz sicher. Denn dafür lachen sie mich einfach zu verlockend an  …

( MITI )

Auf der Nürnberger Burg

Auf der Nürnberger Burg
Nürnberg, 12. Oktober 2018

Blick vom Tiergärtnertor mit dem Albrecht Dürer-Haus (rechts) hinauf zur Burg

Ein Stadtspaziergang durch Nürnberg ohne die Besichtigung der Burg – das geht gar nicht. Denn die mehr als 1.000 Jahre alte Nürnberger Burg ist das weithin sichtbare Wahrzeichen der Stadt. Sie ist eine Doppelburg, bestehend aus der Kaiserburg und der angrenzenden Burggrafenburg.

Die Anlage liegt nördlich der Pegnitz auf einem Sandsteinrücken oberhalb der Sebalder Altstadt. Im Westen grenzt sie an den Neutorgraben, im Norden an den Vestnertorgraben. Die Burg ist nach Norden hin Teil der Nürnberger Stadtbefestigung. Von der Burg aus bietet sich ein toller Blick auf das unter ihr liegende Handwerkerviertel und die Altstadt.

Die Burg zählt in ihrem historischen Charakter als Wehrbau und Kaiserresidenz, Reichsburg und hohenzollerischer Burggrafensitz zu den geschichtlich und baukünstlerisch bedeutendsten Wehranlagen Europas. Zwischen dem Jahre 1100 und 1571 hielten sich alle Kaiser und Könige des Heiligen Römischen Reichs zeitweilig dort auf.

Im Dreißigjährigen Krieg war die Gegend um Nürnberg Schauplatz eines mehrere Jahre dauernden Stellungskriegs der Kriegsparteien, der 1632 zur Schlacht an der Alten Veste führte. Die Stadt und die Burg wurden aber nicht erobert. Nach dem Krieg verlor die Burg ihre militärische Bedeutung und die Reichstage fanden nicht mehr in Nürnberg, sondern ab 1663 endgültig in Regensburg statt.

Auf der Nürnberger Burg

Derr Tiiergärtnerturm unterhalb der Burg

1806 fielen die Burg und die Stadt an das Königreich Bayern. Mit dem Aufkommen der Romantik entstand ein neues historisches Interesse an der Burg. Nach der bayerischen Niederlage im Deutschen Krieg 1866 musste Ludwig II. dem preußischen König Wilhelm I. die Mitbenutzung der „Burg seiner Väter“ einräumen.

Aufgrund der schweren Beschädigungen durch die Luftangriffe auf Nürnberg im Zweiten Weltkrieg wurde die Burganlage ab 1950 in ihrer historischen Struktur wiederaufgebaut.

Auch bei unserem Besuch wird gerade wieder einmal renoviert. Teile der Burg sind eingerüstet. Dennoch bietet sich uns ein imposanter Anblick. Schön, das endlich einmal gesehen zu haben.

( MITI )

Ein Nachmittag in Ingolstadt

Ein Nachmittag in Ingolstadt
Ingolstadt, 11.10.2018

Das alte Rathaus von Ingolstadt am Rathausplatz

Nach unserer Tour durch Landshut fahren wir am frühen Nachmittag weiter nach Ingolstadt. Es geht auf Bundes- und Landstraßen quer durch Oberbayern, denn die Autobahn zu nehmen hieße, einen enormen Umweg über München einzuschlagen.

Unterwegs begegnen uns immer wieder abgeerntete Hopfenfelder, erkennbar an den vielen Rankstangen, an denen sich der Hopfen gen Himmel streckt. In Ingolstadt kommen wir auf dem Großparkplatz am Freibad unter. Bis zur historischen Altstadt sind es von dort nur wenige Schritte.

Ingolstadt liegt an der Donau und ist die fünftgrößte Stadt im Freistaat Bayern. Sie gehört zu den am schnellsten wachsenden Städten in Deutschland. Im Jahr 806 erstmals urkundlich erwähnt, verfügt Ingolstadt heute über eine weitgehend erhaltene historische Altstadt.

Ingolstadt verdankt seinen Aufstieg von einer kleinen Siedlung zur Stadt vor allem seiner strategischen Lage am Donauübergang in Richtung Nürnberg. Die Stadtrechte inklusive der Erlaubnis zum Bau einer gemauerten Stadtbefestigung wurden 1362 gewährt.

Vom 14. bis zum 18. Jahrhundert war die mittelalterliche Stadtumwehrung Ingolstadts ein gewaltiges Bauwerk aus Graben, Wall und Türmen. Im 15. Jahrhundert wurde die Stadterweiterung mit 87 Türmen abgeschlossen. Dies brachte Ingolstadt den Beinamen „Die hunderttürmige Stadt“ ein.

Ihre halbrunden Türme, die Angriffen besser widerstanden, machten die Stadtmauer zu einer der innovativsten in Bayern. Für viele Stadtmauern wurde sie zum Vorbild, darunter die von Donauwörth, Aichach oder Pappenheim.

Ingolstadt ist auch die Stadt des Bayerischen Bier-Reinheitsgebots. Bereits vor mehr als fünfhundert Jahren wurde hier festgelegt, dass das Bier nur aus Gerste, Hopfen und Wasser herzustellen sei. Ein Bier-Brunnen in der Innenstadt erinnert heute an diese Verordnung. Doxi musste natürlich direkt daran kosten – es kommt aber nur Wasser heraus 🙂

( MITI )

Auf Burg Trausnitz

Auf Burg Trausnitz
Landshut, 11. Oktober 2018

Blick auf die Burg Trausnitz

Neben dem Turm der Basilika St. Martin ist die Burg Trausnitz eine weithin sichtbare Landmarke oberhalb der Altstadt von Landshut. Die Höhenburg befindet sich auf dem Sporn eines Steilhanges, der Hofberg genannt wird.

Auf dem Gelände befand sich bereits seit etwa 1150 ein hölzerner Wachturm, der als „Landeshuata“ (Hut und Schutz des Landes) urkundlich erwähnt wird. Aus dieser Bezeichnung ging der Name der neuen Stadt hervor, die 1204 von Herzog Ludwig „der Kelheimer“ zusammen mit der heutigen Burg gegründet wurde.

1235 war die Burg weitgehend fertiggestellt, als Kaiser Friedrich II. Gast in Landshut war. In dieser Zeit wurde die Burg zu einem Zentrum der Reichspolitik und der staufischen Kultur. Unter anderem waren berühmte Minnesänger wie Tannhäuser und Walther von der Vogelweide zu Gast auf der Burg.

Im 15. Jahrhundert ließen die Herzöge von Bayern-Landshut die Burg erweitern. Es entstanden erhöhte Ringmauern, die neue Dürnitz und die Wehrtürme. Im 16. Jahrhundert wurde die Burg Landeshuata dann in Burg Trausnitz (Trau dich nicht) umbenannt und war bis 1503 fast durchgehend Herzogssitz der niederbayerischen Wittelsbacher.

Die mittelalterlichen Befestigungen sind bis heute größtenteils erhalten geblieben. Der älteste Bestand der Hauptburg aus der Zeit von 1204 bis um 1230/40 ist im Stil der so genannten Zisterziensergotik errichtet. Der Innenhof wurde ab 1575 im Stile der Renaissance gestaltet, und die Fassaden der Galeriegeschosse des Innenhofs mit weitgespannten Arkaden versehen.

Eine wirklich sehenswerte Anlage. Nur den großen Hofgarten hinter der Burg haben wir leider verpasst. Ich war an den Wirtschaftsgebäuden auf einen Obstgarten gestoßen und hatte diesen für den Hofgarten gehalten. Wäre wir besser mal noch ein Stück weiter gelaufen …

( MITI )

Tour durch Landshut

Tour durch Landshut
Landshut, 11.10.2018

Die Basilika St. Martin überrragt die Innenstadt von Landshut

Nach zwei Wochen verlassen wir die schönen Voralpen und bewegen uns langsam in Richung Norden. Als erstes statten wir Landshut einen Besuch ab, der größten Stadt von Niederbayern.

Wir stehen mit dem Wohnmobil auf dem Großparkplatz Grieserwiese unmittelbar an der Isar und nur wenige Gehminuten von der Altstadt entfernt.

Schon vom Parkplatz aus erblicken wir den Turm der Basilika St. Martin, der mit 130 Metern höchste aus Backsteinen errichtete Kirchturm der Welt. In etwa auf der selben Höhe erhebt sich über der Altstadt die mittelalterliche Burg Trausnitz.

Als offizielles Gründungsjahr der Stadt und ihrer Burg gilt das Jahr 1204. Als Hauptstadt des Teilherzogtums Bayern-Landshut erlebte die Stadt ihre größte Blüte im 14. und 15. Jahrhundert. Die prachtvolle Landshuter Hochzeit von 1475 ist eine seit dem Spätmittelalter berühmte Veranstaltung, bei der Heirat des bayerischen Herzogs Georg des Reichen mit der polnischen Königstochter Hedwig von Burghausen nachgespielt wird.

Die Landshuter Altstadt gilt als einer der baukulturell bedeutendsten und besterhaltenen historischen Stadtkerne in Deutschland. Bei unserem ausgedehnten Stadtspaziergang begegnen uns viele wunderschöne Bauten aus der Zeit der Gotik, der Reanissance und des Biedermeiers. Wirklich bezaubernd dieses Landshut. Damit hatte ich gar nicht gerechnet.

( MITI )

Rund um Wasserburg

Blick von den Inn-Höhen hinunter nach Wasserburg

Unseren Besuch in Wasserburg am Inn haben wir heute für zwei Wanderungen entlang des Flusses genutzt. Am Morgen sind wir auf einer 14 Kilometer langen Wanderung erst durch die Altstadt von Wasserburg gelaufen. Dann ging es stromabwärts in Richtung der großen Inn-Brücke, auf der die Bundesstraße 304 den Inn nordwestlich von Wasserburg quert.

Auch wir haben diese Brücke genutzt, um auf die andere Flussseite zu gelangen. Dahinter sind wir in Richtung Innleiten gelaufen, wie die Inn-Höhen oberhalb von Wasserburg genannt werden.

Kurz vor Wasserburg gibt aus dort einen Punkt mit dem passenden Namen „Schöne Aussicht“. Aus einer Höhe von rund 70 Metern oberhalb des Flussbetts blickt man von dort wunderbar auf Wasserburg hinab.

Hinter dem Aussichtspunkt führt ein steiler Weg den Hang hinunter und direkt zur Inn-Brücke am Bruck-Tor der historischen Altstadt.

Am späten Nachmittag brechen wir zu einer weiteren Wanderung auf, diesmal stromaufwärts. Von unserem Stellplatz am Freizeitbad Badria laufen wir zunächst hinunter in die Altstadt und dort hinauf zum ehemaligen Schloss. Vom Schloss führt eine lange Treppe hinunter zum Uferweg, dem wir parallel zum Fluss in südwestlicher Richtung folgen.

Auenlandschaft am Fluss

Bald erreichen wir die große Staustufe am Wasserkraftwerk Wasserburg. Davor wird der Fluss stromaufwärts zu einem breiten See aufgestaut. Der Inn hat sich dort eine geschützte Auenlandschaft geschaffen.

Auf dem Deich am Rande der Auen laufen wir über mehrere Kilometer stromaufwärts bis zum Ort Attel. Im Gegenlicht der warmen, tiefstehenden Sonne sieht die Flusslandschaft unglaublich malerisch und fast ein wenig verwunschen aus.

An der Mündung des Flusses Attel in den Inn schlagen wir den Rückweg ein und steigen dazu auf die Innhöhen beim Kloster Attel auf. Durch mehrere kleine Orte und vorbei an zahlreichen Höfen geht es nun in nordöstlicher Richtung auf den Höhen bis nach Burgau, dem Nachbarort von Wasserburg. Von dort steigen wir wieder nach Wasserburg hinabsteigen.

Um nicht in die Dunkelheit zu geraten, sind wir auf dieser Wanderung schnellen Schrittes unterwegs. Am Ende haben wir fast 18 Kilometer in nur dreieinhalb Stunden zurückgelegt.

Entsprechend k.o. sind Doxi und ich, als wir wieder das Wohnmobil erreichen. Mehr als 30 Kilometer sind wir heute rund um Wasserburg gewandert. Jetzt habe ich mir erst einmal einige schöne Saunagänge im Badria verdient. Und Doxi bekommt eine Extra-Portion Fleischwurst.

( MITI )

In Wasserburg am Inn

In Wasserburg am Inn
Wasserburg am Inn, 10.10.2018

Blick von der Inn-Brücke auf die Altstadt von Wasserburg

Viele Menschen haben irgendwo im Hinterkopf einen ganz persönlichen Sehnsuchtsort, der mit starken Emotionen verbunden sind. Für mich ist Wasserburg am Inn ein solcher Ort. Vor vielen Jahren habe ich eine Dokumentation über den Inn und die Städte an seinen Ufern gesehen. Und weil Wasserburg damals so ganz besonders romantisch auf mich wirkte, hat mich das irgendwie zum Träumen gebracht.

Jetzt habe ich Wasserburg endlich einmal besucht – und ich bin nicht enttäuscht worden. Am Morgen lag noch eine dicke Nebeldecke über der Stadt und ließ alles grau erscheinen. Aber am Mittag kam die Sonne heraus und brachte die vielen farbig angestrichenen Häuser so richtig zum strahlen.

Die Altstadt von Wasserburg liegt auf einer fast vollständig vom Inn umflossenen Halbinsel, die nur über eine schmale Landzunge erreichbar ist. Vom gegenüberliegenden Steilufer, der Innleiten, überblickt man aus 70 Meter Höhe die gesamte Altstadt mit ihrer bis ins Mittelalter zurückreichenden Bausubstanz.

Schon zur Römerzeit bildete der Inn eine wichtige politische und kulturelle Grenze. Im frühen Mittelalter entstand eine erste Burg oberhalb des Flusses. Durch den Salzhandel, die Innschifffahrt und die damit verbundenen Einnahmen gelangte die Siedlung am Fuße der Burg zu Wohlstand.

In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts erhielt Wasserburg Stadtrechte. Zu deren Absicherung errichtete man eine Ringmauer mit Graben. Die strategisch günstige Lage sorgte dafür, dass die Stadt auch in den kriegerischen Wirren des Mittelalters nicht erobert oder zerstört wurde.

Die Halbinsel ist im Lauf der Jahrhunderte stetig nach Norden und Osten gewachsen, während der Inn das gegenüberliegende Steilufer abgetragen hat. Dieser Prozess kam erst mit der Befestigung der Ufer im Rahmen des Kraftwerksbaus am Inn in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zum Stillstand.

In der warmen Mittagssonne strahlen die vielen belebten Plätze und Cafes zwischen den bunten Häusern ein fast mediterranes Flair aus. Es herrscht ein geschäftiges Treiben. Wie schön das hier ist. Ich bin ganz begeistert.

( MITI )

Zwischen Spätsommer und Herbst

Zwischen Spätsommer und Herbst
Bernau am Chiemsee, 9. Oktober 2018

Hinter Bernau ragen die Chiemauer Alpen auf

Mitte Oktober im Chiemgau: Wir bewegen uns auf einem schmalen Grat zwischen Spätsommer und Herbst. In der Sonne ist es noch richtig schön warm, doch wenn Nebel aufzieht, wird es schnell kalt. Und mit einem Mal fällt einem auf, wieviele Bäume schon von Grün auf Gelb umgeschaltet haben. Das konnten wir bei unserer Wanderung heute wieder erleben.

Wir starten am frühen Morgen bei tollem Sonnenschein und blauem Himmel am Chiemsee und laufen hinauf in den Seeort Bernau. Dahinter erheben sich die Chiemgauer Alpen, und als wir diese erreichen, tauchen schlagartig dicke Schatten über uns auf – Wolken, die aus den Bergen in Richtung See ziehen.

Eben dachte ich noch, ich hätte besser eine kurze Wanderhose angezogen, jetzt muss ich mir bereits eine Jacke überziehen. Die Gipfel sind in dicke Nebelschwaden gehüllt, keine Vogelstimmen sind zu vernehmen.

Die Stimmung wird herbstlich trüb, aber auch ein wenig bunt. Je höher wir steigen, desto farbenfroher leuchten uns einzelne Laubbäume entgegen. Das dunkle Grün des Nadelswalds ist durchsetzt mit roten, gelben und orangen Sprengseln.

Zwischen Spätsommer und Herbst

Mariengrotte am Fuße der Berge

Wir laufen zunächst an der Mariengrotte vorbei und steigen zur Seiseralm auf. Dort hat man einen fantastischen Blick über Bernau und den Chiemsee – sofern das Wetter mitspielt. Also heute nicht 🙁

Weiter geht es immer bergauf auf der Asphaltstraße, die in Richtung Kampenwand führt. Diese verlassen wir nach einer Weile und laufen durch dichten und dunklen Wald in Richtung der Herrnalm.

Bald erreichen wir die erstem Almwiesen, die jedoch bereits verwaist sind. Die Kühe befinden sich bereits wieder im Tal. Auch das Bauernhaus liegt verlassen da, eine Bewirtung gibt es jetzt nicht mehr. Wir legen dort trotzdem eine Pause ein.

Dann beginnt unser Abstieg in Richtung Bernau oberhalb der sogenannten Wolfsschlucht, einem tiefen Taleinschnitt, der vom wild rauschenden Schauergraben durchflossen wird. Auf halber Strecke kommen wir am „Stachl“ vorbei, einem ehemaligen Bauernhof, von dem jetzt nur noch einzelne, von Baumwurzeln umschlungene Kellermauern stehen.

Bald erreichen wir wieder den Ortsrand von Bernau und nach insgesamt 15 Wanderkilometern und knapp vier Stunden auch wieder unseren Stellplatz am Chiemsee. Auch hier haben die Wolken aus den Bergen die Sonne mittlerweile vertrieben, aber so ist das eben in dieser Jahreszeit auf dem schmalen Grat zwischen Spätsommer und Herbst.

( MITI )

Am Chiemsee

Am Chiemsee
Bernau am Chiemsee, 8.10.2018

Blick aus dem Wohnmobil auf den Chiemsee

Wir sind am Chiemsee angekommen, dem „bayerischen Meer“, wie man gerne sagt. Wir stehen in Bernau, im Ortsteil Felden, auf einem Womo-Stellplatz am Freizeitgelände und haben das Glück, direkt auf den See zu blicken. Im Hintergrund hört man ein wenig die Autobahn, denn die A8 nach Salzburg führt unmittelbar am Südrand des Sees vorbei.

Der Chiemsee ist wirklich riesig, das war mir gar nicht klar. Mit einer Fläche von fast 80 km² ist er der größte See in Bayern und nach dem Bodensee und der Müritz der drittgrößte See in Deutschland.

Wie viele der Seen in den Voralpen entstand auch der Chiemsee am Ende der Würm-Kaltzeit vor ca. 10.000 Jahren als Ausschürfung eines Gletschers. Ursprünglich war der See sogar fast dreimal so groß wie heute. Der größte Zufluss des Sees ist die Tiroler Achen im Südosten, der einzige Abfluss die Alz im Norden.

Südlich des Sees erheben sich die Chiemgauer Berge, der Hochfelln, der Hochgern, die Hochplatte und die Kampenwand. Von dort kamen heute immer wieder Wolken hereingezogen, aber zwischendurch war es auch schön sonnig.

Bekannt ist der See vor allem durch zwei seiner drei größeren Inseln: Auf der Fraueninsel befindet sich seit dem Jahr 772 die Abtei Frauenwörth, ein Kloster der Benediktinerinnen. Noch bekannter ist die Herreninsel mit dem Neuen Schloss Herrenchiemsee des „Märchenkönigs“ Ludwig II.

Genau dort will ich mit Doxi hin. Also laufen wir erst einmal 7 Kilometer bis nach Prien und besteigen dort eines der Ausflugsschiffe, das uns in rund zehn Minuten zur Herreninsel bringt. Dort schauen wir uns das berühmte Schloss an, das Versailles nachempfunden ist, und laufen einmal komplett um die zu zwei Dritteln bewaldete Insel.

Am Chiemsee

Naturidyll am Rande der Herreninsel

Weil auf der Herreninsel nie Forstwirtschaft betrieben wurde, gibt es dort unheimlich viele alte und riesige Bäume. Auch sonst ist es dort landschaftlich sehr schön. Abseits des Schlossareals sind nur relativ wenige Besucher unterwegs. Die Landschaft ist ein wenig hügelig. Es gibt Kuhweiden, Obstbaumwiesen und sogar ein Wildgehege im etwas abgelegenen Teil der Insel. Fast acht Kilometer laufen wir über die Insel, bis uns das Schiff wieder zurück nach Prien bringt.

Eigentlich wollte ich mir auch noch die wesentlich kleinere Fraueninsel anschauen. Aber weil wir von Prien aus noch einmal 7 Kilometer zurück zum Wohnmobil laufen müssen, erspare ich uns das heute.

Wie gern würde ich noch mein Faltboot auspacken und ein wenig auf dem See paddeln. Doch als wir das Wohnmobil wieder erreichen, haben wir mehr als 20 Kilometer zurückgelegt, und mir steckt auch noch die anstrengende Kletterei gestern am Brecherspitz in den Beinen. Vielleicht bleiben wir ja noch einen Tag am schönen Chiemsee und ich gehe morgen paddeln.

( MITI )

Hoch auf den Brecherspitz

Hoch auf den Brecherspitz
Neuhaus, 7. Oktober 2018

Blick vom Nordgrat des Brecherspitz hinunter zum Schliersee. Im Hochtal vorne links die Anklalm.

Puh, das heute war meine bislang anstrengendste und auch aufregendste Tour in den Voralpen. Nachdem es am Morgen geregnet hatte, sind wir ausnahmsweise einmal erst Mittags aufgebrochen. Unser Ziel: Der Hausberg des Schliersees, der pyramidenförmige Brecherspitz, der sich am Südrand des Sees beim Ort Neuhaus rund 1.000 Meter über das Seeniveau erhebt.

Der Berg gehört zum Mangfallgebirge und wird in der Regel von Neuhaus aus begangen. Die Route verläuft zunächst südlich auf dem Weg durch den Dürnbachwald, dann an der Anklalm vorbei und über den Nordgrat zum Gipfel.

Bis zur Anklalm im Hochtal unter dem Spitzingsattel ist der Weg zwar teilweise steil, aber auf breiten Waldwegen mühelos zu gehen. Hinter der Alm folgt erst ein steiniger Pfad durch die Almwiesen, dann beginnt der letzte Aufstieg über einen schmalen Pfad durch dichtes Gehölz auf dem Nordgrat zum Gipfel. Der Pfad ist felsig, immer wieder muss man klettern.

Weil es heute schon mehrfach kurz geregnet hat, ist der Felsen rutschig. Doxi kommt mit ihrem Vierradantrieb fast noch besser voran, als ich, aber an einigen Stellen muss ich ihr helfen, indem ich ihren Popo nach oben drücke.

Es wird immer steiler und schwieriger, und mir wird zunehmend unwohl. Ob ich mir da nicht zu viel vorgenommen habe? Fünfzig Meter unterhalb des Gipfels kommen mir Wanderer entgegen. Sie berichten mir auf Nachfrage, dass die letzten Meter hinauf zum Gipfel noch anspruchsvoller werden und dass beim Abstieg auf der anderen Bergseite am Spitzingsattel ein schmaler Grat mit teils ausgesetzten Steig und einigen Seilsicherungen zu überwinden ist.

Hoch auf den Brecherspitz

Auf dem Nordgrat das Brecherspitz: Blick in das östliche Nebental des Schliersees

Darauf hin verlässt mich der Mut. Ich hatte gehofft, dass der Abstieg leichter sein würde, als der Aufstieg. Ich entscheide mich deshalb für den Rückzug, d.h. den Abstieg auf der bereits zurückgelegten Route.

Mühsam und in ständiger Sorge um das Wohlergehen meines Hundes klettern wir wieder zur Anklalm hinab, teilweise auch ich auf allen Vieren.

Als wir dort ankommen, bin ich in Schweiß gebadet – vor Anstrengung und auch vor Aufregung. Aber ist ja noch mal alles gut gegangen und Doxi hatte vermutlich nicht mal so viel Streß wie ich. Alles Kopfkino.

Als wir wieder am Wohnmobil eintreffen, haben wir schließlich 19 Wanderkilometer und mehr als 900 Höhenmeter zurück gelegt. Sechs Stunden waren wir unterwegs. Ich bin fix und fertig. Der Tag ist gelaufen. Was für ein Abenteuer!

P.S.: im Nachgang habe ich erfahren, dass es auf dem schmalen Grat am Spitzingsattel, den wir durch unsere Umkehr unterhalb des Gipfels ausgelassen haben, bereits mehrere tödliche Abstürze gegeben hat. Haben wir doch alles richtig gemacht.

( MITI )

Der Prinzenweg zum Tegernsee

Der Prinzenweg zum Tegernsee
Schliersee, 6. Oktober 2018

Blick hinunter auf den Tegernsee

Ein beliebter Wanderweg am Schliersee ist der Prinzenweg, der durch die Berge zum Tegernsee führt. Als wir früh am Morgen von unserem Stellplatz aufbrechen, liegt der Schliersee noch ganz ruhig und verschlafen da.

Wir laufen am See entlang und verlassen den Ort Schliersee in nordwestlicher Richtung. Kurz hinter dem Ortsrand treffen wir auf den Stauweiher an der Hennererstraße, der vom Breitenbach gespeist wird. Ein Stück dahinter erreichen wir den Wanderparkplatz an der Hennerer Au.

Dort verlassen wir den Asphaltweg und beginnen unseren Aufstieg durch den dichten Wald. Jetzt sind wir auf dem Prinzenweg, der lange dem Breitenbach bergaufwärts folgt.

Immer höher geht es hinauf, doch erst mit dem Erreichen der Kreuzbergalm verlassen wir den Wald und können wir die ersten fantastischen Fernblicke hinunter zum Schliersee und auf die umgebenden Berge genießen.

Die Almhütte ist bereits geschlossen, die Kühe wieder im Tal. Doch es stehen noch mehrere Kästen Bier und Saft zur Selbstbedienung bereit. Ich gönne mir eine erfrischende Apfelschorle, dann geht es einen steilen Pfad durch die Almwiesen hinab und anschließend direkt wieder hinauf, bis wir am Gindelalmschneid den höchsten Punkt der Wanderung erreichen.

Von dort blickt man nach Süden zum Schliersee und nach Norden in die Ebene vor dem Oberland. Weit entfernt am Horizont kann man sogar den Großraum München erkennen.

Weiter geht es mehrere Kilometer durch den Wald auf der Hochebene. Wir folgen dem Gindelalmweg bis zur Gindelalm auf dem Berg Neureuth. Dort befindet sich der beliebte Burggasthof Neureuth, der jezt am Mittag bereits gut mit Gästen gefüllt ist. Von der Terrasse hat man einen fantastischen Blick hinunter zum südlichen Teil des Tegernsees.

In rund 90 Minuten kann man von dort oben zum Tegernsee hinabsteigen. Da wir bereits dreieinhalb Stunden unterwegs sind, will ich darauf jedoch heute verzichten und es beim schönen Blick auf den See belassen.

Also treten wir den Rückweg an, wobei wir auf der Kreuzbergalm noch einmal eine Rast in der warmen Nachmittagssonne einlegen. Diesmal gönne ich mir eine Johannisbeerschorle – auch sehr lecker!

Nach rund sieben Stunden, 24 Wanderkilometern und 680 Höhemetern im Aufstieg erreichen wir am Nachmittag wieder unser Wohnmobil. Das war eine tolle Tour mit herrlichen Fernblicken in das Alpenvorland. Gut, dass wir auf den Abstieg und Wiederaufstieg von und nach Tegernsee verzichtet haben, denn ich bin auch so schon ganz schön k.o. Und Doxi auch. Sie verkriecht sich in den Schatten unter dem Wohnmobil und schläft sofort ein.

( MITI )

Am schönen Schliersee

Am schönen Schliersee
Schliersee, 5.10.2018

Blick von der Oberleitenalm hinunter auf den See und den Ort Schliersee

Von Bad Tölz sind wir an den Schliersee weitergefahren, wo es einen kleinen kostenlosen Womo-Stellplatz mitten im Ort gibt. Wir haben Glück, dass wir unmittelbar vor dem Beginn des Wochenendes noch einen der nur vier Stellplätze ergattern können. Man steht dort sehr eng und es gibt keine Infrastruktur, aber die Lage ist wunderbar – in vier Minuten ist man am See.