Finanzfachhochschule Schloss Nordkirchen

Finanzfachhochschule Schloss Nordkirchen
Nordkirchen, 4. März 2018

Schloss Nordkirchen aus der Vogelperspektive (Foto Günter Seggebäing, Coesfeld | http://commons.wikimedia.org | Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE)

Es gilt als das „Westfälische Versailles“: Das Schloss Nordkirchen auf dem Gebiet der Gemeinde Nordkirchen im nordrhein-westfälischen Kreis Coesfeld. Das denkmalgeschützte Wasserschloss ist die größte und bedeutendste Barockresidenz Westfalens. Die Anlage befindet sich seit 1958 im Besitz des Landes NRW, das dort eine Fachhochschule für zukünftige Mitarbeiter im gehobenen Dienst der Finanzverwaltung unterhält.

Leider war das Wetter bei unserem Besuch an diesem grauen Wintersonntag nicht ganz so schön wie auf dem Foto oben, doch dafür waren wir fast alleine auf dem Gelänge unterwegs und konnten uns ganz ungestört umschauen.

Wie nahezu alle Wasserschlösser Westfalens geht auch Schloss Nordkirchen auf eine mittelalterliche Wasserburg zurück. Die Anlage liegt inmitten eines großen Wald- und Parkgeländes an der Straße von Nord- nach Südkirchen. Das Schloss steht auf einer rechteckigen Insel und wird von zwei Wassergräben umringt. Die Ecken der Insel werden durch vier kleine, achteckige Pavillons betont.

Die Schlossgebäude sind von einem rund 172 Hektar großen Schlosspark umgeben, mit der nördlich vorgelagerten Venusinsel als repräsentativsten Teil. Seinen Namen verdankt dieser Abschnitt den mehrfach dort aufgestellten Venus-Skulpturen. Den Mittelpunkt bildet ein Broderieparterre mit in Form geschnittenen Buchsbäumchen, Eiben und Liguster. Davor breitet sich der große Spiegelweiher aus, zu dem breite Treppen hinunterführen. Total schön und anmutig sieht das aus.

Von 1368 bis 1694 befand sich die Anlage im Besitz der einflußreichen Familie von Morrien. 1694 erwarb Friedrich Christian von Plettenberg-Lenhausen, Fürstbischof von Münster, das Gut Nordkirchen und begann, das bestehende Wasserschloss zu einem repräsentativen Stammsitz seiner Familie auszubauen. Später kam das Schloss in den Besitz der Familie Esterházy de Galántha und ab 1903 in das der Herzöge von Arenberg, die durch den Kohlebergbau im Ruhrgebiet zu außerordentlichem Reichtum gekommen waren. Schließlich war es das Land NRW, das die Anlage nach dem zweiten Weltkrieg vor dem Verfall bewahrte und im Laufe mehrere Jahrzehnte liebevoll restaurieren ließ.

Ich bin wirklich angetan von dieser beeindruckenden Anlage, die ich auf jedem Fall im Frühjahr oder Sommer noch einmal besuchen möchte, wenn das Wetter schöner ist und die Gartenanlagen in voller Pracht erstrahlen. Aber dann ist hier bestrimmt auch viel mehr los …

( MITI )