Littardkuhlen – Schaephuyser Höhen

Schloss Bloemersheim im Staatsforst Rheurdt/Littard

Heute waren wir bei plus 2 Grad Celsius im schönsten Schneematsch am nördlichen Niederrhein westlich von Neukirchen-Vluyn unterwegs. Auf dem ersten Stück der 17 Km langen Wanderung folgen wir dem europäischen Wanderweg E8, der von Irland nach Bulgarien führt. Durch dichten Laubmischwald laufen wir im Staatsforst Rheurdt/Littard auf Schloss Bloemersheim zu, das von einem schönen Schlossweiher umgeben ist.

Das heutige Schloss geht auf eine mittelalterliche Fluchtburg zurück, in die sich die Bauern aus der Umgebung in Kriegszeiten flüchteten. Über Jahrhunderte verlief die Grenze zwischen dem Herzogtum Geldern und der Grafschaft Moers mitten durch das Burggelände und die Küche im Haupthaus. Erst unter preußischer Herrschaft wurde der Grenzverlauf im Jahre 1724 so angepasst, dass das gesamte Burggelände zum Fürstentum Moers gehörte.

Hinter Schloss Bloemersheim wandern wir durch die Schaephuysener Heide in den Wald an den Littardkuhlen. Diese schmalen, langgestreckten Seen gehören zur „Niep“, einer verlandeten Altstromrinne des Rheins. Als sumpfige Niederung zieht sie sich von Krefeld nach Vluyn und weiter hinauf bis nach Issum. Entlang der Rinne reiht sich eine Vielzahl kleinerer und größerer Tümpel und Seen aneinander, die durch Bäche und Gräben locker verbunden sind.

An der Meenenkaule verlassen wir den Wald, durchqueren den Ort Rheurdt und steigen am Ortsrand bei der alten Rheurdter Turmwindmühle hinauf auf die Rheurdter Höhen. Gemeinsam mit den sich anschließenden Schaephuysener Höhen bilden sie eine der wenigen natürlichen Erhebungen in der flachen Landschaft des Niederrheins, entstanden als eine Endmoräne in der Saaleeiszeit.

Wir folgen dem schmalen Höhenrücken in südlicher Richtung, vorbei am Schardenberg, Saelhuyser Berg und Hahnenberg bis zum Windberg, wo wir in östlicher Richtung abdrehen und erneut auf den Europäischen Wanderweg E8 treffen.  Dann geht es wieder in den Staatsforst Rheurdt/Littard hinein, wo wir nach knapp vier Stunden erneut unseren Ausgangspunkt erreichen.

( MITI / )