Von der Rur zum Haus Overbach

Haus Overbach

Zweiter Testtag für meine neue Wanderregenjacke. Heute sind wir im Regen an der Rur bei Jülich unterwegs. Wir starten am Brückenkopfpark, der nach einer Festungsanlage aus napoleonischer Zeit benannt ist, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts errichtet wurde und die Stadt von Westen her schützen sollte.

Die Anlage befand sich an einer bereits in der Antike bedeutenden Stelle. Hier kreuzte die Römerstraße „Boulogne – Heerlen – Köln“ an einem der wenigen gangbaren Rurübergänge den wilden Fluss und eröffnete damit den Zugang ins Rheinland. Wir wandern in nördlicher Richtung an der Rur entlang und laufen durch die Rurauen, in denen sich der Fluss bei Hochwasser ungestört ausdehnen kann.

Bald passieren wir den kleinen Ort Broich und biegen dahinter in Richtung Westen zum Barmener Baggersee ab, einer ehemaligen Kiesgrube, die heute als Naherholungsgebiet dient. Wir umrunden den See auf ufernahen Pfaden und laufen anschließend auf das Haus Overbach zu, einer früheren Wasserburg im Jülicher Stadtteil Barmen.

Die erste urkundliche Erwähnung von Haus Overbach als Rittersitz datiert aus dem Jahre 1341 in einer Urkunde von Johannes de Overbach. Der Gebäudekomplex ist heute im Besitz der Ordensgemeinschaft der Oblaten des hl. Franz von Sales. Die Gebäude werden als Verwaltungsgebäude des Ordens, als Kloster und auch für ein kirchliches Gymnasium genutzt. Zwei meiner Jugendfreunde haben hier vor 30 Jahren ihren Zivildienst abgeleistet und so lange war ich nicht mehr hier. Ich bin überrascht, so unvermittelt auf die Anlage zu stoßen und bekomme ein wenig nostalgische Gefühle. Damals waren wir noch jung …

Durch schönen Wald geht es auf einem Waldlehrpfad weiter in südöstlicher Richtung nach Jülich-Koslar, das wir entlang eines Baches mit dem schönen Titel „Altdorf-Kirchberg-Koslaer-Mühlenteich“ durchlaufen. Bald erreichen wir die Rurauenstraße, eine prächtige Allee mit alten Kastanien, die uns zurück zu unserem Startpunkt am Brückenkopfpark bringt.

Dreieinhalb Stunden waren wir heute größtenteils im Regen unterwegs und haben 13 Kilometer zurückgelegt. Unter meiner neuen Jacke plus Regenhose bin ich schön trocken geblieben. So soll es sein 🙂

( MITI / )