Römische Baudenkmäler bei Nettersheim

Der 2014 geschaffene Wanderweg „Archäologie entdecken“ führt zu zahlreichen römischen Baudenkmälern rund um Nettersheim

Heute waren wir in der schönen Eifellandschaft rund um Nettersheim im Kreis Euskirchen unterwegs. Leider zeigte sich der Herbst von seiner grauen und windigen Seite, doch dafür gibt es rund um Nettersheim eine Menge zu entdecken. Bemerkenswert sind vor allem die vielen archäologischen Bodendenkmäler aus römischer Zeit, die von einem eigens geschaffenen Wanderweg erschlossen werden.

Durch die Gemeinde fließt die Urft, in die in Nettersheim der Genfbach mündet, sowie die Erft, die im Ortsteil Holzmülheim entspringt. Wir starten am Bahnhof und laufen zunächst am Genfbach entlang. Nach einem Aufstieg auf die Hochfläche nördlich von Nettersheim geht es am „Grünen Pütz“ durch schönen Buchenwald hinab in das Urfttal.

Dort befindet sich die am weitesten von Köln entfernte Quellfassung der römischen Eifelwasserleitung mit rekonstruierter Brunnenstube. In der schönen Talaue drehen wir Richtung Süden ab und erreichen einen Kilometer südlich von Nettersheim die Überreste der Römischen Handwerkersiedlung „Vicus Marcomagus“ an der alten römischen Fernstraße Köln–Trier (Via Agrippa).

Zu dieser Siedlung gehören auch die Görresburg, ein gallo-römischer Tempelbezirk, und der sogenannte Steinrütsch. Inerhalb des Vicus ist zwischen Görresburg und Steinrütsch eine acht Meter breite Straße nachweisbar. Auf der Görresburg befand sich ein Tempelbezirk, in dem die Matronae „Aufaniae“ verehrt wurde. Am Steinrütsch befinden sich u. a. Überreste eines Kleinkastells. Sehr interessant, das einmal zu sehen und sich vorzustellen, wie die Römer in dieser fruchtbaren Landschaft vor zweitausend Jahren gelebt haben.

( MITI / )