Ein sonniger Tag in Malmedy

Seitenansicht auf das Heimatmuseum und die Kathedrale Saints-Pierre

Nach unserer Wanderung durch das Oleftal cruise ich mit Doxi noch ein wenig durch den unmittelbar angrenzenden Ostteil von Belgien. Wir landen im schönen Malmedy, das auf eine wechselhafte Geschichte im Kräftespiel großer Mächte zurückblickt.

Die Stadt geht auf den Heiligen Remaclus zurück, der hier im Jahre 648 ein Kloster gründete. Jahrhundertelang war Malmedy Teil eines geistlichen Territoriums im Heiligen Römischen Reich. Im Gefolge der Napoleonischen Kriege gehörte die Stadt von 1795 bis 1815 zu Frankreich. Ab 1820 war Malmedy dann als Resultat des Wiener Kongresses für einhundert Jahre Teil der preußischen Rheinprovinz, bevor es 1920 durch den Versailler Vertrag zum Königreich Belgien kam.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Malmedy im Mai 1940 beim Angriff deutscher Verbände auf das neutrale Belgien besetzt. Vier Jahre später wurde die Stadt zunächst durch US-Truppen befreit, dann aber nach Beginn der Deutschen Ardennenoffensive von der Wehrmacht und SS-Truppen überrannt. Nach der erneuten Rückeroberung durch amerikanische Truppen bombardierten US-Bomber dreimal versehentlich die Stadt. Fast die Hälfte der Häuser von Malmedy wurden dabei zerstört.

Heute präsentiert sich die Stadt rund um den Martkplatz und die Kathedrale Saints-Pierre wieder in ihrer alten Pracht. An diesem sonnigen Samstagnachmittag sind die Cafes und Plätze gut besucht. Auch wir genießen für eine Weile die berühmte Belgische Gastlichkeit.

( MITI / )