Rühstädt: Alle Störche ausgeflogen

Da waren sie noch da: Die Störche von Rühstadt (Foto Matthias Trautsch)

Da waren sie noch da: Die Störche von Rühstadt (Foto Matthias Trautsch)

Rühstädt liegt im nordwestlichen Brandenburg in der Prignitz, ca. 12 km südöstlich der Stadt Wittenberge, nahe der Havelmündung in die Elbe. Die kleine Gemeinde mit rund 400 Einwohnern ist das storchenreichste Dorf Deutschlands. In manchen Jahren gibt es dort bis zu 40 brütende Storchenpaare. Dazu gesellen sich noch zahlreiche einzelne Störche.

Störche lieben die Gegend aufgrund der reich ausgestatteten Futterplätze in den naturbelassenen Elb- und Havelauen. Bereits in den 1970er Jahren wurde damit begonnen, den natürlichen Storchenreichtum mit Hilfe von Nisthilfen zu unterstützen. Teilweise sind bis zu fünf Storchennester auf einem Dach zu sehen.

1996 bekam Rühstädt von der Stiftung Europäisches Naturerbe den Titel „Europäisches Storchendorf“ verliehen. Im selben Jahr nisteten 44 Storchenpaare om Ort. Für jedes Nest wurde eine Informationstafel angebracht, die jährlich Auskunft gibt über das Eintreffen und den Abflug der jeweiligen Störche sowie die Zahl ihres Nachwuchs.

Spätestens seit dem offiziellen Titel ist in der Storchensaison zwischen April und Ende August in Rühstadt richtig was los Pro Saison kommen 55.000 bis 65.000 Besucher wegen der Störche in den Ort. Der Nabu unterhält extra ein großes Storchen-Informationszentrum.

Wir sind bei unserem Besuch in Rühstadt allerdings rund zehn Tage zu spät dran: Alle Störche sind schon ausgeflogen. Viele Hausbesitzer haben die Storchennester auf ihren Dächern entweder abgebaut oder ausgedünnt, weil sonst auf Dauer zu viel Last auf die Dächer kommt. Denn ein Storchennest kann nach mehrern Jahren der kontinuierlichen Aufstockung bis zu einer Tonne wiegen.

Dennoch habe ich unseren Besuch in Rühstadt nicht bereut,. Die Elbe ist hier noch ganz ursprünglich und still. Ein wunderbarer Ort zum Spaziergehen und zum Verweilen.

( MITI / )