KZ-Gedenkstätte Flossenbürg

Kirchenfenster in der Gedenkstätte mit Häftlingsnummer und rotem Winkel

Kirchenfenster in der Gedenkstätte mit Häftlingsnummer und dem roten Winkel für politische Gefangene

Nach der schönen Wanderung durch das Waldnaabtal hat mich ein Hinweisschild auf der Autobahn zur KZ-Gedenkstätte Flossenbürg geführt. Es ist lange her, dass ich das KZ Dachau bei München und später Buchenwald bei Erfurt besucht habe. Doch der Schrecken über das Elend und die Menschenverachtung der Nazis ist mir noch präsent.

Ich bin deshalb anfangs ein wenig überrascht, denn Flossenbürg wirkt auf den ersten Blick so harmlos: Die Kommandantur der SS am Lagereingang erinnert an ein schmuckes Verwaltungsgebäude aus den 30er Jahren, von den ehemaligen Häftlingbaracken stehen nur noch weiß gestrichene Fundamente und der Steinbruch am Ende des Lages, in dem tausende zu Tode kamen, wirkt fast parkartig. Außerdem reicht die heutige Wohnbebauung unmittelbar an das Lagergelände heran und ist von diesem nicht durch Bauelemente getrennt.

Doch die Dauerausstellung im ehemaligen Waschhaus des Lagers hat es in sich. Hier wird der ganze Horror der Nazi-Diktatur lebendig: Flossenbürg war von Anfang an als ein Konzentrationslager zur Ausbeutung von Zwangsarbeitern, als ein Lager zur „Vernichtung durch Arbeit“ geplant. Der Terror richtete sich nicht mehr nur gegen politische Gegner, sondern auch gegen gesellschaftliche Randgruppen von Homosexuellen bis zu den Zeugen Jehovas.

Mehr als einhunderttausend Menschen sind durch diese Hölle gegangen, wurden zu einer Nummer degradiert, ausgebeutet, ausgehungert, erniedrigt und umgebracht. Es war die Generation unserer Großväter, die das verschuldet und verursacht hat. Man kann es nicht begreifen und man darf es nicht vergessen. Scheiß Nazis!

( MITI / )