Auf Schloss Braunfels

Kupferstich von Schloss Braunfels aus dem 17. Jahrhundert
Braunfels, 30.07.2016

Kupferstich von Schloss Braunfels aus dem 17. Jahrhundert

Wir sind auf dem Weg in den Oberpfälzer Wald an der Deutsch-Tschechichen Grenze. Der Zufall will es, dass genau heute durch den Ferienbeginn in Bayern und Baden-Württemberg extremer Verkehr auf den Autobahnen in Süddeutschland erwartet wird.

Also lassen wir es erst Mal ruhig angehen und machen auf etwas weniger als der halben Strecke in Braunfels im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis halt. Der malerische Ort zwischen Limburg und Wetzlar ist vor allem für sein gut erhaltenes Schloss Braunfels bekannt und bietet einen kleinen, feinen Womo-Stellplatz direkt unterhalb des Schlosses.

Von dort unternehme ich mit Doxi eine schöne 17 KM-Wanderung aus dem Rother Wanderführer „Taunus“. Sie führt uns in östlicher Richtung um Braunfels herum durch Wälder und über Felder zum Ort Phillipstein mit seiner alten Burgruine. Von den Zinnen der Burg und auch entlang des Weges fällt unser Blick immer wieder auf das malerische Schloss Braunfels in einigen Kilometern Entfernung. Weil das Schloss auf einer Basaltkuppe thront, scheint es die gesamte Region wie ein Leuchtturm zu überragen.

Als „Castellum Bruninvels“ wurde die Burg 1246 erstmals urkundlich erwähnt. Ursprünglich eine Verteidigungsburg gegen die Grafen von Nassau, wurde sie ab 1280 Wohnburg der Grafen von Solms und befindet sich noch heute im Familienbesitz der Grafen von Oppersdorff zu Solms-Braunfels.

Während des Dreißigjährigen Krieges war die Residenz schwer umkämpft und wurde stark beschädigt. Im Verlauf des 17.Jahrhunderts wurde sie in ein barockes Schloss umgewandelt, das jedoch 1679 einem flächendeckenden Stadtbrand zum Opfer fiel.

Unter Graf Wilhelm Moritz zu Solms erfolgte zu Beginn des 18. Jahrhunderts ein schneller Wiederaufbau. Dem damaligen Zeitgeist folgend, war die Bauplanung von einem romantisierenden Bild des Mittelalters inspiriert. Vielleicht sieht Schloss Braunfels für uns heute genau deshalb so „echt“ aus – einfach, weil wir uns an diesen Stil gewöhnt haben.

( MITI )